Donatella Di Pietrantonio

 4,4 Sterne bei 70 Bewertungen
Autorin von Arminuta, Bella mia und weiteren Büchern.
Autorenbild von Donatella Di Pietrantonio (©Verlag Antje Kunstmann)

Lebenslauf

Menschsein und Menschlichkeit als literarische Themen: Donatella Di Pietrantonio ist in den Abruzzen geboren. Sie studierte Zahnmedizin in L’Aquila und arbeitete einige Zeit als Zahnärztin für Kinder in Pescara, wo sie heute noch lebt. 2011 debütierte sie als Romanautorin, im gleichen Jahr erschien auch ihre Geschichte „Lo sfregio“ in der Zeitschrift „Granta Italia“. Ihr Debütroman, „Meine Mutter ist ein Fluss“, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und mit dem Tropea Literaturpreis ausgezeichnet. 2013 erschien ihr zweiter Roman, „Bella mia“, der von dem Erdbeben von L’Aquila im Jahr 2009 beeinflusst wurde und sich mit der Thematik von Trauer und Verlust auseinandersetzt. Er war für den Premio Strega nominiert und wurde mit dem Brancati-Preis 2014 ausgezeichnet. Auch ihr dritter Roman, „L’Arminuta“, behandelt schwierige Themen des menschlichen Daseins, in diesem Fall geht es um die familiären Beziehungen zwischen einem Kind und seinen Eltern. Spätestens dieses Buch sorgte für den internationalen Durchbruch von Donatella Di Pietrantonio und bescherte ihr auch außerhalb Italiens großes Ansehen.

Alle Bücher von Donatella Di Pietrantonio

Cover des Buches Arminuta (ISBN: 9783956142536)

Arminuta

 (48)
Erschienen am 12.09.2018
Cover des Buches Bella mia (ISBN: 9783956140914)

Bella mia

 (9)
Erschienen am 17.02.2016
Cover des Buches Borgo Sud (ISBN: 9783956144547)

Borgo Sud

 (7)
Erschienen am 01.09.2021
Cover des Buches Meine Mutter ist ein Fluss (ISBN: 9783888978173)

Meine Mutter ist ein Fluss

 (3)
Erschienen am 06.03.2013
Cover des Buches Arminuta (ISBN: 9783423147569)

Arminuta

 (2)
Erschienen am 19.06.2020
Cover des Buches Bella mia (ISBN: 9788861924345)

Bella mia

 (1)
Erschienen am 01.02.2014
Cover des Buches L’Arminuta (ISBN: 9783150199695)

L’Arminuta

 (0)
Erschienen am 12.02.2020

Neue Rezensionen zu Donatella Di Pietrantonio

Cover des Buches Arminuta (ISBN: 9783956142536)
Aleksandras avatar

Rezension zu "Arminuta" von Donatella Di Pietrantonio

Fantastisch, gefühlvoll, einzigartig
Aleksandravor einem Jahr

Klappentext: "m Dorf nennen sie alle nur »Arminuta«, die Zurückgekommene. Aber warum hat man das dreizehnjährige Mädchen zu seinen leiblichen Eltern zurückgeschickt? Mit einem Koffer wurde sie bei einer ihr unbekannten Familie abgeliefert. Dort scheint niemand auf sie gewartet zu haben. Alles ist fremd, die Armut, der Schmutz, die harten Worte. Während sie einen Weg zurück in ihr behütetes Leben sucht, entwickeln sich neue Bindungen und sie beginnt zu verstehen, wie viele Facetten die Liebe haben kann."

Das Cover finde ich nicht unbedingt anziehend, allerdings passt es perfekt zum Schreibstil und zur Geschichte. Purismus und Realität.

Die Schriftstellerin hat eine sehr nüchterne und realistische Schreibweise. Sie achtet auf jedes Detail, welches dem Leser die Situation näher bringen kann. Der Text ist weder romantisch noch in die Länge gezogen. Die Kapiteln sind genau abgestimmt. Beim Lesen des Buches taucht man in die Welt von Arminuta ein und leidet mit.

Das ganze Buch wird aus der Sicht des 13jährigen Mädchens erzählt. Jede Situation und jeder Gedanken wird so dargestellt, dass der Leser es nachvollziehen und miterleben kann.

Dieses Buch verbindet Gegensätze: Wohlstand und Armut, Einsamkeit und Liebe. 

Die Geschichte ist ungewöhnlich und nicht vorhersehbar. 

Dieses Buch ist eins der Besten, das ich in letzter Zeit lesen durfte.

Meine absolute Empfehlung an junge sowie an ältere Leserinnen.


