Der Nebelmann

von Donato Carrisi 
4,3 Sterne bei42 Bewertungen
Der Nebelmann
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Grandiose Leistung von Donato Carrisi! Wie er die Geschichte zu Ende führt, das ist von unglaublicher, atemberaubender Raffinesse.

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Langatmig mit unsympathischen Charakteren...

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Inhaltsangabe zu "Der Nebelmann"

Ein abgelegenes Dorf. Sieben verschwundene Kinder. Und ein Ermittler, dem nicht zu trauen ist: Dieser Thriller hat allein in Italien mehr als hunderttausend Leserinnen und Lesern den Atem geraubt.

In einer eisigen Winternacht irrt der Sonderermittler Vogel mit blutbesudeltem Hemd durch die nebelverhangenen Wälder am Rand eines Dorfes. Vogel war vor einigen Wochen in die Alpen gereist, um den Verbleib eines vermissten Mädchens zu klären. Dreißig Jahre zuvor waren mehrere Kinder in den umliegenden Wäldern verschwunden, und es besteht der dringende Verdacht, dass der Mörder von damals – der im Dorf nur »Der Nebelmann« genannt wird – wieder aktiv geworden ist.
Als Vogel aufgegriffen wird, gibt er an, einen Unfall gehabt zu haben, doch das Blut an seinem Hemd stammt nicht von ihm. Ein Psychiater wird gerufen, um ihn zu befragen. Vogel beginnt zu erzählen – und sein Bericht ist ungeheuerlich.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783855350162
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Atrium Zürich
Erscheinungsdatum:04.08.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 04.08.2017 bei Der Audio Verlag erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    iamnomorningpersons avatar
    iamnomorningpersonvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein absolutes Meisterwerk, das einem den Atem raubt vor Entsetzen. Ein Kräftemessen zwischen Gut und Böse!
    Thriller, Gesellschafts- und Medienkritik vom Allerfeinsten! Ein Buch, das man gelesen haben muss!

    Donato Carrisi hatte mich von der ersten Seite an. Der Schreibstil ist einfach, aber bildlich und einprägsam. Die Art, Personen - insbesondere Frauen - zu beschreiben, war etwas klischee- bzw. schablonenhaft, aber man wurde ausgiebig dafür entschädigt. Der Autor sorgt für eine kalte, düstere Atmosphäre in dem Alpenort Avechot, in dem inmitten von religiösem, bedrückendem Fanatismus und Bergbau, der die einen arm und die anderen reich macht, ein junges Mädchen spurlos verschwindet. Man schickt den Ermittler Vogel los, um den Fall zu lösen.

    Die Geschichte wird aus mehreren Sichten erzählt und fesselt den Leser gekonnt. Die Handlung beginnt mit dem Psychiater Flores, bei dem Vogel zweiundsechzig Tage nach Anna Lous Verschwinden mit blutverschmiertem Hemd sitzt. Dann werden wir - niemals chaotisch - durch die Zeiten geworfen und mit anderen Personen bekannt gemacht. Das Geschick, mit dem Donato Carrisi zwischen den einzelnen Kapiteln, Zeiten und Charakteren wechselt, kann man nur als meisterhaft beschreiben. 

    "Der Kriminalbeamte, der hinter Ihnen her ist, heißt Vogel. Ich würde ihn nicht gerade als erstklassigen Ermittler oder gar Spürhund bezeichnen. Er hat keine große kriminologische Befähigung, und Dinge, wie kriminaltechnische Beweismittel, DNA und so weiter, interessieren ihn nicht. Er ist einer, der sich der Medien bedient, um ans Ziel zu gelangen."

    Und genau das - genau dieser Protagonist und dessen hervorstechendster Charakterzug - macht das Buch so besonders und meines Erachtens nach wichtig. Vogel ist zwar ein ziemliches Arschloch, doch in seiner Genialität auch recht bewundernswert. Ich schwankte zwischen Zu- und Abneigung, die sich gegen Ende des Buches in so etwas wie Liebe verwandelte.

