Die dunkle Stunde der Serenissima

von Donna Leon 
4,0 Sterne bei171 Bewertungen
Die dunkle Stunde der Serenissima
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Anna_Schmitzs avatar

Ein weiterer Rückblick in die italienische Geschichte mit einem Anklang von Kritik auf die Geschichtsaufarbeitung

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Etwas zäh...

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Inhaltsangabe zu "Die dunkle Stunde der Serenissima"

Eine von Paolas Studentinnen erkundigt sich bei Brunetti nach Möglichkeiten, die Ehre ihres Großvaters wiederherzustellen. Das Verbrechen liegt Jahre zurück, und so misst Brunetti der Frage zunächst wenig Bedeutung bei – bis Claudia Leonardo erstochen in ihrer Wohnung aufgefunden wird.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257231816
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:01.05.2012
Das aktuelle Hörbuch ist bei DHV Der HörVerlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    CelinaSs avatar
    CelinaSvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Über Brunetti zu lesen macht einfach immer wieder Spaß!
    Brunetti und Italiens Vergangenheit

    Mir macht es immer wieder Spaß, Bücher über Commissario Brunetti zu lesen.
    Das liegt zum einen daran, dass ich hier das Gefühl bekommen, ein sehr authentisches Buch in den Händen zu halten. Das hängt zum einen mit der oft eintönigen Ermittlungsarbeit von Brunetti zusammen. Man kann sich vorstellen, dass es genau so abläuft: der oft recht gemütliche italienische Polizeiapparat, die nicht immer ganz gesetzestreue aber sehr zuverlässige Sekretärin und der Commissario, der oft ein bisschen idealistisch wirkt und sich doch nicht von den Desillusionierungen, die sein Beruf mit sich bringt, unterkriegen lässt.
    Zum anderen bekomme ich hier das Gefühl, einen Einblick in die italienische Kultur, die Menschen und ihr Land, zu bekommen. Man spaziert mit Brunetti durch Venedigs Gassen, empört sich mit ihm über die Touristenmassen ("Er hatte den Eindruck, als hätten sich die Körpermaße der amerikanischen Touristen in den letzten paar Jahren verdoppelt", 15% Kindle Edition) und verarbeitet mit ihm die Abgründe der menschlichen Natur. Brunetti ist ein sehr sympathischer Mann, der zwar nie politisch ganz korrekt denkt, manchmal auch nicht so spricht und schon gleich zweimal nicht immer so handelt, aber das macht ihn zum einen auch authentischer und ist zum anderen auch spannend zu lesen. Hinzu kommt bei ihm ein Einfühlungsvermögen, das ich immer wieder erstaunlich finde.
    Als Sahnehäubchen gibt es noch Brunettis Familie obendrauf. Die Streitereien zwischen seinen beiden Kindern sind einerseits wirklich lustig, andererseits mir (als Älteste von vieren) sehr vertraut. Und die Ehe mit Paola finde ich toll dargestellt. Die zwei kennen sich fast in- und auswendig, dennoch überrascht Paola ihn immer wieder und sie zeigen sich ihre Liebe mit kleinen Gesten, die mich jedes Mal berühren. Selbstverständlich gibt es auch hier Streitereien (oder, wie meine Eltern es ausdrücken: "Wir diskutieren!"), aber das gehört nun einmal dazu. Und selbst dabei merkt man noch, wie sehr sie einander schätzen.
    Auch in diesem Buch behandelt Donna Leon wieder ein heikles Thema: den Umgang mit Kunst unter Mussolini. Dabei geht es nicht nur um die sogenannte "entartete Kunst", sondern auch um Profithaie, die sich die Not von Juden und anderen Unterdrückten zum Vorteil gemacht haben und wertvolle Kunstwerke unter Wert aufgekauft haben. Das dies immer noch ein äußerst wunder Punkt der italienischen Geschichte ist, ebenso wie die Aufarbeitung der eigenen braunen Vergangenheit, merkt man in den Gesprächen, die Brunetti mit Zeitzeugen führt.
    Donna Leon hat die Thematik auf sehr eindrückliche Weise dargestellt und mich oft nachdenklich gemacht. Ich habe aus der Geschichte den Eindruck gewonnen, das der Faschismus in Italien offenbar nie wirklich "ausgestorben" ist. Und das die Italiener offenbar eine ganz andere Form der Vergangenheitsbewältigung gemacht haben, als dies in Deutschland der Fall war - nämlich Verdrängung. Brunettis Stiefvater, dessen Familie vor Mussolini ins Ausland geflohen war, sagt einmal über die Deutschen: "Spätestens nach dem Ende der Nürnberger Prozesse hätten die Alliierten ihnen ihre Vergangenheit bestimmt nicht mehr unter die Nase gerieben. Aber die Deutschen beschlossen von sich aus, Vergangenheitsbewältigung zu betreiben, wenigstens bis zu einem gewissen Grad. Wir haben das nie getan [...]." Das hat mich besonders nachdenklich gestimmt, denn ich habe so noch nie darüber nachgedacht. Im Geschichtsunterricht wurde diese Vergangenheitsbewältigung als etwas dargestellt, das von den Alliierten kam. Nicht dass das etwas schlechtes wäre. Aber vielleicht zeigt der Unterschied zwischen Italien und Deutschland, der in Die dunkle Stunde der Serenissima gegeben wird, auch auf, welchen Weg Deutschland nach dem Krieg hätte nehmen können. Und ob wir damit wirklich glücklich wären ...?