Cover des Buches Borgo Sud (ISBN: 9783956144547)
renees avatar

Rezension zu "Borgo Sud" von Donatella Di Pietrantonio

Schwesternbande
reneevor 2 Jahren

Schon mit "Arminuta" konnte mich die Autorin Donatella di Pietrantonio vollkommen begeistern. Und auch in "Borgo Sud" geht es wieder um die beiden Schwestern, es sind Jahre vergangen, die Frauen sind erwachsen und autonom. Adriana ist in ihrem Heimatort Borgo Sud verblieben, lebt dort in prekären Verhältnissen, ist aber mit ihrem Lebensentwurf zufrieden. Ihre Schwester, die ehemalige Arminuta, hat es allerdings nach Grenoble verschlagen, sie lehrt an der dortigen Universität. Sie haben sich etwas voneinander entfernt. Ein Anruf aus Borgo Sud bringt der ehemaligen Arminuta Erinnerungen, lässt sie zurückkehren, denn ihre Schwester Adriana hatte einen Unfall, ist schwer verletzt, liegt im Krankenhaus. Doch was hat Adriana stürzen lassen? Die Einwohner von Borgo Sud wissen anscheinend mehr, rücken aber nicht so recht mit der Sprache heraus, denn die dortigen Menschen halten zusammen und sie halten dicht. Doch auch die ehemalige Arminuta und die kurz entschwundene Arminuta beginnt schnell zu begreifen. Und die eingetretene Entfernung der Schwestern schwindet schnell. Die Rückkehr in die ehemalige Heimat lässt die kurz entschwundene Arminuta zurückdenken, lässt Erinnerungen hochkommen, lässt die Familienbande erstarken und die Leserschaft an den Geschichten der Familie teilhaben, die Erinnerungen schließen die Lücken von der Handlung der "Arminuta" zur Handlung in "Borgo Sud" schnell. Und wenn mir schon die "Arminuta" sehr gefallen hat, so erschafft sich "Borgo Sud" ein Weg in mein Herz und das ist mir natürlich die volle Punktzahl wert. "Borgo Sud" ist ein wunderschönes Buch, das die Verbindung der beiden Schwestern zeigt und damit auch die starken Familienbande in Italien symbolisiert und es ist ein Buch, welches die Sprachgewalt der Donatella di Pietrantonio wunderbar aufzeigt!

Cover des Buches Borgo Sud (ISBN: 9783956144547)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Borgo Sud" von Donatella Di Pietrantonio

Donatella Di Pietrantonio erzählt die Familiengeschichte von Arminuta weiter
Gwhynwhyfarvor 3 Jahren

Der Anfang: «Ohne warnenden Donner prasselte der Regen auf das Fest nieder, keiner der Gäste hatte gesehen, wie sich über den walddunklen Hügeln die Wolken zusammenballten. Als das Wasser über uns hereinfiel, saßen wir an dem langen Tisch auf dem Rasen.»


Dies ist der zweite Teil zum Roman «Arminuta» – die Geschichte von dem Mädchen, das als Baby von einer armen Familie an eine reiche «ausgeliehen» wird, nicht ahnt, wer ihre wahre Eltern sind, beste Schulen besucht, gute Kleidung trägt, immer genug Essen auf dem Tisch hat. Mit 13 setzen die Zieheltern sie einfach wieder «zu Hause» ab, in ihrer Familie, die in bitterer Armut lebt. Man muss sich zusammenraufen. Mit ihrer Schwester Adriana hat die «Arminuta» das beste Verhältnis. Ein Roman, der ein historisches Thema aufnahm, das «Kinder verleihen» der armen Menschen in den 50-ern und 60-ern. Ein großartiger Roman, tiefschichtig. Ich war gespannt, wie die Schwestern sich weiterentwickelt haben. 


«Auf dem Autositz sank sie zusammen, und die Treppe hinauf musste ich sie stützen. Mein Vater irrte sie sich, ihre letzten Kräfte nutzte sie für den Friedhof.»


Die Mutter ist bereits verstorben. Donatella Di Pietrantonio erzählt die Familiengeschichte von Arminuta weiter, in Rückerinnerungen setzt sich dieses Mal die Entwicklung bruchstückhaft zusammen. Wer den ersten Teil nicht kennt, mag diesen Roman mögen, die Vorgeschichte muss man nicht kennen. Aber ein zweiter Teil, der sich an einen großartigen ersten Teil anreiht, muss sich messen lassen. Doch der hier liegt erzählerisch weit im Schatten. Das Leben der beiden Schwestern könnte unterschiedlicher nicht sein: Adriana lebt prekär in Borgo Sud, dem heruntergekommenen Hafenviertel von Pescara, ihre Schwester lehrt an der Universität in Grenoble. Eines Tages erhält sie einen Anruf, dass Adriana, nach einem Sturz vom Balkon im Coma auf der Intensivstation liegt. Sie reist nach Pescara. Die Rückkehr löst bei der nach Frankreich ausgewanderten Hochschuldozentin eine Flut von Erinnerungen aus, lässt in ihr Momente ihres Lebens wieder aufleben: die Nacht, in der Adriana mit einem Baby auf dem Arm vor ihrer Tür stand, an deren Liebe zum jungen Fischer Rafael, für den sie die Schule geschwänzte. An die eigene Verlobungsfeier mit Piero – an die dann gescheiterte Ehe, weil Piero später feststellt, dass er Männer liebt. Erinnerungen an die an Krebs verstorbene Mutter, die so unberechenbar war wie ihre Zuneigung gegenüber den Kindern, den egoistischen, holzigen Vater. In Borgo Sud scheinen alle zu wissen, dass Adriana keinen Unfall hatte, aber was wirklich geschehen ist, darüber schweigen sie.


