Don Winslow Die Sprache des Feuers

(55)

Lovelybooks Bewertung

  • 48 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 8 Rezensionen
(24)
(19)
(12)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Sprache des Feuers“ von Don Winslow

Jack Wade war der Star der Abteilung für Brandstiftung des Orange County Sheriff Departments (Kalifornien), bis ihn eine angebliche Falschaussage die Karriere kostete. Dass sein Kollege Bentley die Finger im Spiel hatte, ist eine andere Geschichte. Für seinen neuen Arbeitgeber, die „California Fire & Life“, ermittelt er in einem Versicherungsfall: Das Anwesen des Immobilienmoguls Nicky Vale ist bis auf die Grundmauern abgebrannt – mitsamt seiner jungen Frau Pamela. Auch Bentley war schon am Brandort. Er tippt auf zu viel Wodka und eine brennende Zigarette. Aber Jack Wade kennt die Sprache des Feuers. Und macht sich auf Spurensuche. Bis er herausfindet, dass Nicky Vale mitnichten der unbescholtene amerikanische Bürger ist, als der er sich ausgibt, wird die Sache so heiß, daß Jack Gefahr läuft, sich die Finger zu verbrennen. Russische Erpresser und abtrünnige KBG-Agenten, Antiquitätenhändler und Versicherungsbetrüger, vietnamesische Gangs und abgelegte Liebschaften – Jack Wade verstrickt sich in einem Dickicht aus Verschwörung, Korruption und Betrug, so sehr, dass er am Ende beschließt, Feuer mit Feuer zu bekämpfen.

Nicht Winslows stärkster Krimi. Die Recherche zum Thema Brände, Brandversicherungen hat ihm offensichtlich Freude bereitet.

— ImmaD

Wie fast alles von Don Winslow: Überragend geschrieben, spannend, hart und packend!

— LinusGeschke

Fand das Thema anfangs gar nicht so interessant, aber was Winslow daraus macht, ist überragend: Hart und spannend!

— MSteinhausen

Ein Brandsachverständiger legt sich mit der Russenmafia an. Ein echter Winslow: Hart, packend, zynisch.

— Gulan

Stöbern in Krimi & Thriller

Die Party

Sehr empfehlenswert!

tardy

Nachts am Brenner

Sehr komplexer Fall im schönen Südtirol

silvia1981

Das Porzellanmädchen

Ein starkes Werk von Bentow, das gerade zu um eine Fortsetzung bettelt

Waldi236

Niemals

Grandios

BlueVelvet

The Ending

Sehr philosophisch veranlagter, kurzer Thriller

Hortensia13

Origin

Weniger Rätsel, trotzdem im klassischen Dan Brown-Stil spannend.

Alienonaut

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Feuer!

    Die Sprache des Feuers

    nic

    Jack Wade ist Brandermittler bei der Versicherungsgesellschaft California Fire & Life und arbeitet dort in einer Abteilung der Schadensregulierung. Seine Aufgabe besteht darin an einem Brandort nach Spuren zu suchen, Brandstiftung auszuschließen oder zu bestätigen und den Schaden zu ersetzen oder eine Zahlung abzulehnen. Als ehemaliger Polizist, der wegen einer Falschaussage den Dienst quittieren musste, ist Wade glücklich in seinem Job, der es ihm ermöglicht in seiner Freizeit seinem Hobby als Surfer nachzugehen. Als der Versicherung ein Schaden gemeldet wird, in dem nicht nur ein Anwesen bis auf die Grundmauern niedergebrannt, sondern auch eine junge Mutter ums Leben gekommen ist, muss Wade diesen Job übernehmen. Bei den Ermittlungen läuft ihm sein früherer Kollege Bentley über den Weg. Bentley fiel ihm damals in den Rücken und hatte gegen ihn ausgesagt, weshalb Jack seinen Posten als Brandermittler bei der Polizei verlor. Bentley hat das Feuer als Unfall eingestuft und den Fall zu den Akten gelegt. Aber Jacke Wade findet Beweise dafür, dass es sich um Brandstiftung handelt. Und um Mord. Denn weitere Ermittlungen ergeben, dass die junge Pam schon tot war, ehe sie verbrannte. Wade verdächtigt den Ehemann und Besitzer Nicky Vale, einen Immobilienmogul, der Brandstiftung und des Mordes an seiner Frau. Jack Wade versucht alles, um Vale zu überführen, aber unentwegt legt man ihm Steine in den Weg. Bald kann Jack nicht mehr sicher sein, wem er vertrauen kann und wem nicht, denn er deckt auf, dass hier ein Verbrechersyndikat die Finger im Spiel hat und auch die russische Mafia involviert ist. Mit „Die Sprache des Feuers“ habe ich mein 3. Buch von Don Winslow gelesen, der in diesem Sommer den Weg in meine Bücherregale gefunden hat. Es ist unglaublich, wie Winslow es schafft, einem selbst das trockenste Thema schmackhaft zu machen und zu vermitteln, wie ein Feuer ausbricht, welche Spuren zu beachten sind, er ist ein Meister darin, neben einer Handlung auch noch ein bisschen Wissen zu vermitteln. Winslow schreibt voller Spannung und Anziehung, dass man sein Buch gar nicht mehr zur Seite legen kann. Sein Plot nimmt an Fahrt auf, je weiter die Geschichte fortschreitet und seine Protagonisten sind absolut und in jeder Hinsicht überzeugend. Ich werde mir nach und nach weitere Bücher von Winslow zulegen, weil ich nicht mehr auf sein geniales Erzählen verzichten will.

