Donna Tartt Der Distelfink

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Inhaltsangabe zu „Der Distelfink“ von Donna Tartt

"'Der Distelfink' lässt einen nicht mehr los." TAZEs passiert, als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist. An dem Tag, an dem er mit seiner Mutter ein New Yorker Museum besucht, verändert ein schreckliches Unglück sein Leben für immer. Er verliert sie unter tragischen Umständen und bleibt auf sich gestellt zurück. Theo versinkt in tiefer Trauer. Auch das Gemälde, das seit dem fatalen Ereignis verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr kommt er weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Und das Gemälde scheint ihn geradezu in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen zu ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt …Sonderausgabe zum Taschenbuch.(3 mp3-CD, Laufzeit: 33h 26)

Bewegende Geschichte um das mit dem berühmten Gemälde verflochtenen Schicksal und Lebensweg eines jungen Mannes.

— Lesestunde_mit_Marie
Lesestunde_mit_Marie

Ein großartiger Roman, der in N.Y., Las Vegas und Amsterdam in der Kunstszene spielt. Ein Jugendlicher wird erwachsen. Toll gelesen!

— anena
anena

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    Der Distelfink
    Irve

    Irve

    21. April 2015 um 10:56

    Liebe Lesefreunde, . hin und wieder entscheide ich mich nur bzw. überwiegend wegen des Covers für ein Buch. So war es auch hier. Auf den ersten Blick recht unspektakuär hat diese Buchansicht eine große Wirkung auf mich und wirft gleich viele Fragen auf. Denn schaut man etwas genauer hin, entdeckt man ein paar Feinheiten…. . Warum ist ein Riss im Bild? Warum sitzt ein Distelfink im Hintergrund? Warum ist er verborgen? Und wieso bahnt er sich einen Weg ins Freie, warum öffnet er sich ein papiernes Fenster? Wo ist er verborgen? Möchte er hinaus oder nur heraus schauen? . Immer wieder schlich ich um das Buch herum. Als ich dann auf einigen Blogs darüber las, war mir klar, dass wohl kein Weg daran vorbei führen würde. Wegen der hohen Seitenzahl von über 1000 Seiten entschied ich mich für das ungekürzte Hörbuch mit gut 30 Stunden Erzählzeit. . Mit den ersten gelauschten Sätzen war ich mir sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben. Der Sprecher Matthias Koeberlin las genau die Stimmung in mich hinein, die zum schlimmen Auftakt passte. Der 13-jährige Theo Decker besuchte mit seiner Mutter ein New Yorker Museum. Eine Bombe explodierte, fast alle Menschen dort – auch seine Mutter – verloren ihr Leben. . Zu seinem Vater hatte Theo kein gutes, ja eigentlich kann man sogar sagen, gar kein Verhältnis. Also kam er zu „Freunden“, wo er aber nicht auf Dauer bleiben konnte. Ein Nomadenleben begann. Das einzig Konstante war das Gemälde „Der Distelfink“, das Theo unbeachtet in dem Chaos im Museum aus diesem entwendet hatte. .  Aber war dieses Bild ein Glücksbringer für ihn oder doch der Startknopf für eine einzige Talfahrt? . Theo tat mir sehr leid, war er doch zum Spielball des Schicksals geworden. Andere entschieden oft für ihn, bevormundeten ihn und den tiefen Schmerz, den er seit der Mutter Tod verspürt hatte, konnte niemand lindern. Es versuchte auch kaum jemand wirklich, das tat mir am meisten leid für den Jungen. Dieser tat, was ich schon lange befürchtet hatte, er suchte Trost und den Sinn des Lebens auf seine Weise. . Aber fand er ihn wirklich? Das einzige, wie es mir erschien, war, dass er nichts gewann sondern verlor. Sich selbst, die Achtung, den Respekt. . Seine zunehmende Versumpfung und fast schon Verrohung schmerzte mich sehr. Mein Mitleid mit Theo verwandelte sich in Wut. Wut, der ein wenig Hoffnung beiwohnte. Hoffnung, die Kurve zu kriegen, das Leben als solches zu sehen und so wahrzunehmen wie es ist: Lebenswert und schön. . Leider nahm er den anderen, auf den ersten Blick leichter erscheinenden Weg, was den Roman zunehmend in eine deprimierende und hoffnungslose Stimmung tauchte. .  