Donna Leon Tierische Profite

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Inhaltsangabe zu „Tierische Profite“ von Donna Leon

Ein toter Mann, der von niemandem vermisst wird, weder von den Venezianern noch von Touristen. Und ein teurer Lederschuh am Fuß dieser Leiche. Brunetti muss all seine Menschenkenntnis aufbieten und sein ganzes Kombinationstalent, um diesen Fall zu lösen, der ihn bis aufs Festland nach Mestre führt.

Brunetti wird langsam alt.

— ANATAL

Die Geschichte an sich ist gut geschrieben, es liest sich gut und flüssig. Ein Buch welches ich durchaus empfehlen kann.

— Bonbosai

Ein - wie immer - toller Brunetti!!

— daneegold

Beim Lesen beschlich mich ein seltsames Gefühl:Nostalgie.Wenn auch nur etwas Brunetti in ihr steckt, ist Donna Leon ein wundervoller Mensch.

— Krinkelkroken

Der 21. Fall und es ist spannend und schön zu lesen wie eh und je.

— Nil

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    Tierische Profite

    Bonbosai

    27. February 2016 um 13:12

    Die Geschichte an sich ist gut geschrieben, es liest sich gut und flüssig. Ein Buch welches ich durchaus empfehlen kann. Daß dieses Buch bereits der 21 Teil der Commissario Brunetti-Reihe war, erschien mir im Moment aber nicht als großes Problem, es als mein erstes Buch zu lesen. Es störte mich ebenfalls nicht, daß ich einige der Titel bereits als Film gesehen habe,  im Gegenteil das Gesicht des Schauspielers Uwe Kockisch paßt sehr gut zu den Beschreibungen im Buch,  ich sah ihn immer vor mir und hörte beim Lesen der von ihm gesprochenen Worte sogar seine Stimme im Hinterkopf. Auch Elettra und Paola Brunetti sowie des Chefs Patta  werden super von den Schauspielern wieder gegeben, die Gesichter und Charaktere passen wunderbar zu den Beschreibungen im Buch.

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  • Ich hab's doch gewusst!!!

    Tierische Profite

    MissJaneMarple

    Inhalt: In einem Kanal in Venedig wird ein Toter gefunden. Bald ist klar es war Mord. Brunetti nimmt die Ermittlungen auf und stößt dabei bald auf Habgier und tiefe Abgründe. Gemeinsam mit Vianello geht er bis an die Grenzen des Erträglichen, als er in einem Schlachthof ermitteln muss. Meinung: Nach dem ziemlich enttäuschenden zwanzigsten Fall, bin ich diesmal wieder restlos begeistert.  Dieser Fall hat wieder alle Erwartungen erfüllt. Einen nachdenklichen Brunetti, der seine Ruhe im Schoße der Familie findet, Paola, die ihn immer wieder erdet, seine Kinder, die stundenlang am Küchentisch debattieren können, Vianello, der immer die Welt verbessern möchte, Signorina Elettra, die schnell mal ein paar Informationen einholt und nicht zu vergessen Vize-Questore Patta, der mehr um seine Stellung und seinen Ruf, als um die Gerechtigkeit besorgt ist. Donna Leon entführt in diesem Fall in die dunklen Tiefen der Fleischindustrie, wo Geldgier und Korruption mehr wert sind, als Gesundheit der und Verantwortung gegenüber den Verbrauchern.  So regt sie auch diesmal, neben dem spannenden Fall, auch zum Nachdenken an. Der Schreibstil ist, wie immer, flüssig und die Charaktere liebevoll gezeichnet Fazit: Wieder ein großartiger Brunetti-Krimi, der durch Fall und Charaktere absolut überzeugt!!! 

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  • Tierische Profite – Donna Leon