    "Ausgelöst wurde sie von einem kleinen O, mit Kuli auf einen linken Unterarm gemalt. Als ich die Stelle zum ersten Mal in Anna Lous Tagebuch las, dachte ich nicht an den armen Oliver. Erst später ist er mir wieder in den Sinn gekommen. Dieser Junge hat etwas verloren. Er genauso wie die anderen - ihre Familie und alle, die sie kannten."

    Borghi, der junge Polizist, der ihm zur Seite gestellt wird, ist unbedarft und leichtgläubig, was ihn sympathisch hätte machen können, wären da nicht die Gedanken bezüglich seiner Frau, die mich nur den Kopf schütteln ließen. Er war sehr unleidlich, was ich ebenfalls als einen Meisterstreich des Autors, weil jeder andere eine gänzlich andere Figur aus ihm gemacht hätte.

    Etwas später kommt dann noch ein weiterer Point of View hinzu, über den ich nicht zu viel verraten möchte. Ihr seht: Ihr müsst diesen Roman unbedingt zur Hand nehmen!

    Donato Carrisi schafft es tatsächlich, dass man alles hinterfragt, jede Aussage anzweifelt und jeden Menschen verdächtigt. Er verschweigt nichts, sagt aber auch nicht alles. Ein sehr gekonnter Kniff, um den Leser in seinen Bann zu ziehen und in Atem zu halten, bis sich auf der letzten Seite alles auflöst und man das Buch mit einem mulmigen Gefühl im Bauch zuklappt.

    Es sind die Bösen, die eine Geschichte ausmachen. Denkt daran: Es ist der Schurke, der die Mittelmäßigkeit annehmbarer mach, er ist es, der die Geschichte ausmacht.

    Das Interessante für mich war allerdings, dass ich ab einem gewissen Zeitpunkt des Rätsels Lösung klar vor Augen hatte und dennoch für keine Sekunde das Interesse verloren habe oder das Buch zur Seite legen konnte. Ich war bloß entsetzt und auch etwas stolz auf mich, da Carrisi ein Meister des Versteckspiels ist und ich ihn dennoch entlarven konnte. Ich habe das Buch sofort an meinen Freund weitergereicht, mit dem Befehl, es zu lesen. Er wiederum hat die kleinen Anzeichen nicht bemerkt, also kann ich euch beruhigen und euch sagen, dass jeder von euch anders mit den Hinweisen umgehen wird, aber jeder sein höchstes, bedrückendes Vergnügen erleben wird.

    Das Leben hinter Gittern wurde in allen Einzelheiten durch Formulare, Vorschriften und Zustätze geregelt. Jede Entscheidung war bereits von jemand anderem getroffen worden, und um persönlichen Kontakt auf ein Minimum zu beschränken, wurde jede Handlung standardisiert und vorgegeben. Entmenschlicht. Auf diese Weise gab es keinen Spielraum für Emotionalität, Mitgefühl oder Verständnis. Man war allein mit sich selbst und seiner Schuld.

    'Der Nebelmann' ist sehr gesellschaftskritisch. Die Sensationsgier und eine ganze Reihe anderer menschliche Schwächen werden angeprangert und man fühlt sich des ein oder anderen Verbrechens selbst schuldig. In diesem Werk messen alte und neue Meister des Metiers ihre Kräfte miteinander, verwoben in einem perfiden Spiel, das seine Opfer fordern wird. Für mich war das Buch ein absolutes Highlight, das mich mehrere Tage lang nicht losgelassen hat und sofort weitergereicht wurde, was bei mir selten passiert. Mir ist oft der Atem weggeblieben, während ich vor Schock Augen und Mund aufgerissen habe und mein Herz wie verrückt klopfte.


    Was es sonst noch zu sagen gibt

     

    Eine kleine Sache muss ich zur deutschen Titelwahl loswerden. Im Original heißt das Buch La ragazza nella nebbia - Das Mädchen im Nebel . In Anbetracht folgenden Zitates aus dem Werk kann ich nur hoffen, dass der deutsche Titel 'Der Nebelmann' ironisch gewählt worden ist. Etwas unpassend finde ich ich dennoch.