Theo ließ sich treiben, vergaß nach kurzer Zeit das Kämpfen, wirkte auf mich fast wie eine Marionette seines „Freundes“ Boris, was mich ziemlich erschütterte, denn er hatte andere Möglichkeiten. Hat sie nur nicht gesehen. Oder er hat sie gesehen und nicht erkannt, sie nicht zu schätzen gewusst. . Der Beginn des Romans hatte mich eingefangen, später dann fühlte ich mich selbst wie ein Vogel im Käfig, der sich aus seinem Gefängnis befreien möchte. Ich hätte natürlich die Aus-Taste drücken können, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und somit hatte ich noch – wenn auch geringe – Hoffnung, dass alles gut werden könnte…. Der Abstieg des Theo Decker….wurde er zum Alptraum, oder war der junge Mann stark genug für das Leben? Ich lauschte, hoffte, wartete ab, schüttelte traurig den Kopf, lachte, freute mich, erlebte ein wahres Wechselbad der Gefühle….. . Wenn ich auch nicht der inhaltlichen Umsetzung meine Begeisterung zuteil werden lassen kann, so muss ich der Autorin und auch der Übersetzerin ein Riesenkompliment für die Sprache im Roman machen. Genauso perfektionistisch wie Theo im Verschleiern seines kaputten Lebens wird empfand ich die Sprachgewandtheit der Autorin. Das war ganz großes Kino, sehr hohes Niveau und hielt mich neben der Hoffnung auf ein gutes Ende für Theo bei der Stange. Ich hatte meine Freude an der großartigen Fabulierkunst Donna Tartts, an ihren Wortkunstwegen, die sie beschritt. . Auf den Punkt gebrachte Beschreibungen, schöne Worte. Leider waren diese schönen Worte leere Hülsen. Ich suchte immer wieder den roten Faden, die Spannung, den Antrieb. Viele Worte für leider sehr wenig Geschehen und Inhalt. Schöne Worte, wunderschöne Kreationen für depressive Stimmung. Diese Diskrepanz spiegelt für mich genial den Protagonisten Theo Decker wider. . Hätte ich nur den tieferen Sinn entdeckt, eine Läuterung der Hauptfigur finden können, wäre der Roman nur in etwas bunteren Farben gezeichnet gewesen, er hätte mich verzaubern können. . Der Sprecher vermochte durchgehend alle Stimmungen, die ich inhaltlich empfand, hervorragend herauszulesen und an mich heranzutragen. Ein ganz großes Lob an Matthias Köberlin! .  Inhalt: Es passiert, als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist. An dem Tag, an dem er mit seiner Mutter ein New Yorker Museum besucht, verändert ein schreckliches Unglück sein Leben für immer. Er verliert sie unter tragischen Umständen und bleibt allein und auf sich gestellt zurück, sein Vater hat ihn schon lange im Stich gelassen. Theo versinkt in tiefer Trauer, die ihn lange nicht mehr loslässt. Auch das Gemälde, das seit dem fatalen Ereignis verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Und das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, scheint ihn geradezu in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen zu ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt. . Infos zum Hörbuch: Das Audiobook zu Donna Tartts „Der Distelfink“ ist im März 2014 unter der ISBN-Nr. 978-3-8445-1379-0 bei Der Hörverlag erschienen. Es umfasst 3 MP3-CDs mit einer Gesamtlaufzeit von 33 Std. und 26 Min.). Es liest Matthias Koeberlin. Quelle: Randomhouse  Mehr Buchiges findet ihr hier: http://irveliest.wordpress.com

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  • Ein Buch, dem sich niemand entziehen kann

    Der Distelfink
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    04. March 2015 um 13:25

