Donal Ryan Die Sache mit dem Dezember

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Inhaltsangabe zu „Die Sache mit dem Dezember“ von Donal Ryan

Der seltsame und stille Johnsey Cunliffe, der kaum je ein Wort sagt, erbt die Farm seiner kürzlich verstorbenen Eltern. Das Land soll das Kernstück eines millionenschweren Bauprojektes sein. Gerade als sich Johnsey das Glück zuwendet, wird er von allen Seiten unter Druck gesetzt. Er soll verkaufen. Doch genau das will er nicht.

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  • Die Sache mit dem Dezember

    Die Sache mit dem Dezember
    Minoo

    Minoo

    22. January 2017 um 15:24

    Die Geschichte ist in zwölf Kapitel unterteilt, welche nach den Monaten benannt sind. Jedes Kapitel befasst sich neben der Haupthandlung mit einer Erinnerung, die in dem jeweiligen Monat spielte. Das letzte Kapitel ist der Dezember. In knappen Sätzen und eindringlicher Sprache erzählt Donal Ryan die Geschichte des stillen Johnsey. Dieser ist ein wenig sonderbar, ein junger Mann, der gerne für sich ist. Ein junger Mann, über den sich die Leute schon in der Schulzeit lustig machten, da er ein wenig langsamer, ein wenig eigen war. Mir als Leser wuchs dieser vom Schicksal gebeutelte Junge sofort ans Herz. Nach dem Tod seines Vaters, stirbt kurz darauf auch noch die geliebte Mutter. Eine befreundetes Ehepaar kocht für ihn und doch ist Johnsey die meiste Zeit allein. Als er im Krankenhaus landet, schließt er Freundschaft mit "der schönen Stimme" und Nuschel-Dave. Der Verkauf des Grundstücks spielt nicht die zentrale Rolle in diesem Buch. Zwar werden einige Geschehnisse von Johnseys Weigerung den Hof zu verkaufen hervorgerufen, doch viel mehr geht es um Johnsey Leben und darum wie es ist, anders zu sein. Es geht um Einsamkeit und Freundschaft. Die Rückblenden in seine Kindheit, empfand ich als sehr berührend. Mir blieb gar nichts anderes übrig, als mich in Johnsey oder seine Eltern hineinzuversetzen. Besonders schmerzhaft bleibt mir eine Stelle in Erinnerung. Die Eltern sind nicht reich und kratzen dennoch ihr Geld zusammen um Johnsey einen "coolen" Marken-Pulli für seinen ersten Disko-Besuch zu kaufen. Sie sind stolz auf ihren Sohn, ermuntern ihn und so langsam beginnt sich sogar Johnsey, der eigentlich gar nicht in die Jugenddisko wollte, sich auf den Besuch zu freuen. Schön sollte der Abend leider nicht werden...  Bei den Charakteren hat Donal Ryan sich etwas besonderes ausgedacht. Denn hier geht es weniger um Stereotypen als um Originale. Insbesondere Nuschel-Dave und Siobhan sind sehr detailliert beschrieben und facettenreich in ihrem Charakter. Beide nicht perfekt, legt der Autor hier sein Augenmerk auf die Verletzlichkeit der Charaktere, mögen die beiden nach außen hin auch noch so stark wirken. Doch vor allem erhält der Leser tiefe Einblicke in Johnseys Denken und seine Gefühle. Besonders erschütterte mich seine geringe Meinung über sich selbst.    "Einmal hatte Daddy, als er dachte, Johnsey könne ihn nicht hören, zu Mutter gesagt, er sei eben ein sehr stiller Junge. Mutter musste wieder darüber geschimpft haben, dass er so ein Hornochse war, und Daddy verteidigte ihn. Er hatte die Zärtlichkeit in Daddys Stimme gehört. Aber Zärtlichkeit konnte man auch für eine Missgeburt von Promenadenmischung empfinden, die man am besten direkt nach der Geburt ertränkt hätte. So einer konnte nur fressen und kacken und einen Haufen Arbeit machen, aber man streichelte ihn trotz allem hin und wieder und gab ihm ein Leckerchen, und man war fast immer nett zu ihm, weil er ja nichts dafür konnte, dass er ein sabbernder Trottel von einem Köter war. Aber man würde ganz sicher nicht vor anderen mit ihm prahlen, so viel stand fest." (S. 17)    Der Schreibstil des Autors ist voll unterschiedlicher Gefühle. Manchmal werden Situationen unglaublich traurig, dann wieder sehr witzig beschrieben. Johnsey beschreibt Vergangenes mit Melancholie, dann wieder mit freudiger Leichtigkeit. Donal Ryan trifft immer genau den richtigen Ton. Die Grundstimmung ist dennoch schwer und bedrückend. Ich musste während des Lesens, so sehr mich die Geschichte auch packte, immer wieder Pausen einlegen um das Gelesene sacken zu lassen und darüber nachzudenken.    Fazit: "Ein einfühlsames, berührendes Debüt, so lebensklug wie Forrest Gump und so irisch wie Frank McCourt" Ein Zitat, das ich so nur unterschreiben kann.