    "Ted Bundy, Jeffrey Dahmer, Andrei Tschikatilo ... Wir erinnern uns an die Namen der Täter, aber kaum jemand weiß noch die der Opfer. Haben Sie sich mal gefragt, warum? Es sollte doch eigentlich umgekehrt sein. Wir behaupten, Mitleid mit den Ermordeten zu empfinden, Mitgefühl, doch dann vergessen wir schnell. Achten Sie mal darauf ..."


    Bewertung und mein Fazit

     

    Ein Meisterwerk, das einem den Atem raubt und vor Entsetzen. Es ist ein Kräftemessen zwischen Gut und Böse, wobei man nicht unterscheiden kann, wer auf welcher Seite steht. Kurz gesagt ist 'Der Nebelmann' ein echtes Highlight, das viele aktuelle Themen und Problematiken anspricht.

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    sapperlots avatar
    sapperlotvor 10 Monaten
    Kleine Gemeinde, grosse Geheimnisse

    Dieses Buch habe ich mir wieder einmal in gedruckter Ausgabe gekauft da mir das frostig anmutende Umschlagbild richtig gut gefällt und ich Gebundene Bücher gerne mag. Aber wichtig ist natürlich der Inhalt, eine spannende Geschichte die so gut erzählt ist, dass sich das "ich will unbedingt weiterlesen" Gefühl einstellt. Und dieses Kriterium erfüllt die Geschichte voll und ganz. Als Vielleser bin ich angetan vom konzeptionellen Aufbau der leicht von den üblichen Schemata von Krimis abweicht. So eine Abwandlung ist erfrischend wie eiskalte Dezemberluft und setzt neue Reizpunkte.

    Ein schillernder Sonderermittler mit exzentrischen Allüren namens Vogel der im Fall eines verschwundenen Mädchens in einem ruhigen Bergdörfchen ermittelt. An und für sich kein spektakulärer Fall aber es gelingt ihm die nationale Presse in diesen Fall einzubinden und es entsteht ein beachtliches mediales Interesse an diesem Fall. Wie das so mit abgelegen Orten inmitten von Wäldern in einem langgefurchten Tal ist, hat man das Gefühl, dass die Zeit irgendwann beschlossen hat Still zu stehen. Verschlossen vor den Neuerungen der Städte verändert sich das Leben seit Jahren und Jahrzehnten nur marginal. In diesen kleinen Siedlungen entwickelt die Bewohner eine ganz eigenwüchsige Gesellschaft mit eigenen Umgangsregeln. Dieses Klüngel zu entwirren und zu verstehen ist für Aussenstehende schwierig. Und manchmal bergen diese kleinen Gemeinden unter ihrem langweilig anmutenden Schein kleine und grössere Geheimnisse.

    Ich will inhaltlich nicht mehr verraten, da dieser Krimi mit knapp 330 Seiten relativ kurz ist. Der Autor Donato Carrisi hat einen wohltuend feinen und kultivierten Schreibstil. Dieser wertet die ruhig erzählte Geschichte auf und führt die Leser gewandt durch Passagen, in denen nicht all zu viel geschieht. Er kreiert dabei eine atmosphärische Dichte die den Verstand der Leser schleichend aber stetig umhüllt und ihn die abgeschiedene Bergwelt entführt.

    Für ungeduldige Thriller-Leser die Spektakel und Rambazamba brauchen ist dieses Buch nix. Das würde auch gar nicht zum ruhigen Setting passen. Für mich hingegen ist Donato Carrisi eine beachtenswerte Neuentdeckung der sich mit diesem feinen Kriminalroman zurecht viel Lob eingeheimst hat.

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    c_awards_ya_sins avatar
    c_awards_ya_sinvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Spannung bis zum Ende
    Spannend bis zum Schluss

    Dieses Buch ist wahrlich ein Pageturner!

