Donna Tartt

 4.2 Sterne bei 1.119 Bewertungen
Autorin von Die geheime Geschichte, Der Distelfink und weiteren Büchern.
Autorenbild von Donna Tartt (© Beowulf Sheehan)

Lebenslauf von Donna Tartt

Donna Tartt wurde in Greenwood, Mississippi, geboren. Während ihres Studiums am Bennington College begann sie mit der Arbeit an ihrem ersten Roman »Die geheime Geschichte« und schrieb sich damit unter die wichtigsten zeitgenössischen Autorinnen Amerikas. Ihr neuer Roman »Der Distelfink« belegte gleich Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und begeistert Leser und Kritiker: »Umwerfend! Ein grandioser Roman, der daran erinnert, wie schön es ist, sich voll und ganz in ein Buch zu vertiefen und dafür nächtelang durchzulesen.« New York Times. Heute lebt Donna Tartt abwechselnd in Charlottesville, Virginia, und Manhattan.

Alle Bücher von Donna Tartt

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Cover des Buches Die geheime Geschichte9783442487332

Die geheime Geschichte

 (465)
Erschienen am 16.10.2017
Cover des Buches Der Distelfink9783442473601

Der Distelfink

 (433)
Erschienen am 19.10.2015
Cover des Buches Der kleine Freund9783442487325

Der kleine Freund

 (90)
Erschienen am 16.10.2017
Cover des Buches Der Distelfink9783844519457

Der Distelfink

 (39)
Erschienen am 19.10.2015
Cover des Buches The Secret History9780141013053

The Secret History

 (43)
Erschienen am 03.10.2002
Cover des Buches The Goldfinch9780349139630

The Goldfinch

 (37)
Erschienen am 19.06.2014
Cover des Buches The Little Friend9780747573647

The Little Friend

 (7)
Erschienen am 16.06.2005

Neue Rezensionen zu Donna Tartt

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Rezension zu "Der Distelfink" von Donna Tartt

Quälend gestreckt ab der ersten Seite
CocuriRubyvor 5 Monaten

Frau Tartt hat in der Tat einen ganz eigenen Schreibstil, er ist EXTREM Detailverliebt, was sowohl dafür sorgt, dass man das Gefühl bekommt die einzelnen Szenen wirklich zu sehen und mit zu erleben. Auf der anderen Seite ergeht sich die Autorin so sehr in sinnlosen Details, die das Buch von der ersten Seite an ins unermessliche strecken – so etwas habe ich noch nicht erlebt, es gibt kein Buch, welches über 700 Seiten, das nicht gestreckt ist, aber dass ein Buch bereits auf der ersten Seite gestreckt ist, das ist bemerkenswert. 

Je nach Leser ist das Buch also entweder atmosphärisch, bildlich oder quälend gestreckt. 


Leider ist irgendwas an dem Stil, was dafür sorgt, dass ich nicht reingezogen werde in die Geschichte – im Gegenteil ich bleibe ein passiver Beobachter. Es berührt mich nichts, es erreicht mich nichts. 


Es ist ein Henne-Ei-Problem, aber das gilt auch für die Figuren, keine einzige ist auch nur halbwegs sympathisch oder bietet irgendetwas was mich in der Geschichte verankern würde. Gerade der junge Theo (Protagonist) ist alles nur nicht authentisch – er beschreibt Figuren/Dinge so, wie es literarisch schön klingt und nicht wie es ein Kind oder Jugendlicher tun würde.  

Allerdings bietet er eine stark ausgeprägte Reflektionsebene, wenn diese Ebene nicht gewesen wäre, hätte ich dieses Buch vermutlich nur unerträglich gefunden, sie ist essentiell für das Buch. 


Denn - Die Handlung bietet einen nichts, den Inhalt kann man nicht wenigen Zeilen zusammen fassen. Auch wenn man sagen muss, dass die Autorin im Prinzip ein neues Genre geschaffen hat, es ist kein Surrealismus, aber auch kein Realismus – vielleicht übersteigerter Realismus, wobei es dass auch nicht ganz trifft – es ist wie Fantasy ohne Fantasy. Oder man sagt: die Handlung ist schlichtweg an den Haaren herbei gezogen. Es ist so unrealistisch und ärgerlich konstruiert was passiert – alles daran ist so von der Autorin gewollt, aber ich erwarte schon, dass man sich ein wenig Mühe gibt – ich fühle mich von diese Form von Konstruktion wirklich verarscht. 


