Lasset die Kinder zu mir kommen

von Donna Leon 
3,7 Sterne bei120 Bewertungen
Lasset die Kinder zu mir kommen
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Positiv (77):
Igelmanu66s avatar

Gelungener Krimi der ruhigen Art. Sensible Themen und viel Stoff zum Nachdenken.

Kritisch (9):
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lau und moralinsauer

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Inhaltsangabe zu "Lasset die Kinder zu mir kommen"

»Lasset die Kinder zu mir kommen, und wehret ihnen nicht« – so steht es in der Bibel. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Bambini sind knapp, auch im kinderlieben Italien. Was ist geschehen, wenn schwerbewaffnete Carabinieri die Wohnung eines Kinderarztes stürmen und ihm sein 18 Monate altes Baby entreißen? Brunetti gibt keine Ruhe, bis er die Hintergründe kennt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257231861
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:01.05.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.05.2008 bei Diogenes erschienen.

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    Igelmanu66s avatar
    Igelmanu66vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Gelungener Krimi der ruhigen Art. Sensible Themen und viel Stoff zum Nachdenken.
    Eine herzlose Bestie

    »Einer der Aspekte, die Brunetti insgeheim seit jeher an den antiken Dichtern und Denkern bewundert hatte - und derentwegen er sie wieder und wieder las -, war die scheinbare Leichtigkeit, mit der sie ihre moralischen Urteile fällten. Richtig oder falsch; schwarz und weiß. Ach, was für unbeschwerte Zeiten!«

     

    Gerade hat Kinderarzt Gustavo Pedrolli noch seinen kleinen 18 Monate alten Sohn Alfredo gewickelt, mit ihm gespielt und ihn ins Bett gebracht. Gerade noch lag er selber wach und dachte glücklich daran, dass der Kleine ihn erstmals "Papa" genannt hat... Von einem Moment auf den anderen ist es mit diesem Idyll vorbei. Eine Einheit von Carabinieri stürmt die Wohnung, schlägt Pedrolli nieder und nimmt den kleinen Alfredo mit. Eine unglaubliche Tat, die sich einem zunächst nicht erschließt. Als Commissario Brunetti versucht, die Hintergründe zu erfahren, stößt er auf Schweigen, sowohl von Seiten der Carabinieri als auch bei dem krankenhausreif geprügelten Pedrolli, der seit dieser Nacht kein Wort mehr gesprochen hat. Brunetti bohrt tiefer und stößt auf ein Geflecht aus Bestechung, Korruption und illegalen Aktivitäten...

     

    Dieser Krimi startet schon mal anders als die meisten anderen, nämlich nicht mit einem Mord. Das macht ihn aber nicht weniger spannend, denn der Vater, der seinen geliebten kleinen Sohn verloren hat, kann niemanden kalt lassen. Auch Brunetti und seine Kollegen reagieren höchst emotional auf diesen ungewöhnlichen Fall, Brunetti zeigt sich besonders dünnhäutig, da er ständig an seine eigenen Kinder denken muss. Recht und Unrecht sind hier alles andere als klar verteilt, ich ertappte mich dabei, dass ich noch nach Zuklappen des Buches darüber nachgrübelte. Beim Bohren in Medizinerkreisen werden weitere sensible Themen aufgedeckt, die betroffen machen und zum Nachdenken anregen.

     

    Brunetti mag ich als Charakter sehr. Er hat eine wunderbar trockene Art, seinen eigenen Kopf und ist ansonsten herrlich normal. Weder hat er großartige psychische Probleme, noch ist er geschieden, gesundheitlich beeinträchtigt oder alkoholabhängig. Entsprechend beschäftigen ihn – abgesehen von seiner Arbeit – ganz normale und alltägliche Dinge, die jeder so oder so ähnlich kennt. Ich finde so einen „normalen“ Charakter zwischendurch sehr erholsam!

     

    Das Szenario gefiel mir ebenfalls sehr - die Beschreibungen Venedigs verursachen bei mir regelmäßig spontane Reiselust - und die diversen eingestreuten italienischen Begriffe runden das Bild ab. Wer das Land und die Sprache liebt, bekommt beim Lesen häufig Grund zur Freude… 

    »In anderen Kulturen hätte man Giuliano Marcolini vielleicht einfach als dick bezeichnet. Den Italienern hingegen, deren Sprache so reich an Beschönigungen ist, galt ein Mann wie er als "robusto".«

     

    Fazit: Gelungener Krimi der ruhigen Art. Sensible Themen und viel Stoff zum Nachdenken.

     

    »Das Gesetz ist eine herzlose Bestie, Lorenzo.«

    Kommentare: 6
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    UteSeiberths avatar
    UteSeiberthvor 4 Jahren
    Sensibles Thema um eine Kindesentführung

    Ein gutsituierte italienisches Ärzte-Ehepaar adoptiert ein Kind mit unlauteren Mitteln.Mir gefällt in diesem Roman besonders die warmherzige Art Brunettis, wie er diese sensible Sache löst.Seine menschliche Art macht mir Appetit auf weitere Bücher von Donna Leon.

