Donna Tartt Der Distelfink

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Inhaltsangabe zu „Der Distelfink“ von Donna Tartt

Als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist, verliert er seine Mutter durch ein tragisches Unglück. Er versinkt in tiefer Trauer. Auch das Gemälde, das verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Es scheint geradezu, als würde ihn das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt ...

Konnte leider nicht weiter lesen, trotz der vielen positiven Rezis. Beim Lesen dachte ich auch, der Protagonist ist weiblich.

— lesemaus
lesemaus

Donna Tartt besitzt einen unverwechselbaren und einzigartigen, besonderen Schreibstil.

— AuroraBorealis
AuroraBorealis

Trotz des Umfangs kurzweilig zu lesen

— knacks1965
knacks1965

Gute Story, gute Figuren - stilistisch schwer erträglich: Pathetisch, gefühlig, zu viele Adjektive, künstelnde Metaphern und: VIEL ZU LANG!

— alasca
alasca

Interessanter Plot mit wunderbarer Figurenzeichnung und vielfältigem Schreibstil! Manko: einige unnötige Längen

— Saari
Saari

Sprachlich großartig geschrieben, detailreich, tiefgründig, mit überraschenden Wendungen - was für ein Buch!

— Walli_Gabs
Walli_Gabs

Ein Kunstwerk!

— Arunika_Senarath
Arunika_Senarath

Bewegende Geschichte und echtes Coming-of-Age. Es lohnt sich die vielen Seiten durchzuhalten.

— Book_Bug
Book_Bug

Hab es nach 400 Seiten aufgehört,ist mir viel zu langweilig 😑

— Lesekaefer
Lesekaefer

Lesenswert trotz einiger Längen.

— agusia
agusia

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  • Eine große Geschichte

    Der Distelfink
    Duffy

    Duffy

    20. February 2017 um 10:33

    Wenn man einen Bestseller erst dann liest, wenn er aus den dazu gehörigen Listen verschwunden ist, geht man sicher etwas unvoreingenommener ans Werk. So ging es dem Rezensenten mit diesem Buch. Das ist die Geschichte des Theo Decker, der bei einem Anschlag auf ein Museum seine Mutter verlor und dessen Leben fortan von diesem Verlust und von einem wertvollen Gemälde, das er aus dem zerstörten Museum mitgenommen und das ihn verzaubert hat, bestimmt wird. Donna Tartt versteht es meisterhaft, das Leben des 13jährigen ab diesem Punkt zu schildern. Es mangelt nicht an dramatischen und teils sehr sensiblen Wendepunkten. Sie packt alles zusammen: Kunst, Drogen, Kriminalität, Freundschaft, Liebe und schnürt es zu einem monströsen 1000 Seiten-Paket. Natürlich ist bei diesem Umfang die Gefahr sehr groß, dass es zu viel des Guten ist. Auch bei der Autorin ist es die Wanderung auf einem schmalen Grat, den sie aber mit ihrer außergewöhnlich eindrücklichen Erzählkunst meistert. Schon in ihrem Debut war diese reiche und bildhafte Sprache und der leichte, aber dennoch anspruchsvolle Stil angenehm aufgefallen. Damit umschifft sie gefährliche Klippen der Länge und verwendet viel Raum auf die Transparenz ihrer Figuren und Spielorte. Dass es dann doch ab und zu ein wenig zu viel wird, sollte ihr nicht angelastet werden. Dann schon eher das Ende, das in einem fast philosophischen Exkurs dem Leser einige seiner eigenen Interpretationsmöglichkeiten nimmt. Aber auch hier lässt sie ihre Hauptfigur so manches erstaunliche Fazit ziehen, sodass man auch das nicht negativ hervorheben möchte. Dieses Buch ist auf eine Weise großartig und unbedingt empfehlenswert. Man versteht, dass die Autorin sechs, sieben Jahre braucht, um neues Material vorzulegen. Für den ganz großen Wurf (nicht kommerziell gesehen) fehlt etwas. Was, das muss der Leser für sich herausfinden. Man darf auf Weiteres gespannt sei, das nächste Buch könnte dann vielleicht wirklich ein Meisterwerk werden.

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    • 2
  • Leserunde zu "Die rote Löwin" von Thomas Ziebula

    Die rote Löwin
    ThomasZ

    ThomasZ

    Liebe Leseratten und Leserättinen! Euch allen ein glückliches Jahr 2017! Buchmäßig fängt es ziemlich gut an, denn am 13. Januar erscheint mein neuer historischer Roman „Die Rote Löwin“. Heute lade ich Euch zu einer Leserunde mit mir und meinem Buch ein. Die Geschichte in wenigen Sätzen: Anno 1205. Nach dem Tod ihrer Eltern sind Rubina und ihr Bruder Waldemar auf sich allein gestellt. In Magdeburg geraten sie in die Fänge des machtgierigen Domdekans Laurenz. Der erkennt in Rubina – „Runja“ – die einmalige Gelegenheit, den Gelehrten Pirmin auszuschalten, seinen Rivalen um das Bischofsamt. Runja hat nämlich verblüffende Ähnlichkeit mit dessen verstorbener Frau. Mit ihrem Bruder als Druckmittel, zwingt Laurenz die junge Frau in den Orden der Vollstrecker, wo der Schwarze Abt Dagomar sie zur Mörderin ausbildet. Doch das Schicksal will es, dass Runja sich in Pirmin verliebt … Vorweg eine Warnung an alle besonders zart besaiteten unter Euch: „Die rote Löwin“ ist ein Thriller und es geht alles andere als friedlich und idyllisch zu in dieser Geschichte. Eine Leseprobe findet Ihr bei Amazon: https://www.amazon.de/Die-rote-L%C3%B6win-Historischer-Roman/dp/3404174763/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1483282238&sr=1-1&keywords=die+rote+l%C3%B6win#reader_3404174763 und demnächst auch auf meiner website http://www.thomas-ziebula.de/ Die Bewerbungsphase dauert bis zum 13. Januar. Mein großzügiger Verlag spendiert 25 Bücher. Ich wünsche mir Leserundenteilnehmer, die bereit sind, ihre Leseerfahrung mit der „roten Löwin“ aufzuschreiben und außer auf LB auch auf Amazon und anderen Plattformen als Rezension zu veröffentlichen. Ich grüße Euch herzlich und bin gespannt auf Eure Bewerbungen. Thomas Ziebula

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    • 400
    Floh

    Floh

    03. February 2017 um 08:38
    ThomasZ schreibt Und dann wollt Ihr wissen, welche Stile ich gerne lese. Ich will nicht sagen, dass ich ein literarischer Allesfresser bin, aber in formaler Hinsicht schon. Ich liebe die epische Breite eines John ...