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher
    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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    • 8480
  • Schnell durchschaut Johnsey seine Mitmenschen

    Die Sache mit dem Dezember
    8ung

    8ung

    08. October 2015 um 19:06

    Johnsey denkt viel nach. Er behält alles, was man ihm sagte. Leider ist er nicht in der Lage, seine Gedanken auszusprechen. Deshalb sagt er lieber nichts oder kaum etwas. Das wird von seinen Mitmenschen unterschiedlich gedeutet. Über eins – dass Johnsey ein Idiot sein muss – sind sie sich einig. Manchmal erzählen sie etwas weiter, was Johnsey nie gesagt hat. Johnsey ist das egal. Nie stellt er es richtig. Er könnte die Sätze nicht formulieren. Viel denkt er an seinen liebevollen Vater zurück, der vor zwei Jahren starb. Immer wieder kommen ihm gemeinsame Erlebnisse. Von seiner Mutter fallen ihm zu jeder Jahreszeit ihre auf den Punkt gebrachten Sprüche ein: “Im Januar muss man das Geld wieder reinholen, das man im Dezember für Schund aus dem Fenster geworfen hat, den keiner haben wollte.“ Seine Mutter kann den Tod ihres Mannes nicht verwinden und stirbt kurz darauf. Jetzt ist Johnsey vollkommen allein. Weiterlesen im Kulturmagazin 8ung.info -> ✍ Buchtipp: Die Sache mit dem Dezember – berührend

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  • Wenn einer nur wenig zum Helden taugt..

    Die Sache mit dem Dezember
    Callso

    Callso

    07. September 2015 um 11:18

    "Ein besonderer Leseschatz" las ich eben über das Buch - das trifft es wohl. Ein munteres und höchst unterhaltsames kleines Buch mit einer fabelhaften Geschichte. Johnsey ist ein Außenseiter, ein einsamer und zurückgebliebener junger Mann, der als Hilfsarbeiter in Irland tätig ist. Seine Eltern haben einen großen Hof. Aber als nacheinander Vater und Mutter sterben, steht der 24-Jährige alleine im Leben. Alleine? Nein, nach weiteren Rückschlägen trifft er eine Krankenschwester und einen halbseidenen Freund. Können die ihn stützen und auffangen? Das Buch hat hervorragende Passagen, die sich prächtig lesen lassen. Das Hereinkommen und Eintauchen in die Geschichte hatte bei mir indes ein wenig gedauert. Doch man verguckt sich in die sehr einfache und schlichte Hauptperson, für die man viel, viel Sympathie entwickelt. So wünscht man sich für Johnsey Glück, man hofft, bangt, aber irgendwie taugt der Sturrkopf in seiner Schlichtheit wenig zum Helden. Der Roman lässt einen dagegen immer wieder schmunzeln. Ein feines Buch von Donald Ray. Ich werde auch den Autor weiter im Blick behalten...

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  • Ein Jahr, das alles verändert…

    Die Sache mit dem Dezember
    nicigirl85

    nicigirl85

    03. June 2015 um 20:25

    Bei dem vorliegenden Buch hat mich der Klappentext so sehr angesprochen, dass ich neugierig geworden bin. Was ich aber letztendlich geboten bekam war so viel mehr als ich erwartet hatte. Johnsey Cunliffe hat immer nur mit seinen Eltern zusammen gelebt und nach deren Tod ist er mit dem Leben überfordert. Warum sollte er den Besitz seiner Eltern verkaufen, wenn es doch das Einzige ist, was von ihnen übrig ist? Johnsey spürt alsbald, dass seine Entscheidung weitreichende Konsequenzen für sein Leben haben wird. Kann er sich der Mehrheit widersetzen? Bevor ich überhaupt auf den Inhalt eingehe, möchte ich erst einmal den unheimlich bildhaften Schreibstil des Autors loben, der einfach ein Lesegenuss an sich ist, unabhängig von der Geschichte. Man kann sich alles sehr genau vorstellen und regelrecht in Johnseys Welt abtauchen. Johnsey ist als Protagonist etwas ganz Besonderes, der mich manches Mal an Forrest Gump erinnert hat. Johnsey sieht sich selbst als Hornochsen an und die Kleinstadtbewohner behandeln ihn auch als solchen, dabei ist er ein Meister der Beobachtung und kann sehr gut andere Menschen einschätzen. Sein Schicksal berührt und nimmt einen als Leser emotional total mit, für mich eine sehr tragische Figur. Die Kleinstadtbewohner mit all ihren Eigenarten und vor allem Vorurteilen sind sehr gut dargestellt. Das Buch selbst ist in zwölf Kapitel unterteilt, die nach den Monaten des Jahres benannt sind. Die Handlung wird uns zum einen über Rückblenden, zum anderen als Gegenwartshandlung näher gebracht. Durch die Rückblenden bekommt man einen intensiveren Einblick in die Familie Cunliffe. Das Ende kommt dann sehr plötzlich und ist offen. Mich hat dies anfänglich gestört, doch nachdem ich das Gelesene etwas hatte sacken lassen, habe ich den Kunstgriff des Autors verstanden, denn egal welches Ende er gewählt hätte, als Leser wäre man nie so recht glücklich geworden, daher ist es besser, wenn man sich selbst noch seine Gedanken dazu machen kann. Fazit: Ein Roman mit Tiefgang, der zum Nachdenken anregt und mir wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Unbedingt lesen!

