Der Distelfink

von Donna Tartt 
4,2 Sterne bei372 Bewertungen
Der Distelfink
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Positiv (307):
M

Sehr langatmig, an einigen Stellen zu ausführlich, aber trotzdem ein sehr packendes Buch, das nicht so schnell vergessen wird.

Kritisch (22):
Pelikanchens avatar

Langatmig und enttäuschend. Nicht mal das Ende hat es wieder gut gemacht.

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Inhaltsangabe zu "Der Distelfink"

Als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist, verliert er seine Mutter durch ein tragisches Unglück. Er versinkt in tiefer Trauer. Auch das Gemälde, das verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Es scheint geradezu, als würde ihn das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442473601
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:1024 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:19.10.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 10.03.2014 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Klaus_Jürgen_Dilewskyvor einem Monat
    Kurzmeinung: Donna Tartt Der Distelfink: Ich liebe Boris.
    Ich liebe Boris.

    Der Verlag:

    Goldmann gehört zur Verlagsgruppe Random House. Der Goldmann Verlag mit dessen Gründer war Wilhelm Goldmann, der diese im Juni 1922 in Leipzig vollzog, ist einer der größten deutschen Publikumsverlage, mit einem auf Vielfalt und Qualität ausgelegten Buchprogramm.

     

    Die Autorin:

    Donna Tartt wurde in Greenwood, Mississippi, geboren. Während ihres Studiums am Bennington College begann sie mit der Arbeit an ihrem ersten Roman »Die geheime Geschichte« und schrieb sich damit unter die wichtigsten zeitgenössischen Autorinnen Amerikas. Auch auf Deutsch von Donna Tartt im Goldmann Verlag: Die geheime Geschichte: Roman Taschenbuch –  Dezember 2013 ; Der kleine Freund: Roman Taschenbuch –  Oktober 2017. Ihr neuer Roman »Der Distelfink« Hintergrund ist ein Gemälde des Delfter Malers Carel Fabritius aus dem Jahre 1654, belegte gleich Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und stand in der deutschen Gemeinschaftsübersetzung von Rainer Schmidt (Übersetzer), Kristian Lutze (Übersetzer) wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, wurde mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnet und begeistert Leser und Kritiker: »Umwerfend! Donna Tartt lebt heute abwechselnd in Charlottesville, Virginia, und Manhattan. 

     

    Die Covergestaltung:

    Zeigt einen Teil der Geschichte, ein in ein Betttuch geschlagenes Gemälde.

     

    Nun aber erst einmal zum Inhalt der Geschichte; die Buchbeschreibung:

    Theo Decker ist 13 Jahre alt, als er seine Mutter, auf wahrhaft tragische Weise, verliert. Die Beiden, sehr aufeinander angewiesen und daher bezogen, waren gerade im Metropolitan Museum of Arts als eine gewaltige Explosion hunderte Menschen in den Tod reißt. Theo ist einer der wenigen Überlebenden. Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem zerstörten Museum nimmt er das Gemälde mit, von dem seine Mutter, die jetzt irgendwo unter Schutt und Asche liegt, zuletzt so geschwärmt hat: den titelgebenden „Distelfink“. Dieses kleine aber sehr wertvolle Gemälde ist von da an Theos heiligster Besitz und seine einzige Erinnerung an ein schönes Leben, denn von da an geht es für ihn steil bergab. Pflegefamilie in New York, Umzug nach Las Vegas zu seinem alkohol- und spielsüchtigen Vater, eine fragwürdige Freundschaft zu Boris, einem wilden russischen Jugendlichen, der Theo in die Abgründe von Drogen und Kriminalität zieht. Theo gerät zunehmend auf die schiefe Bahn.  

     Nun zu meiner Meinung   / Mein Fazit:

    Ein grandioser Roman, der daran erinnert, wie schön es ist, sich voll und ganz in ein Buch zu vertiefen und dafür nächtelang durchzulesen.« (New York Times)  Ich sage: Ein sehr guter Roman wie dieser nähert sich dem Kopf und Herz von verschiedenen Seiten. Dadurch machen wir ihn zu unserem eigenen Erleben und Roman. Das Geheimnis, von dem wir glauben, dass es unser Ureigenes ist, liegt vor unseren wahren Freunden offen. Denn dieser Roman ist auch ein Beispiel für Freundschaft, die besondere, einzigartige Freundschaft zu Boris. 