    Hörbuch, 33 Stunden, 25 Min, gesprochen von Matthias Koeberlin „Ein großes Leid und eines, das ich erst anfange zu verstehen: Wir können uns nicht aussuchen, wer wir sind.“ „Was ist, wenn einer zufällig von einem Herzen besessen ist, dem nicht zu trauen ist? Wenn dein tiefstes Inneres dich singend zum Scheiterhaufen lockt, sollst du dich dann lieber abwenden, dir die Ohren mit Wachs verstopfen, den perversen Glanz ignorieren, von dem dein Herz dir zubrüllt? “ Dieses Buch ist ein grandioses Epos, über 1000 Seiten auf Papier, eine Rückblende des Theodore Decker, als eine Ansammlung kleiner Einzelgeschichten zum großen Ganzen und eine fantastische Charakterstudie. Menschen beginnen etwas in guter Absicht und irgendwann läuft es schief, das sie als falsch erkennen und in Bewusstsein dessen trotzdem nicht beenden können. Das ganze Leben ist eine Lüge. Es kommt aber der Punkt, an dem das Kartenhaus zusammenbricht. Das könnte man als Elixier aus dem Roman mitnehmen. Theodore Decker beginnt seine Lebensbeichte mit dem Tag seiner Lebenslüge. Er ist dreizehn Jahre alt, lebt mit seine Mutter zusammen, zu der er eine enge emotionale Beziehung hat, sie ist sein Dreh- und Angelpunkt. Die beiden befinden sich im New Yorker Metropolitan Museum zu einem Augenblick, als ein Bombenanschlag das Gebäude teilweise einstürzen lässt und die Mutter dabei erschlägt. Theodore möchte das kleine Bild eines Distelfinken, von Carel Fabritius, dem Schüler Rembrandts retten, bevor das Gebäude ganz zusammenbricht, er steckt es ein. Und er steht einem alten Mann in seinen letzten Minuten bei, den er kurz zuvor zusammen mit einem rothaarigen Mädchen gesehen hatte, der ihm im Tod etwas überreicht. Kurz danach sucht Theo den Restaurator Hobie auf, um ihm vom Tod des Freundes zu erzählen, im dessen Schmuck zu übergeben. Das zarte rothaarige Mädchen, von dem Theo begeistert ist, wohnt bei Hobie. Soll Theo das Bild zurückgeben, das er gerettet hat oder lieber nicht, denn man könnte ihn als Dieb bezichtigen. Er hadert. Zunächst wird der Halbwaise Theo von der kühlen, reichen Mrs. Barbour aufgenommen, der Mutter eines Schulfreunds. Er lernt die bessere Gesellschaft von New York kennen, die „alten Familien“, die an den englischen Landadel erinnern. Theo, aus ärmeren Kreisen stammend fühlt sich nicht sehr wohl, eher ausgeschlossen. Plötzlich taucht Theos Vater auf und nimmt den Sohn mit nach Las Vegas. Der Vater, ein Spieler, wohnt weit draußen in einem schäbigen Stadtteil, kümmert sich nicht um den Sohn, ebenso wenig seine Lebenspartnerin, die an eine Babypuppe erinnert. Theo lernt den ebenso verwahrlosten Boris kennen, einem Jungen aus der Ukraine. Eine Freundschaft beginnt. Sie rauchen, klauen, trinken, werfen Drogen jeder Art ein und lesen Bücher. Die Erziehungsberechtigten leben ihnen gleiches vor. Nun schildert Tartt im Detail den Exzess in der Einsamkeit bis hin zur Beschreibung des Erbrochenen, man riecht förmlich die stinkenden Körper, widert sich vor dem Fastfoodfraß. Zwischendurch sucht der Vater die Freundschaft zu Theo, immer dann, wenn er glaubt, der Sohn entgleitet ihm. Der Vater ist alles was Theo noch hat. Kann er ihm vertrauen? Es kommt zum Bruch, der Vater verstirbt und Theo haut ab nach New York, nimmt aber Popchik mit, den Hund von „Baby“, einen hässlichen Taschenköter. Der Hund ist der letzte Freund, der ihm verblieben ist. Noch immer besitzt er „den Diestelfink“, den er nie dem Museum zurückgab. Wo soll er hin in der großen Stadt? Er klopft wieder bei Hobie an, der ihn aufnimmt. Dort ist auch immer noch die wunderschöne rothaarige Pippa. Hobie stellt Theo ein. Hobie ist Restaurator, ein Künstler, der keinen Sinn für den Verkauf hat. Theo entwickelt sich zum exzellenten Käufer. Doch auch diesen Erfolg baut er wieder auf Betrug auf. Später taucht Boris auf und es wird wieder natürlich kriminell. Guten Absichten - bösen Taten, jeder der Akteure hat etwas zu verbergen, betrügt sich selbst und natürlich seine Mitmenschen. Die vornehme Mrs. Barbour, die etwas sein möchte, das ihre Finanzen nicht mehr hergeben, ihre Kinder, die sich in einer Familienschuld quälen, Pippa, die versucht als Musikerin berühmt zu werden, genau weiß, dass ihr letztendlich das Talent fehlt, trotz ihrer Ehrgeizes. Der Vater, der jeden betrügt, um seine Spielsucht zu befriedigen, seine Freundin, die immer noch glaubt in Vegas großes Geld zu machen. Der sanfte Hobie, der nichts sehen will, der mir insgesamt ein wenig sehr pathetisch dargestellt wird. Und natürlich Theo selbst, der sich immer wieder in Schwierigkeiten begibt. Ein Buch, dem sich niemand entziehen kann, poetisch, verstörend und gnadenlos, begeisternd. Ein weiteres Lieblingsbuch.

