Venezianisches Finale

von Donna Leon 
3,8 Sterne bei407 Bewertungen
Venezianisches Finale
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mondys avatar

Wie gewohnt unterhaltsam, aber einige Stellen wirken etwas unbeholfen. Trotzdem war es schön, mal wieder mit Brunetti unterwegs zu sein.

H

Sehr guter Beginn einer tollen Reihe

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Inhaltsangabe zu "Venezianisches Finale"

Skandal in Venedigs Opernhaus ›La Fenice‹: In der Pause vor dem letzten Akt der ›Traviata‹ wird der deutsche Stardirigent Helmut Wellauer tot aufgefunden. In seiner Garderobe riecht es nach Bittermandel – Zyankali. Ein großer Verlust für die Musikwelt und ein heikler Fall für Commissario Guido Brunetti. Und es scheint, als ob einige Leute allen Grund gehabt hätten, den Maestro unter die Erde zu bringen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257231717
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:01.05.2012
Das aktuelle Hörbuch ist bei steinbach sprechende bücher erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Aglayas avatar
    Aglayavor 10 Monaten
    Gemütliche Krimi-Reise nach Venedig

    Der weltberühmte Dirigent Helmut Wellauer wird während einer Konzertpause im Opernhaus La Fenice vergiftet. Commissario Guido Brunetti sucht nach Motiv und Mörder.

    Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt, in erster Linie aus der Sicht des Protagonisten Guido Brunetti. Brunettis Ziel ist es immer, die Wahrheit herauszufinden. Ob die Täter dann auch der Justiz übergeben werden, interessiert ihn nur, wenn er dies für gerecht hält. Ich fand ihn durchaus sympathisch, wenn auch etwas fad, auch wenn ich der Ansicht bin, dass es die Aufgabe der Gerichte, und nicht die der Polizei ist, über Schuld und Unschuld zu urteilen.

    Bei "Venezianisches Finale" handelt es sich um einen eher gemütlichen Krimi. Die Ermittlungen finden in erster Linie durch Gespräche statt, handfeste Beweise wie Fingerabdrücke spielen eher eine Nebenrolle. Die Autorin Donna Leon lässt ihre Leser dabei nur am Rande an den Gedankengängen ihres Protagonisten teilhaben, sodass die Auflösung schlussendlich ohne wirkliche vorherige Hinweise, wenn auch nicht übermässig überraschend präsentiert wird. Neben dem Kriminalfall nimmt auch Brunettis Privatleben einen gewissen Raum ein, ohne jedoch übermächtig zu werden.

    Der Schreibstil von Donna Leon lässt sich flüssig lesen, wirkt aber nicht mehr ganz taufrisch – was in Anbetracht des Alters des Buches von 25 Jahren auch nicht wirklich überrascht. Da die Geschichte im Winter spielt, ist leider von italienischer Lebensfreude nichts zu spüren. Dafür fühlt man sich schnell in das offenbar manchmal auch ziemlich düstere Venedig versetzt, das man als Tourist so nicht kennenlernt.

    Mein Fazit
    Gemütliche Krimi-Reise nach Venedig

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    Schizothekares avatar
    Schizothekarevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Schön, dass es den Commissario Brunetti nun in unserer Lesewelt gibt
    Ein guter Start in eine spannende Reihe...

    Venedig, Oktober 2017

    Ein kleiner Raum, die Wände sind mit dunklem Teakholz getäfelt. Zwei Stühle stehen an der Wand. Ihnen gegenüber steht ein weiterer Stuhl. Kerzenschein erhellt den Raum und wirft flackernde Schatten an die Wände. Apos und Troph sitzen auf den zwei Stühlen. Commissario Brunetti sitzt ihnen gegenüber und schaut in ihre unschuldigen Gesichter. Es ist seine x-te Befragung.

    Comissario: Wie haben Sie vom Venizianischen Finale erfahren?

    Troph: Ständig lagen Donna Leons Werke auf den Tischen in unseren Lieblingsbuchhandlungen. Wenn Sie schon so lange ermitteln, mussten wir ja mal reinschauen.

    Apos: Reine Neugier also.

    Commissario: Wann genau haben Sie das Werk gelesen?

    Troph: Naja, jetzt, vor kurzem halt. Habe direkt festgestellt, dass wir 20 Jahre zu spät dran waren. Krass, dass Sie zur Ermittlungen weder Handy, noch Internet hatten. Das war schon etwas irritierend.