    Danke, Danke für die umfangreiche Antwort auf unsere neugierigen Fragen. "Diestelfink" MUSS ich auch unbedingt noch lesen. Ich höre so viel Gutes zum Buch und handwerk der Autorin. "Stoner" von ...

  • Ein besonderes Leseerlebnis

    Der Distelfink
    Walli_Gabs

    Walli_Gabs

    29. January 2017 um 15:56

    Was ein Buch! Beim Lesen habe ich sehr mitgefühlt und mitgefiebert, war auch mal genervt oder sogar verärgert – aber losgelassen hat es mich nicht. Heute Morgen habe ich es schließlich beendet und denke seitdem darüber nach, wie ich meinen Eindruck am besten in Worte fasse. Vielleicht fange ich mit den nüchternen Fakten an: „Der Distelfink“ beginnt mit einem Terroranschlag im Metropolitan Museum in New York, bei dem der 13-jährige Theo Decker seine alleinerziehende Mutter verliert. In den folgenden Tagen, Wochen, Jahren, beginnt für ihn eine Odyssee. Als Leser begleitet man ihn an seine verschiedenen Wohnorte, doch es dauert, bis er wieder irgendwo heimisch wird. Nicht nur seine Trauer droht ihn zu erdrücken, sondern auch sein großes Geheimnis: Er ist im Besitz eines verschollenen Meisterwerks; „Der Distelfink“ von Carel Fabritius. Als Leser begleitet man Theo ab dem Tag der Katastrophe bis ins Erwachsenenalter. Er und seine Freunde wachsen einem ans Herz; Donna Tartt entwickelt sehr komplexe Charaktere, die sich bald auch für den Leser wie alte Bekannte anfühlen. Und so leidet man mit Theo an seinem Unglück – und an seinen zunehmenden Alkohol- und Drogenexzessen, die für meinen Geschmack etwas zu ausführlich dargelegt wurden. Dagegen hatte ich das Gefühl, dass die Autorin durch zwei Zeitsprünge gerade die Passagen vermieden hat, in denen Theo wieder ansatzweise glücklich hätte sein können. Aber wäre dem Leser auf ein paar der 1022 Seiten nicht auch etwas Glück zu gönnen gewesen? Das sind meine beiden Hauptkritikpunkte an dem Roman, aber sie tun meiner 5 Sterne-Bewertung keinen Abbruch – irgendwie ist dieses Buch schon ein Meisterwerk. Sprachlich großartig geschrieben (nur an den „stachelbeergrauen Augen“ habe ich mich gestört), detailreich, tiefgründig, mit überraschenden Wendungen – „Der Distelfink“ hat mich in seinen Bann gezogen. Würde ich ihn verschenken? Ich weiß es nicht – er verlangt schon extra viel Zeit und Aufmerksamkeit. Würde ich ihn weiterempfehlen? Unbedingt.

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  • Großes Kino

    Der Distelfink
    cuisine

    cuisine

    19. September 2016 um 17:31

    Die Geschichte eines Jungen, der im zarten Jugendalter seine Mutter bei einem Bombenanschlag verliert und von da ab eine bewegte und bewegende Lebensgeschichte erfährt. Der umfangreiche Roman präsentiert verschiedene Lebensstationen, menschliche Begegnungen, die für den jungen Mann prägend sind. Dabei reist der Leser mit, durch unterschiedliche US-Staaten, durch unterschiedliche Milieus. Die Figurenzeichnung ist äußerst sorgsam vorgenommen und auch die schwachen, problematischen Figuren werden nicht demontiert, sondern in all ihrer Komplexität und Gefangenheit gezeigt. 'Der Disteslfink' ist ein Buch zu Eintauchen, zum Miterleben ohne ins Sentimentale oder Kitschige abzugleiten.

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  • Preisgekrönter Roman - aber auch verdient?