    Ein Mädchen verschwindet und ein Dorf steht unter Verdacht. Schnell steht fest, es muss jemand von den Dorfbewohnern gewesen sein. Die Frage ist nur wer.

    Sonderermittler Vogel wird hinzugezogen und weiß es die Medien für den Fall zu gewinnen. Er manipuliert und lenkt das Geschehen in die Richtung die er für richtig hält. Doch auch hier kommt eine Frage auf - ist das richtig?

    Ist der Gefundene Verdächtige der Täter oder ein Opfer der Medien? Und was hat der Fall mit dem Nebelmann zu tun, der vor vielen Jahren sein Unwesen trieb?

    Mit vielen Wendungen überrascht Donato Carrisi bis zur letzten Seite! Sehr gelungen!

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    MarionHuevor einem Jahr
    Perfide, aber genial

    Was für ein perfides Spiel, das hier über ein kleines abgelegenes Dorf einfällt. Der Fall eines verschwundenen Teenagers und Tochter sehr gläubiger Eltern, wird zum Ereignis des Tages gepuscht, weil der Sonderermittler Vogel gekonnt Nachrichten nach außen streut, um Reaktionen bei den Betroffenen oder gar dem Entführer herauszufordern. Doch Vogel spielt nicht nur mit seinem vermeintlichen Verdächtigen solange Katz und Maus, bis dieser einknickt und die Öffentlichkeit zufrieden gestellt ist, sondern interessiert sich bei seinen aufwendigen Ermittlungen hauptsächlich dafür, dass er von einem alten Fall rehabilitiert wird. Die Frage, wo die Leiche des Mädchens ist und wer der wahre Täter ist, kümmert keinen, ihn am allerwenigsten. Darum wird der Leser auch über das Ende stolpern und sich fragen, ob er einen entscheidenden Hinweis übersehen hat?
    Ein grandioser Thriller, der seinesgeichen sucht.

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    Mira20vor einem Jahr
    Kurzmeinung: subtiler, spannender Thriller!
    Nebulöse Ermittlungen!

    Die Lektüre hat mich positiv überrascht. Dieser Thriller hebt sich von der Masse ab. Allerdings findet der Leser weder viel Action noch eine minutiös geführte Ermittlung. Im Gegenteil – gerade das Fehlen von all dem Gewohnten, macht aus diesem Buch etwas Besonderes.

    Anna Lou, 16, verschwindet kurz vor Weihnachten spurlos. Es gibt absolut keine Hinweise auf ein Verbrechen aber genauso wenige Gründe für ein freiwilliges Verschwinden. Im kleinen abgelegenen Bergdorf ist man ratlos, denn gerade Anna Lou galt als vorbildliches Mitglied der strenggläubigen Gemeinschaft. Als der bekannte Sonderermittler Vogel auftaucht und die Ermittlungen auch mit Hilfe der Medien vorantreibt, beginnt ein Kesseltreiben. Denn Vogel will das Interesse der Medien hoch halten und dies um wirklich jeden Preis!

    Dieser unkomplizierte und abwechslungsreich gestaltete Thriller glänzt mit seiner tollen Inszenierung. Als Rahmenerzählung gibt er zu Beginn bereits einen Blick in die Zukunft frei. Dieses Bild begleitet nun den Leser. Die Kapitelüberschriften bleiben immer beim Ereignis des Buches. So vergisst der Leser nie, worum es eigentlich geht: 1 Tag nach dem Verschwinden, 1 Tag vor dem Verschwinden etc.. 

    Bald steht alles Mögliche im Vordergrund und das Schicksal von Anna Lou dient nur noch dem Zweck, das Medieninteresse wach zu halten. Vogel macht eine einfache Rechnung: Ohne Medien kein Geld und Freiwillige für den grossanlegten Sucheinsatz! So beginnt ein gefährliches Spiel um Manipulationen, Illusionen und Mutmassungen! 

    Gerade diese ungewohnte Mischung entwickelt einen ungeheuren Sog. Fasziniert beobachtet der Leser, wie ein ganzes Dorf vom Unglück einer Familie lebt: Auftritte im Fernseher, belegte Hotels, florierende Restaurants.