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    engineerwifes avatar
    engineerwifevor 3 Jahren
    Ich bin und bleibe Brunetti Fan ...

    In seinem elften Fall muss sich Commissario Brunetti mit einem heiklen Thema auseinander setzen. Was mit der harmlosen Frage einer Schülerin an seine Frau Paola beginnt, zieht schnell Kreise bis in die Zeit des Faschismus unter der Machtherrschaft Mussolinis in Italien. Auch die schöne Stadt Venedig, mit Beinamen Serenissima genannt, wurde unter ihr in dunkle Machenschaften gezogen, und die Gier der Menschen machte auch in Italien nicht Halt. So mancher Venezianer bereicherte sich auf unrechtmäßige Weise an den Notlagen der Juden und anderen Verfolgten vor und während des zweiten Weltkriegs. Es bleibt im Roman nicht bei dem Mord an Claudia und Brunetti hat wieder schwer zu kämpfen um dem Geheimnis, das zur Auflösung des Falls führen wird, auf den Grund zu kommen.
    Schade, dass die Bücher von Donna Leon zu kurz sind, um gerade solch ernsten und wichtigen Themen die nötige Tiefe zu geben – aber vielleicht macht auch gerade das sie zu kurzweiliger Unterhaltung. Natürlich darf der geschätzte Leser oder Hörer auf wieder dem ein oder anderen leckeren Mahl der Familie Brunetti beiwohnen und auch der Wein Convoisseur kommt natürlich diesmal auf seine Kosten. Ein durch und durch interessanter Fall, der Lust auf mehr Brunetti macht.  

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    Duffys avatar
    Duffyvor 4 Jahren
    Aus den dunklen Zeiten

    Eine junge Frau wendet sich an Brunetti und bittet um Informationen, wie ihr toter und verurteilter Großvater rehabilitiert werden könnte. Etwas später wird sie ermordet. Brunettis Ermittlungen führen in die dunkle Zeit des Faschismus in Italien. Auch dort mussten viele Juden flüchten und sich von ihrem teilweise wertvollen Besitz trennen. Dabei wurden sie von skrupellosen Geschäftemachern hintergangen. Die trifft der Commissario auch, als er den Mörder der jungen Frau sucht.
    Donna Leon greift in ihren Brunetti-Romanen auch immer wieder zu Vorlagen, die einer kritischen Betrachtung standhalten müssen. In diesem Fall hat sie sich eine schwere Zeit und einen finsteren Background ausgesucht. Doch sie scheitert nicht daran, im Gegenteil, sie gibt der Geschichte einen beklemmenden Realismus. Zusammen mit ihrer versierten Art zu schreiben, viel Menschliches einzuflechten, kann man wieder sagen: "Ein echter Leon" und das ist durchweg als ein Kompliment aufzufassen.