    Apos: Mittlerweile dürften Sie ja auch in diesem Zeitalter angkommen sein.

    Commissario: Wie stehen Sie zu Opern? Sind Sie Experten auf dem Gebiet der klassischen Musik?

    Troph: Äh, nö. Gar nicht. Habe auch noch keine Oper besucht, erhrlich gesagt, aber genau deswegen war der Hintergrund und die Bühne quasi echt spannend.

    Apos: Ich nutze klassische Musik um meine Denkprozesse zu optimieren. Sie führt ja nachweislich zu synchronen Gehirnwellen. Das ist wohl nicht ganz die Antwort, die Sie erwartet haben.

    Commissario: Was sagen Sie zur Beschreibung der Stadt?

    Apos: Authentisch, schätze ich. Ein Hauch des provinziellen umgibt sie.

    Troph: Aufregend. Hatte während des Lesens schon Lust mal hinzureisen und ein bisschen zu gondeln.

    Commissario: Sind Ihnen Personen in der Stadt besonders ans Herz gewachsen?

    Troph: Schon, ja. Diese ältere Dame da auf der Insel. Apos, hilf mir mal.

    Apos: Kann mich nicht an den Namen erinnern. Aber sie ist auch nicht meine erste Wahl. Commissario Brunetti, es ist wohl eher Ihre Frau. Sie wurde als unglaublich sympathischer Mensch dargestellt.

    Commissario: Was halten Sie denn überhaupt von meinen Ermittlungen?

    Troph: Tja, Herr Brunetti. Sie waren schon, äh, bisschen langsam find ich. Aber gut, dass lag vielleicht an Ihren Mitteln damals. Also an den nicht vorhandenen. Für Ihre Verhältnisse wars dann also gut.

    Apos: Sie laufen von einer Befragung zur anderen. Kurzzeitig hatte ich den Verdacht, wir würden lediglich Verhörprotokolle lesen, und ab und an ein Loblied auf die Stadt Venedig.

    Commissario: Haben Sie dieses Ende erwartet?

    Troph: Nope. Ganz und gar nicht. Das hat dann auch ziemlich viel zwischenzeitliche Langeweile wieder wettgemacht.

    Apos: Später habe ich mich dann auch gefragt, ob es mir möglich gewesen wäre, selbst darauf zu kommen. Und ja. Mir lagen alle Informationen vor. Man hätte darauf kommen können. Aber es war schöner Ihnen die Arbeit zu überlassen.

    Commissario: Ich danke Ihnen für diese ehrlichen Worte. Falls ich noch Fragen habe, komme ich wieder auf Sie zu.

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    UteSeiberths avatar
    UteSeiberthvor einem Jahr
    Verlust für die Musikwelt ?

    Der berühmte Stardirigent Helmut Wellauer wird im Opernhaus Venedigs tot aufgefunden,offenbar vergiftet. Dieser heikle Ermittlungsfall ist für Kommissar Brunetti der 1. Fall.
     Dabei bemerkt er,dass es mehrere Leute gibt,die ihm den Tod wünschen könnten.Er war ein unerbittlicher Dirigent und hält nichts von den allgemeinen Moralvorstellungen,seine 3. Frau könnte seine Tochter sein.Als Deutscher war er auch mal Nationalsozialist,das in Italien nicht immer positiv bewertet wurde. So halten sich die Trauerbekundungen  über seinen Tod innerhalb der Musikwelt Venedigs in Grenzen und das kann ich gut verstehen.







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    Stephanuss avatar
    Stephanusvor einem Jahr
    Brunettis erster Fall

    Commissario Brunetti bekommt es in seinem ersten Fall mit dem rätselhaften Tod eines bekannten Dirigenten (während einer Aufführung einer Oper) in Venedig zu tun. Zunächst scheint der Mörder aus dem Bereich der Opernkünstler kommen zu können. Brunetti stöbert aber schließlich tiefer in der Vergangenheit des Opfers und stößt dabei auf ein sehr viele Jahre zurückliegendes Geheimnis. Für dieses Geheimnis konnte jedoch keine Rache genommen werden und es stellt sich schließlich heraus, dass in der eigenen Familie des Dirigenten das Motiv für die Tat liegt und der Mörder.