    Der Distelfink
    Benne_

    Benne_

    27. August 2016 um 17:01

    Das Gemälde "Der Distelfink", welches den dreizehnjährigen Theo Decker nach einem Anschlag, bei dem seine Mutter stirbt, in die Hände fällt, wird sein ganzes Leben verändern. Seine Mutter existiert nicht mehr, sein Vater ist schon vor langer Zeit abgehauen; Theo weiß nicht, wie er Beziehungen zu seinen Mitmenschen aufbauen soll, aber das Gemälde schickt ihn auf seinen eigenen, gefährlichen Weg. Was mich an diesem Roman faszinierte und zum Kauf veranlasste war tatsächlich der Klappentext, der mir ein Buch vorstellte, dass von einer unfassbaren Idee, Geheimnissen und Spannung lebt. Dieser 1022 Seiten lange Wälzer zeichnet sich durch eine Vielschichtigkeit aus, die sonst nur wenige andere Romane enthalten. Theo entdeckt einige Orte, lernt einen Haufen - nicht immer sympathische - Menschen kennen und über Jahre hinweg entwickelt sich sein Leben immer in verschiedene Richtungen, von denen man vor kurzer Zeit nicht einmal glaubte, dass sie im Rahmen des Möglichen seien. Eine weitere faszinierende Eigenschaft von "Der Distelfink" ist die Wortgewandheit der Autorin. Donna Tartt ist dafür bekannt, sich mehrere Jahre Zeit zu lassen, um dann ein weiteres Werk zu veröffentlichen, welches ins kleinste Detail ausgearbeitet ist. Auch hier merkt man, dass eine Menge Arbeit drinsteckt, die zu würdigen ist - vor allem, weil sie die Geschichte um Theo bereichert und das Lesen zu einem Abenteuer macht (was für mich immer das Anzeichen eines guten Buchs ist). "Aber manchmal, ganz unerwartet, brandete der Schmerz in Wellen über mich hinweg, die mir den Atem verschlugen, und wenn sie zurückwichen, schaute ich unversehens hinaus auf ein salzfeuchtes Wrack, beleuchtet von einem Licht so hell, so herzversehrt und leer, dass es schwerfiel, mich daran zu erinnern, dass die Welt jemals etwas anderes als tot gewesen war." Trotzdem kam es mir oft so vor, als würde Tartt einige Passagen nur hinzufügen, um über die 1000 Seiten-Grenze zu gelangen. Damit stehe ich wahrscheinlich sehr alleine, da sowohl die Kritiker, als auch das breite Publikum der Leser sich noch mehr Seiten wünschen. Meiner Meinung nach kann man sogar mehrere Seiten entfernen, die nichts an der fortführenden Handlung verändern würden. Leider war die Story zwischendurch langweilig und etwas langgezogen. Das Gemälde, das – wie ich zuvor dachte – im Fokus des Buchs stehen würde, tauchte über Längen des Buchs überhaupt nicht auf. Dies war eher irritierend als enttäuschend, weil der Roman trotzdem lehrreich und unterhaltend war, er endete sogar in einer Philosophie über den Sinn des Lebens. Zusammenfassend kann man sagen, dass „Der Distelfink“ den Pulitzer Preis in der Kategoie Belletristik und die zutiefst positive Kritik verdient, es ist vielschichtig, erzählt eine berührende und spannende Geschichte und vor allem macht es Spaß diesen Roman zu lesen. Für Kunstliebhaber, Liebhaber von dicken Wälzern und detailverliebte Leser ist er überaus geeignet, dennoch greift auch ein 08/15 Leser wie ich mit „Der Distelfink“ zu einem unterhaltsamen Buch, das auch die Zeit danach noch zum Denken anregt.

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  • Das vermisste Königreich

    Der Distelfink
    ParadiseLost

    ParadiseLost

    22. July 2016 um 00:36

    "Alles hätte sich zum Besseren gewendet, wenn sie am Leben geblieben wäre. Aber sie starb, als ich klein war, und obwohl ich an allem, was mir seitdem passiert ist, zu hundert Prozent selbst schuld bin, verlor ich doch mit ihr den Blick für jede Art von Orientierungspunkt, der mir den Weg zu einem glücklicheren Ort hätte zeigen können, hinein in ein erfüllteres oder zuträglicheres Leben. Ihr Tod also der Grenzstein. Vorher und Nachher." Inhalt: Theodore Decker ist 13 Jahre alt, als er zusammen mit seiner Mutter bei einem Besuch des New Yorker Metropolitan Museum of Art Opfer eines Bombenanschlags wird. Von einem schwerverletzten älteren Mann namens Blackwell wird Theo gedrängt, das 1654 entstandene Gemälde „Der Distelfink“ von Carel-Farbritius aus dem Museum zu stehlen. Theo kann sich zwar mit samt dem Kunstwerk nach draußen retten, doch seine Mutter Audrey überlebt den Anschlag nicht. Und mit genau dieser Katastrophe beginnt Theos Odyssee. 14 Jahre begleitet man den halbwüchsigen New Yorker. Man lernt ein Kind kennen, das nach seinem Platz in einer Welt sucht, die es nicht mehr versteht, und einen Erwachsenen, der ein Leben lebt, das er nur als Katastrophe begreifen kann. Theo schließt Freundschaft fürs Leben, findet das große Drama der großen Liebe, Zuflucht und im Distelfink seinen Anteil an der Unsterblichkeit. Er erlebt Verlust, Verdrängung, Exzess, Einsamkeit, Zugehörigkeit und Trauer. Er lernt Freiheit und Gefangenschaft kennen und die Schöpfer und Statisten ihres eigenen Unglücks. Denn wen Theo auf seinem Weg hin zum Erwachsenwerden auch trifft, gebrochen ist jeder. Meinung: Die Autorin hat einen tiefgründigen Roman konstruiert, der sowohl als düster-melancholisches Gesellschaftsportrait als auch als ein sehr lebensbejahender Epos interpretiert werden kann. Besonders Theos post-traumatische Weltsicht, die oft völlig schwarz, ab und zu grau und selten kunterbunt ist, beeindruckt und betrifft. Die einzigartige Stilistik Tartts, ihre Charakterstudien, ihr Herz für Details und Unverblümtheit machen den Distelfink zu einem hervorragenden Coming-of-Age Roman, den man sicher nicht so schnell vergisst.

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  • "Pst, du da. ... ja, du."

