Donal Ryan Die Gesichter der Wahrheit

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Inhaltsangabe zu „Die Gesichter der Wahrheit“ von Donal Ryan

Es begann mit Wohlstand und satter Zufriedenheit und endet mit Entführung und Mord. Was dazwischenliegt, sind einundzwanzig Leben, einundzwanzigmal Hoffen und Träumen, Lieben und Leiden – einundzwanzig Menschen, die im Strudel der irischen Finanzkrise ihre Wahrheit erzählen – und das Geschick eines ganzen Landes. Begeistert gelobt, preisgekrönt, poetisch und berührend – Donal Ryans zweiter Roman jetzt endlich auf Deutsch.

Ein tiefgründiges und schonungslos authentisches Buch. Absolut empfehlenswert.

— Laura126
Laura126

Ein interessanter Einblick ins Irland in Zeiten der Krise - die Kriminalgeschichte hätte es für mich nicht gebraucht.

— Forti
Forti
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    Die Gesichter der Wahrheit
    Laura126

    Laura126

    01. December 2016 um 13:37

    Der Roman von Donal Ryan „Die Gesichter der Wahrheit“ schildert hart und schonungslos Schicksale von 21 Menschen in der Krisenzeit. Ort des Geschehens ist ein Dorf in Irland, dessen Bewohner auf verschiedene Weise unter den Folgen der Wirtschaftskrise um 2010 leiden. Der Autor gewährt uns einige Einblicke in das Leben der Protagonisten und lässt diese vollkommen unterschiedliche Menschen, die eine problembehaftete und gar unmenschliche Zeit durchleben müssen, zu Wort kommen. In 21 Kapiteln werden die Ereignisse aus der Perspektive der verschiedenen Figuren dargestellt - ergreifend, teilweise grob in Sprache und Umgang, aber jederzeit ehrlich und direkt. Der Schreibstil des Autors ist genau und bildhaft und lässt den Leser tief in seine doch sehr unterschiedlichen Charaktere blicken. Die eigentliche Handlung ist im Buch nicht vorhanden, obwohl die einzelnen Charaktere auf irgendeine Art und Weise miteinander verbunden sind. Ein tiefgründiges und schonungslos authentisches Buch. Absolut empfehlenswert.

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  • Die Gesichter der Wahrheit

    Die Gesichter der Wahrheit
    Aoibheann

    Aoibheann

    01. October 2016 um 20:01

    Die Wahrheit hat viele Gesichter. Und so lässt Donal Ryan 21 Personen zu Wort kommen und lässt sie ihre Sicht der Welt erzählen. Und damit auch ihre Sicht der Wahrheit – über den Zustand des Landes, die Moral der Mitmenschen, wer ihrer Meinung nach den alten Frank ermordert hat, was die Leute umtreibt und wie die Welt sein sollte. Dabei sind die Sprecher so unterschiedlich, wie auch ihre Ansichten. Dabei legt Ryan eine für mich überraschend „bunte“ Mischung von Sprechern an den Tag. Da ist beispielsweise der um seine Sozialbeiträge geprellte Bobby, der letztlich versucht aus seinem Leben das Beste zu machen und dabei immer mit seiner Kindheit hadert. Oder der ganz offensichtliche psychisch kranke Trevor, bei dessen Erzählung mir ganz mulmig wurde.  Am meisten zu Herzen gegangen ist mir das Kapitel mit der kleinen Millicent. Ein Kind, dass zum einen die von den Eltern gehörten Ausdrücke nachplappert, zum anderen ganz ungeschönt aus Kindersicht die angespannte Situation in ihrer Familie beschreibt. Donal Ryan verleiht jeder der Personen ein eigenes Sprachbild. Spricht die eine Person eher gewählt und gesetzt, so verwendet er für die nächste eher mehr Umgangssprache und lässt sie „schlampiger“ sprechen; mal schnell und mit vielen Kraftausdrücken versehen, mal eher kindlich und naiv geprägt. Für mich hat das die Figuren greifbarer gemacht und mir gut gefallen. Dabei lässt er immer wieder ein wenig Galgenhumor einfließen und ich habe mich während des Lesens ertappt, bei diesem doch sehr ernsten Thema an einigen Stellen immer wieder schmunzeln zu müssen.(Ich bin selbst auf dem Land in einem kleinen Dorf aufgewachsen,  „Teekannen-Taliban“ sind mir auch noch sehr gegenwärtig im Gedächtnis!) „Die Gesichter der Wahrheit“ hat mir durch die vielen Facetten der Erzählenden sehr gut gefallen.

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  • Irland in Zeiten der Wirtschaftskrise

    Die Gesichter der Wahrheit
    Forti

    Forti

    28. September 2016 um 10:13

    In Donal Ryans "Die Gesichter der Wahrheit" erzählen 21 fiktive Menschen aus ihrem Alltag. Dieser Alltag wird bestimmt von der Wirtschaftskrise, die Irland nach dem Platzen der Immobilienblase erfasste - das Buch spielt im Jahr 2010. Die Protagonisten, die in alle im gleichen irischen Landstrich wohnen, sind alle direkt oder indirekt von der Immobilienkrise betroffen. Es sind durchschnittliche Menschen - Bauarbeiter und Kindergärtnerinnen, Familienväter und alleinerziehende Mütter, Junge und Alte - die nun von Auftragseinbußen, Lohnkürzungen oder sogar Schulden betroffen sind. Die 21 Personen des Buches sind miteinander verbunden, die meisten kennen einander. Mir fiel es teilweise schwer, die Personen und ihr Verhältnis zueinander richtig zuzuordnen. Es fiel mir aber leicht, mich in die Sorgen und Nöte dieser Menschen hineinzuversetzen, die diese Krise, die uns in Deutschland eher indirekt betrifft, hautnah miterleben. Irland und seine Menschen in Zeiten der Wirtschaftskrise ist ein Thema, mit dem ich mich zuvor noch nicht beschäftigt hatte - umso interessanter, diesen intimen Einblick zu erlangen. Das Buch hat lange keine Handlung im klassischen Sinne. Erst nach ca. der Hälfte des Buches ist von Mord und Kindesentführung die Rede. Spielt in der ersten Hälfte des Buches die wirtschaftliche Krise die Hauptrolle, liegt der Hauptaugenmerk in der zweiten Hälfte mehr und mehr auf den zwei Verbrechen. Gemeinsames Thema sind die persönlichen Schicksale der Erzähler und ihrer Mitmenschen. Es ist ein spezielles Buch, das bei der Lektüre nicht gerade heiter stimmt - so deprimierend, wie es vielleicht auf den ersten Blick wirkt, ist es aber keinesfalls. Es ist dem Buch zu gönnen, das es nicht aufgrund des wenig sagenden deutschen Titels und Covers untergeht! Ein interessanter Einblick ins Irland in Zeiten der Krise - die Kriminalgeschichte hätte es für mich nicht gebraucht. 

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