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    Scheherazades avatar
    Scheherazadevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Insgesamt ein guter Krimi, mit einem interessanten Thema.
    Brunettis elfter Fall

    Eine von Paolas Studentinnen erkundigt sich bei Brunetti nach Möglichkeiten, die Ehre ihres Großvaters wiederherzustellen. Das Verbrechen liegt Jahre zurück, und so misst Brunetti der Frage zunächst wenig Bedeutung bei – bis Claudia Leonardo erstochen in ihrer Wohnung aufgefunden wird.

    Die dunkle Stunde der Serenissima führt uns in die Zeit Mussolinis und des Faschismus. Denn zu dieser Zeit mussten Jude auch in Italien Angst haben. Viele mussten ihr Hab und Gut unter Preis verkaufen. Nun denkt Claudia Leonardo, dass es bei ihrem Großvater anders war, das er alles legal erworben hat. Deshalb wendet sie sich an Brunetti, doch noch bevor dieser tatsächliche Ermittlungsergebnisse hat, ist sie auch schon tot. Aber warum? Hat es mit früher zutun? Oder mit etwas ganz anderem? Brunetti muss sich nun offiziell mit der dunklen Zeit befassen und muss feststellen, dass diese Zeit in dunklen Ecken noch heute existiert.

    Das Thema ist neu und ich fand es sehr interessant, da ich dachte, dass Raubkunst nur in Deutschland ein großes Thema ist. Aber auch in Italien waren Menschen gezwungen, ihre Wertsachen zu verkaufen.

    Der Fall wird wirklich erst im Laufe des Buches zu einem richtigen Fall, was ich sehr interessant fand.

    In der Zwischenzeit kann sich der Leser an den Gesprächen zwischen Paola und Brunetti erfreuen. Paola wettert über ihre Studenten, die auch nicht mehr so sind wie früher. Alle faul und wollen nicht lernen, bis auf wenige Ausnahmen. Auch das Essen ist natürlich Thema und man kann schon neidisch werden, was dort immer aufgetafelt wird.

    Der Schreibstil von Donna Leon gefällt mir sehr gut. Er lässt einen in die Welt von Venedig eintauchen und eine Seite dieser Stadt erkunden, die man ohne den Insider-Blick der Autorin nie kennen gelernt hätte.

    Insgesamt ein guter Krimi, mit einem interessanten Thema. 4 Sterne von mir.

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    S
    Sunnivor 6 Jahren
    Rezension zu "Die dunkle Stunde der Serenissima" von Donna Leon

    Das Buch hat mir von der Story her ganz gut gefallen, allerdings kannte ich die Verfilmung vorher schon und hatte so verschiedene Szenen und Bilder im Kopf.

    Vom Schreibstil her hat es mir nicht so gut gefallen, daher auch der Punktabzug bei den Sternen. Ich fand es teils etwas kompliziert geschrieben und hatte das Gefühl teilweise etwas verpasst zu haben. Es wurde teilweise von etwas gesprochen, als wäre es schon bekannt, ich konnte mich aber nicht draran erinnern oder aber anders dran erinnern.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die dunkle Stunde der Serenissima" von Donna Leon

    Der elfte Fall von Commissario Brunetti hat mich leider nicht überzeugt. Aber mittlerweile ist es bei dieser Krimiserie so, dass ich bei jedem neuen Fall das schöne Gefühl habe alte Bekannte zu treffen und daher werde ich auch die zukünftigen Fälle sicher irgendwann lesen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die dunkle Stunde der Serenissima" von Donna Leon

    Die Bibliothek ist diesmal der Schlüssel zur Lösung des Falls. Gelungen, "sehr gut" Donna Leon.

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    Bücherwurms avatar
    Bücherwurmvor 9 Jahren
    Rezension zu "Die dunkle Stunde der Serenissima" von Donna Leon

    Gähn. Langweilig wie auch die ersten Bücher. Farblose Personen, keinerlei Hintergrundgeschichten, noch irgendetwas, was fesseln könnte. Brunetti wie immer in völlig langweiliger Ehe, keinerlei Dramatik, einfach entsetzlich. Ich denke, ich spare mir die weiteren unzähligen Bücher, es ist Zeitverschwendung!!!

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    Anna_Schmitzs avatar
    Anna_Schmitzvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein weiterer Rückblick in die italienische Geschichte mit einem Anklang von Kritik auf die Geschichtsaufarbeitung
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    plins avatar
    plinvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Etwas zäh...
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