    Der Distelfink
    RawQ

    RawQ

    09. July 2016 um 15:04

    Was für ein Roman! Während ich mich seit einigen Jahren frage, was gutes Schreiben ausmacht, wie es klingt und sich anfühlt, las ich eine Menge von gut geschriebenen Geschichten, aber nichts, was mich bisher nun völlig in Ehrfurcht erstarren lies. In Der Distelfink allerdings handelt es sich um einen konstanten Strom von auf den Punkt gebrachter Adjektive und zur Perspektive passender Metaphern, sodass Donna nur den Boden berührt, um für eine Richtungsänderung Schwung zu holen. Die Beats in den Dialogen sind hervorragend platziert, vielleicht hier und da etwas zu lang. Einige meinen, dass der Roman zu langatmig ist und ich würde an einigen Stellen zustimmen, aber am Ende begann ich darüber nachzugrübeln. Wäre es die gleiche Geschichte, dieselbe Verbundenheit und Nähe zu den Charakteren, wenn sie kürzer wäre? Sicher, hier und da könnte man ungeduldig werden, aber, und das wäre meine Schlussfolgerung: Der Job eines Autors ist es nicht nett zu sein, einen Strom von unterhaltsamen Wörtern zu produzieren, nicht einmal für immer währende Spannung und Aufregung zu sorgen. Der Job eines Autors ist es eine Geschichte zu erzählen! Und der Rest mag dann folgen – oder eben nicht. Wie beschreibt Donna es so schön: »Aus diesen Gründen liebt niemand ein Kunstwerk. Es ist ein heimliches Wispern aus einer schmalen Gasse. Pst, du da. Hey, Junge. Ja, du.« Warum dann nur 4 Sterne? Wegen dem langen Monolog am Ende, der versucht das Buch selbst zu erklären. Obwohl es gute Sätze gibt (siehe oben), ist unnötig und gar schmerzhaft lang. Ich wünschte, sie hätte den Drang alles erklären zu müssen widerstanden (wo das Fazit des Romans sowieso schon am Anfang steht). Ungeachtet dessen, für jeden der interessiert ist zu erfahren, wie es sich anfühlt Wörter zu lesen, die von einem Meister (geschlechtsneutral) platziert wurden, kommt an diesen Roman nicht vorbei.

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  • Gut - besser - Distelfink

    Der Distelfink
    Amilyn

    Amilyn

    07. July 2016 um 22:26

    Als Theo Decker 13 Jahre alt ist, verliert er seine Mutter bei einem Bombenanschlag auf ein Museum. Hier haben sie sich ihr Lieblingsgemälde angesehen: Der Distelfink. Im Chaos des Anschlags steckt Theo das kleine Bild kurzerhand ein. Es wird ihn auf eine lange Reise begleiten, ein Auf und Ab, bei dem es beide nicht leicht haben.Was kann ich zu diesem wunderbaren Buch sagen? Es ist nicht einmal leicht, eine grobe Zusammenfassung zu schreiben, weil so viel in den 1.022 Seiten dieser Geschichte passiert. Zunächst einmal: dieses Buch ist kein Thriller über einen Terroranschlag oder über Kunstraub. Es geht nicht darum, den Tod von Theos Mutter und den anderen Menschen aufzuklären, die in dem Museum gestorben sind. Es ist einfach nur die Geschichte von einem Jungen, der den Halt in seinem Leben verliert.Donna Tartt kann etwas ganz besonderes: sie kann Spannung erzeugen, ohne eine dunkle Gasse zu bemühen, einfach, indem sie schreibt, wie Theo einen Telefonanruf tätigt. Sie kann in einer Szene so viel Gefühl rüberbringen, so viel Sehnsucht und so viel Verlangen wie es manch anderer in einem ganzen Roman nicht schafft. Sie schafft es, dass man nach zwei, drei Sätzen, in denen sie Theos Freund an der neuen Schule zum ersten Mal auftauchen lässt, weiß: dieser Junge ist nicht gut für ihn. Trotzdem ist er einem sympathisch.Man begleitet Theo Decker ca. 15 Jahre lang. Es gibt viel viel Handlung. Es gibt viele kleine Szenen und viele große. Man fühlt sich beim Lesen mal unwohl, mal traurig, mal zerreißt es einen vor Spannung, obwohl im Grunde kaum etwas passiert. Man leidet mit und will den Jungen, später den jungen Mann, bei der Hand nehmen und ihm den richtigen Weg zeigen. Das alles kann Donna Tartt, weil sie eine gigantische Autorin ist.Das letzte Kapitel ist mir zwar ein klein bisschen zu philosophisch gewesen, aber auch das war einfach um Längen besser als so manch anderes.Fazit: Ich wollte einfach immer weiterlesen. Der Distelfink ist das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe und hat den Pulitzerpreis, den es 2014 erhalten hat, meiner Meinung nach vollkommen zu recht bekommen. Von mir gibt es selbstverständlich 5*****, und das ist noch zu wenig.

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  • Distelfink - Traum und Trauma

    Der Distelfink
    itwt69

    itwt69

    In diesem vielschichtigen Buch kennt das Drama des Theo Decker kaum Grenzen: der Vater verschwindet, die Mutter kommt bei einem gemeinsamen Besuch des Museums durch einen Bombenanschlag ums Leben. Nach nur 13 Jahren scheint sein Leben zerstört. Doch in dem Raum bleiben "Der Distelfink" und er nahezu unversehrt. Er nimmt ihn mit sich und das Unheil nimmt seinen Lauf. Ein Leben voller Drogen und ständiger Sorge um das Kunstwerk: Wird Theo das Trauma verarbeiten und verkraften können? Eine mitreißende Achterbahnfahrt und tiefe Einblicke in die Seele eines traumatisierten Menschen aber auch in die der Kunst. Jedoch ziemlich harter Tobak!

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    • 2
  • Leben ist Katastrophe !?

