Donna Rosenthal Die Israelis

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Inhaltsangabe zu „Die Israelis“ von Donna Rosenthal

Seit über 50 Jahren stehen Israel und der Nahostkonflikt im Zentrum des weltpolitischen Interesses. Wie sich aber das alltägliche Leben in diesem heterogenen, stets im Wandel begriffenen Land darstellt, ist weit weniger bekannt. Dieses Buch erzählt von den ganz normalen Menschen, ihren Hoffnungen und ihrem Alltag in Israel. Donna Rosenthal zeigt uns ein Land voller Widersprüche und kultureller Gegensätze. Wir lernen den ultra- orthodoxen Juden kennen, der schaut, ob religiöse Frauen in Bussen auch getrennt von Männern sitzen; wir treffen die Braut, deren in Äthiopien geborene Eltern ihren Ehemann ablehnen, weil er ihnen nicht jüdisch genug ist; wir begegnen der jungen mutigen Beduinin, die gegen den Widerstand der Familie und des Stammes ein Studium in der Stadt aufnimmt, oder lernen muslimische Israelis kennen, die von ihren Enttäuschungen, ihrer Verzweiflung und ihren Hoffnungen berichten. Wir erleben die junge, säkulare jüdische Generation, deren Helden nicht mehr Generäle sind, sondern Menschen, die ein zweites Silicon Valley im Land errichteten und Israel zu einem High-tech-Land gemacht haben. Die Autorin zeichnet ein farbiges Panorama dieses widersprüchlichen Landes. Sie erzählt die Geschichten der Menschen in ihren kollidierenden Welten zwischen einem traditionellen und einem radikal modernen Leben. Entstanden ist ein äußerst lebendiges, intimes und faszinierendes Bild einer Gesellschaft im Umbruch.

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  • Wer sind die, DIE ISRAELIS?

    Die Israelis

    karatekadd

    04. December 2013 um 20:14

    Nicht größer als das Bundesland Hessen, mehr als 100 Nationen aus aller Welt werden dort beherbergt. Es gibt Christen aller Konfessionen, Araber christlicher und muslimischer Religionszugehörigkeit, Drusen, Beduinen und Fellachen und natürlich Juden, säkulare, orthodoxe, ultraorthodoxe, welche, die Militärdienst ableisten müssen und welche die davon befreit sind. Juden, die im heutigen Gebiet von Israel geboren wurden (Sabra) und Juden, die aus umliegenden Ländern (Mizrahim) einwanderten oder als sogenannte Ashkenasim insbesondere aus Osteuropa stammen. Donna Rosenthal schreibt über das "Israeli werden", über das Wohnen in den unsichersten Wohnvierteln der Welt, über die Partnersuche, den Militärdienst in einer "Armee des Volkes" und immer wieder über die Wirtschaft. "Eine Nation, viele Stämme" erklärt die Herkunft und Denkweise der Ashkenasim, deren Holocausterfahrungen über Generationen wirken , der Mizrahim, der nach Zusammenbruch der Sowjetunion in Massen eingewanderten "Russen" und der aus Äthiopien stammenden Juden, die sich über Jahrhunderte den Glauben bewahrten und der restlichen Welt förmlich unbekannt waren. Das Kapitel "Grabenbrüche zwischen Juden und Juden" erklärt die Widersprüche zwischen orthodoxen und nicht orthodoxen Juden. Welche Rolle spielen die strenggläubigen Haredim im Land, welche vom Wehrdienst befreit sind, weil deren Oberrabbinat dies politisch durchsetzen konnte in einem "säkularen" Staat? Warum drängt sich der Vergleich von Jezhiwaschülern (Jungen und Männern, die ihr (fast) ganzes Leben die Thora und den Talmud studieren) und den Koranschülern der Taliban auf? Dieser Vergleich ist sicher nicht umfassend und viel zu vereinfacht. Es gibt weltoffene Städte (Tel Aviv, Haifa) und Städte, in denen die strengreligiöse jüdische Lebensweise vorherrscht. In El-AL Flugzeugen gibt es Sektionen, in denen Haredim-Männer (die Gottesfürchtigen), mit Gebetsriemen versehen (Tefillin mit kleinen Schachteln die Thorasprüche beinhalten) betender Weise durch das Flugzeug wandeln. An der Westmauer des Tempels in Jerusalem (Klagemauer) beten Frauen und Männer getrennt, selbst wenn gerade die Bar Mitzwa (für Jungen) oder die Bat Mitzwa (für Mädchen) gefeiert wird. Schwer zu verstehen für Europäer, die gelegentlich "nur" über gegebenenfalls unterschiedliche Arbeitslöhne von Frauen und Männern oder über die nichterlaubte Priesterordination von Frauen in der katholischen Kirche diskutieren. Der vierte Teil des Buches behandelt die "Nichtjuden in einem jüdischem Staat". Israelische Araber oder arabische Israelis, die voll anerkannte Staatsbürger sein wollen, in Polizei und Militär dienen aber, je nach Anschauung, die Unabhängigkeitserklärung des Staates als Katastrophe ansehen und den Fernseher ausschalten, wenn die Nationalhymne erklingt, die HATIKWAH, die "HOFFNUNG auf Zion". Erzählt wird auch über die Drusen, Menschen die eine eher geheime Religion haben und von den besonders viele in den Streitkräften dienen, die besonders todensmutig sein sollen, weil sie an die Reinkarnation glauben. Donna Rosenthal gibt hier den Überblick über Muslime, Beduinen, Drusen und Christen in Israel. Sie schreibt, dass es nur ein Überblick ist, ihnen allen wäre ein "eigenes" Buch zu würdigen. SHALOM / SALAAM / FRIEDEN: Der Epilog zeigt noch einmal auf, dass es Bestrebungen gibt, vom Staat, in Dörfern und Gemeinden, in Privatinitiativen, gemeinsam an sozialen Projekten zu arbeiten um das durch Übergriffe gegenüber arabischen Bürgern und die regelmäßigen Terrorangriffe gegen Juden und den Staat äußerst verletzliche Zusammenleben in diesem Nationenschmelztiegels auf normaler Basis wieder zu entwickeln. Ganz besonders für die Zukunft, die Kinder, deren Berührungsängste zueinander erst durch Eltern, Schule, Anschauungen und Religion entstehen. Ein interessantes, umfassend informierendes Buch über die Menschen in einem Land in dem Krieg und Frieden, Religion und Atheismus, Geschichte und Moderne, HighTec und Armut, höchste Bildung und Analphabetentum so dicht beieinander liegen wie in keinem anderen Land der Welt.

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