Als die Tage nach Zimt schmeckten

von Donia Bijan 
4,4 Sterne bei71 Bewertungen
Als die Tage nach Zimt schmeckten
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Positiv (61):
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Eine Familiengeschichte über die verschiedenen Gesellschaften, Traditionen und Kulturen - Amerika und Iran

Kritisch (2):
R

Weder Charaktere, Plot noch Schreibstil konnten mich überzeugen, aber ein atmosphärisches Buch ist es allemal.

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Inhaltsangabe zu "Als die Tage nach Zimt schmeckten"

Ein Lesegenuss so sinnlich wie Vanillekuchen mit Zimt

Teheran im Frühling: Jeden Tag wartet der alte Zod im Glyzinienhof vor dem Café Leila auf den Postboten. Bringt er einen Brief von seiner geliebten Tochter Noor? Endlich hat sie geschrieben. Nach 30 Jahren wird sie aus den USA in ihre verlorene Heimat zurückkehren. In die Stadt der Widersprüche, in der Schönheit und Gewalt nebeneinander existieren. In das Café Leila, in dem Noors Vater früher alles zauberte, was die persische Küche an himmlischen Köstlichkeiten hergab. Zu ihrer Familie, die trotz aller Wärme und Liebe zerrissen wurde.

Eine berührende Geschichte über eine persische Familie, die endlich wieder zusammenfindet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548290393
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:06.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    SandysBunteBuecherwelts avatar
    SandysBunteBuecherweltvor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Eine Familiengeschichte über die verschiedenen Gesellschaften, Traditionen und Kulturen - Amerika und Iran
    Herzerwärmende Familiengeschichte zwischen Amerika und Iran

    … ich Liebe Geschichten aus fremden Kulturen und Religionen, so hat dieses genau meinen Nerv getroffen. Leider fehlt mir hier das Highlight bzw. Tiefgang der Charaktere.

    Noor wurde von Ihrem Vater mit 17 nach Amerika geschickt, um eine bessere Welt und Sicherheit zu erleben. Doch als sich Ihr Leben ändert, Sie sich von Ihrem Mann trennt, macht Sie sich auf in Ihre alte  Heimat, - gemeinsam mit Ihrer Tochter Lily. Gemeinsam erleben Sie das veränderte Iran. Noors Vergangenheit, Freunde und Familie empfangen Sie warmherzig und liebevoll, doch die Öffentlichkeit ist grausam und gemein. Was genau Ihnen im Iran widerfährt müsst Ihr selbst lesen...

    Vorab möchte ich sagen, dass man in diesem Buch die Liebe zum Schreiben der Autorin spürt. Bereits das ist eine große Kunst, man glaubt direkt in Ihr Herz zu blicken ( obwohl es sich um eine erfundene Geschichte handelt) glaubt man einen warmherzigen Menschen hinter diesem Buch zu spüren.

    Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Es gibt keinerlei Rechtschreibfehler, ist also super lektoriert (kann man leider nur von den wenigsten behaupten).

    Die Charaktere sind warmherzig und interessant, leider haben Sie es nicht bis ganz tief in mein Herz geschafft. Dafür hat mir noch mehr Tiefgang gefehlt, zum Beispiel wie Noors Kindheit im Iran war, wie Sie Ihre Heimat früher erlebt hat und wie Sie die Veränderung wahrgenommen hat. Warum hat Sie sich am Ende so entschieden, ich konnte Sie nicht recht bis zu dieser Entscheidung begleiten und hab Ihre Beweggründe schon verstanden, aber Ihr Herz nicht gehört! Sie war für mich zu wenig willensstark um am Ende eine solche Entscheidung zu treffen.

    Leider gilt das gleiche für Lily, natürlich kann ich verstehen warum Sie nicht in den Iran wollte. Aber was genau Sie während dieser Zeit empfindet, wie Sie das Land wahrnimmt. Was Sie schön und grausam findet, kann ich nicht genau nachempfinden.