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    Bambelinos avatar
    Bambelinovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: So la la ...
    So la la ...

    "Lasset die Kinder zu mir kommen, und wehret ihnen nicht" - so steht es in der Bibel. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Bambini sind knapp, auch im kinderlieben Italien. Was ist geschehen, wenn schwerbewaffnete Carabinieri die Wohnung eines Kinderarztes stürmen und ihm sein 18 Monate altes Baby entreißen? Brunetti gibt keine Ruhe, bis er die Hintergründe kennt.

    Mein erstes Buch von Donna Leon :-)
    Bisher habe ich nur die Filme gesehen, die mir immer ganz gut gefallen haben.


    Für Geschichtsliebhaber ist dieses Buch garantiert interessant, da Donna Leon gern auf die Geschichte Venedigs ausweicht. Mir fehlte allerdings ein bisschen die Spannung und das Ende habe ich mir auch etwas interessanter erhofft.
    Trotzdem ließ es sich sehr angenehm lesen :-)

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    WildRoses avatar
    WildRosevor 6 Jahren
    Rezension zu "Lasset die Kinder zu mir kommen" von Donna Leon

    Ich habe schon mehrere Brunetti-Romane der Autorin angefangen, diese aber immer nach einigen Seiten weggelegt, da der Erzählstil mir nicht gefiel. "Lasset die Kinder zu mir kommen" wurde mir empfohlen, was auch der Grund dafür war, dass ich den Roman ausgelesen habe. Anfangs fiel es mir sehr schwer, in die Geschichte hineinzukommen. Es kommen ja doch einige verschiedene Personen vor, und ich brachte die italienischen Namen gelegentlich durcheinander, was mir sonst eigentlich kaum je passiert. Die Geschichte an sich fing sehr vielversprechend an: spannend, emotionsgeladen, aktuelles Thema. Doch dann plätscherte die Sache nur noch recht seicht vor sich hin. Über Themen, Entwicklungen in der Ermittlung, und die Gefühle der Beteiligten hätte manchmal noch viel mehr geschrieben und viel genauer eingegangen werden können. Es war sehr gewöhnungsbedürftig für mich, ein Buch zu lesen, in dem es wirklich so extrem rasant zugeht.
    Zwar wurden immer wieder Themen angeschnitten, die äußerst interessant sind, beispielsweise Fertilitäts/Fruchtbarkeitsprobleme und moralische Aspekte illegaler Adoptionen, Kinderwunsch etc... Doch wurden diese Themen dann rasch wieder fallen gelassen und auch die Auflösung fand ich nicht gerade fesselnd.
    Wer Brunetti-Romane mag, wird diesen hier sicherlich mögen. Schlecht ist das Buch ja auch nicht, mir war es nur einfach zu kurz und ich fand es nicht spannend und überzeugend genug.

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    WinfriedStanzickvor 7 Jahren
    Rezension zu "Lasset die Kinder zu mir kommen" von Donna Leon

    Wenn man auf gnadenlose Spannung aus ist, auf spektakuläre Fälle mit Action und Thrill, dann sollte man schon seit langem nicht mehr zu Donna Leons Büchern greifen. Was andere Rezensenten vielleicht als langweilige, sich hinziehende Handlung kritisieren, ist bei Donna Leon und ihrem Venediger Commissario Guido Brunetti einfach das schlichte Leben, das sich Tag für Tag oft ohne große Unterschiede dahin zieht, wo sich in einer stabilen Ehe und Familie nicht jedes Jahr etwas dramatisch verändert und wo die Kriminalfälle unspektakulär und dennoch nicht alltäglich sind.

    Was man allerdings zunehmend langweilig finden mag, ist die Tatsache, dass die Protagonisten der Bücher, der Commissario und seine Familie, sein Chef Patta, die nach wie vor wie mit einem Kunstleben ohne Alltag ausgestattete Signorina Elettra und sein sympathischer Kollege Vianello so gar nicht reifen. Es scheint, als hielte Donna Leon sie seit einem Jahrzehnt auf dem gleichen Alter und ließe nur die Geschichten, die sie erfindet, jeweils ganz aktuell sein. Viele Krimiautoren tun das, aber es macht die zu Anfang noch lebendigen Figuren mit jedem Buch mehr statisch und sie agieren ohne jede Veränderung. Und die gibt es schon. Das mag jeder einsehen, wenn er sein eigenes Leben der letzten zehn Jahre Revue passieren lässt.

    Die Geschichte, um die es geht, reißt das neue Buch von Donna Leon wieder einmal heraus. Brunetti wird in seinem neuen Doppelfall" mit der auch in der Realität immer dubioser werdenden Machenschaften von Kinderhändlern und Leihmüttergeschäften mit Frauen aus dem Ostblock konfrontiert und kommt gleichzeitig einem groß angelegten Betrugsmanöver von Apothekern auf die Spur. Doch der Apotheker, um den es hauptsächlich geht, hat noch ganz andere Macken, mit denen er, scheinheilig und vor seinem Gott in Reinen, Menschenleben zerstört, indem er vor sich selbst vorgibt, sie zu retten vor dem Bösen und der ewigen Verdammnis.