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  • Einer gegen alle

    Die Sache mit dem Dezember
    frenx1

    frenx1

    16. May 2015 um 08:51

    “Menschen konnten eine ganz schöne Zumutung sein. Alles wäre bestens gewesen, wenn man sie nur im Fernsehen hätte angucken müssen. Aber wenn sie das Land des eigenen Vaters kaufen wollten, dann konnten sie einen fix und fertig machen.” – Menschen sind für Johnsey Cunliffe eine Zumutung. Eine ziemliche sogar. Der 24-Jährige lebt nach dem Tod seiner Eltern ziemlich zurückgezogen. Zudem hält er sich selbst für abstoßend und will niemandem zur Last fallen. Und ausgerechnet dieser Johnsey besitzt ein Stück Land, das nötig wäre, um ein Gewerbegebiet ausweisen zu können. Doch das Land seines Vaters will und kann Johnsey nicht verkaufen. Und so beginnt das, was die Zeitungen später den “Landkrieg” nennen werden. Gut gefallen hat mir der Anfang des Buches. Die Gratwanderung zwischen Sympathie und Mitleid gelingt – Johnsey ist als Jugendlicher ohne Selbstwertgefühl, der von den anderen immer wieder verprügelt wird, absolut realistisch dargestellt. Zugleich wirkt Johnsey sehr sympathisch, schließlich kämpft hier einer gegen alle. Freilich fragt man sich als Leser, ob Johnsey nicht einfach zu naiv ist – hat er doch keine nachvollziehbaren Gründe, das Land nicht zu verkaufen. Um Umweltschutz etwa geht es an keiner Stelle des Buches. Damit gelingt es Donal Ryan, die Dinge in der Schwebe zu halten: Johnsey ist sympathisch, aber hält sich selbst zurecht auch für dumm (und dick). Johnsey ist bemitleidenswert, weil er nach dem Tod seiner Eltern sein Leben neu ordnet, aber vieles bringt er so gar nicht auf die Reihe. Auch sprachlich ist dieser Schwebezustand gut umgesetzt. Donal Ryan arbeitet mit sehr viel Humor. Genau das aber – dass alles in der Schwebe bleibt – hat mich am zweiten Teil des Buches sehr gestört. Keiner der Handlungsstränge wird letztlich zu einer Lösung geführt. Man bleibt am Schluss des Buches als Leser ratlos zurück und darf sich selbst ausmalen, wie es nun alles ausgehen könnte. Schade!

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  • Ein Jahr und die Sache mit dem Dezember

    Die Sache mit dem Dezember
    Maralis

    Maralis

    24. April 2015 um 00:40

    Inhalt: In einem kleinen Dorf in Irland lebt Johnsey Cunliff. Er ist sehr still und in den Augen der Dorfbewohner auch seltsam. Er wird von vielen Seiten gemobbt und hat es nicht leicht. Als ein Bauprojekt in dem Dorf verwirklicht werden soll, von dem alle Bewohner sich einen großen Profit erhoffen, wird Johnsey von den Nachbarn zum Verkauf des geerbten Landes gedrängt. Nach dem Tod seiner Eltern fühlt Johnsey sich oft sehr einsam. Er hat nur sehr wenige Freunde, dazu zählt er die Inhaber der Bäckerei, bei denen er immer zu einer Mahlzeit willkommen ist. Immer wieder muss er aufpassen, dass er nicht Eugene Penrose und seiner Klique begegenet. Von ihnen wird er gehänselt und oft brutal misshandelt. Es gipfelt darin, dass er eines Tages von ihnen zusammengeschlagen und schwer verletzt wird. Ihm droht sogar das Augenlicht zu verlieren. Im Krankenhaus lernt er die 'schöne Stimme', die Krankenschwester Siobhàn und Nuschel-Dave kennen. Zum ersten Mal hat er das Gefühl richtige Freunde zu haben, mit denen er auch hin und wieder etwas unternehmen kann. Die Nachbarn dagegen drängen ihn sein Land zu verkaufen und wird von ihnen als raffgierig diffamiert, als er nicht darauf reagiert. Der Autor Donal Ryan hat hier ein sehr wortgewaltiges und betroffen machendes Buch verfasst. Es ist ein trauriges und melancholisches Buch, doch oft auch humorvoll. Die Ereignisse in den Monaten Januar bis Dezember führen durch das Leben eines jungen, stillen und seltsamen Mannes. Die Erzählweise des Autors hat mich sehr angesprochen und das Buch gefällt mir daher sehr gut. Einfach nur empfehlenswert.

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  • Das Buch lässt mich nachdenklich zurück ...

    Die Sache mit dem Dezember
    engineerwife

    engineerwife

    15. April 2015 um 17:32

    Mit diesem Buch haben wir das große Glück, Johnsey zwölf Monate seines Lebens begleiten zu dürfen. Die Geschichte wird aus Sicht des etwas zurückgebliebenen, aber sehr liebenswerten Johnseys erzählt. In jedem Kapitel wird die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft, was uns einen Einblick in seine Lebensumstände gibt und sein Leben besser verstehen lässt. Nach dem Tod beider Eltern erbt er die riesige Farm. Johnsey bleibt alleine in dem großen Farmhaus wohnen, hat sogar seine eigene Arbeit, doch mit dem normalen Leben ist er ziemlich überfordert. Als die ersten Anfragen bezüglich des Verkaufs ins Haus flattern, ist er hilflos. Schließlich wird ihm Gewalt angetan, er landet im Krankenhaus und lernt dort zwei neue Freunde kennen. Das Leben könnte fortan so schön sein, doch die Katastrophe nimmt ihren Lauf … Im Laufe der Geschichte wuchs mir Johnsey ans Herz. Ich war oft fasziniert von seinen Gedankengängen und musste manchmal schmunzeln darüber, wie er die Dinge und Worte für sich selbst auslegte, die er nicht verstand. Oft wollte ich ihn jedoch ob seiner Naivität und Vertrauenswürdigkeit schütteln und aufwecken. Für ihn gibt es einfach keine wirklich schlechten Menschen. Der halboffene Schluss ließ mich nachdenklich zurück. Ich bin mir nicht sicher, ob ich traurig oder fast ein bisschen erleichtert für ihn sein soll. Das Buch wirkt auf jeden Fall nach. Ich konnte mir in Irland selbst ein Bild darüber machen, was der Immobilienboom und die anschließende Finanzkrise in Irland hinterlassen haben. Es wurden ganze Wohngebiete mit Kinos, Einkaufszentren etc. aus dem Boden gestampft um heute als Geistersiedlungen dahin zu fristen. Die Gier mancher Menschen und die darauffolgende Rücksichtslosigkeit sind mir oft unbegreiflich.