    Tierische Profite

    Lesen_ist

    05. September 2013 um 11:10

    Commissario Brunettis 21. Fall Klappentext: Ein toter Mann, der von niemandem vermisst wird, weder von den Venezianern noch von Touristen. Und ein teurer Lederschuh am Fuß dieser Leiche. Brunetti muss all seine Menschenkenntnis aufbieten und sein ganzes Kombinationstalent, um diesen Fall zu lösen, der ihn bis aufs Festland nach Mestre führt. Mehr zur Geschichte: Als im Morgengrauen eine aufgedunsene Leiche im Kanal gefunden wird, ist ein eleganter Lederschuh die einzige Spur, die Brunetti hat. Und eine persönliche Erinnerung: Obwohl die Augen des Toten geschlossen sind, glaubt Brunetti deren Farbe von irgendwoher zu kennen. Aber woher? Seinen Stiernacken verdankt der Tote einer seltenen Krankheit. Doch so erschreckend sein Aussehen, so sanft seine Seele, wie Vianello und Brunetti bei ihren Nachforschungen entdecken. Ein Fall, der bis in den Bauch von Venedig, nach Mestre, führt. Familienleben, Spaziergänge und Einkehren in Bars und Caffès – Brunetti braucht dies mehr denn je in seinem neuesten Fall, der ihm regelrecht auf den Magen schlägt. Meine Meinung: Ein nicht ganz so typischer Brunetti. Am Ende der Geschichte weiß man auch warum aber das werde ich hier nicht verraten. Ansonsten muss ich sagen, dass ich ganz ehrlich überlege Vegetarierin zu werden! Brunetti muss während seiner Ermittlungen einen Schlachthof besuchen. Ein bisschen verliert die Geschichte hier an Glaubwürdigkeit was das Schlachten von Nutztieren angeht. Es gibt Bestimmungen schon seit vielen Jahren und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Schlachthof diese Bestimmungen auf diese Art und Weise einfach umgehen kann. Aber wer weiß … Was ich so liebe an diese Reihe ist immer wieder die bildliche Vorstellung von Venedig. Ich liebe diese Stadt, obwohl sie von Touristen so überlaufen ist, ist die Stadt einfach schön und Donna Leon weiß das zu vermitteln in ihren Brunetti Büchern. Auch die Lebenseinstellung spricht mich an. Zu Mittag nach Hause spazieren um (für meine Verhältnisse) recht üppig zu essen. Alles scheint einfach etwas langsamer, gemütlicher zu laufen, südländisch eben. Auch immer wieder positiv ist, dass niemand stehenbleibt. Die Kinder von Brunetti entwickeln sich immer weiter, der Sohn geht in diesem Band schon zur Universität. Beide Kinder stellen andere Fragen zu Früher, Fragen die ihrem Alter angepasst sind. Auch bei Brunetti merkt man, dass er älter wird, langsamer wird. Er verträgt das was er sehen muss weniger als früher und braucht mehr Zeit um gewisse Umstände oder Anblicke zu verdauen, zu verarbeiten. Der Einzige der meiner Ansicht nach immer gleich ist, ist sein Vorgesetzter Vice-Questore Giuseppe Patta. Er ist immer auf sein Image und auf das Image von Venedig fixiert. Auch hat er immer wieder Skrupel einen Bekannten, reichen Bürger von Venedig zur Rechenschaft zu ziehen. In diesem Fall kommt er zum Glück weniger vor. Was Brunetti so gar nicht leiden kann ist Autofahren, aber dieser Fall führt ihn mehr als einmal ins Mestre und aufs Festland wo er nur mit einem Auto weiterkommt. Man merkt richtig wie unwohl er sich dabei fühlt. Das Thema selbst ist wirklich brisant. Wie schon erwähnt muss Brunetti einen Schlachthof unter die Lupe nehmen. Detailreich werden hier Vorgänge beschrieben die einem dazu anregen nie wieder Fleisch zu konsumieren. Nichts wird verschönt. Sein engster Mitarbeiter, Ispettore Vianello begleitet ihn und ist für Stunden danach nicht wirklich ansprechbar. Signorina Ellettra spielt ihre übliche Rolle als clevere EDV-Hackerin die an der Grenze der Legalität, oder sogar darüber, die nötigen Informationen beschafft. Normalerweise spricht sie äußert selten über ihr Privatleben, aber bei Brunetti macht sie auch diesmal eine Ausnahme. Die Geschichte, der Fall selbst, verläuft recht spannend. Brunetti geht immer wieder wie gewohnt vormittags Kaffeetrinken und Tramezzini essen, spaziert abends ruhig nach Hause um mit der Familie zu Essen, genießt “seine” Stadt. Und dazwischen sinniert er über das Leben und den Fall an dem er gerade arbeitet.  Dieser Fall gefiel mir besser als sein 20. Fall obwohl ich mir etwas schwer getan habe mit der Glaubwürdigkeit. Ansonsten im gewohntem Still von Donna Leon mit logischen, nachvollziehbaren Schlussfolgerungen und Abschluss des Falles.