    Mehr
    • 3

    SalanderLisbeth

    12. August 2015 um 11:36
  • Gut, aber nicht überragend

    Die Sprache des Feuers

    burnedeyez

    17. June 2014 um 22:57

    Ich bin ja immer etwas skeptisch, wenn es um gehypte Autoren oder Romane geht. Mittlerweile führt jedoch im Bereich der Thriller kaum noch etwas an Don Winslow vorbei, wo man auch hinsieht heimst der gute Mann Lob und positive Kritiken ein. Es war also mal an der Zeit, das auch ich mich an den Herren heran traue. Schnell ist dabei klar geworden, dass Don Winslow mit “Die Sprache des Feuers” einen Roman unter das Volk gebracht hat, der vor allem durch eines bestechen kann: ein sehr umfangreiches Hintergrundwissen des Autoren. Er bringt fachliche Kenntnisse mit, die dem Leser auf eine ziemlich prägnante und oftmals auch recht unterhaltsame Weise vermittelt werden. Allerdings muss man auch sagen, dass diese Hintergründe trotz des zumeist vorhandenen Unterhaltungsfaktor hier und da doch schon einmal dazu neigen, etwas trocken und zu wissenschaftlich zu wirken. Schade, denn über einen Großteil des Umfangs weiß “Die Sprache des Feuers” mit einer sehr actionreichen und spannenden Geschichte zu überzeugen, die allerdings unter eben jenen Einknickern ein bisschen zu leiden hat. Das trübt die Atmosphäre, die aber glücklicherweise genau so schnell auch wieder aufgefangen wird. Die Gratwanderung gelingt dem Autoren also nicht unbedingt zu jeder Zeit, alles in allem kann man jedoch sagen, dass sein Roman unterhält und zudem mit einem furiosen Finale für diese kleinen Schwachpunkte zu entschädigen weiß. Die größte Stärke sehe ich bei den Figuren des Buches. “Die Sprache des Feuers” liefert dem Leser mit Jack Wade einen klassischen Antihelden im Sympathengewand. Man kann einfach nicht anders, als den Kerl trotz (oder gerade wegen?) seiner zynisch/ sarkastischen Ader zu mögen. Die Handlungsweisen sind jederzeit nachvollziehbar und werden durch die eingangs erwähnte Fachkenntnis Winslows nur noch einen Tick glaubwürdiger. Auch bei den Nebencharakteren hat der Autor ins Schwarze getroffen, sie sind ebenfalls durch die Bank überzeugend, auch wenn sich hier ein klares Schwarz/ Weiß-Bild abzeichnet und man von Beginn an genau weiß, wer nun einer von den guten Kerlen und wer ein Bad Guy ist – zumindest auf den ersten Blick, denn ein sehr später Twist lässt den Leser dann doch etwas überrascht zurück, da er in dieser Form absolut nicht vorhersehbar war. Erzähltechnisch ist ebenfalls alles im grünen Bereich. Don Winslow hat einen sehr eigenen Stil, der auf der einen Seite ungemein locker wirkt, auf der anderen aber schnell auf den Punkt kommt. Somit ist “Die Sprache des Feuers” größtenteils sehr locker zu lesen, ohne dass man sich Sorgen darum machen müsste, den Faden zu verlieren. Hier allerdings muss man sagen, dass der fachliche Aspekt (ich weiß, auch das sagte ich schon) manchmal etwas kontraproduktiv ist und eben, aller Lockerheit zum Trotz, doch etwas schwer zu verdauen ist. Fazit: “Die Sprache des Feuers” ist ein gelungener Actionthriller mit tollen Figuren. Don Winslows Schreibstil ist sehr auf den Punkt hinaus und weiß zumeist zu unterhalten, auch wenn er sich manchmal zu sehr in seinen Hintergrundkenntnissen ergeht, was zu kleinen Einknickern im Spannungsbogen führt. Alles in allem jedoch unterhaltsam, Thrillerfans können gerne ein Auge darauf werfen. Ich muss jedoch sagen, dass sich mir der Hype um den Autoren nach der Lektüre immer noch etwas verschließt. Ja, Winslow kann schreiben und unterhalten- das können andere aber genau so gut.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Sprache des Feuers" von Don Winslow