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  • 8760h-365Tage-12Monate-1Jahr voller Veränderungen!

    Die Sache mit dem Dezember
    fibroe

    fibroe

    11. April 2015 um 22:17

    Das Buch „Die Sache mit dem Dezember“ von Donal Ryan umfasst ein Jahr aus dem Leben des jungen Mannes Johnsey das ereignisreicher nicht sein könnte. Es ist sein Buch über viele wunderbare Erinnerungen, über Freundschaft, die Liebe, den Glauben an Gott und über Selbstfindung, aber auch über Selbsthass, Gewalt, Schikane, Macht, Geldgier und Rache. Auf den ersten Seiten des Buches bekommt man einen umfassenden Eindruck von der Hauptperson Johnsey und erfährt eigentlich alles was in seinem Leben eine Rolle spielt. Er ist dick von Statur, ein bisschen langsam im Denken, und unglaublich unglücklich, weil er sich schlecht, dumm und nicht geliebt fühlt. Frauen machen ihm Angst und die Männer aus seinem Ort schikanieren ihn mit Vorliebe, dass man Dauerangst um den armen Kerl hat. Sein geliebter Vater ist gestorben. Er ist getrieben von Selbstmordgedanken, die sich in seinem Kopf immer fester verankern. Nach dem Tod seiner Mutter entzieht er sich seine Daseinsberechtigung komplett. Es gibt nur einen Funken Gutes: Erinnerungen die wiederkehrend am Anfang der Kapitel erscheinen, die nach den Monaten eines Jahres benannt sind. Immer wieder erinnert sich Johnsey an die Zeit mit seinen Eltern, vor allem seinem Vater, eine Zeit die für ihn sehr glücklich war. Speziell sind es Erinnerungen an Dinge, die sie für gewöhnlich im Laufe dieses Monats erlebt haben. Seit dem Johnsey jedoch vollständig auf sich allein gestellt ist, dominieren quälende Gedanken des Selbstzweifels und -hasses. Für ihn gibt es keinen Sinn mehr im Leben. Er fühlt sich als Parasit und abstoßender Mensch. Das ändert sich, nachdem ihm Gewalt angetan wird. Er landet im Krankenhaus und lernt zum ersten Mal sowas wie Freundschaft kennen. Und wie die Liebe, denn die Liebe zu einer Frau erfüllt sein Herz. Auch das Selbstbewusstsein scheint sich zu stärken. In seiner Einfachheit schafft es Johnsey nun immer wieder negative Situationen in etwas Positives zu wandeln. Worin man nun auch bestärkt wird: Johnsey ist keineswegs dumm, oft überraschen seine Gedanken in dieser Hinsicht! Johnsey fängt sogar an, so etwas wie ein glückliches Leben zu führen. Der Glaube an Gott und an seine Eltern im Himmel, hält ihn davon ab dem Lauf der Zeit zu folgen und lässt ihn zeitlos und recht zufrieden leben. Doch die Sonne scheint nicht ewig und die Dinge ändern sich. Macht und Geldgier überschwemmen das Dorf massiv und Lügen verbreiten sich in Windeseile. Rache findet ihren Weg, Freundschaft und Liebe führen Kleinkrieg, Druck macht sich breit. Nach einer filmreifen Szene endet das Buch und lässt einen melancholisch und traurig zurück. Fazit: Es handelt sich sicher um kein besonders spektakuläres Buch mit viel Action. Es ist eher ein seichtes Dahindenken, da man Zuschauer von Johnseys Leben in seinen Gedanken ist. Es ist ein Buch der tiefen Gefühle, Gefühle wie Schrecken, Traurigkeit, Freude, Wut und Entsetzen. Am Ende bleibt man sprachlos zurück und fragt sich, ob Johnsey irgendwo hätte abbiegen sollen. Für mich war es ein Buch mit Tiefgang, ein Buch, das mich zum Nachdenken angeregt hat. Ein Buch mit Charakter, das man nicht einfach weglegt und vergisst. Es ist ein Buch, das man weiter empfiehlt, ohne auch nur den Hauch von Schamgefühl spüren zu müssen, ob eventueller Trivialität des Inhaltes.

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  • Ein ganzes Jahr - ein ganzes Leben