     Die bibliographischen Angaben zu diesem Titel lauten / Produktinformationen:

     ·  Taschenbuch: 1024 Seiten

    ·  Verlag: Goldmann Verlag 19. Oktober 2015

    ·  Sprache: Deutsch

    ·  Preis: 13 €

    ·  ISBN-13: 978-3442473601

    Dr. Dilewsky ist seit 20 Jahren, an unterschiedlichen Schulformen, als Studienrat tätig. Aktuell arbeitet er seit 04.10.2011 am Weiterbildungs-Köln-Kolleg, einer Schulform, die es Menschen ermöglicht, ihr Abitur auf dem 2. Bildungsweg zu erreichen. Letztendlich möchte er mit seiner Arbeit ein Umdenken im System Schule einleiten. In seiner Freizeit unterstützt er junge Musiker. Mittelfristig möchte er die Richard Istel Stiftung für junge Musiker gründen, die jungen Künstlern, über Stipendien, ihre Ausbildung und erste CD Produktionen ermöglicht. Seit  Dr. Klaus Jürgen Dilewsky, welches beide Arbeitsbereiche sinnvoll miteinander  verknüpft:

    Erziehung  heute Auswirkungen auf die Schule:  Reihe       Unterrichtsmaterialien
    Bd. 1, 408 S., 44.90 EUR, br., ISBN 978-3-643-12883-6   Meine Rezensionen erscheinen seit 1989, je nach Thema: bei JuLit, der Deutschunterricht, Pädagogik, Seite der Stadtbibliothek Köln, auf Verlagsseiten, meiner fb-Seite, bei Amazon: https://www.amazon.de/gp/profile/A2C6AA9ZLFQ5NA?ie=UTF8&ref_=sv_ys_4 und auf den Seiten anderer Buchhandlungen. Autoren und Verlag erhalten 1 Exemplar der Besprechung per Mail.

     

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    Hortensia13s avatar
    Hortensia13vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Philosophisch schwer geschriebene Lebensgeschichte. Ich konnte nicht viel daraus gewinnen. Hat gute Passagen, aber auch ziemliche Längen.
    Philosophisches Tagebuch

    Theo Decker verliert mit dreizehn Jahre durch einen Terroranschlag in einem Museum seine Mutter. Dabei nahm er im Schockzustand das berühmtes Gemälde "Der Distelfink" mit. Tief in Trauer schenkt ihm dieses Bild bisschen Trost und ist ihm eine Erinnerung an seine Mutter. Trotzdem mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Der Sog droht ihn unaufhaltsam ins Elend zureissen.

    Den Schreibstil der Autorin finde ich blumig philosophisch umschreibend und hat eine gewisse Schwere zum Lesen. Man wachst zwar als Leser mit Theo zusammen, indem man ihn beim Erwachsenwerden besonders durch seine Tiefen begleitet, aber stellenweise verursacht das philosophische Geplänkel nur Längen. Auch dem Schluss konnte ich nicht viel abgewinnen.

    Für mich ein Fall für 3,5 Sterne.

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    katzenminzes avatar
    katzenminzevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Unglaublich, wie gut Tartt Menschen, Gefühle, Stimmunge & Szenerien beschreibt! Wer ausschweifende Geschichten mag, sollte hier zuschlag...
    Eine Geschichte zum darin versinken

    Eine Geschichte zum darin versinken


    Ein bisschen fühle ich mich, als hätte ich eine kleine Bildungslücke geschlossen: Ich habe den Diestelfink gelesen. Endlich! Nachdem er bald vier Jahre um mich herumgeflattert ist.


    Es ist unglaublich, wie Tartt Menschen, Gefühle, Stimmungen und Szenerien beschreibt. Dabei macht es keinen Unterschied ob die Person nett oder unsympathisch ist, ob es regnet oder die Sonne vom Himmel brennt, ob ein Ort heimelig ist oder heruntergekommen. Ich hatte Hobies traumhaft gemütliches Heim genauso vor Augen, wie Theos dreckiges Zimmer und die verlassenen, sandigen Straßen in Vegas. Den immer schmuddeligen Boris oder den porzellanteint von Mrs. Barbour. Wenn ich so darüber nachdenke, kann ich mir jeden Ort, an dem Theo gelebt hat noch genau vorstellen. Das macht Tartts Bücher für mich unglaublich lebendig! Mehr noch als die Geschichte die sie letztlich erzählt, ist das für mich das Besondere das ihre Romane ausmacht. Die Intensität ihrer Beschreibungen. Die Charaktere und Orte, die sie erschafft.