    Die Grundidee zu diesem Buch finde ich ganz große Klasse, denn ich habe schon einige Bücher z.Bsp. von Khaled Hosseini zu dieser Thematik gelesen. Es ist schwer über diese Welt zwischen Schönheit und Grausamkeit zu schreiben - dass ganze noch für Leser, die zum Großen Teil nicht aus dieser Region kommen und erst lernen müssen zu verstehen. Also Hochachtung vor dem Mut, genau diese Thematik näher bringen zu wollen. Zum Teil hat dies auch gut geklappt, jedoch hat der rote Faden gefehlt und damit der Punkt auf dem I.


    Fazit

    Ein super interessantes Buch für alle die gern über fremde Kulturen und Religionen lesen. In diesem Buch spürt man ganz besonders die Zerrissenheit zwischen den Leben in verschiedenen Ländern - Amerika und Iran. Verpackt in einer Familiengeschichte, in der eine Mutter versucht Ihrer Tochter Ihre Heimat näher zu bringen. Also gutes Buch, aber Vorsicht für alle die bereits in dieser Thematik gelesen haben, mir hat das gewisse etwas gefehlt...

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    M
    Miannavor 19 Tagen
    Kurzmeinung: Eine zu Tränen rührende Geschichte mit viel persischer Atmosphäre - die Geschichte ist jedoch zu wirr.
    Herzerwärmend, aber zu wirr

    Noor reist mit ihrer Tochter zurück in ihre Heimat in den Iran. Enttäuscht und verletzt durch den Betrug ihres Mannes sucht sie Zuflucht bei ihrem Vater Zod. 

    Die Geschichte beginnt ergreifend. Die Gefühle die Noor und ihr Vater Zod trotz der großen geografischen Entfernung teilen sind gut spürbar und zu Tränen rührend. Die Autorin schildert die Beziehung der Beiden mit viel Wärme. 

    Bemerkenswert ist die Atmosphäre, die beim Lesen entsteht. Die Gerüche der fremdartigen Gerichte, die vereinnahmenden Menschen mit ihrer großen Zuneigung zueinander, die Gefahren der Straße - alles wird lebendig. 

    Leider gibt es irgendwann einen Bruch in der Geschichte, ab dem die Entwicklungen nicht mehr so gut nachzuvollziehen sind. Vielleicht ist es zusätzlich zu intensiv, dass das Leben und die Vergangenheit des Vaters so ausführlich beschrieben wird. 

    Eine zu Tränen rührende Geschichte mit viel persischer Atmosphäre - die Geschichte ist jedoch zu wirr.

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    G
    Gisevor 20 Tagen
    Kurzmeinung: hat mich sehr berührt
    Warmherzige Geschichte über eine persische Familie

    Zod wartet jeden Tag auf einen Brief von seiner Tochter, die er vor Jahren nach Amerika geschickt hatte. Es war zu gefährlich geworden für seine Kinder Noor und Mehrdad, das alte Persien hatte sich verändert, es war sicherer für sie, als Jugendliche nach Amerika zu gehen. Nach 30 Jahren nun wird Noor ihn endlich besuchen, mitsamt ihrer Tochter Lily. Noor kehrt zurück in die alte Heimat, muss jedoch nach und nach erkennen, wie viel sich verändert hat. Sie ist frisch getrennt von ihrem Ehemann, der sie mit einer anderen Frau betrogen hat. Was wird die Zukunft ihnen allen bringen?