Und dann auch noch dieses Ende – eine klassische, plumpe Katharsis mit philosophischen Gewäsch und Phrasen (wie es eine Freundin von mir ausdrückte) – indem die Autroin ihre Form von Disney-Ende findet.


Und ich frage mich wirklich, ob ich irgendwas übersehen habe, irgendwas nicht verstanden habe, denn es kann doch nicht sein, dass man sich durch 1000 Seiten schleppen muss, nur um dann auf den letzten 5 Seiten die Botschaft rein gedrückt zu bekommen, dass das Leben scheiße ist, aber kurz und man es deshalb trotzdem leben muss und das einzige was sich lohnt zu lieben ist die Schönheit der Kunst, denn diese ist das einzige, was vom Tod unberührt bleibt….


Dazu ist literarisch so gewollt, fast schon triefende Bedeutungsschwere, die belastend ist. 

Wenn ich ein Mensch wäre, der Bücher abbricht, dann hätte ich es hier getan. Wenn ich es nicht mit einer Freundin zusammen gelesen hätte und wir uns gegenseitig „gepuscht“ hätten, hätte ich es niemals geschafft zu beenden. 

Rückblickend stört mich sogar der Titel, weil dieses Bild gar nicht so viel auftaucht oder eine wirkliche Rolle spielt – es gibt auch Momente, da spielt ein Buch mit dem Titel „Der Idiot“ eine Rolle und das wäre ein deutlich treffenderer Titel gewesen, aber schade, der war halt schon weg. 


Damit habe ich jetzt das erste und neuste Buch von Donna Tartt gelesen und kann nun sagen, sie ist wahrlich nicht meine Autorin. 


PS: 15 Jahre hat sie für dieses Buch gebraucht und man spürt beim Lesen, jedes einzelne Jahr…

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Rezension zu "Der kleine Freund" von Donna Tartt

Die Erzählung gibt der Nebensache zu viel Raum
Beustvor 6 Monaten

Donna
Tartt hat ein großes Talent, Figuren zu zeichnen und ihre Wesen, Charakter,
Motivationen und Hintergründe lebendig werden zu lassen. Wer ist nicht von der zwölfjährigen
Harriet Cleve begeistert, die in diesem Sommer beschließt, den mysteriösen Mord
an ihrem Bruder vor neun Jahren aufzuklären? Wer verliebt sich nicht heimlich
in Großmutter Eddies schroffe Herzlichkeit? Schreckt nicht vor der tumben
Grobheit der Redneck-Familie Racliff zurück? Mich hat auch beeindruckt, wie es
der Autorin gelingt, den us-amerikanischen Süden mit seinem offenen und verdeckten
Rassismus auferstehen zu lassen und den Leser gleichzeitig in diese heiße
Sommerlandschaft zu versetzen. Hinzu kommt der spannende Hintergrund von Robins
Tod vor neun Jahren - erhängt im eigenen Garten, als alle Cleves anwesend
waren, aber doch keiner etwas gemerkt hatte. Dieses Mysterium zu enträtseln ist
meine Motivation gewesen, diesen Roman weiterzulesen, obwohl ich schon auf
Seite 200 absolut keine Lust mehr dazu hatte.

Die
Erzählung gibt der Nebensache zu viel Raum. Anfänglich werden so die Figuren
aufgeschlossen, handelnd vorgeführt und lebendig. Doch irgendwann verkommt das
dahinplätschernde Ding namens Handlung zur Masche, zum Rauschen. Ich kam mir
mitunter vor wie bei einer Natur-Doku, bei der ich zwar einerseits dem glitzernden
Bach beim Plätschern bestaunen durfte, andererseits dasselbe auch Stunden
später immer noch tun musste; oder bei einer Reality-Doku, in der ich
irgendeinem Menschenschlag durch sein fremdes Leben folge, aber leider auch die
Bettzeiten in Echtzeit verfolgen sollte. Aus gähnender Langeweile wurde bei mir
fast schon aggressive Ablehnung.

Erst
recht bei der Auflösung des ganzen - die ich hier nicht einmal andeuten möchte.
Aber wer den Roman bis zu seinem äachzenden Ende durchgehalten hat, wird meine
bodenlose Enttäuschung nachvollziehen können.

Das
kann Donna Tartt besser, wie sie im „Distelfinken“ gezeigt hat.