    Der Distelfink
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Auf der ersten Seite der mir vorliegenden Ausgabe schaut mich eine ernste und zugeknöpfte Frau an. (Ich bitte Frau Tartt um Verzeihung). "Wenn die nächsten 1000 Seiten so ernst sind wie dieses Bild", denke ich mir, " ... dann wird das ja ein gutes Stück Arbeit!" Meine überstürzte Annahme revidierte sich schnell nach den ersten 50 Seiten. Der Schreibstil flüssig, die Protagonisten nicht gestellt, das Setting glaubwürdig und nachvollziehbar. Ab dem Moment hatte ich wenig Lust, das Buch die nächsten 950 Seiten aufwärts aus der Hand zu legen. " ..., kurzfristige Langeweile, langfristiger Schmerz, vorübergehende Panik, dauerhafte Verzweiflung, und alles schlug gleichzeitig zu, loderte auf in einem aschgrauen trostlosen Licht ... " Aber Schritt für Schritt, wir wollen ja einem gewissen Bedürfnis nach Aufklärung nachkommen: Der Distelfink erzählt die Geschichte des 13 Jahre alten Theodore Decker, der mit seiner Mutter in New York lebt. Bei einem tragischen Unglück verliert er seine Mutter. Die Jahre, die für Theo folgen, sind ein Kampf gegen die eigenen Emotionen, gegen seine Handlungsmotive und moralischen Vorstellungen. Es artet aus, es beruhigt sich, es wird schwer und hoffnungslos und doch gibt es Lichtblicke, die das Leben Theos erträglicher machen. Immer folgt ihm dabei das Gemälde "Der Distelfink", welches sich durch die genannte Tragödie (illegal) in seinem Besitz befindet und eine untrennbare Brücke zur Vergangenheit schlägt. Das Motiv des Distelfinks, es wird den Leser fortan begleiten. Mal mehr, mal weniger, aber immer mit konkretem Bezug zur Storyline. Das alles auf mehr als 1000 Seiten GUT und spannend zu verarbeiten, ist ein großer Verdienst von Donna Tartt! Ihr einfacher, schnörkelloser Schreibstil trägt die Story in großen Teilen. Ihre einfühlsame Charakterzeichnung des Hauptprotagonisten Theo, seine innige Beziehung zur Mutter, dies alles hat ihn mir auf Anhieb sympathisch gemacht. Auch andere Figuren, die innerhalb der Geschichte auftauchen, schließt man ins Herz! (Ein besonderes Augenmerk meinerseits liegt hier auf Hobie, gerne nehme ich Anmerkungen zu dieser Entscheidung entgegen). Der Roman ist ausgesprochen vielseitig, er beschreibt nicht nur die Geschichte eines Jungen im Laufe der Jahre als eine Art Entwicklungsroman, sondern er verdichtet sich bis zum Ende immer mehr und läuft auf einen spannenden und aufregenden Höhepunkt zu, der fast schon einem Kriminalroman gleicht. Der Reichtum an Facetten, er ist es, der mich auch so überzeugt hat. Ich war traurig, ich war gefasst. Ich war begeistert und enttäuscht, sauer, wütend und wollte Theo schütteln, bis er zur Vernunft kommt. Kurz: Der Facettenreichtum hat sich auf mich übertragen. Es gibt wohl etwas, dass man nicht über ein Buch sagen sollte, wenn man ihm Leser wünscht. Darunter wahrscheinlich auch, dass es sich um ein tieftrauriges Buch handelt. Das Thema Verlust und das fortwährende Motiv von schlimmen Wendungen des Schicksals die im Unheil oder in der Katastrophe enden, alles das mag Grund genug sein, dem Roman ein schlechtes Urteil zu geben, wenn man harmoniebedürftig ist. Aber hey, das Leben ist in der Breite nun einmal keine leichte Sache für die meisten, das Schicksal schlägt unwillkürlich zu und man hat das Gefühl, man rennt dem Leben eher hinterher. Für mich ist es dabei eben auch die Hoffnung auf Einsicht des Protagonisten im Verlauf der Lektüre und sein Versuch der Besserung, seine inneren Monologe und seine dauernde Dualität gegenüber der ihn umgebenden Umwelt, die mir eines bestätigen: Donna Tartt hat eines wunderbar heraus: Storytelling!!! Wahrhaftig gezeichnete Figuren, schwere Stimmung, bei der man nicht einmal das Gefühl hat, das Buch weglegen zu müssen UND die Zeichnung der Entwicklung eines Jungen, der vom Schicksal gebeutelt ist. Frau Tartt, der Pulitzer ging zu Recht an Sie!

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    • 2
  • Nicht meins

    Der Distelfink
    czytelniczka73

    czytelniczka73

    Inhalt: "Es passiert, als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist. An dem Tag, an dem er mit seiner Mutter ein New Yorker Museum besucht, verändert ein schreckliches Unglück sein Leben für immer. Er verliert sie unter tragischen Umständen und bleibt allein und auf sich gestellt zurück, sein Vater hat ihn schon lange im Stich gelassen. Theo versinkt in tiefer Trauer, die ihn lange nicht mehr loslässt. Auch das Gemälde, das seit dem fatalen Ereignis verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Und das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, scheint ihn geradezu in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen zu ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt ..."     Meinung: Ein Nachmittag kann das ganze Leben verändern.Theo Decker besucht mit seiner Mutter ein New Yorker Museum als ein Bombe hochgeht-ein dramatisches Ereignis das Theo`s Leben unwiderruflich verändert.Theos Mutter stirbt bei dem Anschlag und Theo nimmt aus dem Museum ein kostbares Gemälde mit.Interessante Weise spielt das gestohlener Kunstwerk sehr lange nur eine Randrolle in der Geschichte,es geht viel mehr um die Lebensgeschichte von Theo und die ist geprägt von Trauer,Verlust und später Drogen und Alkohol. Ich fand den Anfang sehr interessant,aber nach ungefähr 200 Seiten wurde ich bisschen ungeduldig "Wann passiert endlich was?".Die ganze Geschichte lang hat mir etwas gefehlt,etwas was der Geschichte einen tieferen Sinn gibt,nur leider hab ich diese "etwas" in diesem Roman nicht gefunden.Ohne Zweifel ist das eine schöne,interessante Geschichte,aber für mich ziemlich nichtssagend.Ich mag einfach lieber Bücher die mich zum nachdenken bringen,wichtiges Thema ansprechen oder einfach emotional sind und das trifft auf Distelfink nicht zu.Der Schreibstil war mir zu ruhig und monoton um die Geschichte emotional zu machen,es war nicht mal schockierend oder erschüttend(bei dem ganzen Drogenkonsum von Theo sollte es aber sein).Es ist nicht so das ich enttäuscht bin oder bereue das ich das Buch gelesen habe-so schlimm war das nicht.Ich habe einfach mehr erwartet,weil ganz ehrlich,dafür das der Roman über 1000 Seiten hat passiert in der Geschichte recht wenig.