    Sehr einfühlsam und mit viel Hintergrundwissen erzählt die Autorin Donia Bijan von den Geschehnissen rund um das Café Leila, über vier Generationen der Familie Yadegar: über die russischen Einwanderer, die das Café gegründet und dabei selbst zu Persern geworden sind, über deren Kinder, von denen Zod das Café übernommen und mit viel Herzblut weitergeführt hat, bis hin zu Noor und deren Tochter Lily, die in diesem Sommer zu Besuch kommen. Das Buch selbst scheint nach Zimt und Kardamom und all den feinen Gerüchen der persischen Küche zu riechen, die das Café über Jahre hinweg einhüllen und auch über die schweren Zeiten der Ajatollahs tragen. Wie ein Kokon scheint das Café Leila seine Bewohner zu schützen, doch der Schein trügt, gab es doch schon den Tod von Zods Frau zu verkraften. Sehr gut wird Noors Zerrissenheit gezeigt zwischen den beiden Kulturen, in denen sie steckt, der persischen Kultur ihrer Kindheit wie auch der amerikanischen Kultur, die ihr Erwachsenenleben bestimmte. Sachlich beschreibt die Autorin die heutige Situation in Teheran, so dass der Leser sich sowohl im zeitlichen Rahmen wie auch in den örtlichen Gegebenheiten gut zurechtfinden kann.

    Diese warmherzige Geschichte hat mich sehr berührt, sehr gerne empfehle ich sie weiter und vergebe alle fünf möglichen Sterne.

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    K
    karin66vor 22 Tagen
    Als die Tage nach Zimt schmeckten

    Ich muss zugeben, dass das Buch mich durch sein wunderschönes Cover und den Titel in ihren Bann gezogen haben und ich es so unbedingt lesen musste. Auch der Klappentext klingt vielversprechend. Dieses war mein erstes Werk von der Autorin.

    Das Buch gliedert sich in mehrere Teil und einzelne kurze Kapitel. Der erste Teil gefiel mir noch sehr gut und war einfach zu lesen. Doch danach war ich leider nur noch enttäuscht von dem Buch. Es lässt sich nicht leicht lesen, da viele Sprünge waren, die ich nicht mehr richtig zu ordnen konnte. Auch fehlte teilweise jeglicher Zusammenhang und alles war sehr langatmig. Schade, denn die Idee vom Buch und die Handlung hatte ich interessant gefunden. Es hätte definitiv mehr daraus werden können.

    Zur Geschichte, Noor kehrt nach einer gescheiterten Ehe zu ihrem todkranken Vater nach Teheran zurück, der sie schon sehnsüchtig erwartet hat. Eine Familiengeschichte, die beschreibt, wie die Familie letztendlich wieder zusammenführt.

    Leider hat es das Buch nicht geschafft, mich zu begeistern, ich hatte mir mehr davon erwartet. Schade.

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    Sandra8811s avatar
    Sandra8811vor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Super Buch bis auf einen kleinen langatmigen Teil am Anfang des zweiten Buchdrittels. Iran ist wohl kein Ort an dem ich gern leben möchte
    Beeindruckende Geschichte über eine Familie in Persien

    Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
    Besonders das Cover zog mich magisch an. Außerdem konnte ich bislang mit Persien nichts anfangen und war interessiert daran, mehr über das Leben dort zu erfahren.

    Cover:
    Das Cover zeigt ein Mädchen, dass durch einen Torbogen rennt. Dahinter die Unendlichkeit der Wüste. Das Cover wirkt irgendwie wie ein Abenteuer, hat aber irgendwie etwas Bedrückendes, Einsames an sich. Ich finde es große Klasse!

    Inhalt:
    Zod lebt in Teheran, in dem Café, das schon seinen Eltern gehört hat. Seine Tochter Noor lebt in Amerika und schreibt ihm immer wieder Briefe. Aufgrund einer Affäre ihres Ehemanns hat sich Noor entschlossen, zusammen mit ihrer Tochter Lily eine Auszeit zu nehmen und zu ihrem Vater zu reisen.

    Handlung und Thematik:
    In diesem Buch bekommt man einen erschreckend realistischen Einblick in das Leben von Teheran und den dortigen Rechten von Frauen. Die gezeigten Situationen sind echt erschreckend und gar nicht so abwegig. Der Mittelteil des Buches zog sich ein wenig, aber der Anfang und das Ende waren super mitreißend und regten zum Nachdenken an.