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  • Fast ein Heiliger

    Tierische Profite

    R-E-R

    26. July 2013 um 22:39

    Während und nach der Lektüre von Donna Leons “Tierischen Profiten” wird so mancher Leser wohl auf den Genuss von Fleisch und Fleischprodukten verzichten. Die blutigen Stellen im Krimi stammen diesmal nicht von menschlichen Opfern grauenvoller Gewaltverbrechen. Brunetti durchwatet sie mit Gummischuhen an der Seite seines getreuen Vianello im Schlachthof von Mestre. Der Mord an einem Veterinärmediziner führt sie dorthin. Was aber hat den für seine Tierliebe bekannten Mediziner dorthin verschlagen, in diese Hölle für Vierbeiner? Die Lektüre eines Falles mit Commissario Brunetti wirkt immer beruhigend. Sei der Inhalt auch noch so abscheulich. Woran liegt das? Vielleicht daran, dass Donna Leon mit dem sensiblen Venezianer eine Figur geschaffen hat, die an das Beste im Menschen appelliert und dabei keine allzu menschlichen Züge vermissen lässt, vor allem im Hinblick auf lukullische Genüsse. “Fast ein Heiliger” um es mit den Worten bzw. einem Buchtitel der Pulitzer Preisträgerin Anne Tyler zu sagen. Der 21. Band beginnt unspektakulär. Ein Toter wird aus dem Kanal gefischt und mehr als sein gewaltsames Ableben sorgt sein Aussehen bei Brunetti für Irritationen. Bis ihn der Pathologe darüber aufklärt, das das Opfer lunter dem sogenannten Madelung Syndrom litt. Einer seltenen (chronisch unheilbaren) Krankheit, bei der sich Fett an bestimmten Körperstellen sammelt. Der Hals des Toten war bereits so breit wie sein Kopf. Trotz dieses außergewöhnlichen Merkmals ist es zunächst nicht möglich ihn zu identifizieren. So beginnt der typische Donna Leon Flair. Brunetti spaziert sinnierend durch seine Heimatstadt. Trinkt Kaffee, isst Antipasti und genießt Weißwein oder Prosecco. Lässt sich mittags und abends wahlweise mit Drei-Gänge-Menüs seiner Frau Paola oder ausgewählter Lokalitäten verwöhnen. Zwischen diesen Wellness Oasen für Gaumen und Seele löst er seine Fälle. Die Ruhe, die er dabei (fast) immer behält, überträgt sich irgendwann auf den Leser. Seine philosophischen Gedankengänge, immer untermalt mit den literarischen Auszügen seiner Lieblingswerke (diesmal Aurel und Aischylos) tragen zudem dazu bei, sich in dem wohligen Gedanken zu gefallen, dass man trotz leichter Lektüre etwas für seinen Intellekt tut. Und nicht nur savoir vivre für den nächsten Italien Urlaub übt. Boshaft ließe sich sagen: Kennt man einen, kennt man alle. Aber gerade das ist wohl das Rezept des Erfolges. Die immer gleiche Routine, alterniert nur durch wechselnde Verbrechen. Es macht nichts, wenn man die Reihenfolge der Bände nicht einhält. Donna Leon bleibt sich und ihrem Brunetti treu. Wer sich also mit den oben genannten Grundzutaten anfreunden kann, dem sei nur gesagt, was es in diesem Band abseits des Verbrechens zu lesen und zu überdenken gibt: Neben dem Geheimnis im Schlachthof u.a. die Überproduktion von Milch, Butter und Käse, fehlgeleitete EU-Subventionen, den üblichen Sumpf in italienischen Behörden, eine Intrige an Paolas Universität, die Arbeitslosigkeit unter italienischen Jungakademikern und den Ausverkauf Venedigs durch den Tourismus. Klingt etwas überladen? Ist es aber keineswegs! Ein Vergleich mit einer guten italienischen Pastasauce drängt sich auf. Je mehr Sahne, desto besser. Vielleicht dauert es manchmal etwas länger bis man sie verdaut hat, aber gut ist sie trotzdem.

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  • Der 21. Fall und es ist spannend und schön zu lesen wie eh und je.