    Kein klassischer Thrillerplot erwartet den Leser zum Ende hin, aber dafür ein umso überraschenderes Ende und eine schlüssige Auflösung.



    Eine absolute Leseempfehlung an alle Liebhaber des subtilen Thriller!

    Kommentare: 1
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    Mina1705s avatar
    Mina1705vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Solider Thriller mit überraschendem Ende
    Solider Thriller mit überraschendem Ende

    Inhalt:

    Ein abgelegenes Dorf. Sieben verschwundene Kinder. Und ein Ermittler, dem nicht zu trauen ist: Dieser Thriller hat allein in Italien mehr als hunderttausend Leserinnen und Lesern den Atem geraubt. In einer eisigen Winternacht irrt der Sonderermittler Vogel mit blutbesudeltem Hemd durch die nebelverhangenen Wälder am Rand eines Dorfes. Vogel war vor einigen Wochen in die Alpen gereist, um den Verbleib eines vermissten Mädchens zu klären. Dreißig Jahre zuvor waren mehrere Kinder in den umliegenden Wäldern verschwunden, und es besteht der dringende Verdacht, dass der Mörder von damals – der im Dorf nur »Der Nebelmann« genannt wird – wieder aktiv geworden ist. Als Vogel aufgegriffen wird, gibt er an, einen Unfall gehabt zu haben, doch das Blut an seinem Hemd stammt nicht von ihm. Ein Psychiater wird gerufen, um ihn zu befragen. Vogel beginnt zu erzählen – und sein Bericht ist ungeheuerlich.

    Meinung:

    Ein Buch, dass mit seinem grandiosen Cover schon in die kalte, düstere Atmosphäre der Geschichte einführt. Der Anfang war leider eher langsam und etwas zäh. Wir lernen den merkwürdigen Ermittler Vogel kennen, der im Laufe der Erzählung immer merkwürdiger wird. Er ist nicht gerade ein Sympathieträger, denn er scheint auf die Opfer, deren Fälle er behandelt, keinen großen Wert zu legen. Ihm geht es um Ansehen und Ruhm in den Medien und dafür würde er alles tun. Wenn die Kameras auf ihn gerichtet sind, fühlt er sich wie ein Star und für dieses Gefühl scheut er auch nicht davor zurück, Beweise zu fälschen, um einen Fall erfolgreich abzuschließen. Mit diesem Hintergrundwissen über seine vergangenen Fälle starten wir in Vogels neuesten Fall, was einen nicht gerade hoffen lässt, dass diesmal der wahre Täter geschnappt wird. Das führt dazu, dass man einfach nicht weiß, wem man nun Glauben schenken darf. Hat Ermittler Vogel wieder Beweise gefälscht, oder schauen wir hier gerade wirklich dem Täter ins Gesicht. Das ist vom Autor wirklich gut gemacht.
    Es kommen immer neue Protagonisten dazu, bei denen man sich fragt, was haben die jetzt schon wieder damit zu tun, aber alles verwebt sich nach und nach miteinander und fließt zu einem Handlungsstrang zusammen.
    Man muss sagen, das Buch lebt nicht unbedingt von atemloser Spannung, aber der Autor schafft es, einen immer wieder zum Weiterlesen zu animieren. Es gibt jedes Mal neue Indizien, neue Hinweise auf den Täter, man fängt an mitzufiebern und zu rätseln, wer der Täter sein könnte.
    Dennoch hat mir ein bisschen die „Opfer-Perspektive“ gefehlt, dass erhöht meiner Meinung nach die Spannung.

    Fazit:
    Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es ist ein solider Thriller mit einem überraschenden Ende.