    Charaktere:
    Noor ist eine beeindruckende Persönlichkeit, die leider Probleme hat sich durchzusetzen und für sich einzustehen. Trotzdem konnte ich sie gut leiden. Noch besser fand ich ihre Tochter Lily, die die typischen Verhaltensweisen eines Teenagers zeigte und mir gleich sympathisch war. Die Dynamik und der Umgang der beiden miteinander wurde sehr gut beschrieben.

    Schreibstil:
    Die bildlichen Beschreibungen der Autorin waren super. Bis auf einen Teil des Mittelteils war das Buch mitreißend geschrieben. Die enthaltenen farsischen und spanischen Begriffe bewirkten eine realistische Atmosphäre. Man konnte sich gut in die Situation in Teheran hineinversetzen. Manchmal hätte ich mir eine klarere Abgrenzung der verschiedenen Perspektiven gewünscht, man konnte der Story aber trotzdem gut folgen. Die Kapiteluntergliederung war super, die Kapitel waren nicht zu lang. Bei den einzelnen Teilen war zwischendrin immer wieder das Bild des Torbogens, der leider in der Story nicht direkt vorkam.

    Persönliche Gesamtbewertung:
    Bis auf eine Länge im Mittelteil bin ich begeistert von diesem Buch! Die Handlung war mitreißend und erschreckend zugleich. Wer hier mit einer romantischen Geschichte rechnet wird enttäuscht. Die Charaktere waren gut und die Beschreibungen haben verdeutlicht, wie es (vor allem) Frauen in der heutigen Zeit im Iran geht. Ich empfehle das Buch jedem, der gerne mal einen Einblick in den Iran haben möchte.

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    misery3103s avatar
    misery3103vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Konnte mich nicht komplett überzeugen. Der Mittelteil war mir einfach zu langatmig erzählt.
    Eine Familiengeschichte

    Noor und ihr Bruder werden von ihrem Vater zum Studium in die USA geschickt, da dieser für seine Kinder im Iran keine Zukunft sieht. Noor lebt sich nach anfänglichen Problemen ein, heiratet und bekommt eine Tochter. Von ihrem Mann betrogen, beschließt sie, zusammen mit ihrer Teenagertochter Lily zu einem Besuch nach Teheran zurückzukehren.

    Die Grundidee des Romans finde ich nach wie vor toll. Dieses Aufeinandertreffen zweier Kulturen. Noor, die mittlerweile in den USA angekommen ist, ihre Tochter Lily, die noch nie im Iran war, und Zod, der nach wie vor sein Leben in Teheran führt. Zuerst gefiel mir das Buch auch sehr gut und ich war gespannt, wie die Familienzusammenführung gelingen würde. Leider fand ich den Mittelteil des Buches sehr lang und zu ausführlich. Ich musste mich wirklich zwingen, die Geschichte weiterzulesen, wozu ich – für meine Verhältnisse – sehr lange gebraucht habe. Zum Schluss hin wird das Buch dann zwar wieder interessanter, aber auch das reißt es für mich nicht raus.

    Dabei ist die Familiengeschichte durchaus interessant und gibt sehr viel her, auch Noor und Lily und vor allem Zod sind mir als Charaktere sehr sympathisch. Noors Erinnerungen an ihre Kindheit und viele schöne und nicht so schöne Ereignisse fand ich auch sehr gelungen, doch dann schwelgt die Autorin seitenweise in den Gerüchen der Stadt, den Gewürzen, Gerichten usw. Zunächst fand ich auch das interessant, aber auf Dauer hat es mich nur noch gelangweilt.

    Insgesamt kein Buch, das ich weiterempfehlen würde. Nett, aber nicht mehr.