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Rezension zu "Der kleine Freund" von Donna Tartt

Einsamkeit, Schlangen und ein verfehltes Thema
Walli_Gabsvor 6 Monaten

„Der kleine Freund“ ist Donna Tartts zweiter Roman. Die Autorin hat an dem 767 Seiten-Epos 10 Jahre lang gearbeitet und ich fand, dass die Handlung vielversprechend klang. Hauptfigur ist ein 12-jähriges Mädchen, eigensinnig, eigenbrötlerisch und überdurchschnittlich intelligent. Harriet wächst mit ihrer Schwester Allison und ihrer Mutter in Alexandria, einer Kleinstadt in den Südstaaten auf, in Nachbarschaft zu ihrer Oma und drei alleinstehenden Großtanten. Ihre komplette Kindheit ist von einem Familientrauma überschattet, das sich ereignet hat, als sie noch ein Baby war: Ihr damals neunjähriger Bruder Robin wurde am Muttertag erhängt im Garten seines Elternhauses aufgefunden. Die Identität des Mörders ist auch 12 Jahre später noch komplett unklar. Doch nun beschließt Harriet, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen …

Als ich mit „Der kleine Freund“ begann, habe ich keinen Krimi erwartet, aber das „eindringliche Porträt einer außergewöhnlichen Familie“, das der Goldmann Verlag auf dem Buchrücken anpreist. Außergewöhnlich ist die Familie Cleve dann auch tatsächlich, vor allem durch ihre Dysfunktionalität. Harriets Mutter ist vom Tod ihres Sohnes zutiefst traumatisiert, wandelt somnambul durch den Tag und kümmert sich so gut wie nicht um ihre heranwachsenden Töchter. Die ältere, Allison, 16 Jahre alt, tut es ihrer Mutter nach und flüchtet sich in den Schlaf, so oft sie kann. Der Vater arbeitet einige Stunden entfernt und lässt sich nur sehr sporadisch bei seiner Familie blicken. Den Haushalt aufrecht hält eine schlechtbezahlte, dunkelhäutige Angestellte: Ida.
Wie Donna Tartt – zwar nur am Rande, aber dennoch deutlich – den Südstaaten-Rassismus skizziert, war für mich noch das gelungenste an diesem Buch. In Alexandria gibt es alles: Südstaatenvillen mit ausschließlich dunkelhäutigen Bediensteten; alteingesessene Familien, denen das Geld langsam, aber sicher, abhandenkommt; Neureiche und den sogenannten „White Trash“, auf dessen Kinder Ida verächtlich hinabschaut. Tartts Figuren sind alle komplex, nicht einfach gut oder böse, Opfer oder Täter. Und viele von ihnen scheinen nie eine richtige Chance gehabt zu haben, sich anders zu entwickeln.

Aber das hätte die Autorin auch auf weniger Seiten verdeutlichen können. Stattdessen macht sie die Langeweile im Leben einer vernachlässigten 12-jährigen mit Händen greifbar. Hitze, Staub, Ereignislosigkeit und leichte Verwahrlosung – davon handelt dieses Buch. Und von einem Mädchen mit einer fixen Idee. Ich habe nicht gezählt, wie viele Kapitel ihrer Suche nach einer Schlange gewidmet sind, aber über die verschiedenen, in den Südstaaten und anderswo lebenden Exemplare, ihre Färbung und ihren Geruch habe ich mehr erfahren, als ich je wollte. Und was mich am meisten gestört hat: Der Roman führt zu nichts. Zwar gibt es einen durchaus dramatischen Showdown, aber das in den ersten Kapiteln umrissene Thema des Buches wurde komplett verfehlt. Nach vielen hundert Seiten fühlte ich mich schließlich um die eigentliche Geschichte betrogen. Und so war „Der kleine Freund“ für mich vor allem eine große Enttäuschung, die ich gar nicht empfehlen kann. Das dritte Buch der Autorin, "Der Distelfink", hat mich dagegen sehr begeistert.

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Gespräche aus der Community

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L
Hallo, ich habe vor einigen Jahren mal das Buch "Die geheime Geschichte" von Donna Tart gelesen. Das Buch ist mir heute wieder in die Hände gefallen und ich würde gerne ein ähnliches Buch lesen. Kennt Ihr noch andere Bücher der Autorin, die empfehlenswert sind?
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