Donald Ray Pollock Das Handwerk des Teufels

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Inhaltsangabe zu „Das Handwerk des Teufels“ von Donald Ray Pollock

Das Buch führt einen beständig tiefer auf den dunklen Weg in menschliche Abgründe.

— ArikDornstein
ArikDornstein
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  • Endlich mal wieder ein Buch das unter die Haut geht!

    Das Handwerk des Teufels
    ArikDornstein

    ArikDornstein

    23. July 2015 um 12:51

    Der Autor beschreibt wunderbar genau und führt einen damit in geistige und seelische Abgründe wie ein wahrer Meister! Ehe man es sich versieht taucht man ab, ganz tief in eine Welt von Mördern und Spinnern - einfach wunderbare Charaktere.

  • Rezension zu "Das Handwerk des Teufels" von Donald Ray Pollock

    Das Handwerk des Teufels
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. November 2012 um 19:17

    Dieses Buch ist kein Krimi, sondern ein Roman mit kriminellen Handlungen, die sich in einem kleinen Kaff in den 50er der USA unnachgiebig aneinander reihen. Man hat das Gefühl, man wäre direkt im Abgrund und beim Abschaum der Menschheit gelandet und dennoch, diese Dinge zwischen Wahn und Wirklichkeit passieren, geschehen, mit Sicherheit auch heute noch, wenn man manchmal den Zeitungen und Berichten Glauben schenken darf und der Autor schildert sie dem Leser schonungslos und geballt. Die Geschichte beginnt in dem kleinen Ort Knockenstiff und setzt das Hauptaugenmerk auf den jungen Alvin Russel, der mit seinen Eltern in ärmlichen und grotesken Verhältnissen aufwächst. Seine Mutter ist schwer krebskrank, sein Vater einem irrsinnigen (Aber)Glauben verfallen und so wird die tägliche Andacht für die Heilung der Mutter, an einem selbstgebauten Gebetsbaum, zum Martyrium für Alvin und die Tiere die dort geopfert werden. Man fragt sich die ganze Zeit, wie kann Glaube so ausarten, wie kann Alvin das alles nur ertragen, wie kann man helfen, warum merkt und sieht das niemand und mag gar nicht daran denken, das sich das so tatsächlich abspielen kann. Aber alles beten hilft nichts, die Mutter erliegt ihrer Krankheit und der Vater wird kurz danach auch ein Opfer seiner vorherigen Taten, zurück bleibt Alvin. Was hat das Leben mit ihm gemacht und was macht er jetzt mit dem Leben? Er lebt fortan bei seiner Großmutter, die in West Virginia wohnt und schafft es nicht seine Vergangenheit zu vergessen und die Worte seines Vaters …“ Du musst nur den richtigen Augenblick abwarten“, lassen ihn ebenfalls nicht los. Neben dieser einführenden Handlung wird auch die Geschichte eines verbrecherisch tätigen Prediger Paares Roy und Theodore erzählt, die sich mit skurrilen und ekligen Shows und furchteinflößenden Ansprachen unter dem Deckmantel Gottes Geld und Ansehen verdienen wollen. Die einfachen Leute auf dem Land sind schockiert, beängstigt, beeindruckt und sehen die beiden tatsächlich als Helden an. Geistig völlig abgefahren, dem Wahnsinn verfallen und mit dieser Verwirrung, bildet sich Roy ein, er kann Tote wieder zum Leben erwecken und probiert dies an seiner Frau Helen aus. Zurück bleibt das gemeinsame Kind Lenora, welches Helen kurz vorher bei Alvins Großmutter in Obhut gegeben hatte und die nun bei ihr aufwächst. Die Prediger aber, sind schon wieder auf ihrem Weg. Als 3. Hauptstrang, neben den weiteren niederen Handlungen, erlebt man das Serienkillerpaar Sally und Carl, die auf der Suche nach „Models“ sind um sie pornographisch abzulichten, sie zu missbrauchen, sie auszurauben, sie anschließend umzubringen. Die Jahre vergehen, die Geschichten nehmen ihren grausamen Lauf und Alvin wächst heran, genau wie die kleine Lenora bei der Großmutter und man ist im letzten Drittel des Buches angelangt, wo sich die Kreise schließen. Als Lenora Opfer eines Übergriffes und Missbrauchs wird, macht sich Alvin auf um Rache zu nehmen und muss anschließend fliehen, an den Ort, wo sein Leben einst so grausam begonnen hat, aber das Grauen selbst nimmt kein Ende. Dieses Buch ist voller Gewalt, Blut und schrecklichen Ereignissen, aber ich hatte zu keiner Sekunde das Gefühl, das sich der Autor darin badet oder hier künstliche Effekthascherei betreibt, im Gegenteil, er zeigt sie auf und zu welchen widerwärtigen Dingen Menschen fähig sind. Vom Stil her, erinnerte es mich in etwa an Don Winslow, der ebenfalls sehr direkt, brutal und schonungslos schreibt, aber Donald Ray Pollock macht das nochmal auf eine ganz eigene Art und Weise. Ich bin schockiert und fasziniert zugleich von dem Buch, diesem Sumpf an Verbrechen und der Schreibweise, die völlig ungeschönt ist, wie der Autor die Psychopathen zeichnet und mit welch krimineller Energie er sie agieren lässt. Die amerikanische Provinz, ihre Moral, ihr Glaube, die Rechtsstaatlichkeit, die aufgezeigten Motive, alles wankt in diesen Beschreibungen, wird in den Grundfesten erschüttert und am Ende meint man wirklich direkt aus der Hölle gekommen zu sein. Ich würde ja sagen nix für Krimi Anfänger, Regional Krimi Fans und wohl am wenigsten für Frauen geeignete Kost und doch hat mir das Buch gefallen.