    Donna Leon bezaubert im ersten Ban der Brunetti-Reihe mit einer besonderen Beschreiben von Venedig und dem dortigen Leben, aber auch einer ganz plausiblen und spannenden Handlung. Bei ihr steht nicht so sehr der Fall, sondern die Figuren und deren Leben, sowie die Stadt und die Menschen im Mittelpunkt, was den Brunetti-Büchern einen besonderen Charme verleiht, die man entweder gerne mag, wie bei mir, oder langweilig findet. Für mich eine Empfehlung.

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    Kristall86s avatar
    Kristall86vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein mitreißendes Debüt!
    Unheimliches Venedig

    Donna Leon kennt man mittlerweile...eine Autorin die mit ihrem Protagonisten "Comissario Brunetti" weltbekannt wurde. Da irgendwie alle es lesen und ein großer Hype darum gemacht wird, musste ich es auch lesen. Denn die Filme habe ich bereits gesehen. Und ich muss sagen, ich bin begeistert! Guido Brunetti wird als äußerst sympatischer, unwiederstehlicher Kommissar dargestellt und man schließt ihn sofort in sein Herz. Der andere Punkt: es sind recht dünne Romane die man schnell verschlingt und genießt! Im ersten Fall wird ein Stardirigent vor dem letzten Akt von 'La Traviata' ermordet in seiner Garderobe gefunden. Es riecht nach Bittermandel...ein Duft von Zyankali liegt in der Luft. Für Brunetti beginnt eine regelrechte Jagd die in einem Teufelskreis endet. Venedig wirkt nicht mehr so lieblich, eher beängstigend. Eine andere Seite dieser traumhaften Stadt. Brunetti wächst einem dadurch unheimlich ans Herz und ich muss gestehen, Donna Leon hat mich in ihren Bann gezogen! Bravissimo! Ein grandioses Debüt und nun freue ich mich auf die mittlerweile mehr als 20 weiteren Romane mit meinem neuen Lieblings-Kommissar!

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    tragalibross avatar
    tragalibrosvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Genau das, was ich mir unter einem Kriminalroman vorstelle!
    Rezension zu "Venizianisches Finale" von Donna Leon

    Brunettis erster Fall:
    Mitten in der Pause vor dem dritten Akt von La Traviata wird der Dirigent des Orchesters tot aufgefunden. Nach dem ersten Eindruck: Ein Mord. Gift.
    Commissario Brunetti übernimmt den pikanten Fall und taucht ein in die Geschichte des Opfers. Während seiner Ermittlungen muss er feststellen, dass eine Menge Leute Grund gehabt hätten, den Maestro umzubringen...

    Da ich von Commissario Brunetti bisher immer nur die Fernsehkrimis gesehen habe, wollte ich mich nun mal den Büchern von Donna Leon widmen.
    Deshalb habe ich, auch der Reihenfolge wegen, mit dem ersten Fall vom Commissario angefangen.
    Zwischen den Buchdeckeln habe ich genau das gefunden, was ich von einem richtigen Kriminalroman erwarte. Statt, wie heute leider viel zu üblich, mit einen grauenhaften und vor Blut nur so triefenden Mord zu beginnen und actionreiche Schießereien und Verfolgungsjagden einzubauen, wird hier mehr Wert auf die Ermittlungen selbst gelegt. Als Leser kann man wunderbar miträtseln!
    Auch auf die Charakterisierung der einzelnen Personen wird ein besonderes Augenmerk gerichtet. Jeder Handelnde wird duch kleine Gesten oder Macken zu etwas Besonderem und Einzigartigem. Der Protagonist wirkt von Beginn an sympathisch, freundlich und angenehm. Dies alles zusammen verleiht dem Buch viel Tiefe.
    Zudem ist der Krimi angenehm schnell zu lesen und auch wenn man in diesem Buch keine atem- und pausenlose Spannung findet, ist die Geschichte trotzdem interessant.

    Mein Fazit fällt deshalb mit einem "sehr gut" aus. Der erste Fall von Commissario Brunetti wird sicher nicht der letzte in meinem Regal sein!

