Donald Ray Pollock

 4,1 Sterne bei 154 Bewertungen
Autor von Das Handwerk des Teufels, Knockemstiff und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Donald Ray Pollock

Donald Ray Pollock, geboren 1954, wuchs im US-Bundesstaat Ohio auf. Mit siebzehn Jahren brach er die Highschool ab und nahm einen Job in einer Fleischfabrik an. Danach arbeitete er über dreißig Jahre in einer Papiermühle, zumeist als Lastwagenfahrer. Ende der achtziger Jahre holte er in Abendkursen seinen Schulabschluss nach und schrieb sich an der Ohio State University ein. 2008 erschien sein literarisches Debüt, der von der amerikanischen Presse gefeierte Erzählband »Knockemstiff«. Donald Ray Pollock lebt mit seiner Frau in Chillicothe, Ohio.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Donald Ray Pollock

Cover des Buches Das Handwerk des Teufels (ISBN: 9783453436923)

Das Handwerk des Teufels

 (94)
Erschienen am 12.08.2013
Cover des Buches Knockemstiff (ISBN: 9783954380145)

Knockemstiff

 (37)
Erschienen am 24.06.2013
Cover des Buches Die himmlische Tafel (ISBN: 9783453677159)

Die himmlische Tafel

 (22)
Erschienen am 12.02.2018
Cover des Buches Knockemstiff (ISBN: 9780099520979)

Knockemstiff

 (1)
Erschienen am 02.07.2009
Cover des Buches Le diable, tout le temps (ISBN: 9782253175889)

Le diable, tout le temps

 (0)
Erschienen am 05.01.2014
Cover des Buches The Devil All the Time (ISBN: 9780307744869)

The Devil All the Time

 (0)
Erschienen am 26.06.2012

Neue Rezensionen zu Donald Ray Pollock

Cover des Buches Das Handwerk des Teufels (ISBN: 9783453436923)C

Rezension zu "Das Handwerk des Teufels" von Donald Ray Pollock

Unbarmherzige Charaktere, tolle Schreibe
Charleavor 4 Monaten

Das Jahr hat literarisch interessant begonnen - mit dem "Handwerk des Teufels" - einer Empfehlung meiner Freundin. Sie hatte erst kurz vorher den Film gesehen und sich dann das Buch geholt. Nachdem sie es dann in einer Nacht durchgeschmökert hatte, hatte ich es mir dann kurzerhand auch bestellt und gelesen.


Zunächst einmal mag ich die gnadenlos kalte, nüchterne Sprache des Autors und hatte das Gefühl, dass ich nur ein wenig in meinem Gedächtnis graben muss, um mich andere ebenfalls amerikanische Autoren zu erinnern. Ist das ein typisch amerikanisches Buch? Nun, zumindest werde ich diesen Gedanken mal weiterverfolgen.


Ich würde nicht behaupten, dass es nur einen oder zwei Protagonisten gibt. Mit Knockemstiff als Zentrum werden verschiedene Lebenswege betrachtet, die entweder ihren Anfang, eine Station oder ihre Ende dort finden. Der Titel "Das Handwerk des Teufels" (engl. The devil all the time) ist dabei sehr interessant und auch durchaus treffend, erklärt sich aber erst beim bzw. nach dem Auslesend es Buches.

Kurzerhand habe ich mir auch schon die beiden anderen Bände, die ebenfalls zur Knockemstiff-Trilogie gehören, bestellt und denke, dass ich sie ebenso schnell durchschmökern werde.

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Cover des Buches Das Handwerk des Teufels (ISBN: 9783453436923)A

Rezension zu "Das Handwerk des Teufels" von Donald Ray Pollock

Eine sehr düstere Geschichte
AntonWdNvor 7 Monaten

Religiöse Spinner und scheinheilige Gauner, ein psychopathischer Fotograf und seine kaum minderverrückte Frau, Polizisten, die entweder korrupt oder dämlich sind. Und dazwischen Arvin Russel, die Hauptfigur der Geschichte.