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    Traubenbaers avatar
    Traubenbaervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wendungen und Rückblicke machen diesen Roman spannend.
    Rezension für "Der Nebelmann"

    "Der Nebelmann" von Donato Carrist (erschienen bei Atrium) ist ein italienischer Bestseller, der in die deutsche Sprache übersetzt wurde. Dabei handelt es sich um einen Thriller.
    Ein 16- jähriges Mädchen verschwindet plötzlich mitten in einem strengen Winter. Sie lebte bis dahin in einem kleinen Bergdorf, das nur schwer zugänglich ist. Wie viele Bewohner des Dorfes gehörte sie zu einer streng gläubigen Sekte. Ist sie einfach nur von zuhause weggelaufen?
    Mir gefiel besonders das Setting des Romans gut: Es war düster und dadurch passend für einen Thriller. Das Bergdorf konnte man sich als Leser gut vorstellen, da die Beschreibung des Autors recht detailiert, aber schnörkellos ist. Jedoch läuft man Gefahr sich ein vollkommen altertümliches Dorf vorzustellen, was schlichtweg falsch wäre: Es gibt dort durchaus moderne Technik.
    Wie gesagt ist der Schreibstil geradlinig. Das unterstreicht die düstere Stimmung des Thrillers zusätzlich. Der eisige Winter, in dem der Roman spielt, tut da sein übriges. Kurzum: Der Roman versetzt den Leser in eine angespannte Atmosphäre, die für Schauer über dem Rücken sorgen.
    Die Handlung wird immer wieder von Rückblicken unterbrochen. Sie geben häppchenweise Informationen preis, die für die Lösung des Falls notwendig sind. Zudem geben sie den Ermittlungen immer wieder neue Wendungen und sorgen so durchweg für Spannung. Bis zum Schluss kann man so nicht erraten, wer der Täter ist. Dementsprechend überraschend ist das Ende.
    Ich finde "Der Nebelmann" ist ein sehr gelungener und spannender Thriller. Allerdings ist der Klappentext etwas irreführend.

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    nicekingandqueenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: fesselnd leider erst gegen Ende, aber lohnenswert
    fesselnd leider erst gegen Ende, aber lohnenswert

    "Der Nebelmann" von Carrisi ist ein Bestseller aus Italien. 
    Inhaltlich geht es um das Verschwinden eines 16-jährigen Mädchens in einem Dorf in Italien, dessen Familie sich einer Bruderschaft angeschlossen hat. Ist das Mädchen nun entführt worden oder ist es aus eigenem Antrieb aus der Sekte geflohen? Um den Fall zu lösen arbeiten Journalisten, die Polizei und ein Psychiater zusammen...oder gegeneinander? 


    Stilistisch: Kein Thriller, der mich von der ersten Seite an gepackt hat, sodass ich mehrere Anläufe benötigte. Aber es lohnt sich, nach der Hälfte fiebert man mit den Charakteren und versucht herauszufinden, wer welche Geheimnisse zu verbergen hat - und wird wohl nicht auf die Lösung des Schriftstellers kommen - ich zumindest nicht.


    Sprachlich: Flüssig lesbar, wenn man sich ranhängt, schafft man das Buch innerhalb von wenigen Stunden. Die Geschichte ist geschrieben aus der Sicht eines auktorialen Erzählers, der allerdings abschnittsweise immer wieder zwischen den Charakteren natürlich wechselt, wobei hin und wieder in kursiver Schrift die Gedanken der jeweiligen Charaktere festgeschrieben wurden. 


    Zusammenfassend: Da der Protagonist "Nebelmann" erst gegen Ende zu Wort kommt, finde ich den Titel etwas falsch erwählt, genauso ist der Klappentext komplett irreführend. Doch das wirklich nicht vorhersehbare Ende hat das Werk zu vier Sternen gerettet.

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    elafischs avatar
    elafischvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Für mich eher Gesellschaftskritik, denn Thriller. Echte Spannung kam für mich erst zum Ende hin auf.
    Sonderermittler Vogel und seine Methoden

    Inhalt:
    Sonderermittler Vogel wird nach einem Unfall mit blutverschmiertem Hemd aufgegriffen, das Blut stammt nicht von ihm und er wirkt verwirrt. Zwei Monate zuvor war ein Mädchen spurlos verschwunden und der Sonderermittler war mit der Aufklärung des Falls beauftragt. Psychologe Fores versucht Herrn Vogel zu entlocken was vorgefallen ist und dieser beginnt mit der Schilderung der Ereignisse.