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    Lesenisttollvor 2 Monaten
    Gegensätzliche Kulturen

    Die achtzehnjährige Noor und ihr Bruder werden vom verwitweten Vater zum Studium in die USA geschickt, weil er für sie in ihrem Heimatland Iran keine Zukunft sieht. Obwohl es am Anfang sehr schwer für sie ist, lebt Noor sich gut ein, heiratet und bekommt eine Tochter. Jahre später findet Noor ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag heraus, dass ihr Mann sie betrügt. Daraufhin beschließt sie, mit ihrer Tochter Lily, inzwischen ein Teenager, für einen Besuch nach Teheran zurückzukehren, wo ihr Vater Zod immer noch ein Restaurant, das Café Leila, betreibt.
    Lily ist alles andere als begeistert von dem Gedanken, Kalifornien für den Sommer zu verlassen und will zunächst nichts von der fremden Kultur und den ihr unbekannten Menschen wissen. Für Noor tauchen Kindheitserinnerungen auf, schöne und weniger schöne. In diesem zweiten Teil des Romans schwelgt die Autorin seitenweise in Rezepten, Gewürzen und Gerüchen und manche des Szenen gleiten ein wenig ins Kitschige ab. Hier wäre definitiv weniger mehr gewesen. Ich habe mich durch diese Seiten gequält und war kurz davor, das Buch wegzulegen.
    Doch dann wird die Handlung wieder interessanter. Wir erfahren die schlimmen Umstände von Noors Mutters Tod und dass es um die Gesundheit des Vaters nicht zum Besten steht. Zum Ende des Romans nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung. Alles in allem ein Roman, den man lesen kann, aber nicht unbedingt lesen muss. Ich hatte mir jedenfalls mehr davon versprochen.

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    sydneysider47vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein faszinierendes und interessantes Buch, das mir einige Einblicke in das Leben und die Kultur des Iran verschaffen konnte.
    Faszinierend und farbenprächtig

    Das Buch „Als die Tage nach Zimt schmeckten“ habe ich während eines Urlaubsaufenthalts gelesen. Wie mir das Buch gefallen hat, liest man jetzt.

    Worum geht es?

    Noor ist Iranerin, aber lebt schon seit Jahren in San Francisco (USA). Sie hat dort einen Job als Krankenschwester in einem Krankenhaus. Ihr Mann, der Arzt Nelson, arbeitet ebenfalls dort. Die Ehe läuft gut, die beiden haben eine Tochter, namens Lily, die im Teenageralter ist.

    Doch eines Tages überrascht Noor ihren Mann mit einer anderen Frau. Das ist für Noor ein No-Go, sie sieht ihre Ehe mit Nelson am Ende und kündigt auch den Job im Krankenhaus. Spontan beschließt sie, mit Lily über die Sommerferien nach Teheran (Iran) zu fliegen, um ihren Vater Zod zu besuchen. Dieser hat dort ein Café, das sich schon seit Jahren unter den Einheimischen großer Beliebtheit erfreut.

    Noor versucht, in ihrer Heimat auf andere Gedanken zu kommen. Außerdem leidet ihr Vater an Krebs und sie will ihn so lange betreuen, wie sie es kann.

    Lily hat Probleme im Iran. Da ist zuerst einmal die Sprache, die sie nicht beherrscht. Ein einheimischer Junge, namens Karim, bringt ihr ein paar Wörter und Redewendungen Persisch bei.

    Außerdem hat Lily Probleme, sich ihrem Großvater Zod zu nähern. Das gelingt aber mit der Zeit, dennoch vermisst Lily viele Annehmlichkeiten, die die USA zu bieten hat, die im Iran allerdings immer noch fehlen.

     

    Meine Meinung:

    Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit geschrieben. Sofort bin ich als Leserin mittendrin in der Handlung. Noor ist die Hauptperson. Noor, die versucht, im Iran am Ort ihrer Kindheit zu vergessen, dass ihr Mann sie mit einer anderen Frau betrogen hat.

    Noor ist sympathisch, ihr Vater Zod auch. Lily sträubt sich zuerst gegen diese ganz andere Kultur – als Leserin kann ich das nachvollziehen. Lily ist Amerikanerin, sie war noch nie im Iran.

