Donna Tartt

 4.2 Sterne bei 1.046 Bewertungen
Autorin von Die geheime Geschichte, Der Distelfink und weiteren Büchern.
Autorenbild von Donna Tartt (© Beowulf Sheehan)

Lebenslauf von Donna Tartt

Donna Tartt wurde in Greenwood, Mississippi, geboren. Während ihres Studiums am Bennington College begann sie mit der Arbeit an ihrem ersten Roman »Die geheime Geschichte« und schrieb sich damit unter die wichtigsten zeitgenössischen Autorinnen Amerikas. Ihr neuer Roman »Der Distelfink« belegte gleich Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und begeistert Leser und Kritiker: »Umwerfend! Ein grandioser Roman, der daran erinnert, wie schön es ist, sich voll und ganz in ein Buch zu vertiefen und dafür nächtelang durchzulesen.« New York Times. Heute lebt Donna Tartt abwechselnd in Charlottesville, Virginia, und Manhattan.

Alle Bücher von Donna Tartt

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Cover des Buches Die geheime Geschichte (ISBN:9783442487332)

Die geheime Geschichte

 (441)
Erschienen am 16.10.2017
Cover des Buches Der Distelfink (ISBN:9783442473601)

Der Distelfink

 (399)
Erschienen am 19.10.2015
Cover des Buches Der kleine Freund (ISBN:9783442487325)

Der kleine Freund

 (85)
Erschienen am 16.10.2017
Cover des Buches Der Distelfink (ISBN:9783844519457)

Der Distelfink

 (37)
Erschienen am 19.10.2015
Cover des Buches The Secret History (ISBN:9780141013053)

The Secret History

 (38)
Erschienen am 03.10.2002
Cover des Buches The Goldfinch (ISBN:9780349139630)

The Goldfinch

 (35)
Erschienen am 19.06.2014
Cover des Buches The Little Friend (ISBN:9780747573647)

The Little Friend

 (7)
Erschienen am 16.06.2005

Neue Rezensionen zu Donna Tartt

Neu

Rezension zu "Der Distelfink" von Donna Tartt

Das Bewahren von Dingen
Himmelfarbvor 9 Tagen

 „Überwältigung“

emotional, sinnlich, total, visuell, ästhetisch -


Das sind die Verbindungen, die das digitale Wörterbuch als Ergänzung zum Wort „Überwältigung“ liefert.

Und das trifft auf „Der Distelfink“ in hohem Maße zu.

Der Roman überwältigt im positivsten Sinne, emotional, visuell, total!


Die Schriftstellerin, die dieses überwältigende Werk geschaffen hat, ist Donna Tartt.

Donna Tartt, Jahrgang 1963, erweist sich mit ihrem erst dritten Roman als eine Großmeisterin im Geiste von Charles Dickens oder Victor Hugo.

Überbordende Phantasie, gepaart mit beeindruckender Charakterzeichnung der Protagonisten und mitreißender, philosophischer, Recherche - intensiver Geschichte. 

Kurz, ein Roman, der Leser wie Kritiker gleichermaßen begeistert.


Theo Decker verliert im Alter von 13 Jahren, bei einem Terroranschlag im Metropolitan Museum in New York seine über alles geliebte Mutter.

In den Wirren des Anschlags, den er schwer traumatisiert überlebt, lässt er das berühmte Gemälde „Der Distelfink“ von Carel Fabricius aus dem Jahre 1654 mitgehen.

Das Gemälde wird zum Dreh - und Angelpunkt seines Lebens und manches Mal droht Theo an dessen unrechtmäßigen Besitz zu zerbrechen.


Dieses Buch ist ein Bildungsroman mit psychologischen Thriller- Elementen und Donna Tartt erschafft neben Theo unvergessliche Protagonisten, wie die dysfunktionale Familie Barbour oder Theos Freund Boris.

Keine der Figuren ist nur gut oder böse, denn die ganze Palette menschlicher Tugenden und Fehler ist in ihnen manifestiert.

„Wir können uns unser eigenes Herz nicht aussuchen. Wir können uns nicht zwingen zu wollen, was gut für uns oder gut für andere ist. Wir können uns nicht aussuchen, wer wir sind.“

Nie erhebt Tartt den Finger um zu moralisieren, aber immer spürt man die enorme Kraft der Empathie.

Empathie für Menschen, Tiere und ganz besonders für Kunstwerke.

Der altruistische Kern der Erzählung ist das Bewahren von Dingen, die den Menschen über Jahrhunderte etwas bedeuten.

Kunst, Literatur, Musik.

Den Dingen eine Bedeutung geben, bzw. wiedergeben, das scheint ein großes Anliegen Donna Tartts zu sein.