    Die Sache mit dem Dezember
    Lilli33

    Lilli33

    10. April 2015 um 21:09

    Inhalt: Johnsey Cunliffe ist anders als andere Menschen, etwas langsam im Denken und ungeübt im Umgang mit anderen. Er lebt in einem Dorf in Irland auf dem elterlichen Bauernhof. Solange diese noch lebten, war Johnseys Leben zwar von Mobbing geprägt, aber auch von der Liebe seiner Eltern. Nach deren Tod ist er auf sich allein gestellt. Als ein Konzern sein Land kaufen will, um zu bauen, weigert sich Johnsey, das Land seiner Vorfahren zu verkaufen. Damit zieht er sich den Zorn der übrigen Bewohner zu, die sich selbst Reichtum erhofften. Meine Meinung: Donal Ryan zeichnet mit leisen Worten ein dramatisches Porträt eines jungen Mannes, der anders ist. Johnsey Cutliffe kann nicht gut mit Worten umgehen. Er vermeidet den Umgang mit seinen Mitmenschen und will am liebsten nur seine Ruhe haben. Von Kindheit an wurde er von seinen Mitschülern immer nur gepiesackt und schikaniert. Er ist aber auch ein geborenes Opfer, das sich nie wehrt. Lieber zieht er sich in sich selbst zurück und denkt darüber nach, sich umzubringen. Doch auch dazu fehlt ihm der Elan. Mir war Johnsey von Anfang an sympathisch. Ich mochte seine ruhige Art, ich verstand seine Handlungsweisen. Und ich hatte auch Mitleid mit ihm. Er, der keiner Fliege etwas zuleide tun kann, wird von den meisten Leuten verachtet und angefeindet, nur weil er sich nicht wehrt, nicht argumentiert. Als Leser erlebt man die Geschichte aus Johnseys Sicht. Es wird zwar in der 3. Person erzählt, aber eben ganz nah am Protagonisten. Wir dürfen an seinen tiefsten Gedanken teilhaben. Das ist einerseits toll, weil man Johnsey so sehr nahekommt und ihn gut kennenlernt, andererseits ist seine kindlich-naive Art auf Dauer aber auch ein wenig anstrengend. Schön sind wiederum seine philosophisch anmutenden Betrachtungen des Lebens und des Miteinanders. Dass die wörtliche Rede, die sowieso nur ganz spärlich vorkommt, ohne Anführungszeichen steht und einfach in den Text einfließt, erfordert eine gewisse Konzentration beim Lesen, passt aber sehr gut zu Johnseys Art. Denn er spricht ja nicht viel. So begleiten wir Johnsey durch ein ganzes Jahr, zwölf Kapitel von Januar bis Dezember. Wir erfahren, wie es früher, als die Eltern noch lebten, in den jeweiligen Monaten zuging, welche Arbeiten auf dem Hof anfielen, welche Rituale es in der Familie gab. Dann wird übergeleitet zu dem jeweiligen Monat im aktuellen Jahr, zu Johnseys neuesten Erlebnissen und Erfahrungen. Diese Art der Erzählung hat mir sehr gut gefallen, ergibt sich doch so insgesamt ein dichtes Bild von Johnseys Leben und Entwicklung. Man sollte sich für dieses Buch etwas Zeit nehmen, über das Gelesene nachdenken und es wirken lassen - und sich immer wieder von der melancholisch-betrüblichen Stimmung erholen.

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  • Die Kunst des Lebens...

    Die Sache mit dem Dezember
    parden

    parden

    DIE KUNST DES LEBENS... In einer Kleinstadt in Irland soll die Investition eines riesigen Konzerns alle Bewohner zu Millionären machen. Wenn da nicht Johnsey Cunliffe wäre, der seltsame und stille Johnsey, der kaum je ein Wort sagt. Die Farm seiner kürzlich verstorbenen Eltern ist das Kernstück des geplanten Bauprojekts. Gerade als sich ihm das Glück zuwendet, wird Johnsey von allen Seiten unter Druck gesetzt. Er soll verkaufen. Doch genau das will er nicht. "Leute wie Johnsey, die kaum einen Satz herausbekamen, ohne einen hochroten Kopf zu bekommen und ohne dass ihr Gehirn aus Protest die Arbeit niederlegte, hatten doch keine Chance gegen Leute, die Wörter derart in eine Reihenfolge bringen konnten, dass sie eine stabile Mauer ergaben, von Widerreden unmöglich zu erklimmen." (S. 177 f.) Johnsey Cunliffe ist ein schweigsamer junger Mann, der sehr zurückgezogen lebt und dem die Menschen Angst machen. Nach dem Tod beider Eltern lebt er alleine auf dem alten Bauernhof, ohne Vieh, das Land verpachtet, und arbeitet aus Gewohnheit weiter in dem Laden des Dorfes, unterbezahlt, wie er wohl weiß, aber im Grunde zufrieden. Ihm fällt es schwer, Worte zu einem geraden Satz zusammenzufügen, und deshalb schweigt er meistens. Dabei wirkt er einfältig auf die anderen Dorfbewohner, Mitleid und Verachtung für ihn halten sich die Waage. Johnsey hat selbst keine hohe Meinung von sich, wundert sich fast, wie seine Eltern ihn hatten lieben können. Dabei ist Johnsey ein Mensch, der keiner Fliege etwas zuleide tut, der niemandem im Weg stehen will, der noch nicht einmal wirkliche Träume hat - er will einfach nur in Ruhe gelassen werden. Doch wie so oft, sind gerade solche Menschen leicht das Opfer von gelangweilten, frustrierten Jugendlichen. Hohn und Spott sind noch das mindeste, dem Johnsey oft auf seinem Heimweg ausgesetzt ist, Schubsen, Bestehlen und Schlagen muss er auch immer wieder erdulden. Und er erduldet. Wortlos. Sprachlos. Wehrlos. Und eines Tages wird er derart zusammengeschlagen, dass es ein Wunder ist, dass er überlebt. Doch so ist es - und damit beginnt unerwartet ein Wandel in seinem Leben. "Was war eine Lüge überhaupt? Musste man wissen, dass etwas nicht der Wahrheit entsprach, oder reichte es aus, sich einfach nicht um Wahrheit oder Unwahrheit zu scheren, damit es eine Lüge wurde? Und log man, wenn das, was man sagte, nicht wahr war, man aber glaubte, es wäre wahr?" (S. 178) Im Krankenhaus freundet sich Johnsey mit seinem Bettnachbarn an, Nuschel-Dave, der ihn schließlich auch zu Hause besucht. Und auch die Krankenschwester Siobhán hält über den Krankenhausaufenthalt hinaus Kontakt zu Johnsey. Zum ersten Mal in seinem Leben hat er Freunde. Und zum ersten Mal versucht er herauszufinden, wie das wirklich geht: das Leben. Und auch, wenn er immer noch nicht wirklich aus seiner Schweigsamkeit herausfindet - es fühlt sich gut an, so viele neue Erfahrungen machen zu können. Da kommt es gar nicht recht, dass ständig Leute an ihn herantreten, die ihn überreden wollen, sein Land an einen Konzern zu verkaufen, der die Zukunft des Ortes sichern soll: Arbeitsplätze, steigende Einwohnerzahlen, Wohlstand für alle. Doch Johnsey will das Land gar nicht verkaufen. Das Land, auf dem sein Vater sich krumm geschuftet hat, für das er gelebt hat, das er seinem Sohn vermacht hat. Johnsey nennt keine Argumente - er schweigt. Ob das reichen wird, um die fordernden Stimmen zum Verstummen zu bringen? "Er fühlte jede Sekunde von der Uhr über dem Schrank tropfen und auf seinem Kopf landen. Man musste das Gehirn manchmal austricksen, um es von den Tropfen abzulenken, sonst wurden sie zu Hammerschlägen..." (S. 66) Kennt nicht jeder von uns so einen Typ, so ein geborenes Opfer? Jemanden, dem die Dinge einfach passieren, der dem nichts entgegenzusetzen hat? Und hat sich einer von uns schon einmal die Mühe gemacht, sich in so jemanden hineinzuversetzen? Nun, Donal Ryan hat es mit diesem Buch getan. Aus der Perspektive Johnsey Cunliffes werden die Geschehnisse geschildert, einerseits ganz nahe, weil auch die Gedankenwelt Jonseys darin eingeschlossen ist - eine sehr lebendige Gedankenwelt, die seine sonstige Sprachlosigkeit Lügen straft -, andererseits aber auch distanziert, weil durch die Er-Perspektive und die komplett fehlende wörtliche Rede eine rein beschreibende Ebene eingehalten wird. Ein kleines menschliches Drama hat uns Donal Ryan hier beschert, erzählt in zwölf Kapiteln, von Januar bis Dezember. Zu Beginn jedes Kapitels erfolgt in Retrospektive ein Einblick in die Geschehnisse von Johnseys Kindheit, in das Leben auf dem Bauernhof, das von den Jahreszeiten geprägt war. Und diese Rückblicke machen deutlich, wie behütet Johnsey damals war, als seine Eltern noch für ihn da waren. Und so wie sich die Jahreszeiten wandeln im Fluss der Zeit, wandelt sich auch Johnnys Leben im Verlauf des geschilderten Jahres. Der Krankenhausaufenthalt ein Wendepunkt - doch ein Wendepunkt wohin? Traurig, bitter, zynisch, komisch und zuweilen philosophisch - eine wortgewaltige Erzählung mit vielen Nuancen und einem unerwarteten Tiefgang erwartet den Leser. Einfühlsam und authentisch schildert Donal Ryan das Schicksal Johnseys - ein beeindruckendes Buch! © Parden