    Die Autorin hat alles in einer faszinierenden und bildhaften Sprache verfasst, die ich sehr gerne gelesen habe. Die Einblicke in die Vergangenheit sind ebenfalls sehr mitreißend geschildert. Besonders der Grund, warum Noors Mutter Pari nicht mehr am Leben ist, hat mich sehr berührt.

    Man will als Leserin wissen, ob Noor wieder zurückkehren wird in die USA und ob es noch eine Chance gibt für sie und Nelson.

    Im letzten Viertel hatte ich einige Probleme mit dem Buch – auf einmal wurde für mich die Handlung in vieler Beziehung nicht nachvollziehbar. Manche Handlungsstränge wirkten mir zu konstruiert. Das hat mich gestört – auch wenn der Schluss unvorhersehbar war für mich – was ja wieder für das Buch spricht.

    Weiterhin störte mich, dass der Iran meistens zu schön und zu harmlos dargestellt wird. Spätestens seit „Nicht ohne meine Tochter“ von Betty Mahmoody weiß man doch, dass es im Iran nicht nur eine interessante Kultur und Geschichte, gute Speisen und Zimt gibt, sondern die Frauen gegenüber den Männern in der Gesellschaft viel schlechter gestellt sind. Gegen Schluss gibt es eine Episode in dem Buch, die zeigt, was Frauen im Iran passieren kann und wie ihre Umgebung damit umgehen kann  – jedoch ist mir das alles zu wenig.

     „Als die Tage nach Zimt schmeckten“  ist für mich ein faszinierendes und interessantes Buch, das mir einige Einblicke in das Leben und die Kultur des Iran verschaffen konnte.

    Da ich im letzten Viertel das Buch nicht mehr ganz „rund“ fand und diverse Tatsachen mir einfach als „zu schön“ dargestellt wurden, ziehe ich einen Stern in der Gesamtwertung ab.

    Ich vergebe vier Sterne  und empfehle das Buch weiter.

     

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    dumbelinevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr atmosphärisch, schön detaillierter Schreibstil, doch leider lässt die Handlung zu wünschen übrig
    Rührend, aber fehlende Handlung

    "Als die Tage noch nach Zimt schmeckten" von Donia Bijan ist eine schöne Geschichte über Kultur, Heimat, Zugehörigkeit, aber auch über Abschied und die Grausamkeiten des Lebens. Donia Bijans Schreibstil ist außergewöhnlich und lässt einen in das Geschehen mit eintauchen. Wie der Titel bereits verkündet, greift dieses Buch auf den Geruchs- und Geschmackssinn zurück und das zieht sich durch das ganze Buch und lässt das Ganze sehr lebendig wirken. Man kann sich richtig in das Café Leila hineindenken. Die Chronologie des Buches ist ein wenig durcheinander, da es erst mit der Gegenwart beginnt, aus verschiedenen Perspektiven, dann die Lebensgeschichte Zods und dann wieder in die Gegenwart springt. Der Rückblick in die Vergangenheit ist allerdings sehr interessant und lässt einen verstehen, wie wichtig Heimat ist. Als Noor und ihre Tochter Lily in Noors ehemaliger Heimat Teheran ankommen, beginnt für sie beide eine schwierige Zeit. Donia Bijan gelingt es sehr gut, die Schwierigkeiten darzustellen, die sich ergeben, wenn zwei Kulturen aufeinander treffen. Besonders interessant ist Lilys Sicht, da sie noch ein kleines Kind ist und viele der Ungerechtigkeiten nicht versteht und auch nicht akzeptieren will. Viele Stellen im Buch waren sehr rührend und beängstigend zugleich, da sie der Wahrheit sehr nahe kommen. 
    Das Manko dieses Buches allerdings ist die fehlende Handlung. Es gibt kein wirkliches Ziel, das die Figuren erreichen wollen oder das die Autorin anstrebt. Es passieren Dinge, doch man weiß nicht, inwiefern die etwas zur Handlung beitragen. Es ist beinahe eine Biographie über Zod und auch Noor, allerdings fehlt hier etwas. Erst am Ende wird einigermaßen das übergeordnete Ziel deutlich, und zwar, dass Noor genau wie ihr Vater es damals tat, ihre Heimat nicht verlässt. 
    Man hätte den inneren Prozess, der da in Noor vorging, viel besser ausbauen können und so käme diese Entwicklung nicht aus dem heiteren Himmel. Das ganze Buch hinweg hätte man sich nicht vorstellen können, dass Noor ihre Tochter verlässt, doch genau das passiert am Ende und ist meiner Meinung nach unpassend. 
    Dennoch war es ein sehr rührendes Buch, das sich gerade durch den detaillierten Schreibstil auszeichnet und einen in eine unbekannte Welt mitnimmt.

