Donald Antrim Die hundert Brüder

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(2)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die hundert Brüder“ von Donald Antrim

99 Brüder zwischen 20 und 90 (der hundertste kann nicht) haben sich in der Bibliothek ihres verstorbenen Vaters versammelt, um bei einer leichten Mahlzeit die Vergangenheit zu begraben und des Weiteren zu erörtern, wo denn wohl die verschollene Urne ihres Erzeugers abgeblieben sein könnte. Unweigerlich werden alte Streitereien und Rivalitäten wiederbelebt, es kommt zu Unfällen, Gewalt bricht sich Bahn, kein Wunder bei so vielen Männern. Der Plot ist ziemlich zweitrangig in diesem so ungewöhnlichen wie komischen Roman. Aber natürlich spricht Antrim in seinem exzentrischen Buch über sehr vieles, was für reale Familien genauso gilt.

Harte, absurde, wahre, wahnwitzige außergewöhnliche Kost. Genial nicht verpassen. Muße mitbringen.

— thursdaynext
thursdaynext

Stöbern in Romane

Pirasol

Die Autorin besticht auch in diesem Roman wieder mit herrlicher Poesie und wunderschönen eigenen Wortschöpfungen.

buecher-bea

Der Frauenchor von Chilbury

Mit "Der Frauenchor von Chilburg" ist Jennifer Ryan ein gefühlvoller, abwechslungsreicher Roman gelungen.

milkysilvermoon

Sommerkind

Emotional aufwühlend, tiefgründig, traurig und hoffnungsvoll...

Svanvithe

Underground Railroad

Hier wird fündig, wer wissen will, wie das Böse seit Jahrhunderten in Köpfen und Herzen der Menschen überleben konnte.

Polly16

Der Sommer der Inselschwestern

Eine wunderschöne und dramatische Geschichte über drei Frauen, ihr Leben und ihrer Freundschaft.

AmyJBrown

Die Großmächtigen

Ein außergewöhnlicher Roman, der mich beeindruckt hat

Curin

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Entdeckungs- und Erweckungslektüre für Leser die das Besondere schätzen.

    Die hundert Brüder
    thursdaynext

    thursdaynext

    Donald Antrim erschafft Charaktere für das Gedankenkopfkino , sie sind nicht sympathisch, sie sind zerrissen, sich selbst gegenüber unehrlich und sie entlarven sich selbst während sie über andere erzählen und sich beschreiben. So wie es eben auch entlarvend ist, was man selbst über andere Menschen denkt , wenn man denn befähigt ist seinen inneren Gedanken die die Handlungen beeinflussen zu zuhören , ja, sie zu ertragen und möglichst objektiv, soweit das in der Subjektivität überhaupt möglich ist damit umzugehen. Antrim ist für mich der Großmeister der inneren Stimme. „Das Problem, eine Person zu beschreiben, ist im wesentlichen identisch mit dem Problem eine Person zu kennen. Eines der traurigsten Charakteristika der meisten engen Beziehungen ist das verschwinden von Vertrautheit und Nähe, bedingt durch Zeit, Hektik und all die kleinen Missverständnisse, wie sie zwischen Individuen zwangsläufig vorkommen und die sie über Jahre hinweg zu den immer gleichen leidigen Endergebnissen führen. : Gespräche verstummen, bei Freundschaften zerbrechen. Nach dieser Feststellung sei mir gestattet einzuräumen, dass es sich meinem Bruder Hiram um ein unglaubliches Arschloch handelt. Er ist schlicht und einfach ein absoluter Scheißkerl.“ Hier treffen Absurdität, Witz, Geist und Spielfreude aufeinander. Spritzig, wenn auch teils prätentiös (doch das muss man aushalten gehört zum „Spiel“) seziert Antrim Menschen. Legt bloß was sonst im Verborgenen bleibt. Beleuchtet das Leben, Menschheit und Gesellschaft auf absurde, skurrile, aber deswegen nicht weniger wahrhaftige Art. Unheimlich vertraut und doch so gänzlich anders sind seine Figuren die er in einer eigens dafür gestalteten kleinen Welt zu Königen und Bettlern derselben macht. Als Leser ist man im einen Moment hingerissen, im nächsten schockiert, überrascht, angewidert und begeistert. Saugt das, hervorragend, Geschriebene auf, verliert sich in seinen eigenen Gedanken um dann wieder einzutauchen in die seltsame Welt des Donald Antrim, die unserer eigenen doch immer wieder gleicht. Ein Freund meinte kürzlich wir hätten alle unsere eigenen kleinen Welten um glücklich zu sein. Happy little worlds , die sich - Erfüllung der Grundbedürfnisse vorausgesetzt - durchaus sehr voneinander unterscheiden .... Das Universum des Donald Antrim ist ein Universum der Egoisten und Narzißten, bevölkert von armseligen Kreaturen die zwar intellektuell entwickelt sind , doch es gilt immer : „Erst kommt das Fressen und dann die Moral“ wobei der Moralbegriff immer sehr dehnbar ist und Ausreden, schnell bei der Hand. Der Darwinismus scheint Antrims "Bibel" zu sein. Er zeichnet das Bild einer Gesllschaft die Wachstum und Profit vor alles andere gestellt hat. Gleichzeitig legt er den Finger auf die Wunden, offenbart die Verletzlichkeit aller, die Zerstörung der Welt die wir alle betreiben und, wie im Falle des Erzählers Doug, dessen Schwachstellen. Großartige Literatur und Lesevergnügen, wobei ich schätze, dass sich die Geschmäcker hier teilen. Antrim kann man lieben oder hassen. Kalt lässt er wohl niemanden. Klare Leseempfehlung für Menschen die das Besondere suchen und goutieren. Ob und wie es euch gefällt ? Von mir 3 Dodos und Lesehighligtanwärter 2016 auch wenn es mehrere Pausen brauchte bis das eigentlich recht dünne Werk bewältigt war. Eine andere und wie ich finde bessere Sichtweise auf 100 Brüder ist hier zu finden: dieser Besprechung bin ich verfallen und kam so auf das Buch. Danke an bookster HRO

    Mehr
    • 3