Vielleicht ist es dieser Aspekt, der mich besonders berührt an diesem Meisterwerk.


Auch die Liebe zu Objekten kann uns zu besseren Menschen machen. Durch die Liebe gewinnen diese Objekte ein Leben.

Der Respekt für die Kreativität der Menschen, die vor langer Zeit diese Objekte erschaffen haben, sollte uns wieder zueigen werden.


Theo verbindet mit dem kleinen Distelfink die unsterbliche Liebe zu seiner Mutter. Er bewahrt das Bild und seine Liebe.

Das ist es, was Erinnerungsstücke sind, die Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft.


Theo und der kleine Fink aus Fabricius Gemälde sind beide Gefangene.

„Und bei diesem strammen kleinen Porträt ist es nicht schwer, das Menschliche in dem Finken zu sehen. Würdevoll, verwundbar.

Ein Gefangener, der einen anderen anschaut.“


Donna Tartts überwältigender Roman erzählt auch von deren Befreiung.


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Rezension zu "Der Distelfink" von Donna Tartt

Detailverliebte Darstellung der Handlung, aber dennoch stetig spannender Verlauf des epischen Dramas
schnaeppchenjaegerinvor 2 Monaten

Theodore Decker verliert im Alter von dreizehn Jahren seine Mutter bei einem Terroranschlag, als sie gemeinsam ein Museum in New York besuchen. Unter Schock nimmt Theo ein Gemälde mit, von dem seine Mutter sehr beeindruckt war: "Der Distelfink" von Carel Fabritius aus dem 17. Jahrhundert. Der Vater, ein notorischer Trinker, hatte die Familie wenig zuvor verlassen, so dass Theo in New York alleine ist. Um eine Unterbringung durch die staatliche Fürsorge zu vermeiden, quartiert er sich bei einem Schulfreund und seiner wohlhabenden Familie ein, bis sein Vater plötzlich wieder aufschlägt und den Jungen mit nach Vegas nimmt. Dort gelangt der bisher vernünftige Schüler in falsche Kreise und kommt in Kontakt mit Drogen. 
Zwei Jahre später ist er zurück in New York und kann die Kleinkriminalität zunächst hinter sich lassen. Er lernt alte Möbel zu restaurieren und wird als Erwachsener Antiquitätenhändler. Aber auch in New York kann er die Finger nicht von den Opiaten lassen, veräußert nicht nur Antiquitäten, sondern auch Fälschungen und stößt immer wieder die Menschen vor den Kopf, die ihm wohlgesonnen sind.
Begleitet wird Theo auf all seinen Stationen vom "Distelfink", auch wenn er - gerade als Jugendlicher - panische Angst hat, dass er wegen Kunstraubes belangt wird. Dennoch kann er das Gemälde einfach nicht zurückgeben, hatte jedoch nie die Absicht, sich damit zu bereichern.  

Der Roman erstreckt sich über mehrere Jahre und handelt überwiegend in New York. Er beschreibt die Entwicklung eines Jungen, der seine Mutter verliert, zu der er eine enge Verbindung hatte und in Erinnerung an sie, unerlaubt eine echte Kunstwerk an sich nimmt und aus Angst vor strafrechtlichen Konsequenzen nicht den Mut aufbringt, es rechtmäßig abzugeben. Dies wird allerdings nicht die einzige Fehlentscheidung in seinem Leben bleiben. 

Das Trauma seiner Kindheit hat Theo nie verarbeitet, betäubt sich mit Drogen, wird aber immer wieder von Angstzuständen eingeholt und hat eine niedrige Hemmschwelle in Bezug auf Betrügereien. 
Donna Tartt schreibt sehr detailliert, einzelne Ereignisse werden so ausufernd beschrieben, dass sie sich über unzählige Seiten erstrecken, auch wenn sie zeitlich nur einen winzigen Bruchteils des Romans ausmachen. Andererseits gibt es Zeitsprünge von mehreren Monaten oder Jahren, die dann nur rückblickend zusammengefasst werden.  

Trotz der Detailverliebtheit der Autorin ist das Buch nie ermüdend zu lesen. Die Schauplätze, an denen sich Theo aufhält oder die Wege, die er geht sind so anschaulich beschrieben, dass man sich selbst dorthin versetzt fühlt. Theos Entwicklung wirkt aufgrund seiner Erlebnisse und Erfahrungen sehr authentisch und auch seine Gefühlswelt, die oft traurig oder verwirrt ist, ist jederzeit verständlich. Man begleitet Theo als einsamen Teenager, der durch die äußeren Umstände fast unter die Räder gerät, in New York mit Unterstützung wieder auf den richtigen Weg gerät, dabei aber immer das verbotenerweise in seinem Besitz befindliche Gemälde mit sich herumschleppt, das mehr und mehr zur psychischen Belastung für ihn wird. Auch die Vergangenheit kann er nie ganz ausblenden, ist schreckhaft und geräuschempfindlich und entwickelt eine wahre Obsession in Bezug auf ein rothaariges Mädchen, das wie er den Terroranschlag überlebt hat. 