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    Kristall86s avatar
    Kristall86vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: 5 Sterne sind zu wenig....Einer der schönsten und sinnlichsten Romane die ich je gelesen habe! Ein absolutes Higlight 2018!
    Eine persische Familie findet sich

    Es ist Frühling in Teheran und Zod wartet wie jeden Tag in seinem Glyzinienhof vor dem Café Leila sehnsüchtig auf den Postboten. Er hofft das er wieder einen Brief von seiner Tochter Noor erhält. Und diesmal hat er Glück! Noor kommt mit ihrer Tochter Lilie aus den USA zu Besuch. Es ist ein trauriger Anlass, denn Zod ist schwer krank. Für Noor nicht nur die Gelegenheit ihren Vater zu pflegen, sondern auch vor ihrer kaputten Ehe zu fliehen. Sie kehrt in ihre Heimat zurück die voller Wiedersprüche ist, in der Schönheit und Gewalt nebeneinander leben und existieren. Als sie das Café Leila wieder betritt, taucht sie in das frühere Leben ein, in dem ihr Vater der beste Gastgeber überhaupt war, die wunderschönsten und leckersten Speisen serviert wurden und der Duft der Gewürze die Menschen einfach nur verzaubert hat. Aber die Krankheit von Zod überschattet alles... Donia Bijan hat in meinen Augen ein Meisterwerk geschrieben! Dieser Roman steckt nicht nur voller gefühlvoller und sinnlicher Anekdoten sondern strotz nur so vor persichem Lebensgefühl. Ab der ersten Seite wird man stiller Begleiter in der Familie Yadegar. Wir wechseln zwischen den USA und dem Iran. Länder die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jeder der Protagonisten erfährt eine unheimlich genaue Analyse und wird dadurch sehr durchsichtig und klar dargestellt. Die zarte Steigerung der Geschichte, nämlich die Reise von Noor und ihrer Tochter Lilie in Noors alte Heimat, wirkt unheimlich gefühlvoll und mit Bedacht gewählt. Das sich daraus ergebende Leben und die neue-alte Gefühlswelt runden die Geschichte wohlig ab. Die Beschreibungen des Café Leilas wirken so stimmig das man sofort dort Gast sein möchte und sich mit den persischen Leckereien verwöhnen lassen möchte. Diese Detailgenauigkeit hat zur Folge, das nicht nur ein Kopfkino entsteht sondern auch ein gewisser Duft beim Lesen in der Luft liegt. Ich habe für dieses Buch sehr lange gebraucht. Warum? Ich wollte es mit allen Sinnen genießen und habe es bewusst heraus gezögert zum Ende zu kommen. Der Schreibstil ist so klar und fein das man regelrecht abtaucht und die Umgebung um einen herum vergisst. Dieses Buch vermittelt eine ganz besondere Geschichte und ein Lebensgefühl das mir bislang immer zu exotisch war. Bijan hat mir dieses Land auf eine ganz besondere Weise näher gebracht. Die Geschichte verdient mehr als nur 5 Sterne. Sie ist gefühlvoll, sinnlich, melancholisch, traurig, stark, wortgewaltig, bildgewaltig und einfach nur berührend gewaltig. Dieses Buch ist ein absolutes Lesehighlight 2018! Ich danke NetGalley und dem Verlag für das kostenlose Leseexemplar!

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