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  • mein bestes Hörbuch 2014

    Der Distelfink
    Stoneheaven

    Stoneheaven

    08. January 2015 um 21:57

    Dieses zum Glück ungekürzte Hörbuch hat mir den dunklen November versüßt.Obwohl der Theo oft fragwürdige Dinge tut war ich irgendwie immer auf seiner Seite.Eine tolle Figur ist auch Boris.Selten oder besser noch nie war mir ein drogenabhängiger Krimineller so sympathisch wie er.Das war mein bestes Hörbuch 2014.

  • 35 Stunden ...

    Der Distelfink
    black_horse

    black_horse

    28. October 2014 um 23:06

    Ein so langes Hörbuch hatte ich lange nicht mehr auf meinem "Stapel ungehörter Hörbücher". Aber es war mir wärmstens empfohlen worden, also habe ich mich an dieses ausgezeichnete Werk herangetraut. Die Geschichte ist recht überschaubar: Der 13-jährige Theo verliert bei einem Anschlag in einem Bildermuseum seine Mutter und lässt ein Bild mitgehen, den "Distelfink", das ihn die nächsten Jahre begleitet. Das Buch begleitet Theo auf seiner Suche nach Heimat und Ich. Es ist sehr flüssig und geschrieben, mit vielen Dialogen und Gedanken, die den Hörer in Theos Welt eintauchen lassen. Teilweise verliert es sich nach meinem Geschmack aber zu sehr in der Beschreibung von Drogenexzessen und in Details. Kein Wunder, dass es so lang geworden ist. Es ist wirklich ein Buch, für das man Zeit haben muss, auf dessen Fluss man sich nur einlassen kann, wenn man nicht auf den Fortgang der Handlung fixiert ist. Es ist dem Sprecher gut gelungen, mich in den Bann des Buches zu ziehen. Deshalb 4 Sterne von mir.