    Natürlich sind auch die Geschichte und besonders ihr Hauptcharakter und Ich-Erzählers Theo sehr interessant: Zufällig und fernab von ihrer normalen Routine ist Theo mit seiner Mutter genau an dem Tag im Museum, an dem dort eine Bombe hochgeht. Seine Mutter überlebt den Anschlag nicht, doch Theo bleibt fast unverletzt. Trauer, Einsamkeit, Entwurzelung und Schuldgefühle machen dem 13-jährigen schwer zu schaffen. Und dann ist da noch die permanente Sorge um dieses Bild, das er eigentlich gar nicht besitzen dürfte...


    Ich habe Theo unglaublich gerne begleitet. Ich habe mit ihm gelitten, gehofft und geträumt. Als Jugendlichen mochte ich ihn zwar fast ein bisschen lieber, als als Erwachsenen, dafür waren die Frauen in seinem Erwachsenenleben sehr interessant.


    Die immer wiederkehrenden Ausflügen in die Kunstwelt und die Welt antiker Möbel haben mir sehr gefallen. Auch Tartts Sprache mag ich unheimlich gerne. Ausschweifend, aber klar und sachlich. Klug, teilweise sehr poetisch und bildhaft.

    „In vorwurfsloser Stille vergrub er sich in seiner Arbeit, bog Furniere über Wasserdampf, drechselte Tischbeine, und seine zufriedene Versunkenheit stieg aus seiner Werkstatt nach oben und breitete sich im Haus aus wie die Wärme eines Holzofens im Winter.“ S. 523

    Ich hätte mich vergraben können, in dieser Sprache, diesen Sätzen, diesem Gefühl!


    Das Einzige, was ich bei Donna Tartt nicht richtig rund finde, sind die Enden. Da sind diese großartigen Geschichten – bei Eine geheime Geschichte ging es mir nämlich ähnlich – und gegen Ende laufen sie einfach so aus. Es plätschert ein bisschen vor sich hin. Es wird alles Nötige zu Ende erzählt und ein wenig reflektiert, aber für mich will es in dieser Form nicht richtig zu dieser bisher speziellen und aufwühlenden Geschichte passen. Das Schlimme ist: Ich wüsste nicht, wie man es besser machen könnte. Das Ende ist logisch, verständlich, realistisch. Aber mir fast schon zu banal, zu reflektiert. Dabei habe ich mir auf den letzten Seiten sogar die meisten Zitate markiert.


    Dieses schwammige Etwas ist aber tatsächlich das einzige kleine bisschen, das ich am Buch zu kritisieren habe. Insgesamt hat mir Der Distelfink ausgesprochen gut gefallen. Theo ist ein großartiger ambivalenter Charakter und auch die anderen Figuren sind sehr gelungen und sehr einprägsam. Zwischendurch war ich regelrecht verliebt beim lesen. Ich wollte mir das Buch aufheben, so lange es geht. Dann wollte ich es wieder nicht weglegen, weil mich die Geschichte so gefangen genommen hat.


    Für mich hatte Der Distelfink also ein etwas unpassendes Ende, aber den Weg zu diesem Ende habe ich geliebt! Wer Tartts Schreibstil kennt und mag, wird auch von diesem Buch begeistert sein. Wer ausschweifende Geschichten und ausgefeilte Charaktere mag und wer gerne viel Zeit in und mit einem Roman verbringt, der sollte hier auf jeden Fall zuschlagen!

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    serendipity3012s avatar
    serendipity3012vor einem Jahr
    Unheilvolles Gemälde

    Unheilvolles Gemälde 

    Donna Tartts preisgekrönten Roman „Der Distelfink“ aus dem Jahr 2013 hat inzwischen wahrscheinlich fast jeder gelesen, der sich mit zeitgenössischer Literatur beschäftigt. Obwohl ihr Erstling „Die geheime Geschichte“ der einzige Roman ist, den ich überhaupt mehr als zweimal gelesen habe, habe ich ihren zuletzt veröffentlichten Roman erst jetzt in Angriff genommen. Und der Umfang immerhin lässt erst einmal stocken: Das Werk umfasst mehr als 1000 Seiten.