    Tierische Profite

    Nil

    15. July 2013 um 08:58

    Donna Leon ist eine Autorin auf die man sich immer verlassen kann. Sie hat mit „Tierische Profite“ (Beastly Things) den 21. Fall von Commissario Brunetti vorgelegt und ist qualitiativ genauso gut wie alle anderen Fälle. Sie hat die Gabe ein gesellschaftskritisches Thema, einen Mord und das Familienleben vom Commissario so geschickt zu verweben, dass jedes Mal ein spannender Krimi gepaart mit einem guten Roman dabei herauskommt. Nun aber zu diesem Fall. Ein Toter in einem venezianischen Kanal und zunächst weiß keiner wer der Mann ist, der hier erstochen aufgefunden wurde. Das ganze führt dann über die Identität zu einem Schlachthof auf dem Festland und natürlich am Ende des Krimis zum Mörder. Ich muss sagen, dass der Fall nicht sonderlich komplex gestaltet ist, aber auch wenn es etwas ruhiger angeht (die Suche nach der Identität nimmt mindestens das erste Romandrittel ein) ist es definitiv lesenswert für alle die nach einer entspannenden Lektüre mit Leiche suchen.

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  • Authentisch und aktuell

    Tierische Profite

    SusannM

    01. July 2013 um 14:42

    Wer Donna Leons Comissario Brunetti und seine Fälle kennt, weiß, dass zwischen den Buchdeckeln keine harten psychischen Spielchen und blutüberströmte Körperteile zu finden sind. Es geht vielmehr um den (polizeilichen) Alltag, gewürzt mit interessanten und liebens- bzw. wundernswerten Charakteren und einem aktuellen Thema. Auch die Liebe zu Venedig kommt nicht zu kurz und immer öfter finden sich kritische politische und ökologische Aüßerungen.  Ich mag den Stil Leons immer sehr. Die Charakterbeschreibungen (allen voran natürlich Brunetti mit seinen oft cleveren, manchmal abschweifenden oder auch fast poetischen Gedanken) und Situationen, führen mir die Menschen und Umgebungen meist bildlich vor Augen – wobei das an manchen Stellen auch von Nachteil sein kann:  die geschilderten Vorgänge im Schlachthof werde ich beispielsweise so schnell nicht wieder vergessen.  Alles in allem eine Empfehlung für gemütliche Stunden im Urlaub oder für den Feierabend. Auch wenn sich keine unerträgliche Krimi-Spannung aufbaut, mag man das Buch nicht aus der Hand legen. Gerade, weil nicht wenige Stellen doch sehr zum Nachdenken anregen – sei es über die immer präsente Auseinandersetzung mit dem Thema Fleisch essen oder die brisante Frage: Wie weit gehen manche Menschen für Geld? Wie weit würde ich gehen? Abgesehen davon ist es durchaus auch mal angenehm, über einen authentischen Ermittler zu lesen, der keinen Knacks weg und noch Freude an der Kaffeepause und einem intakten Familienleben hat.

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  • Brunetti zum 21. Mal

    Tierische Profite

    HeikeM

    30. June 2013 um 11:20

    Zum einundzwanzigsten Mal hatte Commissario Brunetti in den Kanälen und Gassen Venedigs einen Fall zu lösen, zum einundzwanzigsten Mal fieberte ich mit ihm. War ich von den ersten Krimis aus der Feder von Donna Leon wirklich begeistert, ließ dieses Empfinden bei mir bereits seit einigen Fällen nach. Umso gespannter wartete ich nun auf den neuen Brunetti. Wie in den vorhergehenden Fällen konstruiert die Autorin ihren Kriminalfall um ein gesellschaftlich ebenso brisantes wie auch aktuelles Thema. In ihrem neuesten Krimi widmet sie sich den Zuständen in der Fleischindustrie. Die Beschreibungen sind ungeschönt und sie verschont weder Commissario Brunetti noch den Leser mit unappetitlichen Details. Die Krimihandlung weist keine großen Längen auf und ist von Beginn an spannend. Das Buch liest sich sehr flüssig, was zum einen der routinierten Schreibweise der Autorin zum anderen der gelungenen Übersetzung von Werner Schmitz zu verdanken ist. Ganz besonders sind mir jedoch seit dem ersten Teil die Spaziergänge durch Brunettis Venedig ans Herz gewachsen. Wer Venedig kennt, wird sicher beim Lesen auch das Gefühl haben, die Stadt riechen und hören zu können. Donna Leon schaffte es aber auch bei den Szenen im Schlachthof das Kopfkino bei mir in Gang zu setzen. Bei dem Zusammenspiel von den Ermittlungen um die aufgefundene Leiche und die Machenschaften im Schlachthof hat die Autorin genau das richtige Maß gefunden. Sie weist deutlich auf Missstände hin ohne dadurch den Kriminalfall zu belasten. Was mich jedoch ein wenig stört, Brunetti ist immer noch der „Alte“, seit den ersten Fällen ist kaum eine persönliche Weiterentwicklung zu erkennen. Aber wenn ich es recht bedenke, will ich eigentlichen anderen Commissario? Mit diesem 21. Fall hat mich Donna Leon wieder überzeugt und über die etwas schwächeren Vorgänger hinweg getröstet. Fall. Wer ruhige Krimis und die Serenissima mag, wird auch dieses Buch mögen. Ich freue mich jetzt schon auf Brunettis 22. Einsatz.