    Meinung:
    Zunächst muss ich vorwegnehmen, dass der Klappentext ziemlich irreführend ist. Denn die vor 30 Jahren verschwundenen Kinder und der Nebelmann spielen erst ganz am Ende eine zwar entscheidende, aber kurze Rolle.
    Auch die Bezeichnung als Thriller ist für mich nicht ganz passend, da auch die Spannung erst ganz zum Schluss aufkommt und echten Nervenkitzel gab es für mich überhaupt nicht. In weiten Teilen war das Buch für mich eher ein gesellschaftskritischer Roman. Das Spiel des Sonderermittlers Vogel mit den Medien und deren Einsatz zu seinen Zwecken war dafür umso besser beschrieben.
    Der Schreibstil des Autors war für mich gut zu lesen, auch Buch für mich zwischendurch ein paar Längen hatte.
    Einen Sympathieträger gab es in dieser Geschichte auch keinen, was mich jedoch nicht gestört hat, im Gegenteil hat das die düstere Stimmung des Buches zusätzlich verstärkt.
    Die Auflösung des Täters war für mich enttäuschend, auch wenn sie mit einer Überraschung aufwartete.
    Ich bin also zwiegespalten was dieses Buch angeht, da es mich zwar ganz gut unterhalten hat und mit einem tollen Schlussteil aufwartet, für mich jedoch kein echter Thriller ist und somit meine Erwartungen nicht erfüllen konnte.

    Fazit:
    Jemandem, der sich einen Thriller mit viel Nervenkitzel erhofft, kann ich dieses Buch nicht empfehlen.
    Wer aber Freude an einem gesellschaftskritischen Krimi hat, liegt hier richtig.

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    esposa1969s avatar
    esposa1969vor einem Jahr
    Atemberaubend!

    Klappentext:

    Ein abgelegenes Dorf. Sieben verschwundene Kinder. Und ein Ermittler, dem nicht zu trauen ist: Dieser Thriller hat allein in Italien mehr als hunderttausend Leserinnen und Lesern den Atem geraubt.

    In einer eisigen Winternacht irrt der Sonderermittler Vogel mit blutbesudeltem Hemd durch die nebelverhangenen Wälder am Rand eines Dorfes. Vogel war vor einigen Wochen in die Alpen gereist, um den Verbleib eines vermissten Mädchens zu klären. Dreißig Jahre zuvor waren mehrere Kinder in den umliegenden Wäldern verschwunden, und es besteht der dringende Verdacht, dass der Mörder von damals – der im Dorf nur »Der Nebelmann« genannt wird – wieder aktiv geworden ist.
    Als Vogel aufgegriffen wird, gibt er an, einen Unfall gehabt zu haben, doch das Blut an seinem Hemd stammt nicht von ihm. Ein Psychiater wird gerufen, um ihn zu befragen. Vogel beginnt zu erzählen – und sein Bericht ist ungeheuerlich.



    Mein Leseeindruck:

    Mit "Der Nebelmann" von Autor Donato Carrisi liegt dem Leser ein atemberaubend spannender Thriller vor.

    In der beschaulichen Kleinstadt Avechot verschwindet kurz vor Weihnachten die 16-jährige Anna Lou. Die sehr christliche Familie, die in einer Art Bruderschaft lebt, beteuert, dass Anna Lou ein sehr zuverlässiges Kind ist, das nicht von alleine weggelaufen ist. So liegt eine Entführung nahe. Niemand aber scheint etwas Ungewöhnliche gesehen, noch bemerkt zu haben, keine Überwachungskamera kann Hinweise geben. Sonderermittler Vogel und sein junger Kollege Borghi übernehmen die Ermittlungen. Da vor bereits 30 Jahren schon einmal ein Mädchen verschwunden ist, liegt die Vermutung nahe, dass "der Nebelmann", abermals ein Kind geholt hat.