    Alles dreht sich um Theo Decker und seine Lebensgeschichte. Mit 13 verliert er durch einen Anschlag bei einem Museumsbesuch seine Mutter (auf dem Buchrücken wird das Geschehen als „Unglück“ betitelt, eine Bezeichnung, die eigentlich etwas irreführend ist). Sein Vater hat die Familie schon vor längerer Zeit verlassen, Theo lebte mit seiner Mutter allein. Sein Leben ändert sich von Grund auf. Die restlichen Jahre bis zu seiner Volljährigkeit lebt Theo an verschiedenen Orten, nirgends scheint er richtig hinzugehören, zu seinen Großeltern hat er lange keinen Kontakt gehabt und mit seinem Vater verbinden ihn eher gemischte Erinnerungen. So kommt Theo lange nicht zur Ruhe, fühlt sich oft allein und nirgends wirklich heimisch. Als er letztlich doch von seinem Vater und seiner Lebensgefährtin Xandra aufgenommen wird, lernt er schließlich Boris kennen. Sie werden Freunde, schwänzen gemeinsam die Schule und machen erste Erfahrungen mit Drogen und Alkohol.

    Theo selbst erzählt dem Leser seine Geschichte in der Rückschau als junger Erwachsener. Schon ganz zu Beginn deutet er an, dass er in Schwierigkeiten steckt, offenbar ist er auf die schiefe Bahn geraten. Das hängt auch mit dem Gemälde zusammen, das dem Roman seinen Titel gibt: Es war Der Distelfink, den Theo im Chaos des Anschlags aus dem Museum mitnahm, ein wertvolles Bild, das er eigentlich immer zurückgeben wollte, bis er irgendwann überzeugt war, dass es zu spät dafür war. Dieses Bild wird mit der Zeit mehr und mehr zur Belastung für Theo.

    Natürlich gibt es in dem umfangreichen Roman noch einiges mehr, auf das ich unmöglich hier eingehen kann. Und auf 1000 Seiten kommt es fast zwangsläufig zu einigen Längen: Man hätte den Roman sicherlich straffen können, einige Abschnitte empfand ich als zu ausufernd und etwas mühsam, wobei das sicher auch mit der jeweiligen Thematik zusammenhängt und eine persönliche Einschätzung ist. Insgesamt liest sich Tartts Geschichte sehr gut, sie erzählt sie souverän, wenn auch Einiges vielleicht ein wenig vorhersehbar ist oder so wirkt, als habe es eben einfach in den Roman hinein gemusst, weil es eben dazugehört. So wagt der Roman womöglich weniger, als möglich gewesen wäre und kommt ein Stück weit konventionell daher, aber gestört hat mich das nicht.

    Tartt schafft es, zu vermitteln, wie aus einem recht behüteten Kind, das zwar ohne Vater und ohne materielle Extravaganzen, dafür aber mit einer warmherzigen Mutter aufwuchs, durch einen Schicksalsschlag ein verwirrter, verirrter Jugendlicher und dadurch ein gänzlich orientierungsloser Erwachsener wird, der mit seinem Los sehr hadert. Und der dabei auch jene, die ihm stets wohlgesonnen waren, die ihm halfen und zu so etwas wie eine Ersatzfamilie wurden, vor den Kopf stößt und auch noch zu verlieren droht. Das Gemälde wird dabei zum Symbol: Wie ein Fluch lastet es mehr und mehr auf Theos Schultern, als müsse er sich davon befreien, um frei werden zu können. Theo bewegt sich dabei stets nah an der Grenze: Wird er irgendwann ganz abrutschen, seinem eigenen Ideal von einem guten Menschen endgültig nicht entsprechen können? Oder wird er doch irgendwie die Kurve kriegen?

    Sollte es also noch jemanden geben, der „Der Distelfink“ noch nicht gelesen hat, so sei ihm der Roman hiermit empfohlen. „Der Distelfink“ ist gute Unterhaltung, konzentriert sich ganz auf seine Hauptfigur und lässt diese in ehrlicher und offener Weise ihr Leben beschreiben und zu verstehen versuchen. Sprachlich durchaus überzeugend, gut konzipiert, ein Schmöker für die langen Abende, die jetzt bald wieder kommen werden.

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    abetterways avatar
    abetterwayvor einem Jahr
    Distelfink - langweilig und nicht überzeugend

    Inhalt:
    "Als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist, verliert er seine Mutter durch ein tragisches Unglück. Er versinkt in tiefer Trauer. Auch das Gemälde, das verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Es scheint geradezu, als würde ihn das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt .."