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    • 12
  • Die Geschichte von Johnsey Cunliffe

    Die Sache mit dem Dezember
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    Johnsey Cunliffe ist anders als die anderen Jugendlichen in der irischen Kleinstadt. Er ist dicklich, schweigsam, langsam, auch im Denken. Als Johnsey noch klein war, lebte er ziemlich glücklich mit seinen Eltern auf der Farm. Die Jungen des Ortes spielten noch mit ihm, alles war gut. Doch dann starb sein Vater und auch wenn die patente Mutter versuchte, das Leben so gut wie möglich zu managen, im Dorf begann das Gerede. Dann kam die gnadenlose Zeit der Heranwachsenden, Johnsey wurde zum Außenseiter, verspottet, gequält, verachtet. Auch Johnsey selbst mag sich nicht. Sieht in sich nur den dicken Hornochsen, der zu nichts wirklich taugt. Als auch noch seine Mutter stirbt, erscheint der Selbstmord in der Scheune eine mögliche Alternative. Dabei sieht er seine Lage ganz lakonisch, Selbstmitleid oder Jammern ist seine Sache nicht. Er nimmt die Dinge hin wie sie sind, verkriecht sich vielleicht noch ein wenig mehr. Zum Glück muss er von dem Handlangerjob im örtlichen Lebensmittelladen nicht leben, kann er doch von den Pachteinkünften, die ihm seine Eltern hinterlassen haben gut auskommen. Auch kümmern sich alte Freunde seiner Eltern hin und wieder rührend um ihn. Gerüchte werden laut. Ein großes Bauprojekt soll den Ort reich machen. Johnsey möchte sich nicht von seinem Land trennen, dem Letzten was ihm noch aus der guten Zeit mit seinen Eltern bleibt. Doch die Gerüchte sagen, er will nur mehr Geld herausschlagen. Die Stimmung wird feindselig gegenüber dem vorher eher mitleidig beobachteten Jungen. Eines Tages wird er schwer zusammengeschlagen, ein langer Aufenthalt im Krankenhaus ist die Folge. Hier erfährt er seit langem wieder ein wenig Geborgenheit. Die Krankenschwester mit der schönen Stimme, sein Bettnachbar Nuschel-Dave werden so etwas wie Freunde, auch nach der Entlassung. Doch Johnseys Geschichte soll nicht gut enden... Erzählt wird alles aus der Sicht Johnseys, den wir über ein ganzes Jahr, von Januar bis Dezember begleiten. Dabei wird seine eher beschränkte Wahrnehmungsweise gekonnt getroffen, auch wenn der Erzähler in der dritten Person bleibt und auch eine gewisse Distanz wahrt.Trotzdem schaut der Leser ganz tief in den einsamen, von Selbstzweifeln und Mutlosigkeit befallenen Jungen hinein, schöpft Hoffnung, resigniert, ist manchmal verwundert und verzaubert von den tiefen Wahrheiten, die dieser äußert. Er möchte ihm am Liebsten sagen: Du bist etwas wert, du bist liebenswert. Aber dieses Buch kann nicht gut enden. Ein halbwegs offener Schluss ist das einzige Zugeständnis an die Gefühle des Lesers. Dabei kommt das Buch nicht durchweg düster daher, hat sogar einen ganz eigenen Witz. Aber tieftraurig ist sie schon, die Geschichte von Johnsey Cunliffe.