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    • 5
    gsimak

    gsimak

    29. March 2016 um 14:49
  • Überraschungspaket

    Der Distelfink
    walli007

    walli007

    24. December 2015 um 09:53

    Sein Vater ist schon vor über einem Jahr abgehauen, der beste Vater war er nie. Mit 13 Jahren verliert Theo tragischerweise auch seine Mutter. Bei einem Anschlag auf ein Museum, das Beide gerade besuchen, kommt seine Mutter um. Theo, der nur einen Moment auf sie warten sollte, muss das wohl traumatischste Erlebnis überstehen, das ihm je widerfahren wird. Er wird verschüttet und als er aus seiner Ohnmacht erwacht, hilft er einem älteren Mann, der leider nicht gerettet werden kann. Theo findet Halt in einem Bild, dem Lieblingsbild seiner Mutter, das er aus den Trümmern retten kann, das er allerdings vergisst zurückzugeben.  Kein Wunder, dass dieses einschneidende Ereignis Theos Leben bestimmt. Niemand scheint ihn haben zu wollen, seine Großeltern nicht, sein Vater bleibt verschwunden. Endlich kommt er bei der Familie eines Klassenkameraden unter, die ihn von Andy abgesehen auch eher kühl behandeln. Die Therapie bei einem Psychologen schlägt nicht so recht an, verständlicherweise vermisst Theo seine Mutter aufs Äußerste. Und gerade als er beginnt etwas Hoffnung zu schöpfen und er es geschafft hat, eine Verbindung zu dem Mädchen, das ihn im Museum so verzaubert hat und das ebenfalls überlebt hat, aufzunehmen, taucht sein Vater wieder auf. Ein Vater, der immer noch kein guter Vater ist, der Besitz des Bildes, der weiter auf ihm lastet - Theo beginnt den Halt zu verlieren. Einen umfangreichen Roman um ein real existierendes Meisterwerk präsentiert Donna Tartt ihren Lesern. Das ist man von ihr schon so gewöhnt, auch ihre geringe Produktivität ist bekannt. Man kann sich förmlich vorstellen wie sie jedes Wort abwägt, dreht und wendet bis sie es endlich in gemessener Form niederschreibt, an seinen Platz stellt. War man von ihrem Erstlingswerk „Die geheime Geschichte“ fasziniert und von dem Nachfolger „Der kleine Freund“ angeödet, geht man mit banger Erwartung an diesen neuen Roman heran, dessen Entstehung wieder ungefähr zehn Jahre in Anspruch genommen hat. Mit über tausend Seiten nicht gerade schmal türmt sich die Aufgabe vor dem Leser wie ein Berg. Erstaunlich schnell lässt sich dieser dann erklimmen. Zwar will er wohlmöglich ähnlich wie beim Schreiben Wort für Wort genommen werden, dennoch wirkt sein Bann. Auch wenn es kleiner Pausen bedarf, mag man schließlich von dem Buch nicht mehr lassen. Man folgt Theos Achterbahnfahrt durch seine Jugend, seine „aus der Bahn Geworfenheit“ stößt manchmal ab, häufiger aber berührt sie. An manchen Wendepunkten wünschte man ihm mehr Glück, mehr Durchblick. Man leidet mit, wenn sich beinahe ohne sein Zutun etwas zum Ungünstigeren wendet. Bald hofft, sein Leben möge doch eine ruhigere und positivere Fahrt aufnehmen. Auch wenn die Autorin für manchen Geschmack vielleicht hin und wieder zu weit ausholt, scheint doch letztlich kein Wort überflüssig. Wenn man sich auf die Lektüre einlassen kann und sich vornüber ins Vergnügen stürzt, hat man hier ein Werk, das jede Minute wert ist, die es beansprucht.