    Meinung:
    Das Cover ist okay. Der Schreibstil ist zäh und reißt einen Leser nicht unbedingt mit.
    Theos Geschichte ist traurig aber mann hätte die Geschichte sicher auch auf die hälfte der Seiten zusammenfassen können ohne das man sich durch das Buch fast "quälen" muss. Zudem kommt auch noch das Theo nicht gerade sympatisch rüber kommt, sodass der Leser gezwungen ist sich mit einem Charakter auseinanderzusetzten (über das ganze Buch hinweg) der einem nicht sympatisch ist.
    Die anderen Charaktere sind ziemlich flach dargsetellt, hier fehlt es an Tiefe.
    Somit kann ich diesem Buch nicht wirklich viel abgewinnen.

    Fazit:
    Der Fazit dieses Buch ist leider das es langweilig und fantasielos ist. 1000 Seiten für die man sehr viel überwindung braucht diese zu lesen - ich muss gestehen teilweise habe ich nur quergelesen, da die Handlung absehbar und langatmig war.

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    Bookster_HROs avatar
    Bookster_HROvor einem Jahr
    Donna Tartt | DER DISTELFINK

    INHALT: Theo Decker ist 13 als er seine Mutter verliert. Die beiden waren gerade im Metropolitan Museum of Arts als eine gewaltige Explosion hunderte Menschen in den Tod reißt. Theo ist einer der wenigen Überlebenden. Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem zerstörten Museum nimmt er das Gemälde mit, von dem seine Mutter, die jetzt irgendwo unter Schutt und Asche liegt, zuletzt so geschwärmt hat: den titelgebenden „Distelfink“. Dieses kleine aber sehr wertvolle Gemälde ist von da an Theos heiligster Besitz und seine einzige Erinnerung an ein schönes Leben, denn von da an geht es für ihn steil bergab. Pflegefamilie in New York, Umzug nach Las Vegas zu seinem alkohol- und spielsüchtigen Vater, eine fragwürdige Freundschaft zu Boris, einem wilden russischen Jugendlichen, der Theo in die Abgründe von Drogen und Kriminalität zieht. Theo gerät zunehmend auf die schiefe Bahn und auch als Erwachsener kommt er nicht aus den Betrügereien und Exzessen heraus. Bis er bei einem internationalen Deal seine Grenzen übertritt und dabei fast zugrunde geht.

    FORM: Donna Tartt schreibt gekonnt und ungekünstelt. Das erste Drittel gibt ein gutes Tempo vor; die Figuren sind toll beschrieben und machen Lust auf mehr. Der Mittelteil zieht dann sich ein wenig in die Länge, da brauchte ich ein paar Mal einen etwas längeren Atem. Der Schluss dagegen ist mit vielen Wendungen wieder sehr unterhaltsam und auch literarisch läuft Tartt hier erst richtig zu Höchstform auf. Die letzten 100 Seiten (Theo im Fieber- und Verfolgungswahn) sind so ziemlich das Beste, was ich seit langem gelesen habe. Dafür gab’s dies Jahr dann auch völlig verdient den Pulitzer Prize for Fiction.

    FAZIT: Von der Länge nicht abschrecken lassen, durchhalten lohnt sich – fünf Sterne.

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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    Duffys avatar
    Duffyvor 2 Jahren
    Eine große Geschichte