    "Commissario Brunetti ist einzigartig." - Publishers Week, New York


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    CelinaSs avatar
    CelinaSvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Einen Krimi mit Brunetti zu Lesen, ist jedes Mal, als würde man einen alten Freund wieder treffen.
    Der erste Fall mit Brunetti

    Nachdem ich schon den ein oder anderen Fall mit Brunetti gelesen habe, dachte ich, dass es an der Zeit wäre, einmal den ersten Fall zu lesen.
    Aus den vorherigen Büchern war ich gewohnt, dass es mir beim Aufschlagen des Buches immer so vorkam, als ob ich mich in einen gemütlichen Sessel setze und vergnügliche Stunden mit einem guten Freund verbringe. Über Brunetti zu lesen hat immer etwas heimeliges. Nicht die Krimis sind nicht besonders spannend, aber doch genau das richtige für laue Sommerabende, vielleicht einem Wein und Knabbereien.
    Gut hat mir gefallen, dass man zwar einerseits in ein Netzwerk geschmissen wird, dass bereits um Brunetti besteht - die Ehe zu Paola, die beiden Kinder, auch den Vice-Questore Patta gibt es schon. Aber es wird doch mehr auf die einzelnen Personen eingegangen, mehr erklärt. Es hat zwar grundsätzlich kein anderes Licht auf die jeweilige Person geworfen, aber erhellend fand ich es trotzdem. Besonders nett fand ich in dem Zusammenhang einen Einblick in die Anfänge der Beziehung zwischen Guido und Paola.
    Meine Befürchtung, dass man am Schreibstil und dem Aufbau der Geschichte merken könnte, dass es sich hier um den ersten Teil handelt, hat sich nicht bewahrheitet. Tatsächlich unterscheidet er sich, abgesehen von den ausführlicheren Beschreibungen der Personen, in meinen Augen nicht von anderen Brunetti-Büchern, die ich bisher gelesen habe.
    Als sehr schön habe ich auch in diesem Band wieder die Beziehung zwischen Guido und Paola empfunden. Diese nimmt nie zu viel Raum ein, sondern trägt noch mehr zu der Person Brunetti bei und macht ihn um einiges sympathischer und realistischer.

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    peedees avatar
    peedeevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein ruhiger Krimi, ohne grosse Spannung oder Dramatik - er lag sehr lange in meinem Regal...
    Brunetti, zum Ersten

    Commissario Brunetti, Band 1: In Venedigs Opernhaus La Fenice wird La Traviata unter der Leitung des Stardirigentens Helmut Wellauer gespielt. Als er nach der Pause nicht zum nächsten Akt erscheint, wird nach ihm gesucht: Er wird tot in seiner Garderobe aufgefunden! Es riecht nach Bittermandel – ein Zeichen für Zyankali. Commissario Guido Brunetti wird hinzugezogen. Wer hätte Grund dazu gehabt, ihn zu ermorden?

    Erster Eindruck: Ein für mich typisches Diogenes-Cover, das mir gestalterisch leider gar nicht gefällt.

    Es ist für mich der erste Roman von Donna Leon. Ein Arbeitskollege von mir ist grosser Fan der Bücher von Donna Leon und so wollte ich herausfinden, wie mir dieser Brunetti gefällt. Etwa 3/4 der Reihe über Commissario Brunetti liegt seit ziemlich langer Zeit in meinem Regal. Immer wieder holte ich Band 1 hervor und wollte diesen lesen, aber dann kam ich nicht über den Start hinaus. Doch nun habe ich es geschafft.

    Das Buch hat sich sehr flüssig lesen lassen und mir haben die Protagonisten gut gefallen:
    Ich habe Guido Brunetti und seine Familie kennengelernt. Brunetti ist für mich ein stolzer Venezianer, der seine Stadt wirklich liebt. Und als Commissario will er natürlich herausfinden, wer in Venedig sein Unwesen treibt. Aber zu Hause ist er auch einfach nur ein Mann und Vater, mit den gleichen Problemen, wie bei anderen.
    Helmut Wellauer, 74, ein Stardirigent, ein Genie, eine Koryphäe in der Musikszene: Er reist mit seiner Frau an – seiner dritten Frau, die nur halb so alt ist, wie er. Um Wellauer kursieren viele Gerüchte, wie üblich, bei berühmten Persönlichkeiten.
    Die Sopranistin Flavia Petrelli ist eine begnadete Sängerin, die sich ihre Launen erlauben kann. Sie wird begleitet von ihrer Freundin und Sekretärin Brett Lynch.
    Brunettis Chef, der Vice-Questore Patta, fand ich amüsant: Er weiss nicht wirklich viel, lässt andere für sich arbeiten, aber wenn Ergebnisse vorliegen, sind es dann plötzlich seine eigenen Ergebnisse. Tja, so läuft es eben…

    Mir hat der Krimi mit Einblick in die Berufsmusikszene gut gefallen – gut, aber auch nicht mehr. Er war sehr ruhig, ohne grosse Spannung oder Dramatik. Ich mag bildhafte und detaillierte Beschreibungen gerne, aber ich muss nicht über zig Zeilen lesen, wie jemand Oliven isst und nicht weiss, wo er den Kern hinlegen soll und dass er sich noch ein Salamibrot macht. Ich vergebe 3 Sterne und mache vorläufig eine Brunetti-Pause (dann werde ich mit Band 2 weiterfahren und schauen, ob mich jener mehr begeistern kann).