«Woran meine Mutter gestorben ist, weiß ich immer noch nicht genau. An Krebs, auch an vielem anderen. Eine Summe von Null.Null Wert schrieb sie dem Weiterleben zu, null ihrer Nützlichkeit.»


Donatella Di Pietrantonio schreibt gut, es gibt eindringliche Szenen. Ein Familienroman, der an der Adriaküste spielt, der Geruch von Salz und Fisch, das Brutzeln von Knoblauch in der Pfanne von gebratenem Fisch zieht in die Nase, der Lärm im Armenviertel ist hörbar, Atmosphäre ist eindeutig zu spüren. Auch Grenoble ist gut beschrieben, kann als eine Art bourgeoiser Gegensatz zu Pescara gesehen werden. Die reiche und die arme Schwester, die gebildete und die ungebildete. Bei den Figuren kommen Zweifel auf. Arminuta ist eine Figur, die sich durch ihre innere Stärke im ersten Band auszeichnet, die eine schwere Traumatisierung durch Selbstvertrauen und Enthusiasmus überwinden kann, das neue Leben anpackt, sich durchsetzt. In dem Teil sind alle Protagonisten lebendig und gut gezeichnet. In diesem zweiten Band zeigt sich Arminuta als zerbrechliche, unterwürfige Person, die sich bestimmen lässt, die alles erträgt. Das passt hinten und vorn nicht zusammen. Die Schwester Adriana kommt aufdringlich, egoistisch und nervig daher, fußstampfend, uneinsichtig – gleichzeitig hängt sie an ihrer Jugendliebe. Der Strang der Haupterzählung kommt nicht vorwärts, da er ständig unterbrochen wird mit unwichtigen Erinnerungen, anstatt die Spannung des Lesers hochzuhalten. 


«Im letzten Winter habe ich jemanden getroffen.›

Er sprach in kurzen Sätzen, jedes Wort fiel aufs Brett, blank und senkrecht wie ein Messer.»


Die Schwestern müssen leiden. Die Arminuta, weil sie erträgt, wie ihre Ehe zerbricht, als ihr Mann feststellt, dass er homosexuell ist, immer wieder Affären hat, bis er für einen Mann die Ehe beendet. Die taffe, rebellische Adriana, die alles selbst in die Hand nimmt und sich rein gar nichts gefallen lässt, erlebt Gewalt in der Beziehung, aus der sie sich nicht lösen kann. Ein gewalttätiger Vater, eine Mutter, die keine Liebe geben kann – zwei Schwestern die Liebe im Erwachsenenleben suchen, doch wieder enttäuscht werden. Eine Geschichte, wie es sie tausendfach gibt; hier fehlt das Alleinstellungsmerkmal und obendrauf die spannende Story. Das Ende ist abrupt. Kleine Teilgeschichten aus dem Familiendrama, aber die Seele der Schwestern konnte die Autorin leider nicht einfangen. Figuren, die von Teil eins zu zwei nicht nachvollziehbar sind, die oberflächlich gezeichnet sind, denen die Tiefe und die erzählerische Kraft von Teil eins fehlt. Ein Piero, der als Problemehmann eingeflochten wird, dem auch wieder die Tiefe fehlt, der irgendwie verloren herumbaumelt. Diesem zweiten Teil fehlt eben alles, was der erste Teil an Stärke vorzuweisen hatte. Es ist durchschnittlicher Roman, eine unterhaltsame Geschichte. Aber eben ein Schatten von Teil eins.


Donatella Di Pietrantonio wurde in den Abruzzen geboren und lebt heute in der Nähe von Pescara. Ihre Romane Meine Mutter ist ein Fluss (2013) und Bella mia (2015) wurden mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet. Mit Arminuta (2018) ist ihr der internationale Durchbruch gelungen.

   https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/borgo-sud-von-donatella-di-pietrantonio.html

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Zusätzliche Informationen

Donatella Di Pietrantonio wurde am 05. Januar 1962 in Abruzzen (Italien) geboren.

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