    Wenn man einen Bestseller erst dann liest, wenn er aus den dazu gehörigen Listen verschwunden ist, geht man sicher etwas unvoreingenommener ans Werk. So ging es dem Rezensenten mit diesem Buch.
    Das ist die Geschichte des Theo Decker, der bei einem Anschlag auf ein Museum seine Mutter verlor und dessen Leben fortan von diesem Verlust und von einem wertvollen Gemälde, das er aus dem zerstörten Museum mitgenommen und das ihn verzaubert hat, bestimmt wird.
    Donna Tartt versteht es meisterhaft, das Leben des 13jährigen ab diesem Punkt zu schildern. Es mangelt nicht an dramatischen und teils sehr sensiblen Wendepunkten. Sie packt alles zusammen: Kunst, Drogen, Kriminalität, Freundschaft, Liebe und schnürt es zu einem monströsen 1000 Seiten-Paket. Natürlich ist bei diesem Umfang die Gefahr sehr groß, dass es zu viel des Guten ist. Auch bei der Autorin ist es die Wanderung auf einem schmalen Grat, den sie aber mit ihrer außergewöhnlich eindrücklichen Erzählkunst meistert.
    Schon in ihrem Debut war diese reiche und bildhafte Sprache und der leichte, aber dennoch anspruchsvolle Stil angenehm aufgefallen. Damit umschifft sie gefährliche Klippen der Länge und verwendet viel Raum auf die Transparenz ihrer Figuren und Spielorte.
    Dass es dann doch ab und zu ein wenig zu viel wird, sollte ihr nicht angelastet werden. Dann schon eher das Ende, das in einem fast philosophischen Exkurs dem Leser einige seiner eigenen Interpretationsmöglichkeiten nimmt. Aber auch hier lässt sie ihre Hauptfigur so manches erstaunliche Fazit ziehen, sodass man auch das nicht negativ hervorheben möchte.
    Dieses Buch ist auf eine Weise großartig und unbedingt empfehlenswert. Man versteht, dass die Autorin sechs, sieben Jahre braucht, um neues Material vorzulegen. Für den ganz großen Wurf (nicht kommerziell gesehen) fehlt etwas. Was, das muss der Leser für sich herausfinden. Man darf auf Weiteres gespannt sei, das nächste Buch könnte dann vielleicht wirklich ein Meisterwerk werden.

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    Walli_Gabss avatar
    Walli_Gabsvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sprachlich großartig geschrieben, detailreich, tiefgründig, mit überraschenden Wendungen - was für ein Buch!
    Ein besonderes Leseerlebnis

    Was ein Buch! Beim Lesen habe ich sehr mitgefühlt und mitgefiebert, war auch mal genervt oder sogar verärgert – aber losgelassen hat es mich nicht. Heute Morgen habe ich es schließlich beendet und denke seitdem darüber nach, wie ich meinen Eindruck am besten in Worte fasse. Vielleicht fange ich mit den nüchternen Fakten an: „Der Distelfink“ beginnt mit einem Terroranschlag im Metropolitan Museum in New York, bei dem der 13-jährige Theo Decker seine alleinerziehende Mutter verliert. In den folgenden Tagen, Wochen, Jahren, beginnt für ihn eine Odyssee. Als Leser begleitet man ihn an seine verschiedenen Wohnorte, doch es dauert, bis er wieder irgendwo heimisch wird. Nicht nur seine Trauer droht ihn zu erdrücken, sondern auch sein großes Geheimnis: Er ist im Besitz eines verschollenen Meisterwerks; „Der Distelfink“ von Carel Fabritius.

    Als Leser begleitet man Theo ab dem Tag der Katastrophe bis ins Erwachsenenalter. Er und seine Freunde wachsen einem ans Herz; Donna Tartt entwickelt sehr komplexe Charaktere, die sich bald auch für den Leser wie alte Bekannte anfühlen. Und so leidet man mit Theo an seinem Unglück – und an seinen zunehmenden Alkohol- und Drogenexzessen, die für meinen Geschmack etwas zu ausführlich dargelegt wurden. Dagegen hatte ich das Gefühl, dass die Autorin durch zwei Zeitsprünge gerade die Passagen vermieden hat, in denen Theo wieder ansatzweise glücklich hätte sein können. Aber wäre dem Leser auf ein paar der 1022 Seiten nicht auch etwas Glück zu gönnen gewesen?
    Das sind meine beiden Hauptkritikpunkte an dem Roman, aber sie tun meiner 5 Sterne-Bewertung keinen Abbruch – irgendwie ist dieses Buch schon ein Meisterwerk. Sprachlich großartig geschrieben (nur an den „stachelbeergrauen Augen“ habe ich mich gestört), detailreich, tiefgründig, mit überraschenden Wendungen – „Der Distelfink“ hat mich in seinen Bann gezogen. Würde ich ihn verschenken? Ich weiß es nicht – er verlangt schon extra viel Zeit und Aufmerksamkeit. Würde ich ihn weiterempfehlen? Unbedingt.