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  • Life's a bitch

    Der Distelfink
    Wassollichlesen

    Wassollichlesen

    19. December 2015 um 14:52

    1022 Seiten. Was für ein Brett. Aber ich sollte das Buch unbedingt lesen, nicht umsonst habe ich es von einem Freund, ein begeisterter Leser, geschenkt bekommen. Und er Recht behalten: das Buch ist einfach wunderbar. 1022 Seiten?? Pahh, mir kam es vor, als würde die Zeit nur so dahinfliegen.Es fällt mir schwer, meine Meinung zu dem Buch zu formulieren ohne groß zu spoilern und wahrscheinlich denke ich mir hinterher, dass ich noch dieses und jenes vergessen habe, aber es gibt einfach zu viel, über das ich an dieser Stelle im Bezug auf das Buch schreiben könnte. Und ich möchte es kurz halten."Der Distelfink" ist ein besonderes Buch. Es ist sehr feinsinnig und mit viel Liebe zum Detail geschrieben und nichtsdestotrotz nie, zu keiner Sekunde, langweilig. Ganz im Gegenteil. Die Geschichte und das Schicksal von Theo Decker haben mich von Anfang bis zum Ende gefesselt. Als ich das Buch beendet habe, war ich ein Stück weit traurig, dass es schon zu Ende ist, weil es sich so anfühlt, als würde man die Figuren sein Leben lang kennen. Nicht nur den Hauptprotagonisten Theo, den wir als Leser im Alter von dreizehn Jahren kennenlernen, auch die Nebenfiguren sind brilliant und liebenswürdig und alle sehr unterschiedlich und facettenreich.Wir begleiten also Theo chronologisch in verschiedenen Episoden seines Lebens, bei denen sich das Setting hin und wieder ändert und auch größere Zeitsprünge von ein paar Jahren für Erstaunen und Konfusion sorgen. Aber vor allem für Aha-Erlebnisse und schockierende Momente. Ich habe nach solchen Zeitsprüngen nie kommen gesehen, was als nächstes passiert und war immer überrascht, wie viel ich anscheinend verpasst habe, obwohl ich doch die gesamte Zeit so nah am Geschehen war.Neben diesen besonderen Momenten hat das Buch auch allerhand andere Gefühle in mir ausgelöst. Momente, in denen ich total schockiert war, haben sich dennoch mit Hoffnung vermischt und Momente, in denen ich laut los lachen musste, haben mich trotzdem mit einer bösen Vorahnung zurückgelassen und einem ganz, ganz schlechten Gefühl, was als nächstes passieren wird.Donna Tartt zeigt sehr eindrucksvoll, wie schnell eine Negativspirale entstehen kann und vor allem, dass es jeden treffen kann. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen düster, aber wären Theo und seine Mutter an Tag X anstatt ins Museum zum Frühstück gegangen, dann würde die Geschichte in diesem Buch eine völlig andere sein. Kein Abstieg. Kein Alkohol. Keine Drogen. Keine Kriminalität. Kein verkorkstes Leben. Schicksal oder Shit happens.Und in diese ohnehin schon gelungene "Coming of Age"-Geschichte über einen Jungen, der Tiefschlag um Tiefschlag kassiert und für den es dennoch ein gutes Ende zu geben scheint, fügt Donna Tartt eine Art Gangsterkrimi, in der die Vergangenheit Theo in den Hintern zu beißen droht.  Fazit 1022 packende Seiten und trotzdem könnte es noch locker eine Fortsetzung geben!! Ich freue mich jetzt schon auf die Verfilmung des Buches, Warner Bros. hat bereits die Rechte gekauft.Jeder, der sich in einem Buch verlieren und Stunde um Stunde lesen möchte, greift hier zu. Kunstliebhaber erst recht. 5 Eselsohren

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  • Lieblingsroman 2014.

    Der Distelfink
    InkedCupcake

    InkedCupcake

    15. December 2015 um 21:20

    Dieser wundervolle Roman war mein Highlight 2014. Da er dieses Jahr als Taschenbuch erschienen ist & nun in einem handlichen Format zu haben ist, möchte ich ihn euch ans Herz legen! Eine unglaubliche & doch gleichzeitig so reale Geschichte über das Leben, den Verlust, die Schuld & dem Umgang mit einem Trauma. Kein Buch zum lockeren Lesen im Urlaub, etwas zum nachdenken & mitfühlen. Mein Tipp für alle, die leidenschaftlich gerne lesen oder gerne unvergessliche Bücher verschenken :)

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  • Gewinnt die 15 Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2015!