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  • Fällt gegenüber den Vorgängern etwas ab

    Tierische Profite

    Gospelsinger

    03. June 2013 um 13:40

    Dass in Venedig eine Wasserleiche geborgen wird, ist nichts Ungewöhnliches. Aber diese Leiche ist etwas Besonderes: Der Tote litt an dem äußerst seltenen Mahdung-Syndrom, das sich in Fettwucherungen am ganzen Körper äußert, und ihm einen ausgeprägten Stiernacken bescherte. Das außergewöhnliche Aussehen des Mannes hätte eigentlich dazu führen müssen, dass man ihn schnell identifizieren kann, aber es dauert trotzdem eine ganze Weile, bis Brunetti den Namen des Ermordeten herausfindet. An einem Mord besteht kein Zweifel; der Tote wurde erstochen und dann ins Wasser geworfen. Dottor Andrea Nava war Veterinär und ein sympathischer Mann. Wer hätte einen Grund gehabt, ihn zu ermorden? Und warum war Nava in letzter Zeit so verändert? Lag das an dem Zusatzjob im Schlachthof, den er wegen der schlechten Konjunkturlage annehmen musste? Ruhig und beharrlich stellt Guido Brunetti in gewohnter Manier seine Nachforschungen an, unterstützt von den bekannten sympathischen Nebenfiguren. Diesmal allerdings verlaufen Brunettis Ermittlungen wesentlich unangenehmer als in den anderen Bänden dieser Reihe, denn Brunetti muss zusammen mit Vitello den Schlachthof betreten. Und was er dort sieht, ist grauenvoll und lässt ihn erahnen, warum so viele Menschen in seinem Umfeld zu Vegetariern werden. (Mein Tipp: Vor der Lektüre dieses Buches Gemüse einkaufen, denn auf Fleisch hat man hinterher erst einmal keinen Appetit mehr.) In jedem ihrer Brunetti-Krimis nimmt Donna Leon sich ein gesellschaftliches Thema vor; diesmal geht es also um die Machenschaften der Fleischindustrie, die sicherlich nicht auf die Verwertung von Rindfleisch und auf italienische Schlachthöfe beschränkt und sehr realistisch geschildert sind. Und auch der Niedergang Venedigs spielt wieder eine Rolle: Der Wegzug der Einheimischen, die massenhafte Aufgabe alteingesessener Geschäfte und das Überhandnehmen der Touristen vermindern den Charme dieser beliebten Stadt. Also ist es eigentlich kein Wunder, dass Brunetti in diesem Band so melancholisch daher kommt. Schade ist es trotzdem, denn diesem Buch fehlt das positiv gestimmte italienische Lebensgefühl. Dieser Band ist behäbiger, handelt leider weniger stark von dem herrlichen italienischem Essen, und auch die klugen Gespräche mit Brunettis Frau Paola kommen zu kurz. Die Nebenfiguren kommen diesmal ebenfalls weniger zum Zuge, und auch das Lokalkolorit ist sparsamer dosiert als sonst. Trotzdem lohnt sich die Lektüre, denn die mit gewohntem Können erzählte Geschichte ist lesenswert und gegen Ende des Buches dreht sich die Stimmung. Im Gegensatz zu anderen Fällen darf Brunetti hier die Schuldigen wirklich verfolgen und ihrer Strafe zuführen. Das ist ein befriedigender Abschluss eines verstörenden Falles, gefolgt vom Highlight des Buches. Die Trauerfeier für den ermordeten Tierarzt ist wunderbar erdacht, und man kann sich nur wünschen, dass diese Art der Bestattung auch für reale Menschen ermöglicht wird. Obwohl dieser Band gegenüber den Vorgängern etwas abfällt, bietet er doch wieder das, was ich an Donna Leons Büchern so liebe: Einen literarischen Abstecher in eine wunderbare Stadt.

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