    Die Sprache des Feuers

    thursdaynext

    California Fire and Life , so der Titel der bereits 1999 erschienen Originalausgabe handelt von Versicherungsbetrug im großen Stil, einem Gutmenschen, der zum Zyniker wird.... Don Winslow ist heiss wenn es darum geht authentische, extrem süchtig machende, spannende Thriller zu schreiben. Seine Stärke sind sympathische Protagonisten, absolut unsympathische Drecksäcke, knackig , knappe Charakterbeschreibungen mit hohem Wiedererkennungswert und die Mischung der Grautöne die unsere verkorkste, geld- und machtgeile Gesellschaft aus dem guten, alten, wahrscheinlich nur in Märchen vorkommenden, Schwarz /Weiß Denken ausmacht. Grundtenor. Die Guten müssen böse sein um mit den abgrundtief Bösen fertigzuwerden. Einmal korrumpiert , immer korrumpiert ? Das bleibt offen. Die Sprache des Feuers ist nicht so cool wie Kings of Cool nicht so politisch und rebellisch wie Tage der Toten , außergewöhnlich gutgeschriebener Pageturner und eine 5 Sterne Leseempfehlung muß aber auch reichen. Die ist schon verdient durch den süffisanten Einblich ins amerikanische "Rechtssystem". Freut euch aber ruhig auf weitere Zugaben..... Winslow avanciert mit seinen Romanen straight auf den Titel "Romancier of Cool" zu .

    Mehr
    • 3
  • Rezension zu "Die Sprache des Feuers" von Don Winslow

    Die Sprache des Feuers

    Golondrina

    14. November 2012 um 00:33

    Bei Don Winslow weiss ich immer - da ist noch ein Schätzchen auf meinem SuB, das spare ich mir auf... Und wenn ich dann anfange zu lesen, genieße ich jede Seite, voller Bangen auf das Ende schielend. So auch bei der Sprache des Feuers: mitreißend, witzig, packend, intelligent geschrieben. Jack ist Brandermittler bei einer Versicherung, früher hat er für die Polizei gearbeitet, dort wurde er rausgekickt und fast hat es den Anschein, daß man Jack auch bei seinem aktuellen Fall wieder linken will. Spannung bis zum Ende. Winslow spart auch hier wieder nicht mit aktuellen Bezügen, alles wirkt sauber recherchiert und stimmig. Und - was diesen Krimi über alle anderen Bücher dieses Genres hebt - die Sprache stimmt. Chapeau Herr Winslow!