    Lua und die Zaubermurmel
    Daniliesing

    Daniliesing

    Die Vorweihnachtszeit ist doch die schönste Zeit im Jahr für tolle Buchempfehlungen, oder? Da es ja schon eine kleine Tradition geworden ist, möchten wir vom LovelyBooks Team euch auch 2015 wieder unsere Lieblingsbücher des Jahres empfehlen und einen von euch sogar mit einem Buchpaket, das alle 15 Bücher enthält, glücklich machen! Bevor es mit den einzelnen Lieblingsbüchern losgeht, möchten wir euch aber ein wunderbares Kinderbuch ans Herz legen, das uns alle bezaubert hat und das Klein und Groß mit seiner berührenden Geschichte in seinen Bann zieht! "Lua und die Zaubermurmel" ist unser gemeinsamer Buchtipp für das Jahr 2015. Unsere Buchempfehlungen: 1. kultfigur empfiehlt: "Unterwerfung" von Michel Houellebecq Ein hochinteressantes Gedankenspiel zum schlummernden Konfliktpotential in unserer Gesellschaft und der Anpassungsfähigkeit des Einzelnen. Zeitlos und aktuell zugleich. Für mich ein geniales Buch, gerade weil es stellenweise auch banale und langweilige Seiten hat - denn so sind wir Menschen nunmal. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel" von Bradley Somer Ein Goldfisch fällt aus dem 27. Stock - vorbei an den vielen Fenstern des Hochhauses und den Geschichten der Menschen dahinter. Gekonnt verknüpft Bradley Somer die einzelnen Schicksale dieser Menschen - mal ganz gewöhnlich, mal total abstrus und verbindet sie zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das man in dieser Form bestimmt noch nicht gelesen hat! Genial! 3. TinaLiest empfiehlt: "Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann Ralf Rothmann hat mich mit seinem sprachlich sehr beeindruckenden Roman "Im Frühling sterben" aus einer Leseflaute geholt: Ich habe ebenso gebannt wie erschüttert von den Erlebnissen des Protagonisten Walter während der letzen Monate im zweiten Weltkrieg gelesen & auch nach dem Lesen hat mich der Roman nicht so schnell losgelassen. Ein beeindruckendes, leises und sehr starkes Buch! 4. doceten empfiehlt: "Chaos" von David Mitchell In "Chaos" erzählt David Mitchell in neun Geschichten über den freien Willen des Einzelnen in einer deterministisch-chaotischen Welt - nicht das kleinste Thema für einen Debütroman. Nahezu mikroskopisch klein sind jedoch oft die verbindenden Elemente zwischen den Geschichten, bis sie sich in ein großes Ganzes fügen, das wir wohl Leben nennen. Wer die Erzählweise aus dem bekannteren "Cloud Atlas" mag, wird auch von "Chaos" begeistert sein - ich bins! 5. Malista empfiehlt: "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" von Mamen Sánchez Es gibt Bücher, die liest man und am Ende waren sie gut. Und es gibt Bücher wie Mamen Sanchez' "Die schönste Art sein Herz zu verlieren", erschienen im Thiele Verlag, welches einen auf eine Reise mitnimmt, die niemals enden soll! Die Faszination des Buches liegt in den pointierten Beschreibungen der Protagonisten, ihrer Herkunft und ihrer Lebensstile, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unbedingt lesen! 6. ValerieLiebtLesen empfiehlt: "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili Ich habe das Familienepos dieses Jahr im Sommerurlaub in Portugal gelesen und war vom ersten Moment an gefesselt von dieser spannenden Geschichte rund um acht beeindruckende Frauenfiguren. Die 1200 Seiten habe ich verschlungen und danach war ich fast ein wenig wehmütig, dass die Geschichte "schon" rum war. Grandios! 7. Sophia29 empfiehlt: "Das Geheimnis des weißen Bandes" von Anthony Horowitz In diesem Jahr bin ich auf den Sherlock Holmes-Geschmack gekommen. Deswegen zählt „Das  Geheimnis des weißen Bandes“ von Anthony Horowitz zu meinen absoluten Lesehighlights 2015. Die ersten Seiten dieses Buches haben ausgereicht, um mich voll und ganz in seinen Bann zu ziehen:   London im November 1890 – der unvergleichliche Detektiv Sherlock Holmes und sein alter Freund Dr. Watson setzen alles daran, das Geheimnis um „Das weiße Band“ schnellstmöglich zu lüften, um   weitere Morde zu verhindern. Ich habe die beiden wirklich gerne auf ihrer Verfolgungsjagd begleitet und von Seite zu Seite mehr der Auflösung dieses dubiosen Falls entgegengefiebert. Dieses Buch bietet nicht nur durch und durch sympathische Protagonisten und einen einzigartigen Stil des Autors, sondern garantiert vor allem auch Spannung bis zum Schluss. 8. HannaBuecherwurm empfiehlt: "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss Lasst euch nicht vom schleppenden Anfang des Buches trügen! Sobald ihr diesen einmal hinter euch habt, wird euch das Buch vollkommen fesseln und bis zur letzten Seite nicht mehr loslassen. Vor allem der originelle Schreibstil macht dieses Buch aus, macht euch darauf gefasst, wiederholt in Lachen ausbrechen zu müssen. Das Buch ist der Auftakt zu einem fantastischen Fantasy-Epos, auf dessen Fortsetzung ich nun richtig gespannt bin! 9. aba empfiehlt: "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie Gegen Ende des Jahres nur ein Lieblingsbuch zu nennen, fällt einem oft schwer, wenn fast jedes gelesene Buch diese Auszeichnung verdienen könnte. Dieses Mal ist es bei mir nicht so, ich musste keine Sekunde lang überlegen, die Entscheidung stand schon im Frühjahr fest. "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie ist mein absolutes Lieblingsbuch aus 2015. Für so viel Leidenschaft, so konsequente und menschliche Charaktere, und eine glaubhafte und spannende Entwicklung habe ich dieses Buch sehr geliebt. 10. Kathycaughtfire empfiehlt: "Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee Eines der Bücher, das man in seinem Leben unbedingt gelesen haben sollte. Es ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, aber einer, den man schlichtweg lieben muss. Die Geschichte ist wunderschön, die Botschaft nach wie vor eine unglaublich wichtige und Harper Lee eine grandiose Autorin. 11. markusros empfiehlt: "Vom Inder, der auf dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden" von Per J. Andersson Das Buch und speziell der so mutige Pikay haben mir die eigene Lust am Abenteuer und an fernen Ländern nicht nur in den Lesestunden zurückgebracht. Ich bewundere den Mut, sich aus Überzeugung für eine Sache in Situationen zu begeben, ohne vorher alle Eventualitäten intellektuell durchdacht und durchdrungen zu haben. 12. Tree_Trunks empfiehlt: "Altes Land" von Dörte Hansen Für mich ist "Altes Land" von Dörte Hansen eines der besten Bücher 2015 gewesen. Die Geschichte beschreibt die kleinen Wunden, die sich die Generationen einer Familie gegenseitig zufügen können und erzählt von der Bürde der Vergangenheit. Gleichzeitig hat Dörte Hansen einen tollen Humor, der mich wirklich laut zum Lachen gebracht hat und der von einer ungetrübten Menschenkenntnis zeugt. Ein großartiges Buch über menschliche Stärken und Schwächen! 13. Tasmetu empfiehlt: "Ich bin Malala" von Malala Yousafzai Dieses Buch war so viel mehr als das, was ich erwartet habe und ließ mich tief berührt und nachdenklich zurück. Es ist die Geschichte des Swat Lands, es ist die Geschichte der Taliban, des Islams, es ist die Geschichte ihres Dorfes, ihrer Eltern, ihrer Freunde, ihrer Heimat, ihrer Flucht. Sympathisch, aufrüttelnd, aktuell. 14. nordbreze empfiehlt: "Bora" von Ruth Cerha Die Frankfurter Verlagsanstalt sollte dieses Buch nur zusammen mit einem Flugticket nach Kroatien verkaufen. Obwohl ich schon immer eine Wasser-Sehnsucht hatte, war diese noch nie so stark wie beim Lesen von "Bora". Ich möchte auch eine Insel erkunden, klettern, schwimmen, Wein trinken (ich mag gar keinen Wein ..) und Fisch essen. Ruth Cerha beschreibt das Inselleben einfach, alltäglich, aber trotzdem prägnant, so dass man das Gefühl hat, schon einmal dort gewesen zu sein (was ich für mich ausschließen kann. Ich war noch nie in Kroatien). Hinzu kommen mit Mara und Andrej zwei unaufdringliche Protagonisten, deren Liebesgeschichte so dezent aufgestellt ist, eigentlich will ich das gar nicht Liebesgeschichte nennen. Zwischen den beiden herrscht einfach eine große Vertrautheit, die ohne große Worte auskommt. Seid ihr neugierig auf unsere 15 Lieblingsbücher 2015 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 6. Januar Zeit, bei der Verlosung eines tollen Buchpakets mit allen 15 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns über den "Jetzt bewerben"-Button ganz oben nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir selbst immer so gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Welche sind eure Buchgeschenktipps des Jahres? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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