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  • 33 Stunden Hörvergnügen

    Der Distelfink
    extremehappy

    extremehappy

    Was für ein Buch! So etwas findet man nur ganz, ganz selten – eine echte Perle der Literatur. Da verwundert es auch nicht, dass „Der Distelfink“ von Donna Tartt  2014 mit dem Pulitzerpreis für Literatur bedacht worden ist. Ich bedanke mich ganz herzlich beim Hörverlag, der mir aus seinem großartigen Hörbuchsortiment dieses als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Ich kann echt empfehlen, Ausschnitte des Hörbuchs mal vorab anzuhören, ob euch der Stil, die Seele des Buchs gefällt. Wenn ja – und ihr mögt „dicke Schinken“ – ist dieses Buch ein must-read! (Übrigens: In meinem Podcast durfte ich netterweise einige Hörproben einbinden, schaut mal hier, gleich zu Beginn: http://buecherreich.net/buecherreich-041-was-wir-gelesen-haben/) Kurz zum Inhalt: Ein Mann in einem Amsterdamer Hotel, krank, unruhig, interessiert sich ein bisschen zu sehr für die Nachrichten zu einem tödlichen Schusswechsel – und erinnert sich zurück, wie er hierher geriet: Theo Decker, ein 13-jähriger New-Yorker, ist mit seiner alleinerziehenden Mutter auf dem Weg zu einer Schulkonferenz, bei dem über seine mögliche Suspendierung gesprochen werden soll. Da sie zu früh dran sind, schauen sie noch im Metropolitan Museum bei einer Kunstausstellung vorbei. Während die kunstbegeisterte Mutter bereits weitereilt, ist Theo vom Gemälde „Der Distelfink“ vom Rembrandt-Schüler Fabritius fasziniert – und von dem schönen, rothaarigen Mädchen, das ebenfalls die Ausstellung besucht. Als auf einmal eine Bombe detoniert, bricht Theos ganze Welt zusammen. Nicht nur, dass seine Mutter das Attentat nicht überlebt, er selbst nimmt in den Nachwehen der Tat auch das Gemälde an sich – und balanciert ab diesem Zeitpunkt ständig an der Grenze zwischen Kriminalität und Legalität. Kunstraub, Drogen, Kartenspiel, unerwiderte Liebe, Gewalt – Theos Leben nimmt die seltsamsten Wege. Die Personen, die er auf diesen Wegen begegnet, sind dabei so unterschiedlich und facettenreich! Viel mehr möchte ich zur Handlung nicht verraten, denn es lohnt sich, all diese Verwicklungen und Charaktere selbst zu entdecken. Die übergeordneten Themen fand ich sehr schön verpackt, sehr philosophisch! Es geht um Verlust und Sehnsucht, um das Gefühl, nirgendwo richtig dazuzugehören, um die „vornehmen Reichen“, die auch nur mit einem Bein im Abwasserkanal stehen, um Unschuldigkeit, um Schein und Sein – und um die Frage: Wenn „sei du selbst“ bedeutet, dass du für die Gesellschaft inakzeptable oder auch illegale Dinge tun möchtest – was machst du dann? Der Interpret des Hörbuchs ist Matthias Koeberlin, ein bekannter deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. Er hat u.a. im Hörbuch von Gillian Flynns „Gone Girl“ die männliche Hauptrolle übernommen und Rebecca Gablés „Das zweite Königreich“ gesprochen. Ihr kennt ihn vielleicht aus Filmen wie „Das Jesus-Video“, „Systemfehler - Wenn Inge tanzt“ und „Wir sind das Volk“. Mir hat seine Interpretation richtig gut gefallen. Seine trockene, ruhige, sanfte, melancholische Stimme passte perfekt für Theo. Außerdem schafft Koeberlin es, dass man schon an der Intonation sofort hört, wenn gerade ein bestimmter Charakter spricht. Das finde ich immer super. Meine Meinung: Ich finde das Buch absolut empfehlenswert, besonders, wenn man gerne mal anspruchsvollere Bücher, Familiengeschichten und „dicke Wälzer“ liest.

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  • Ein Fink, der unter die Haut geht.

    Der Distelfink
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    26. August 2014 um 14:29