    Mehr
  • Rezension zu "Die Sprache des Feuers" von Don Winslow

    Die Sprache des Feuers

    hundertwasser

    30. August 2012 um 12:24

    Feuer, Feuer! Don Winslow ist mit „Die Sprache des Feuers“ ein brandheißer Roman gelungen, der unerbittlich wie eine Feuerwalze auf den Leser zurollt und diesen erst nach einem wahrhaften Purgatorium wieder freigibt. Dabei fängt eigentlich trotz des schnell geschnittenen Auftaktes erst einmal alles ganz gemächlich an. Don Winslow erzählt in geschickt miteinander verknüpften Erzählsträngen vom momentanen Leben des für die California-Fire-and-Life-Versicherung tätigen Schadenregulierers Jack Wade und davon, wie es geschehen konnte, dass er, der beste Brandermittler Kaliforniens, aus dem Polizeidienst ausscheiden musste. Diese Rückblenden fügen sich absolut harmonisch in den Roman ein und vermitteln dem zunächst Leser fast wie in einem Sachbuch die wichtigsten Grundlagen von Feuer und Brandstiftung. Erst allmählich nimmt aber die Geschichte Fahrt auf, analog zu einem kleinen Feuerfunken, der sich am Ende zu einem alles vernichtenden Feuer auswächst. Immer schneller prasseln die Geschehnisse auf Jack Wade ein und er muss feststellen, dass er offenbar nur ein kleine Randfigur in einem großen Kampf zwischen seiner Versicherung und einem ehemaligen KGB-Agenten ist. Doch obwohl er sich bereits in seinem früheren polizeilichen Leben im Orange County schon einmal gehörig die Finger verbrannt hat, beschließt Jack Wade auch diesmal seinem Gewissen zu folgen und auf eigene Faust zu kämpfen – Last man standing quasi. Die Geschichte, die Don Winslow in „Die Sprache des Feuers“ erzählt, ist zunächst trügerisch ruhig. Sobald man aber denkt, man hätte den Plot durchschaut und könne abwarten, beginnt der kalifornischer Autor erst einmal aufzudrehen. Mit trockenem Humor und in immer höheren Drehzahlen jagt er seinen Brandermittler gerade ab der Mitte des Buches bis zum Ende hin durch ein wirkliches Fegefeuer. Diese stetige Klimax, die bis wenige Seiten vor Ende des Buches andauert, gefiel mir besonders gut, da ja einigen vielversprechenden Romanen nach einem fulminanten Beginn irgendwann die Luft ausgeht. Hier ist es genau umgekehrt: Ruhiger Beginn und immer stärker werdendes Tempo. Dieses ist zwar nicht so hoch wie in den späteren Werken, z.B. aus der Boone-Daniels-Reihe, dennoch ist dieser Roman aus dem Jahr 1999 deutlich schneller getaktet als die meiste aktuelle Literatur. Bei mir sorgte diese Geschwindigkeit und der Sog, der sich aus der Erzählung entwickelt, dafür, dass ich das Buch innerhalb eines einzigen Tages verschlang. „Die Sprache des Feuers“ ist schnell, hart, sehr cool und nebenbei mit einem großartigen Cover ausgestattet. Mit diesem Frühwerk erbringt Don Winslow erneut den Beweis, dass er einer der aktuell besten und talentiertesten Autoren Amerikas ist – ein Buch, das breiteste Aufmerksamkeit verdient!

    Mehr
  • Rezension zu "Die Sprache des Feuers" von Don Winslow

    Die Sprache des Feuers

    Pashtun Valley Leader Commander

    06. May 2012 um 11:34

    Im Kladdentext steht sinngemäss ielschreiber, der immer zwei Bücher parallel schreibt ohne unter Qualitätsverlust zu leiden. Die Geschichte kurz, platt und mit jede Menge Attitüde. Gefeuerter Bulle, ermittelt in einer Weltverschwörung, scheitert an seinem Leben und am Ende gibtr es den grossen Schaudown. Angereichert wird das ganze durch ein kleines Bisschen Lokalkolorit a la Los Angeles und die Abeiteilung, was Sie schon immer über die Russenmafia wissen wollten, aber nie zu fragen wagten. Alle vierziig eiten nochein bisschen Horizontalakrobatik iin wechselnden Besetzungen und fertig ist der Bestseller. Es freut mich nicht mehr so rchtig, wenn ich angekündigt finde.....im Herbst kommt von ihm..... Fraktale Protagonisten? Michael Connely, Sandford (die frühen!) und Ellroy. ber nicht dieses zeitgeistige Westküstengeplänkel. Emfehlung für den nächsten Kladdentext: Ein Buch wie eine Titel der Beachboys! Schrill, dissonant und ohne Ende klebrig.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Sprache des Feuers" von Don Winslow