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  • Rezension zu "Das Handwerk des Teufels" von Donald Ray Pollock

    Das Handwerk des Teufels
    Monsignore

    Monsignore

    28. May 2012 um 19:54

    Nichts für schwache Nerven! Dieses Buch führt in schwärzeste Abgründe, es deklassiert die bigotte und moralisch verkommene Gesellschaft des Mittelwestens der USA in den 1950er und 60er Jahren zu einem Müllhaufen voller Leichen. Sobald sich Religion in ein Menschenherz einnistet, sobald ein Prediger auftaucht sind Missbrauch, Perversität und Mord nicht mehr weit. Eine trostlose Landschaft, schaurige Rituale, Perspektivlosigkeit und Dummheit treiben die Figuren des hervorragend komponierten Romans an. Der zentrale Satz steht fast am Ende des Buches: "Es ist schwer, ein ehrbares Leben zu führen. Der Teufel versteht sein Handwerk." Gut, dass auch der Autor, der aus dieser gottverdammten Gegend stammt und der sich seinen Lebensunterhalt mit dem Zerlegen von Schweinen in der Fabrik verdient hat, sein Handwerk versteht. Mit seiner nachtschwarzen schriftstellerischen Grausamkeit übertritt er sogar das Alte Testament.

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  • Rezension zu "Das Handwerk des Teufels" von Donald Ray Pollock

    Das Handwerk des Teufels
    Jade

    Jade

    17. March 2012 um 17:37

    Verstörend und nachhaltig beeindruckend! Das Buch spielt in den 50-iger Jahren im Mittleren Westen Amerikas. Nichts ist normal, das Leben ist ein hoffnungsloser Alptraum, der regiert wird von pädophilen Predigern, sadistischen Serienkillern und korrupten Sheriffs. Arvin, aufgewachsen in diesem Reigen, sucht daraus einen Ausweg, als seine Schwester vom ortsansässigen Prediger missbraucht wird. An die Gesetze hält auch er sich nicht, trotzdem ist er der Einzige, der dem Leser am Ende ein bisschen Hoffnung schenkt. Es wird erst im Laufe des Buches klar, wie all die verschiedenen Geschichten und Personen zusammenhängen und das ist atemberaubend spannend. Bildgewaltig und schonungslos reisst Pollock den Leser in den dunklen Abgrund der Gewalt. Es wäre unerträglich, wenn nicht diese Momente vollkommener Zärtlichkeit aufblitzen würden, die den Leser entspannen, nur um ihn dann erneut in die Hoffnungslosigkeit zu stürzen. Pollock ist ein grossartiger Schriftsteller, den wir uns unbedingt merken sollten. Er beherrscht die grosse Kunst, Bilder in unserem Kopf entstehen zu lassen. Er hat es nicht nötig, jedes blutige Detail zu beschreiben, er tönt es an und der Film im Kopf des Lesers beginnt zu laufen. Das Buch ist dunkel, grausam, verstörend und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck, den man nicht so schnell wieder los wird. Für mich immer ein Qualitätssiegel!

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