    Ich wollte diesen neuen Donna Tartt nicht lesen, vorallem deshalb nicht, weil ich "Der kleine Freund" schlichtweg furchtbar fand, langatmig, ohne Aussage und fern meiner eigenen Welt. Nun lagen mir aber Freunde in den Ohren, ich müsse doch bitte und ich solle doch endlich und überhaupt, mir würde da etwas wirklich grandioses entgehen. Ich ließ mich also überreden und wählte jedoch nicht das Buch, sondern das Hörbuch gelesen von Matthias Koeberlin. Eine gute Wahl. Mehrere Tage wurde ich sehr gut unterhalten, hatte die angenehme Stimme des Sprechers im Ohr und folgte der Entwicklung von Theo, Pippa, Boris und vielen weiteren hochinteressanten Charakteren. Dabei war der Einstieg durchaus nicht ganz einfach, kurz war ich versucht, es auszuschalten, als sich nach der Explosion erstmal sehr lange Zeit nicht wirklich etwas entwickelt. Dann aber mausert sich das Buch zu einem Roman, der es in sich hat, in einer Sprache, die genau meinen Nerv trifft, die unterhält und gleichzeitig bezaubert, selbst die häufig eher unschönen Szenen waren, so gut, so echt und so nahegehend, daß ich wirklich begeistert war. Hier wird so viel gesagt, so viel auch zwischen den Zeilen transportiert, daß es ein wahrer Genuß war. Leider ist hier und da die Übersetzung ein wenig mißraten, nicht direkt unpassend, aber manchmal doch ein wenig schlecht gewählt. Glücklicherweise hat mich das nicht allzusehr gestört, denn die meiste Zeit wurde sehr gut übersetzt. Mir gefällt vorallem die Entwicklung, die Theo durchmacht, die Überlegungen die er im Schluteil anstellt und die Reaktionen, die er hervorruft. Dies alles regt den geneigten Leser selbst zu Überlegungen an, zum Hinterfragen, was ist gut und was böse, kann aus etwas Bösem etwas Gutes enstehen? Wie schwarz und weiß kann unsere Moral sein und welche düsteren kleinen Geheimnisse tragen wir seit unserer Kindheit, wie ein kleines Gemälde in uns herum? Ein sehr beeindruckender Text, sehr gut vorgetragen und durchaus auch als Hörbuch geeignet.

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  • Ein außergewöhnlicher Junge, ein geniales Gemälde und eine großartige Autorin

    Der Distelfink
    Ginevra

    Ginevra

    Theo Decker ist gerade 13 Jahre alt, als er von der Schule suspendiert werden soll. Seine Mutter reagiert verständnisvoll und zeigt ihm vor dem entscheidenden Lehrergespräch eine besondere Ausstellung in einem New Yorker Museum. Mitten während ihres Rundgangs geschieht die Katastrophe: eine Bombe explodiert, fast alle Besucher werden verschüttet, auch Theos Mutter. Ein sterbender, geheimnisvoller alter Mann reicht dem verstörten Jungen ein Gemälde: den "Distelfink" von Carel Fabritius: Theo soll das wertvolle Bild aus den Trümmern retten. Für Theo und den "Distelfink" beginnt eine jahrelange Odyssee: vom Jugendamt zu einer Gastfamilie, zu seinem alkoholkranken Vater in die USA, wo er den heimatlosen Boris kennenlernt, in den Strudel von Drogen und Gewalt, schließlich zurück nach New York zu dem großherzigen Kunstrestaurator Hobie, wo er mit den Geistern seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Am Ende gerät Theo in einen rasanten Thriller rund um das wertvolle Gemälde, und ihm wird dessen Bedeutung klar...Donna Tartt wurde 1963 in Mississippi geboren. Nach ihrem Studium veröffentlichte sie 1992 ihren ersten Roman "Die geheime Geschichte", an dem sie 10 Jahre lang geschrieben hatte. Für "The Goldfinch" wurde sie 2014 mit dem Pulitzer-Preis für Belletristik ausgezeichnet.Ich habe das Buch als Hörbuch, gelesen von dem erfolgreichen Schauspieler Matthias Koeberlin, gehört und genossen. Seine ruhige, warme, unaufgeregte Stimme hat mich tagelang begleitet und ließ die oft melancholische Geschichte lebendig werden. Mir hat dieses Gesamtkunstwerk einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Viele Passagen habe ich mir markiert und mehrfach gehört, da sie die Themen, die uns bewegen, auf den Punkt bringen: die Beziehung zwischen Eltern und Kindern, die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse, andere Extremerfahrungen, Sucht, Gewalt, aber auch Liebe und Freiheit. Für mich eines der besten Hörbücher, das ich je gehört habe, und unbedingt zu empfehlen - auch als geschriebenes Buch.Wohlverdiente 5 von 5 Sternen!

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