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    • 2
  • Zwölf Monate

    Die Sache mit dem Dezember
    MissStrawberry

    MissStrawberry

    03. April 2015 um 15:15

    Johnsey Cullen lebt seit seiner Kindheit damit, dass er von allen als dummer, zurückgebliebener Hornochse abgestempelt wird. Entsprechend ist seine Meinung von sich selbst – sehr gering. Dabei ist Johnsey ein liebenswerter junger Mann Mitte zwanzig, der seinem Job nachgeht, obwohl er dort unter Mindestlohn bezahlt wird und sich nach dem Tod seines Vaters auch um die Mutter kümmert. Johnsey denkt viel über sich selbst und die Welt nach und diese Gedanken sind – so traurig sie meist sind – auch manchmal lustig, aber immer sehr treffend und fast immer schon recht philosophisch. Sehr viele Anspielungen versteht Johnsey nicht. Die Dörfler halten ihn für einen Gierhals und erzählen ständig, dass er steinreich ist, aber Johnsey weiß davon nichts. Licht ins Dunkel kommt erst, als Johnsey längere Zeit im Krankenhaus verbringen muss und sich dort mit einer Krankenschwester und Nuschel-Dave anfreundet. Doch Glück und Leid liegen oft sehr nah beieinander ... Donal Ryan hat mit „Die Sache mit dem Dezember“ ein wunderschönes, aber auch tieftrauriges Buch geschrieben, das beim Lesen schon in einem arbeitet und auch sehr lange sehr stark nachhallt. Der Stil ist – zumindest für mich – neu und gewöhnungsbedürftig: kein einziger Satz ist in direkter Rede. Es wird quasi immer erzählt, was die einzelnen Protagonisten gesagt haben. Das liest sich ein wenig seltsam, aber es passt perfekt zu der Story. Johnseys Ansichten über das Leben im Allgemeinen und sein Leben im Speziellen sind traurig-schön und voller Philosophie. Man möchte sich so gern zu ihm setzen und ihm zuhören und ihm sagen, was für ein wundervoller Mensch er doch ist. Im Stil eines Monatskalenders werden die Ereignisse, die wie eine Perlenschnur aufeinandergereiht ablaufen, in zwölf Kapiteln von Januar bis Dezember erzählt. Alles passt logisch ineinander, auch wenn man sich vieles ganz anders gewünscht hätte. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen, auch wenn ich immer wieder so traurig beim Lesen wurde. Für mich ein Highlight dieses Lesejahres, auch wenn wir noch im ersten Drittel sind. Deshalb von mir trotz aller Traurigkeit fünf Sterne!

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  • John Cunliffs Jahr.