    Die Sprache des Feuers

    WolfgangB

    17. April 2012 um 12:27

    Jack Wade ist Schadensregulierer für Brandfälle bei der California Fire & Life Versicherung. Seine Aufgabe ist es, den Brandherd zu untersuchen und über die Auszahlung der Schadenssumme zu entscheiden. Als die Frau des Immobilienmagnaten Nicky Vale bei einem Brand auf tragische Weise ums Leben kommt, glaubt Jack nicht an einen Unfall, ganz im Gegensatz zum Ermittler der Polizei. Sein Mordverdacht entpuppt sich als ein Stich ins Wespennest der russischen Mafia, die sich ihre Machenschaften an der Westküste nur ungern von einem Versicherungsangestellten vereiteln lassen will. Jack wird von seiner Vergangenheit eingeholt, da er wegen Meineids unrühmlich aus dem Polizeidienst entlassen wurde, und als er erkennt, welchen Feuersturm er mit seinen Ermittlungen entfacht hat, ist es beinahe zu spät ... Der amerikanische Autor Don Winslow überrascht mit einem ungewöhnlichen Erzähltempus. Erwartet man in einem Roman das epische Präteritum, ist "Die Sprache des Feuers" durchgängig in einem Präsens verfaßt, das immer wieder die Fiktion durchbricht, der Geschichte dokumentarischen Charakter verleiht. Als in noch weit stärkerem Ausmaß gewöhnungsbedürftig erweist sich der kurzatmige, abgehackte hauptsatzzentrierte Stil. Mag er im Original der sonnigen kalifornischen Ungezwungenheit entsprechen, wirkt er in der deutschen Übersetzung zunächst wie ein aufdringlicher Zeitgenosse, der dem Leser Gesellschaft leistet, sofort zum kumpelhaften Du übergeht und unaufgefordert aus seinem Leben erzählt. Wo allerdings Don Winslow krampfhaft bemüht wirkt, nur ja kein Wort zu viel zu setzen, erweist sich die Rolle der wertenden Erzählstimme als ein Stilmittel: Die Kommentare sind pointiert, treffend, zum Teil äußerst makaber, ziehen den Leser tiefer in das Geschehen. Seine Spannung bezieht der Roman zum einen aus dem durch kurze Satzkonstruktionen künstlich hohen Erzähltempo. Außerdem setzt der Autor gerade in den eingeschobenen Kapitelen, in denen die Vergangenheit der Protagonisten thematisiert wird, auf Zeitraffung, reduziert sich puristisch auf das Notwendigste, ohne jedoch Essentielles vorzuenthalten. Zum anderen weckt auch die Ausgangssituation das Interesse des Lesers. Daß Nicky Vale seine im goldenen Käfig lebende Frau ermordet hat, steht rasch außer Zweifel. In einer klassischen David-Goliath-Konstellation sieht sich Jack Wade mit einer kriminellen Organisation mit weitreichendem Einfluß konfrontiert, die das Justizsystem geschickt zu ihren Zwecken zu nutzen versteht. Mit "Die Sprache des Feuers" legt der Suhrkamp-Verlag ein Frühwerk des Autors nachträglich in deutscher Sprache vor. Er besticht durch große Sachkenntnis in den behandelten Themen und akribische Recherche, wohingegen der Stil anfangs sperrig wirkt, nichtsdestotrotz durch seine Individualität überzeugt. Die Ereignisse schaukeln sich immer weiter auf und münden schließlich in den einzig möglichen infernalischen Showdown, in dem Don Winslow auch der Versuchung widersteht, einen Stilbruch durch ein Happy End im kalifornischen Sonnenuntergang zu begehen.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Sprache des Feuers" von Don Winslow