    Kommentare: 2
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    photovivies avatar
    photovivievor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Klare Leseempfehlung von mir!
    Venezianisches Finale

    Donna Leon, geboren und aufgewachsen in Amerika, lebt seit 35 Jahren in Venedig. Berühmt wurde sie mit ihren Krimis um Commissario Brunetti.

    Der berühmte Dirigent Wellauer wird in der Pause der „Traviata“ im Opernhaus „La Fenice“ mit Zyankali vergiftet. Commissario Brunetti hat mehrere Spuren: Zwei der Sänger hätte ein Motiv gehabt, vielleicht spielt die Nazi-Vergangenheit des Mordopfers eine Rolle, und ein besonders netter Mensch soll er auch nicht gewesen sein.

    Über Commissario Brunetti habe ich vor meinem ersten Band (diesem!) schon einiges gehört: Ein guter Ermittler und ehrlicher, sympatischer Mensch soll er sein. Dem kann ich absolut zustimmen. Ich finde ihn großartig. Wer weiß, vielleicht wird er bald mein zweitliebster Ermittler (nach Lincoln Rhymeselbstverständlich!). Er hat das Herz am rechten Fleck, ist nicht auf den Kopf gefallen, und auch sein Privatleben spielt in den Krimis eine Rolle.

    Brunetti ermittelt in Venedig. Ich war noch nie dort, kenne aber das ambivalente Bild der Stadt: Einerseits traumhafte Pallazos, malerische Kanäle und tolles Essen, andererseits dreckig und voller Touristen. Genauso vermittelt auch Donna Leon ihre Wahlheimat, wobei niemals der Eindruck schwindet, wie sehr man in diese Stadt verliebt sein kann. Noch ein paar Bände und ich MUSS meinen Koffer packen und mir ein eigenes Bild vermitteln.

    Auch sehr ambivalent ist das Bild, das sie uns von den Venezianern und Italienern gibt. Auf der einen Seite sind da Brunetti, seine Familie und die Carabinieri der Stadt, auf der anderen Seite Menschen wie sein unausstehlicher Vorgesetzter Patta, der glaubt, der Beste von allen zu sein und dem Politik und Macht das Wichtigste sind. Schön aber, das letztlich immer wert drauf gelegt wird, das jeder Mensch kein Sklave seiner Nationalität ist.

    Der Fall ist spannend. Es werden viele Theorien genannt, es gibt viele Verdächtige und man kann lange miträtseln. Die Auflösung erfolgt recht spät, ist aber schlüssig. Insgesamt erinnerte mich der Krimi ein wenig an einen deutschen: Bodenständig, keine Absurditäten oder wilde Schießereien. So, wie man sich eine reale Mordermittlung vorstellt. Die deutsche Verfilmung aus dem Jahr 2003 habe ich mir im Anschluss auch noch angesehen. Sehr dicht am Buch gehalten, dadurch musste aber natürlich vieles weggelassen werden, was einiges etwas undeutlich macht.

    Venezianisches Finale bereitete mir viel Vergnügen. Klare Leseempfehlung von mir!

    Schau gerne für weitere Rezensionen auch auf meinem Blog www.buchstuetze.wordpress.com vorbei!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Venezianisches Finale

    Commissario Brunetti muss ins Opernhaus "La Fenice" von Venedig. Der Stardirigent Helmut Wellauer wurde in der Pause vor dem dritten Akt tot in seiner Garderobe aufgefunden. Offenbar wurde er mit Zyankali vergiftet, das seinem Kaffee zugegeben wurde. Brunettis Chef, der Polizeivizepräsident Giuseppe Patta, hat eigentlich nur zwei Anforderungen: Der Täter muss ganz besonders schnell gefunden werden und jeden Morgen um acht Uhr hat ein Bericht mit sämtlichen Fortschritten auf seinem Schreibtisch zu liegen. Bei berühmten Toten versteht die Presse keinen Spaß und die Polizei muss die Gelegenheit nutzen, kompetent und zügig arbeitend zu erscheinen. Aber ganz so einfach ist es erwartungsgemäß nicht.