    Dieser Thriller las sich sehr fesselnd und spannend, Die Atmosphäre wird sehr düster und unheimlich beschrieben, so, dass man in diesem Ort nicht gerne verweilen mag. Die kalten Winter, die in der Bruderschaft lebenden Einwohner und irgendwie traut man niemandem. Dumm nur, dass bereits der Klappentext verrät, dass es sich um einen Ermittler handelt, dem man nicht trauen kann und da man weiß, dass - wenn es der selbe Täter von damals sein soll - jemand ist, der vor 30 Jahren schon in einem Alter war, in dem man so einen Tat begehen kann, fällt es dem Leser wenig schwer den Verdächtigenkreis enger zu ziehen. Allerdings ist die Auflösung um das Wie und Warum sehr atemberaubend konstruiert.

    Mir gefallen auch die Datumsanzeigen vor den Kapiteln, so dass er Leser immer weiß, wann er sich in der Handlung befindet, da diese gerade zu Beginn auch zurückspringt.

    Insgesamt vergebe ich dennoch gerne 5 Sterne, da eben das Ende defekt konstruiert war und sich die 329 Seiten fast in einem Rutsch lesen ließen.


    @ esposa1969



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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Vorableserunde  *** Vorableserunde *** Vorableserunde 

    Der Bestseller aus Italien nun auch in Deutschland! Herzlich willkommen zur Leserunde "Der Nebelmann" von Donato Carrisi. Wir laden euch schon vor dem offiziellen Erscheinungstag ein, dieses Buch zu lesen und freuen uns auf eure Bewerbungen!

    - Im November läuft "Der Nebelmann" übrigens auch im Kino

    Ein abgelegenes Dorf. Sieben verschwundene Kinder. Und ein Ermittler, dem nicht zu trauen ist: Dieser Thriller hat allein in Italien mehr als hunderttausend Leserinnen und Lesern den Atem geraubt.

    In einer eisigen Winternacht irrt der römische Sonderermittler Vogel mit blutbesudeltem Hemd durch die nebelverhangenen Wälder am Rand eines Dorfes. Vogel war vor einigen Wochen von Rom in die italienischen Alpen gereist, um den Verbleib eines vermissten Mädchens zu klären. Dreißig Jahre zuvor waren mehrere Kinder in den umliegenden Wäldern verschwunden, und es besteht der dringende Verdacht, dass der Mörder von damals – der im Dorf nur »Der Nebelmann« genannt wird – wieder aktiv geworden ist.
    Als Vogel aufgegriffen wird, gibt er an, einen Unfall gehabt zu haben, doch das Blut an seinem Hemd stammt nicht von ihm. Ein Psychiater wird gerufen, um ihn zu befragen. Vogel beginnt zu erzählen – und sein Bericht ist ungeheuerlich.


    Donato Carrisi, geboren 1973 in einem Dorf in Apulien, lebt in Rom. Er studierte Jura und spezialisierte sich auf Kriminologie und Verhaltensforschung. Nach einer kurzen Tätigkeit als Anwalt arbeitet er heute als Drehbuchautor für Kino und Fernsehen. Sein Thriller ›Der Todesflüsterer‹ erschien in 24 Ländern und war auch in Deutschland ein Bestseller.

    Wir suchen nun mindestens 20 Leser, die gerne in spannenden Thrillern versinken und das Buch gerne gemeinsam in der Leserunde lesen möchten.

    Bewerbungsaufgabe: Schreibt uns, warum ihr gerne diesen Thriller lesen möchtet 

    *** Wichtig ***

    Ihr solltet Minimum 2-3 Rezension in Eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie Ihr Eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Der Erhalt eines Rezensionsexemplars ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehört das zeitnahe Posten in den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches.
    Erwiesene Nichtleser werden nicht ausgewählt
    Gewinner-Adressen werden nach Bucherhalt aus Datenschutzgründen gelöscht.
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