    Die Sache mit dem Dezember
    Iudas

    Iudas

    27. February 2015 um 16:11

    Worte sind wie Feinde. Jedenfalls für den jungen John »Johnsey« Cunliffe, der zusammen mit seiner Mutter in einem irischen Dorf auf einem Bauernhof lebt. Für ihn, der von Beginn seines Lebens an eine leichte geistige Behinderung hat, ist das Dasein nicht immer einfach. Gehänselt von seinen Altersgenossen und gequält von seinen eigenen Gedanken, die von ihm oft nicht in logische Reihenfolge gebracht und verbalisiert werden können, versucht er, sein Leben zu regeln. Doch nachdem vor einiger Zeit sein Vater an Krebs erkrankte und starb, liegt auch seine Mutter eines Tages im Februar tot im Haus. Und nun muß sich Johnsey allein behaupten, doch als dem Dorf ein großes Bauprojekt mit willkommenen Investitionen bevorsteht und gerade er mit dem Bauernhof Land besitzt, das hoch gehandelt wird, gerät er in einen Strudel, in dem er sich nicht mehr zu helfen weiß und mehr und mehr den Blick für die Realität verliert. Wie kann ein Roman werden, in dem die Hauptperson nicht in der Lage ist, sein Gedanken zu ordnen und auszusprechen; in dem er Schwierigkeiten hat, mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten und der sein schützendes, aber auch langsam verfallendes Heim nur selten verläßt? Er wird gut. Und er wird authentisch. Mit John Cunliffe begegnet dem Leser in Donal Ryans Roman »Die Sache mit dem Dezember« (Diogenes) ein Charakter, der einem Einblicke in seine Gedankenwelt gibt und authentisch daherkommt. Gerade durch die sehr personale Erzählweise gewinnt Cunliffe mehr und mehr an Kontur und auch der Erzählung nützt diese Perspektive hier doch sehr, denn man ist immer auf die Einschätzungen, Beobachtungen und Erinnerungen des Protagonisten angewiesen, die situationsabhängig einfließen und im ersten Moment auch wirr wirken können, doch gerade das ist auch ein interessanter Aspekt der Erzählung, denn schnell wird klar, daß man sich durch die Gedankenwelt Johnseys zu schnell in die Irre führen lassen kann und erst Irrtümer erkennen muß. Er stellt sich als charakterlich sehr instabile Person heraus, die sich als dümmer darstellen mag als sie in Wirklichkeit ist, die aber durch ihre soziale Schwächen keinen Weg der Integration findet und so den Weg der selbstgewählten Isolation geht. Aber genau das ist die Konsequenz aus der Summe all der Rückschläge, Verluste und Verleumdungen, die er in seinem Leben erfahren mußte. Und so ist Johnsey wie aus dem Leben gegriffen, ein Charakter, der so sicherlich in dem einen oder anderen Dorf lebt und um dessen innere Gefühlswelt sich nur wenige Menschen Gedanken machen dürften. Leider ist das nicht immer zu hundert Prozent überzeugend, wenn Johnsey mit Begriffen wie Zyklop zurechtkommt, aber wiederum an Pupillen (für ihn Puh-Pillen) scheitert oder sich zusammen mit seinem Freund fragt, was wohl Arroganz sei. Fehlende Bildung kann man aber dem Großteil der Figuren attestieren. Besonders zum Ende wird man leider ein paar Mal gezwungen, die personale Sichtweise mit einer Außensicht auf Johnsey auszutauschen – nicht vonnöten und es zerstört auch die Atmosphäre, die sich bis dahin aufbauen konnte und die essentiell für das turbulente und dramatische Ende ist. Besonders spannend ist die Darstellung des Dorfes und Dorflebens, dessen angebliche Idylle der Leser auch nie verläßt – so wie auch Johnsey es nie wirklich verlassen kann. Wenn es anfänglich noch wie eine große Gemeinschaft erscheint, in der auch Johnsey, trotz der aggressiven Attacken einiger Halbstarker, integriert ist, zerbricht diese Illusion mit fortschreitender Erzählung und dem Leser wird auf ironisch-dramatische Weise deutlich vor Augen gefühlt, wie hinterlistig und verlogen die Bewohner doch sind und auch wie niedrig die Hemmschwelle bei ihnen ist, für Geld ihre sowieso schon wenigen Ideale mit Füßen zu treten. Gerade Johnseys naive Sichtweise auf die Dinge und seine von Monat zu Monat ausgereiftere Emanzipation lassen auch einige amüsante Blicke darauf zu, doch im Gesamtbild ergibt sich eine bittere Wahrheit hinter der süßen Dörflerfassade. Und der von der Gemeinschaft belächelte und spätere ausgestoßene Sonderling deckt es auf, ist aber durch seine mangelnde Kompetenz nicht in der Lage, dagegen anzukämpfen und seine Position aktiv zu behaupten. Für den Leser werden die ironischen Spiegelungen aber schnell deutlich und man kann authentische, lebensnahe Einblicke in das Verhalten einer solchen Gemeinschaft erhalten, wie sie nicht nur in einem irischen Dorf an der Tagesordnung sein können. Dramaturgisch reizvoll ist aber gerade dadurch auch die seelische Wandlung, die Johnsey durchmacht, zu betrachten. Vom Papasöhnchen (seinen Vater nennt er immer liebevoll Daddy), der für Johnsey immer die Leitfigur war und von dessen Urteil er sich nie lösen konnte, mausert er sich zur eigenständigen Figur, die bemüht ist, sich gegen den Druck seiner Umwelt zur Wehr zu setzen. Daß seine Bemühungen schlußendlich durch sein Antihelden-Dasein aber in einer Katastrophe gipfeln werden, ist absehbar. Der Roman schildert ein ganzes Jahr in Johnseys Lebens – wohl das ergreifendste Jahr in seinem Leben. So ist es in zwölf Monatskapitel untergliedert und jedes Kapitel strukturell auch gleich aufgebaut. Man merkt man schnell, daß Johnseys Sprachschatz zwar nicht gerade umfassend ist und daß Dinge, die er nicht kennt, gern so geschrieben werden, wie er sie hört. So kann man Sätze wie »Sein Hahn-Leiter hatte sich entzündet. Das war das Ding in seinem Zipfel. Irgendwie hatten Back-Terrier den Weg durch seinen Blasentäter gefunden« (S. 123) finden. Das setzt beim Leser eine gewisse Fantasie voraus, um zu erraten, wovon jetzt wirklich die Rede ist, aber es ist keine Verständnishürde. Viel spannender sind aber Metaphern, die oftmals auch sich weit von gängigen Wortbildern entfernen und nicht selten komisch und entfremdend auf dem Leser wirken: »Trotzdem ging Johnsey mit Eugene Penrose und dem kleinen Mickey Farrell mit den Schlitzaugen […] hinüber zum Denkmal, wo alle coolen Jungs standen und ein paar Mädchen so taten, als wären sie angewidert von den coolen Jungs, aber man konnte sehen, dass es nicht so war, und ein paar nervös wirkende Hirnis standen daneben, wie alte, zerkochte Brokkoli-Röschen neben einem Teller Steak mit Pommes.« (S. 22) Aber auch die eine oder andere philosophische Fragestellung wird aufgeworfen und der Leser durch Johnseys naive, überraschend direkte Art wird dazu angeregt, seine Gedankenfetzen aufzunehmen und für ihn weiterzudenken. Fragen über das Wesen des Menschen, Leben und Tod und – sehr interessant – Gedanken über das Wesen der Wahrheit (da war ich geneigt, an einen mir sehr liebgewonnenen Ausspruch aus der TV-Serie Akte X zu denken: »Es gibt so viele Wahrheiten, wie Menschen, die darüber berichten«) lassen sich in dem Roman finden. Dagegen empfand ich Johnseys Betrachtungen des eigenen Körpers oft als zu plump und redundant, da war mir doch einmal zuviel des Zipfels und der Masturbation im Spiel. Das möchte ich aber auch nicht zur Gänze negativ sehen, denn es paßt in das gesamte Umfeld, in dem Ästhetik und Schönheitsempfinden keinen Platz finden darf. Im Gesamten ist »Die Sache mit dem Dezember« kein Wohlfühlbuch, keine Lektüre für stille Ästheten, aber um so mehr für Realisten, die sich auch gern mit der doch weit schmutzigeren Realität auseinandersetzen, dabei aber auch nicht den Sinn für Humor und Sarkasmus außer acht lassen wollen. Es ist aber auch eines, von dem man erst nicht weiß, was einen erwartet, das gern überrascht und beim Leser auch Spuren hinterläßt. Ja, es war ein gutes Buch.

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