Einige interessante Lebenswege werden geschildert. Aberglaube und tiefe Religiosität stehen direkt nebeneinander. Über allem steht der Hang zur Brutalität, der selbst die schlimmsten Gewalttaten allmählich als fast normal für diese Welt erscheinen läßt. 

Mir persönlich ist diese Welt zu düster, zu dreckig, zu verkommen und hoffnungslos. Mir tut der Autor, der das zu Papier gebracht hat, beinahe leid. Was für ein Leben hat er wohl geführt, dass es ihn danach gedrängt hat, diesen Roman zu schreiben?


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Cover des Buches Das Handwerk des Teufels (ISBN: 9783935890854)C

Rezension zu "Das Handwerk des Teufels" von Donald Ray Pollock

Das allgegenwärtige Böse
chumavor 9 Monaten

Ohio, 1945: Der Kriegsveteran Willard Russell kehrt aus dem Einsatz zurück und verliebt sich in die junge Kellnerin Charlotte. Die beiden heiraten und bekommen einen Sohn. Willard, der nach den Kriegserlebnissen schwer traumatisiert ist, findet sein Heil in diesem Familienglück aber auch in seinem Gottglauben. Im Wald errichtet er eine Art offenes »Gotteshaus« nur für sich und seinen Sohn Arvin. Dieser fügt sich dem Willen seines Vaters, steigert sich aber im Gegensatz zu ihm nicht in eine überbordende Frömmigkeit hinein. Und dann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu: Charlotte erkrankt unheilbar an Krebs. Willard ist verzweifelt, glaubt aber fest daran, dass seine Frau von Gott gerettet wird, wenn er und Arvin nur genug beten. Als das nicht reicht, bringt er Blutopfer dar, zunächst nur überfahrene Tiere, dann Streuner. Das Wunder bleibt aus.

In den Folgejahren wächst Arvin bei seiner Großmutter in Coal Creek, West Virginia auf. Gemeinsam mit deren Ziehtochter Leonora. Deren Mutter wird vermisst, der Vater, ein fanatischer Wanderprediger, ist seither spurlos verschwunden. Das Mädchen ist gottesfürchtig und gutgläubig, was vom neuen Gemeindepfarrer böswillig ausgenutzt wird. Zu spät erkennt Arvin, in welcher Not sich seine Stiefschwester befindet und beschließt, Rache an dem Pfarrer zu üben. Dann flieht er zurück an den Ort seiner Kindheit und unterwegs begegnet er erneut dem Bösen.

Donald Ray Pollock wurde selbst im Jahre 1954 in Knockemstiff, Ohio geboren. Ihm gelingt es wunderbar, den Zeitgeist der 1950/1960er in seinem hardboiled Roman einzufangen. Das Leben und der Glaube der einfachen Leute auf dem Land bildet den Hintergrund seiner Geschichte. Junge Männer, die aus dem Krieg kommen, nach Arbeit suchen und ihre Traumata weiter mit sich herumschleppen. Religiöser Wahn, Knochenjobs und wenig Bildung prägen nicht selten die Menschen der Region.

Gekonnt verwebt der Autor drei Handlungsstränge miteinander, erzählt sie zunächst zeitlich versetzt und lässt sie am Ende zusammenlaufen. Die Wege der Figuren kreuzen sich auf die ein oder andere Art und es ist fast prophetisch wie sie es tun. Pollock schafft von Anfang an eine düstere Atmosphäre, die Figuren sind allesamt tragisch, die Geschichte verzweifelt. Und doch ist man von der ersten Seite an gefesselt, taucht tief hinein und gerät in einen Strudel der Spannung, dem man nicht entrinnen kann.

Seine Charaktere zeichnet Pollock grandios. Sie alle sind authentisch, auch wenn einige von ihnen überspitzt dargestellt werden und keiner frei von Schuld ist. Selbst Arvin, mit dem man sympathisiert, kann kaltblütig und impulsiv sein. Für mich ein gelungenes Stilmittel, denn man kommt einfach nicht umhin, sich zu fragen, ob man der eigenen Vergangenheit wirklich jemals entfliehen kann. Sie ist immer allgegenwärtig hinter all den Masken – genau wie das Böse.

4.5 ⭐︎

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