Auch wenn das Buch phasenweise etwas pointierter sein könnte, verfolgt man Theos Lebensweg, auf dem realistischerweise nicht immer viel passiert, gebannt, um zu erfahren, ob er sich am Ende von dem Gemälde befreien kann und glücklich werden wird. Durch Wendungen und Protagonisten, die Theo wiederholt begegnen, erhält der Roman immer wieder neuen Schwung und wird für eine nicht vorhersehbare Weiterentwicklung der Handlung gesorgt. 

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Rezension zu "Der Distelfink" von Donna Tartt

Literarische Herausforderung
BookfantasyXYvor 3 Monaten

Der dreizehnjährige amerikanische Theo Decker besucht mit seiner Mutter Audrey ein Museum für bildende Künste in New York. Seiner Mutter gefällt ein Bild, auf dem ein Distelfink abgebildet ist. Während sie gemeinsam das Bild betrachten, sieht Theo einen älteren Herrn, der mit einem Mädchen durch das Museum schreitet. Theo und das Mädchen beobachten sich. Plötzlich löst eine Explosion eine Katastrophe aus. Theos Mutter wird zum Opfer der Explosion. Zwischen den Trümmern sieht Theo den Mann und das Mädchen  wieder. Allerdings kommt der alte Mann ebenso ums Leben. Theo gelingt es nach der Explosion das Gemälde mit dem Distelfink mitgehen zu lassen. Auf längere Zeit leidet Theo unter dem Vorfall und dem Tod seiner Mutter und ist einige Jahre traumatisiert davon. Er wächst in einer Pflegefamilie auf, weil sein Vater vor längerer Zeit die Familie verlassen hat. Das Leben von Theo wird zu einer Achterbahnfahrt. Man könnte sagen, das Leben gleitet ihm aus den Händen. Mit dem Gemälde Der Distelfink und andere Kunst versucht Theo Trost zu finden.

Donna Tarrt ist eine amerikanische Autorin, die bisher drei Romane mit „Der Distelfink“ geschrieben hat. Mit diesem intensiven und ausführlichen Roman erzählt die Autorin über einen Menschen, der durch Höhen und Tiefen seines Lebens geht. Zu seinen ersten Tiefen gehören der Verlust der Mutter und das Verschwinden des Vaters. Immer wieder sind andere Menschen um Theo, aber eigentlich ist er einsam, traurig und fühlt sich schuldig. Kriminelle Momente lassen ihn sozial abrutschen. Sein Leben kommt nicht wirklich in normale Bahnen. Bilder und alte Möbel begleiten ihn seit dem Unfall im Museum sein ganzes Leben. Die Autorin legt der Leserschaft ein ganzes Leben einer Figur vor, und zeigt auf, wie ein Leben sich in Katastrophen katapultiert, wenn Trauer, Einsamkeit und der Umgang mit gewissen Menschen einen beeinflussen. Eine ausprägende und ausführliche Erzählweise in diesem über tausend Seiten langen Roman bringen einen an die Grenze, ob man diesen Roman mag oder nicht. Beim Lesen passiert es nicht zu wenig, dass man mit den Gedanken abschweift. Kleine Effekte von Ereignissen motivieren, diesen Roman bis zum Ende zu lesen. Aber dieser Roman ist geschrieben, als ob man einen Film in Zeitlupe schauen würde. Ausführliche Erzählweise kann lesenswert sein, aber es kommt dann auf die Figuren und die Settings an.

Der Roman war meinerseits zu detailliert und ausführlich erzählt worden. Trotzdem ist die Figur Theo Decker eine starke Figur in unterschiedlichen Facetten dargestellt. Für die nächste Zeit schaue ich mir lange Romane genauer an. Ein solcher Roman mit minder Spannung und großer Überlänge wird bei mir eine Seltenheit bleiben. Von diesem Roman habe ich mehr erhofft.

 

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L
Hallo, ich habe vor einigen Jahren mal das Buch "Die geheime Geschichte" von Donna Tart gelesen. Das Buch ist mir heute wieder in die Hände gefallen und ich würde gerne ein ähnliches Buch lesen. Kennt Ihr noch andere Bücher der Autorin, die empfehlenswert sind?
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