    Donna Leons Bücher sind eine Lektüre für die Fans. Menschen, die diese Figur Brunetti lieb gewonnen haben, und denen es überhaupt nichts aus macht, dass er weder zu altern scheint, noch größere Lebenskrisen kennt. Ja, vielleicht ist es genau das, was ihn so anziehend macht.

    Doch es bleibt der bedauernswerte Spalt zwischen den sehr aktuellen und drängenden sozialen und politischen Themen, die Leon immer wieder anschneidet und behandelt, und dem statischen, fast wächsernen Leben seiner Protagonisten.

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    Duffyvor 7 Jahren
    Rezension zu "Lasset die Kinder zu mir kommen" von Donna Leon

    Brunettis sechzehnter Fall und ganz ohne Leiche, dafür aber mit einem sozial brisanten Thema, derer sich Donna Leon in ihrem Werk öfters annimmt. In diesem Fall geht es um Kinderhandel. Ein Kinderarzt und seine Frau werden in der Nacht von Carabinieri aus dem Schlaf geholt und ihr 18 Monate altes Kind wird "konfisziert", weil es aus einem illegalen Kinderhandel stammen soll. Für Brunetti beginnt nicht nur die Jagd nach den wahren Hintergründen und Beteiligten, sondern auch die Beschäftigung mit so oft missbrauchten Werten wie Moral und menschliche Ästhetik.
    Donna Leon lässt ihren sensiblen Familienmenschen Brunetti auch durch einen Irrgarten seiner moralischen Ansichten und Pflichten gehen. Mit viel Feingefühl lässt sie in ihn diesem Schattenreich auch Legalität, Illegalität und Grauzonen ermitteln. Das ganze Thema kommt ohne plakatives Brimborium aus und ist dem heiklen Thema angemessen umgesetzt. Sicher einer der besten und eindringlichsten der Brunetti-Reihe, die immer wieder durch ihre angenehme Menschlichkeit überzeugen kann.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Lasset die Kinder zu mir kommen" von Donna Leon

    Eien nette Ferienlektüre

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    Chrisuvor 8 Jahren
    Rezension zu "Lasset die Kinder zu mir kommen" von Donna Leon

    Die Carabinieri dringen in die Wohnung von Dr. Gustavo Petrolli ein und bedrohen ihn, seine Frau und vor allem seinen Sohn. Dr. Petrolli wird dabei schwer verletzt und muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Und hier kommt Commissario Brunetti ins Spiel. Ein Bürger Venedigs wird erheblich verletzt und er setzt seine ganzen Beziehungen ins Spiel um herauszufinden, was hinter den Anschuldigungen der Carabinieri steht und wer dafür verantwortlich dafür ist, dass die ganze Misere ans Licht kommt. Dieses Buch von Donna Leon war um einiges besser, als der 15. Fall von Commissario Brunetti. Nur hat mir irgendwie beim Schluss gefehlt, was aus dem Kleinen geworden ist.

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    Dani1046s avatar
    Dani1046vor 8 Jahren
    Rezension zu "Lasset die Kinder zu mir kommen" von Donna Leon

    Wer Donna Leon kennt, weiß, dass sie in ihren Büchern immer brisante und gesellschaftskritische Themen aufgreift. In ihrem sechzehnten Brunetti-Krimi thematisiert sie das illegale Geschäft mit Kindern, bei dem es nur Verlierer geben kann.
    Als eine Razzia der Carabinieri bei einem Kinderarzt, dem man derartige Adoptionen von Babys vorwirft, aus dem Ruder läuft und dieser dabei schwer verletzt wird, beginnen Commissario Brunetti und Inspektor Vianello zu ermitteln.
    Mit ihren unkonventionellen Methoden bringen die Beiden mit Hilfe von Signorina Elettra Licht ins Dunkel.
    Wer literarische Krimis mag, die noch dazu in Venedig spielen, für den sind die Krimis von Donna Leon genau das Richtige.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Lasset die Kinder zu mir kommen" von Donna Leon

    Eine gute durchflochtender Krimiroman von Donna Leon, die das Flaire von Venedig, wie in nahezu jedem ihrer Bücher hinzu fügt, was das Lesen ihrer Bücher sehr in eine Fanatasie von Venedig, die Stadt der Känale und Brücken, verträumen läßt. Den einen Tag, den ich in Venedig verbrachte, erlebe ich beim Lesen ihrer Krimiromane jedes Mal neu, wobei ich mich dann immer frage, warum ich das geschriebene nicht selbst, mit eigenen Augen, erlebt habe und komme dem beim Lesen dann ziemlich nahe. Apothekenüberfälle oder den Überfall auf den Arzt und seine Frau.
    Sehr gut gelungene Fortsetzung der Brunetti-Fälle.

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