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    C
    cuisinevor 2 Jahren
    Großes Kino

    Die Geschichte eines Jungen, der im zarten Jugendalter seine Mutter bei einem Bombenanschlag verliert und von da ab eine bewegte und bewegende Lebensgeschichte erfährt. Der umfangreiche Roman präsentiert verschiedene Lebensstationen, menschliche Begegnungen, die für den jungen Mann prägend sind. Dabei reist der Leser mit, durch unterschiedliche US-Staaten, durch unterschiedliche Milieus. Die Figurenzeichnung ist äußerst sorgsam vorgenommen und auch die schwachen, problematischen Figuren werden nicht demontiert, sondern in all ihrer Komplexität und Gefangenheit gezeigt. 'Der Disteslfink' ist ein Buch zu Eintauchen, zum Miterleben ohne ins Sentimentale oder Kitschige abzugleiten.

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    Benne_s avatar
    Benne_vor 2 Jahren
    Preisgekrönter Roman - aber auch verdient?

    Das Gemälde "Der Distelfink", welches den dreizehnjährigen Theo Decker nach einem Anschlag, bei dem seine Mutter stirbt, in die Hände fällt, wird sein ganzes Leben verändern. Seine Mutter existiert nicht mehr, sein Vater ist schon vor langer Zeit abgehauen; Theo weiß nicht, wie er Beziehungen zu seinen Mitmenschen aufbauen soll, aber das Gemälde schickt ihn auf seinen eigenen, gefährlichen Weg.


    Was mich an diesem Roman faszinierte und zum Kauf veranlasste war tatsächlich der Klappentext, der mir ein Buch vorstellte, dass von einer unfassbaren Idee, Geheimnissen und Spannung lebt.


    Dieser 1022 Seiten lange Wälzer zeichnet sich durch eine Vielschichtigkeit aus, die sonst nur wenige andere Romane enthalten. Theo entdeckt einige Orte, lernt einen Haufen - nicht immer sympathische - Menschen kennen und über Jahre hinweg entwickelt sich sein Leben immer in verschiedene Richtungen, von denen man vor kurzer Zeit nicht einmal glaubte, dass sie im Rahmen des Möglichen seien.
    Eine weitere faszinierende Eigenschaft von "Der Distelfink" ist die Wortgewandheit der Autorin. Donna Tartt ist dafür bekannt, sich mehrere Jahre Zeit zu lassen, um dann ein weiteres Werk zu veröffentlichen, welches ins kleinste Detail ausgearbeitet ist. Auch hier merkt man, dass eine Menge Arbeit drinsteckt, die zu würdigen ist - vor allem, weil sie die Geschichte um Theo bereichert und das Lesen zu einem Abenteuer macht (was für mich immer das Anzeichen eines guten Buchs ist).


    "Aber manchmal, ganz unerwartet, brandete der Schmerz in Wellen über mich hinweg, die mir den Atem verschlugen, und wenn sie zurückwichen, schaute ich unversehens hinaus auf ein salzfeuchtes Wrack, beleuchtet von einem Licht so hell, so herzversehrt und leer, dass es schwerfiel, mich daran zu erinnern, dass die Welt jemals etwas anderes als tot gewesen war."


    Trotzdem kam es mir oft so vor, als würde Tartt einige Passagen nur hinzufügen, um über die 1000 Seiten-Grenze zu gelangen. Damit stehe ich wahrscheinlich sehr alleine, da sowohl die Kritiker, als auch das breite Publikum der Leser sich noch mehr Seiten wünschen. Meiner Meinung nach kann man sogar mehrere Seiten entfernen, die nichts an der fortführenden Handlung verändern würden.
    Leider war die Story zwischendurch langweilig und etwas langgezogen. Das Gemälde, das – wie ich zuvor dachte – im Fokus des Buchs stehen würde, tauchte über Längen des Buchs überhaupt nicht auf. Dies war eher irritierend als enttäuschend, weil der Roman trotzdem lehrreich und unterhaltend war, er endete sogar in einer Philosophie über den Sinn des Lebens.


    Zusammenfassend kann man sagen, dass „Der Distelfink“ den Pulitzer Preis in der Kategoie Belletristik und die zutiefst positive Kritik verdient, es ist vielschichtig, erzählt eine berührende und spannende Geschichte und vor allem macht es Spaß diesen Roman zu lesen. Für Kunstliebhaber, Liebhaber von dicken Wälzern und detailverliebte Leser ist er überaus geeignet, dennoch greift auch ein 08/15 Leser wie ich mit „Der Distelfink“ zu einem unterhaltsamen Buch, das auch die Zeit danach noch zum Denken anregt.

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