    Commissario Brunetti stellt sich in seinem ersten Fall als ein Polizist vor, der zunächst dem Charakter des Opfers nachspüren möchte. Erst will er potenzielle Motive verstehen, bevor er sich auf die Tätersuche macht. Helmut Wellauer war offenbar ein Mensch, der zu Lebzeiten ausreichend ekelhaft gewesen war. Wellauer entpuppt sich in seinem Leben hinter den Kulissen als moralinsaurer Prinzipienreiter, der seinen Ruhm ausnutzte. Wer nicht so wollte wie der Star, dem wurde mit wenigen Telefonaten bei anderen Kunstschaffenden die Karriere zunichte gemacht. Vor allem Sängerinnen gerieten bei ihm leicht in Abseits, wenn sie sich von ihm nicht nach seinen Vorstellungen "fördern" ließen - die Besetzungscouch lässt auch in der Klassik grüßen. Die Berichte für die 8-Uhr-Vorlage fallen zunächst also dünn aus, weil sich Brunetti viel Zeit nimmt und sich auch über die Vergangenheit des Dirigenten schlau machen will. Der vermeintlich sinnlose Ausflug zu Wellauers Karriere in den 1930er Jahren verschafft Brunetti letztlich aber den Durchblick, um die vorhandenen Informationen richtig miteinander verbinden zu können.

    Die schöne Ausgabe, die ich anno 2015 gelesen habe, stammt aus der Jubiläumsausgabe des Diogenes Verlags von 2012: "20 Jahre Brunetti". Alle Bände waren seinerzeit in bedrucktes Leinen eingebunden und den Umschlag dieses Krimis ziert das beeindruckende Innere des berühmten "La Fenice" (2016 feiert die Serie übrigens bereits das nächste Jubiläum, denn der 25. Band wird erscheinen). Der Erstling der Brunetti-Serie von 1993 besticht auch mehr als zwanzig Jahre nach seinem ersten Erscheinen noch durch seine Themen und die Herangehensweise an unangenehme Wahrheiten. Es geht ruhig zu, um die Konzentration auf menschliche Nöte und die persönliche Note von Brunetti zu unterstreichen. In diesem Fall porträtiert Donna Leon einen Prominenten, der sich selbst Freiheiten zugesteht, die er anderen nie gönnen würde. Wäre er Beamter, würde man es Machtmissbrauch nennen. Obendrauf addiert sich für Wellauers Opfer das Problem, dass der Dirigent auf Grund seines Ruhms über Jahre unangreifbar blieb. Einen so brillianten Musiker greift man nicht an. Ein so genialer Kopf kann gar nicht Schlechtes gemacht haben. Die Menschen, die unter ihm gelitten haben, hatten letztlich keine Chance, weil Wellauer in gewisser Weise unter dem Schutz der Öffentlichkeit stand. Und so muss Brunetti am Ende feststellen, dass die Bewertung des Ganzen nur schwer zu machen ist.

    Die große Ruhe dieses Brunetti-Romans ist gewiss nicht jedermanns Sache. Die Familie ist adrett, der Commissario lässt sich von seinem stichelnden und um seinen Ruf bedachten Chef kein bisschen aus der Ruhe bringen, die vom Tod wenig berührte Witwe steht nicht sofort unter Verdacht und Brunetti benötigt nicht ein einziges Mal ein Verhör unter Druck oder eine Vorladung auf die Wache. Wer mit so viel Gelassenheit zurecht kommt, liest einen Krimi, der mit feinen Tönen sehr viel über menschliche Abgründe, Ressentiments, Abhängigkeiten und gesellschaftliche Mythen erzählt.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    ChattysBuecherblogs avatar

    Im Rahmen meines SUB-Abbau nach Wochenmotto, verlose ich meine gelesenen Bücher.

     

    Zustandsbeschreibung: angestupste Ecken und Kanuten, Leserillen

     

    Noch ein Hinweis: Sollte ich die Gewinneradresse nicht innerhalb von zwei Tagen erhalten, werde ich neu auslosen. Deshalb am Besten die Following Funktion nutzen. 

    Jadras avatar
    Letzter Beitrag von  Jadravor 4 Jahren
    Glückwunsch. Viel Spaß beim Lesen.
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