    Die Sprache des Feuers

    hproentgen

    20. March 2012 um 12:13

    Jack ist Brandermittler, erst für die Polizei, dann für eine Versicherung. Schadensregulierer, der die Schäden prüft - und notfalls feststellt, ob es Brandstiftung war. Er weiß, womit er anfangen muss, wenn er in einem Gebäudebrand ermittelt. Und als er den kleinen Hund vor der Tür des abgebrannten Hauses sieht statt drinnen, schöpft er Verdacht. "Er weiß, dass Brandstifter nie ihre Hunde verbrennen. Sie verbrennen ihre Häuser, ihre Sachen, ihr Geschäft, ihre Papiere, sie verbrennen sich sogar gegenseitig, aber ihren Hund verschonen sie um jeden Preis. Bei jedem Feuerschaden, der sich als Brandstiftung herausstellt, ist der Hund zufällig irgendwo anders." Bald verdichtet sich der Verdacht. Der Besitzer hatte Schulden, im Haus ist seine Frau verbrannt und die hatte ihn vor die Tür gesetzt. Sie war Alkoholikerin und hat im Bett geraucht, erklärt der Immobilienhai, der jetzt dringend Geld braucht. Geld, das ihm die Versicherung geben soll. Und der alte Kollege Jacks vom Branddezernat nickt das ab. Aber der will sowieso möglichst bald Angeln gehn. Und keinen Ärger. Doch Jack ist keiner, der sich so leicht abwimmeln lässt. Und so lässt Don Winslow seinen Helden durch die Feuer Südkaliforniens marschieren, sich die Finger verbrennen, nimmt den Leser mit auf einer Tour durch Brandursachen, Techniken der Brandstiftung und erweckt das Feuer zum Leben. Wie es arbeitet, atmet und was es dem Ermittler verrät. "Es verläuft genau nach der Dramenkurve eines klassischen Dreiakters, Gentlemen. Und zwar im Rhythmus einer Liebesaffäre: Oxidation, erster Akt: Die Schwelphase. Die Liebeswerbung, wenn Sie so wollen." Schon das ist außergewöhnlich. Dass ein Autor es schafft, uns von der Entstehung, dem Verlauf und dem Höhepunkt von Bränden zu erzählen und wir hängen atemlos an seinen Lippen. Doch Winslow kann weit mehr. Bei ihm fallen Spannung, Plot und Stil gleichermaßen in eins. Viele Thrillerautoren beherrschen die Spannung, aber die Sprache lässt zu wünschen übrig. Nicht so Winslow. Ich kenne wenige Autoren, bei denen jedes Wort so genau sitzt wie bei ihm, der gleichzeitig so genial das Klavier der Spannung beherrscht. Er kann die erste Immobilienblase in den USA Ende der Achtziger zum Leben erwecken (und glaubt mir, sie verlief genauso wie die jüngste auch), bringt wieder einen Ermittler der hardboiled Sorte, Marke einsamer Wolf, ins Spiel und doch liest der sich neu und unverbraucht. Die amerikanische Versicherungsbranche gerät ins Visier, die Techniken der Entschädigungszahlungen, die Surfszene, vietnamesische und russische Mafia und wenn jemand etwas mit wenigen Worten eindrücklich schildern kann, dann ist es Don Winslow. "Statt Kanonen, denkt Billy, haben wir jetzt Anwälte. Die sind nicht so schnell, aber mindestens genauso tödlich und viel, viel teurer." Nach dem Lesen musste ich aufwachen und mir die Augen reiben, damit ich begreife, dass ich nicht in Monarch Bay, sondern in Freiburg bin. Und keine Brandbeschleuniger nachweisen muss. Vor Winslow könnte man niederknieen, aber das geht nicht, weil man ja das Buch zu Ende lesen muss, unbedingt, und das geht im Knieen schlecht. Zu meckern gibt’s eigentlich nur Eins: Warum wird dieses Buch von 1999 erst jetzt in Deutschland veröffentlicht? Leseprobe: http://www.amazon.de/gp/reader/3518463500/ref=sibdppt#reader-link Homepage des Autors: http://don-winslow.com Die Sprache des Feuers, Krimi, Don Winslow, Suhrkamp, März 2012 ISBN-13: 978-3518463505, Tb, 419Seiten, Euro 14,99

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks