Die geheime Geschichte

von Donna Tartt 
4,3 Sterne bei426 Bewertungen
Die geheime Geschichte
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Positiv (357):
AimeeRossignols avatar

Vordergründig, hintergründig, tiefgründig, abgründig - ein Einblick in die eigene Seele

Kritisch (16):
kerstin71s avatar

Sorry war nicht meins. Hab es nicht zu Ende gelesen.

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Inhaltsangabe zu "Die geheime Geschichte"

Richard Papen stammt aus einfachen Verhältnissen. Als er aufgrund eines Stipendiums das College besuchen kann, ist er gleich fasziniert von der ihm fremden Welt. Besonders zieht ihn eine Gruppe junger Studenten in den Bann, mit denen er nicht nur Griechisch lernt, sondern auch ausgelassen feiert. Doch bald spürt er, dass unter der Oberfläche unerschütterlicher Freundschaft Spannungen lauern und dass ein furchtbares Geheimnis seine Freunde belastet – ein Geheimnis, das auch ihn mehr und mehr in seinen dunklen, mörderischen Sog zieht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442487332
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:736 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:16.10.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    AimeeRossignols avatar
    AimeeRossignolvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Vordergründig, hintergründig, tiefgründig, abgründig - ein Einblick in die eigene Seele
    Gar nicht so geheim...

    Nur kurz zum Inhalt:

    Richard Papen lässt seine Heimat, die endlose Sonne Kaliforniens, hinter sich, um an einem renommierten New England College zu studieren. Bei seinem Alt-Griechisch Professor, Julian und seiner Gruppe weniger, handverlesener Studenten findet er eine geistige Heimat, wie es scheint. Doch je tiefer er in diesen illustren Kreis aufgenommen wird, desto mehr Abgründe tun sich auf, bis ein Mord unabwendbar wird...

    Dieser Roman ist einer der wenigen, den ich immer wieder lese. Manchmal vergehen Jahre, manchmal nur ein paar Monate, aber eigentlich findet er nie den Weg ins Regal. Warum das so ist, kann ich nur ansatzweise vernünftig erklären. 

    Donna Tartt geht es nicht um einen Krimi, einen Thriller, ihr geht es um Charaktere, wie wir sie aus einer klassischen griechischen Tragödie kennen. 
    Dabei wird das elitäre College zum Chor, vor dem all unsere Protagonisten nach Katharsis lechzen. Allen voran natürlich Richard Papen selbst, der als Erzähler völlig unzuverlässig ist, aber gerade das macht ihn menschlich und sehr greifbar. 
    Moral und Motivation jedes einzelnen Charakters wird seziert wie eine Maus im Biologieunterricht. Mit spitzen Fingern lässt sie Richard Papen ein Gespinst aus Verknüpfungen, Leidenschaften und Niedertracht entwirren, in dem er sich selbst unausweichlich verfängt. 
    Niemand ist hier perfekt, niemand ist durch und durch sympathisch und gerade, wenn ich glaube, jemanden zu verstehen und vielleicht sogar zu mögen, entpuppt sich nur weniger Seiten später alles als Fata Morgana im harschen New England Winter.

    Donna Tartt braucht aufmerksame Leser, die willens sind, sich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen, Leser, die loslassen können. 
    Dafür belohnt sie mich immer wieder auf Neue mit einem Einblick in meine eigene Seele. 


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    ellyfortunes avatar
    ellyfortunevor 10 Monaten
    Ich konnte es nicht weg legen

    Mit ca. 570Seiten ist es eins meiner dicksten Büchern die ich habe. Anfangs war ich etwas unsicher ob ich das in einem Monat schaffen würde, aber ich hab es geschafft. Ich hatte wirklich selten so ein spannendes Buch in den Händen wie Donna Tartt's "Die geheime Geschichte". Der Protagonist ist einem gleich sympathisch und seine Art und Weise wie er handelt wirkt nachvollziehbar. Jeder Charakter wird gut beschrieben und man wachst mit den Figuren mit. Die Story wirkt nicht flach oder stupide sondern ist sehr vielfältig und es fällt oft schwer das Buch aus der Hand zulegen. 


    Durch die oft verwendeten Griechischen Wörter oder Namen, ist es schwer das Geschriebene zu verstehen, da oft die Übersetzung fehlt. Man gewöhnt sich aber schnell daran und im Endeffekt ist es nicht schlimm wenn man nicht jedes Griechische Wort versteht. 


    Besonders schön fand ich es den psychischen Verfall der Charaktere mit anzusehen. Ein sehr tolles und spannendes Buch, aufjedenfall eine Empfehlung von mir. 

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    ricysreadingcorners avatar
    ricysreadingcornervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine fesselnde Geschichte, unglaublich facettenreiche Charaktere und ein großartiger Schreibstil
    Unbedingt lesen!

    Richard Papen, der aus einfachen Verhältnissen stammt, kommt nach seinem abgebrochenen Medizinstudium aus dem sonnigen, aber für ihn unglaublich reizlosen Kalifornien durch ein Stipendium neu an das Hampden College in Vermont. Sofort fühlt er sich zu einer Gruppe Studenten hingezogen, die scheinbar irgendwie abgekapselt vom Rest der Studierenden bei dem als sehr sonderbar bekannten Professor Julian Marrow Altgriechisch lernen. Sie sind augenscheinlich engste Freunde, trinken gerne einen über den Durst und wirken dabei dennoch ganz anders als alle anderen Studenten: reich, gebildet und …sonderbar. Von den anderen Studenten werden sie als unnahbar, ja fast arrogant wahrgenommen und bleiben stets unter sich. Richard wird, dadurch, dass er sich entschließt Griechisch als Hauptfach zu wählen, schnell ein Teil dieser Gruppe und merkt aber bald, dass nicht alles so ist wie es scheint. Denn seine Freunde haben ein dunkles Geheimnis, dass die Freundschaft unweigerlich auf die Probe stellt und bald zu Spannungen führt. Richard, weiterhin geblendet von seinem neuen Leben, wird, ohne sich dessen richtig bewusst zu sein, immer mehr in diese mörderischen Abgründe hineingezogen.

    Meine Meinung
    Uff, wieder so ein 600 Seiten-Brocken! …Das habe ich gedacht, bevor ich dieses Buch angefangen hatte. Abgeschreckt von diesem Umfang musste der Roman lange auf meinem SuB warten und noch viel länger auf meiner Wunschliste. Doch nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, war diese Sorge vergessen. Kein einziges Mal habe ich die Länge des Buches gespürt. Im Gegenteil…am Ende hätte ich mir gewünscht dass es noch einige hundert Seiten weitergehen könnte. So sehr habe ich mich in der Umgebung verloren, so sehr sind mir die Charaktere (obwohl sie schreckliche Dinge getan haben und deshalb natürlich zwischenzeitlich alles andere als sympathisch sind) ans Herz gewachsen, weil man so viel mit ihnen erlebt und einfach wissen möchte wie es weitergeht. Zudem hatte der Roman -obwohl man weiß, was passiert- diese mysteriöse Spannung. Man analysiert als Leser alles schon auf das Bevorstehende hin, versucht Zeichen zu entdecken usw.
    Bereits zu Beginn des Romans erfahren wir was geschehen ist: Richard und seine Freunde haben den sechsten im Bunde, genannt "Bunny" ermordet.
    Schon auf der ersten Seite ahnt man jedoch, dass es vielmehr darum geht, wie die Charaktere mit diesem Verbrechen, der Schuld und der Angst umgehen.
    Das Buch ist in zwei Teile unterteilt. Im ersten Teil schildert Richard als Ich-Erzähler, die Ereignisse, die zu der Tat geführt haben. Im zweiten Teil widmet er sich dann den darauffolgenden Geschehnissen, der Veränderung der Charaktere durch die Angst und Schuldgefühle und dem langsamen Zerfall der Freundschaft, die unter dieser Last zu zerbrechen droht. Es ist also ein Roman über ein grausames Verbrechen, aber noch viel mehr als das. Es beleuchtet die menschliche Psyche, das Verhalten, zu dem Menschen fähig sind, wenn sie nur genug unter Druck gesetzt werden.
    Obwohl man als Leser weiß, was die Charaktere getan haben, konnte ich dennoch nicht anders, als mit den Charakteren mitzufühlen. Obwohl man weiß, worauf alles hinausläuft, ist die Geschichte unglaublich spannend.
    Für einen Krimi oder Thriller wäre die Story nichts Außergewöhnliches…Das Besondere ist eher, wie diese Idee umgesetzt ist. Mit tollen, unglaublich, facettenreichen Charakteren und einem nachdenklichen Protagonisten, der dem Leser aus der Ich-Perspektive diese dramatische Geschichte aus seiner Vergangenheit erzählt, als würde er nach einem Gläschen zu viel einem Kumpel am Lagerfeuer von seiner ersten großen Liebe, die leider schlecht gelaufen ist, die er einerseits bereut, aber auch nie wirklich hinter sich lassen kann, berichten. Es ist fast schon eher eine Charakterstudie (von gleich mehreren Charakteren) als ein normaler Kriminalroman.
    Ich hatte das Gefühl, dass der Protagonist mit einem liebevollen Vermissen an diese Zeit, die so viel Schlechtes mit sich brachte, zurückdenkt. Und das fand ich sehr faszinierend.
    Im Buch werden so viele Facetten der einzelnen Charaktere beleuchtet und trotzdem scheint man sie, wie der Protagonist selbst erkennen muss, dennoch nicht richtig zu kennen. Diese Erkenntnis des Protagonisten macht die Charaktere meiner Meinung nach unglaublich authentisch.
    Neben den tollen Charakteren, trug auch die interessante, ja fast nostalgische, rückblickende Erzählperspektive und der wunderbare Schreibstil zu dem besonderen Leseerlebnis bei. Ja der Schreibstil…ich wüsste ganz ehrlich nicht, wann ich einmal etwas Vergleichbares gelesen hätte. Es ist auf jeden Fall kein einfacher Schreibstil. Die Autorin benutzt eine unglaublich bildhafte Sprache, lange Sätze und ausgefallene Wörter (ich bin sehr froh, dass ich mich hier für die deutsche Übersetzung entschieden habe!). Solche detaillierten Beschreibungen führen bei mir sonst oft dazu, dass ich ganze Passagen am liebsten Überfliegen würde. Hier nicht. Ich wollte alles genau aufsaugen, verstehen, mehr wissen. Die schöne bildliche Sprache hat eine so eindringliche Atmosphäre heraufbeschworen, dass man selbst wie der Protagonist auch, von diesem Ort und den Menschen in ihren Bann gezogen wurde und weshalb es mir auch umso schwerer fiel, am Ende die letzte Seite umzuschlagen.
    Für den Schreibstil würde ich eigentlich ebenfalls gerne 6 Sterne geben, weil ich selten so etwas Schönes, Flüssiges und dennoch Anspruchsvolles gelesen habe.
    Ein einziger kleiner Kritikpunkt sind jedoch die vielen nicht übersetzten französischen, lateinischen und griechischen Aussagen, die ja offenbar bedeutsam sein müssen, sonst wären sie ja nicht dementsprechend hervorgehoben. Ich hatte dadurch das unschöne Gefühl, um noch mehr tolle, geistreiche Bilder, Andeutungen und bedeutsame Aussagen gebracht worden zu sein. 
    Zur Aussage lässt sich noch anmerken, dass es eigentlich jedem klar sein sollte, dass das, was sie getan haben Konsequenzen hat und zwar nicht nur strafrechtliche sondern auch persönliche „innere“ Folgen, die einen für immer zerstören können. Zudem sehen die Charaktere das Verbrechen weiterhin als Notwendigkeit an und erfahren außer den zerstörersichen Schuldgefühlen keine Strafe. Die Tat wird jedoch andererseits keineswegs verherrlicht. Wir werden als Leser Zeuge, wie die Charaktere daran zerbrechen und was sie tun, schockiert ohne Zweifel!
    Für mich brauchte diese Geschichte jedoch auch keinen „moralischen Zeigefinger“. Jedem ist klar, dass es moralisch falsch war was sie getan haben. Das weiß der Leser ebenso gut wie die Charaktere. Darüber braucht man kein Buch zu schreiben. Aber darauf liegt in meinen Augen auch nicht der Fokus. Wäre es ein normaler Krimi oder Thriller, wäre die grundlegende Geschichte ja auch nicht besonders außergewöhnlich gewesen. Wie ich bereits beschrieb, lag für mich der Fokus vielmehr auf den Charakteren und die Art wie Richard sie kennenlernte…oder auch nicht?
    Hier liegt für mich die zentrale Aussage: man weiß nie, wie ein Mensch, egal, wie gut man ihn zu kennen glaubt, wirklich ist und zu was er in einer Extremsituation fähig ist. Eine Freundschaft, so eng und vertraut sie auch sein mag kann an einem gemeinsam durchlebten Ereignis zerbrechen und zwar nur dadurch, dass jeder Mensch unterschiedlich mit Stress, Angst- und Schuldgefühlen umgeht.

    Fazit
    Ich habe dieses Buch geliebt. Es war spannend und flüssig zu lesen und hat sich für mich an keiner Stelle gezogen. Der Schreibstil und die Charaktere konnten mich so sehr überzeugen, wie es selten bei einem anderen Buch der Fall war. Obwohl mich am Anfang die Länge des Buchs abgeschreckt hat, habe ich mir am Ende gewünscht es würde noch weitergehen. Es ist einerseits ein spannender Krimi/Thriller und andererseits sehr viel tiefgehender mit einem sehr starken Fokus auf die Entwicklung der Charaktere. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gerne Geschichten über etwas liest, das nicht das ist, was es zu sein scheint…
    Und für Fans der Serie „How to get away with murder“! Das Buch hat mich immer wieder so stark an diese Serie erinnert, dass ich mich zwischendurch gefragt habe, ob die Serie wohl darauf basiert?! Bisher habe ich keine fundierten Infos dazu gefunden, aber die Ähnlichkeiten sind wirklich unverkennbar!


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    TamiraSs avatar
    TamiraSvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannend und stilistisch großartig - nicht umsonst ein "Meisterwerk" genannt
    Eine spannende Geschichte über einen Mord und seine Konsequenzen


    Die geheime Geschichte stand bereits seit unzähligen Jahren in meinem Regal - immer wieder in der Hand gehalten, jedoch ungelesen. Denn von mehreren Seiten wurde das Buch so unglaublich gepriesen, dass ich schlicht Angst hatte, damit anzufangen, um einer Enttäuschung zu entgehen.


    Vorab gesagt: Ich wurde keinesfalls enttäuscht. Das Buch ist sehr gut und wirklich hervorragend geschrieben. Die Charakterisierung ist perfekt - vielleicht sogar ein wenig zu perfekt, denn unsere Studenten wirken so real und haben so viele echt wirkende Fehler, dass es dem Leser teilweise schwer fällt, sie zu mögen.


    Doch von Anfang an.


    Wir begleiten eine Gruppe junger Studenten, die - was man auf den ersten Seiten bereits erfährt - einen ihrer Freunde ermordet haben und erfahren im Laufe der Geschichte, weshalb das geschehen musste und wie sie sich in den Geschehnissen vor und nach dem Mord in immer tiefere Abgründe stürzen.
    Die kleine Gruppe ist ein eher elitärer Kreis. Sie alle sind Studenten des Altgriechischen und sehr realitätsfern, von unserem Protagonisten Richard, der mehr durch seine Unentschlossenheit, denn durch etwas anderem, in den Kurs hinein kommt, einmal abgesehen.
    Sie leben unter einer Art Glocke und haben eigentlich mit niemanden Kontakt, der nicht mit ihnen zusammen Altgriechisch studiert und halten sich - so kommt es einem schon zu Anfang an vor - für etwas Besseres. Richard ist fasziniert von der kleinen Gruppe und beschließt, ebenfalls Altgriechisch zu studieren, wobei er aufgrund seiner Vorkenntnisse auch angenommen wird.


    Während der fast 600 Seiten führt uns die Gruppe in immer tiefere Abgründe, wobei es dem Leser nicht schwer fällt, ihre Reaktionen zu verstehen (sie sind - die meisten - mehr oder weniger reich und haben vom echten Leben nicht viel Ahnung), ich mich selbst von ihrem Leben (Alkohol, Drogen, Müßiggang) jedoch stark distanziert habe.
    Doch obwohl die Charaktere so einzigartige Gestalten sind, wirken sie auf den Leser trotzdem so vollkommen echt, dass man der Autorin jedes Wort glaubt, jede Reaktion und jede Handlung.
    Man fühlt die Beklemmung und die Angst, in der die Studenten nach ihrer Tat leben und ich möchte hier vor dem Talent der Autorin meinen Hut ziehen.


    Warum mich das Buch nicht zu 100% überzeugen konnte?  Wirklich benennen kann ich es eigentlich nicht.
    Ich vermute, es lag schlicht an den Personen. Denn dadurch, dass die Charaktere nicht wirklich sympathisch sind, fehlte mir die Leidenschaft, die man als Leser für einen Protagonisten empfinden kann. Man fühlt die Beklemmung, ja, und auch die Angst, doch man bangt nicht um das Schicksal der jungen Leute - denn eigentlich, hätten sie noch viel schlimmeres verdient.


    Fazit:


    Das Buch ist ein großes Stück Literatur und zugleich eine spannende Geschichte über Moral und darüber, wie weit jeder zu gehen bereit ist, um sich selbst vor Strafe oder schlimmen Konsequenzen zu retten.

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    CocuriRubys avatar
    CocuriRubyvor 2 Jahren
    Okay, aber nicht wirklich mehr

    Der Schreibstil ist sehr ausschweifend geschrieben, mit vielen Details und Beschreibungen von Handlungen, die nicht wichtig für das vorankommen der Handlung sind.

    Das sorgt natürlich dafür,  dass das Buch etwas gestreckt ist, es erzeugt aber auch eine ganze besondere und einnehmende Atmosphäre.

    Ich wäre übrigens nicht auf die Idee gekommen, dass es sich hierbei um ein Debütroman handeln könnte und schon gar nicht, dass die Autorin zu dieser Zeit erst 29 gewesen sein könnte –  es liest sich so als wäre es von einen leicht verschrobenen, aber gebildeten 45jährigen geschrieben worden.

    Viel Augenmerk liegt natürlich auf den Charakteren. Jeder Charakter wird ausführlich dargestellt. Sie behalten zwar sehr lange etwas geheimnisvolles, sind aber sehr plastisch aufgebaut und vielschichtig, an manchen Stellen vielleicht sogar schon abgründig. Es war interessant zu sehen, wie die Gruppe mit ihren Individuen funktioniert bzw. zu sehen, wie sie an manchen Stellen eben auch nicht funktioniert. Ich mochte allgemeinhin die Dynamik der Gruppe – es wirkt nicht zu aufgesetzt. Warum sie allerdings in fast jeder Szene trinken/betrunken sind, finde ich nicht ganz nachvollziehbar, geschweige denn sinnvoll. Drogenkonsum spielt auch nicht unbedingt eine geringe Rolle und Frauen kommen auch nicht gerade positiv in dem Buch weg. Wirklich thematisiert wird das aber nicht, das spielt eher als Rahmen mit. Das trifft auch auf andere Themen zu: Ganz am Rande z.B. zeigt dieses Buch auch die Sensationsgier der Presse, die sich nicht für die Wahrheit, sondern für die Schlagzeile interessiert – ein wenig Medienkritik.

    Mein Problem war, dass ich mit den Figuren, die etwas Bestimmtes getan habe, schlicht keine Empathie/Mitgefühl aufbringen konnte. Falls die Autorin beabsichtigt hatte, dass ich schockiert oder fasziniert sein sollte, hat das auch nicht funktioniert, weshalb mich das Buch an bestimmten Punkten (emotional) nicht abholen konnte – eine besondere „Beziehung“ konnte ich zu den Figuren ebenfalls nicht aufbauen.

    Kleines Ding am Rande: Ich fand die Namen der Hauptfiguren sonderbar. Denn sie waren typisch (alt)britisch: Henry, Edmund, Charles, Camilla, Francis und Richard. Die anderen Figuren auf dem Campus haben hingegen meist typisch amerikanische Namen, was auch Sinn ergibt, da die Handlung in den USA spielt.

    Kommen wir aber auf die Handlung zu sprechen. Sehr lange passiert eigentlich nicht viel. Die gesamte Handlung könnte man mit wenigen Sätzen zusammen fassen, der Rest ist Ausschmückung.

    Die (groben) Eckpunkte der Geschichte, sind nicht mal unvorhersehbar. Die jeweiligen Ausschmückungen sind das besondere. Allerdings nimmt die Geschichte auch skurrile Züge an. Gerade auch in der zweiten Hälfte blitz immer mal wieder etwas durch, was man vielleicht auch als skurriler Aberglaube bis Fanatismus bezeichnen könnte. Das macht die Geschichte auf der einen Seite schon besonders, auf der anderen Seite fand ich es schwierig, weil es eben skurrile Züge einfügt, die nicht wirklich für mich gepasst haben.

    Während der Geschichte begegnen einen laufend Anspielungen, die die Fantasie dahingehend anfeuern zu spekulieren, ob vorherige Andeutungen stimmen oder nicht und was sich abspielt was der Protagonist nicht direkt sieht/mitbekommt. Ich muss aber auch sagen, dass mir auf Dauer die ganzen geheimnistuerischen Andeutungen auf die Nerven gingen.

    Gut aufgebaut fand ich allerdings das Bild von Schuldig und Unschuldig (Gut und Böse, wenn man es plumper ausdrücken möchte), bzw. wie die Grenzen hier verschwimmen und damit gespielt wird. Das sorgte auch für ein gewisses Maß an Spannung.

    Ich mag den Epilog, wo noch mal von so ziemlich jeder Figur gesagt wird, was aus ihnen geworden ist – sowas liebe ich

     

    Fazit

    Rückblickend ist mir am meisten noch die Atmosphäre des Buches im Kopf geblieben, das Buch hat definitiv etwas Besonderes an sich, es hat aber auch deutlich so seine Schwächen.

    Insgesamt finde ich es okay, es ist unterhaltend, man muss es aber nicht gelesen haben.

    Als Debütroman einer 29jährigen finde ich es jedoch ziemlich bemerkenswert.

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    Sarunas avatar
    Sarunavor 2 Jahren
    WOW! Mega toll!

    Zum Inhalt

    Richard Papen stammt aus einfachen Verhältnissen. Als er durch ein Stipendium das College besuchen kann, ist er gleich fasziniert von der ihm fremden Welt. Besonders zieht ihn eine Gruppe junger Studenten in den Bann, mit denen er nicht nur Griechisch lernt, sondern auch dem täglichen Alkohol huldigt. Doch bald spürt er, dass unter der Oberfläche unerschütterlicher Freundschaft Spannungen lauern und dass ein furchtbares Geheimnis seine Freunde belastet - ein Geheimnis, das auch ihn mehr und mehr in seinen dunklen, mörderischen Sog zieht.



    Zum Schreibstil

    Das anstrengende waren die ewig langen Kapitel (100 Seiten!) und wenige Abschnitte und nicht zu vergessen die kleine Schrift (Für mich, die im Jugendbuch Bereich zuhause ist, war es schon ziemlich klein geschrieben). Auch die Satzstellung und die ganze Sprache empfand ich als eher anspruchsvoll aber zur Geschichte sehr passend.



    Persönliche Meinung

    Von der ersten Seite an, war ich im Bann des fesselnden Schreibstils und im Sog der düsteren Atmosphäre. Obwohl man von Anfang an den Ausgang der Geschichte kennt, fieberte ich diesem Höhepunkt gierig entgegen. Wurde ich beim Lesen unterbrochen, kam ich nur schwer in die Realität zurück.



    Die unglaubliche Intensität und Authentizität der Charaktere machen dieses Buch zu einem wahren Lesevergnügen! Noch nie war ich mehr begeistert von den tiefen Abgründen der Menschheit wie hier!



    Das Beste an dem Buch fand ich allerdings die Ähnlichkeiten zu der Raven Boys Reihe von Maggie Steifvater (Band eins: Wen der Rabe ruft) Nicht nur vom eher lyrischen Schreibstil her, sondern auch von der Personenkonstellation (Henry=Gansey, Charles=Ronan, Richard=Adam etc) zeitweise hatte ich wirklich das Gefühl, meine geliebten Ravenboys vor mir zu haben. Wer diese Reihe also mochte, der wird mit diesem Buch sehr viel Freude haben! Und wer die Raven Boys noch nicht kennt, dem kann ich diese Reihe nur wärmstens empfehlen!



    Fazit: WOW!

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    Das_Leselebens avatar
    Das_Leselebenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Tolle atmosphärische Geschichte, mit kleinen Schwächen
    Ein Muss für den Herbst

    ‚Die geheime Geschichte‘, ein Buch von dem ich nur Lobeshymnen höre. Vor einiger Zeit habe ich das neueste Werk der texanischen Autorin geschenkt bekommen, aber irgendwie nur reingelesen. Ich hatte nach den vielen positiven Meinungen das Bedürfnis, die Bücher in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu entdecken. Dieser Roman ist als Taschenbuch im August 1995 im Goldmann Verlag erschienen und hat 576 Seiten.


    Inhalt:
    Als sich Richard Papen dazu entschliesst in Vermont am College zu studieren ist er fasziniert von den vier Studenten, die bei dem eigenwilligen, geheimnisumworbenen, Altgriechischprofessor Julian Morro studieren. Nach einigen Bemühungen schafft es Richard sich den Studenten anzuschließen. Zusammen mit den Zwillingen Camilla und Charles, den Gruppenführer Henry, den etwas altbacken wirkenden Francis und natürlich „Bunny“, eigentlich Edmund, der sich bei allem und jedem durchschnurrt, erlebt Richard eine Zeit voller Drogen, Alkohol, anregenden Gesprächen und dem Studieren. Dieses Leben voller Lebenslust bekommt Risse, als eines Tages etwas geschieht, das Jeden in einen mörderischen Sog zieht.


    Meine Meinung:
    Zu welchem Genre gehört der Roman? Ich kann es nicht einordnen, er ist eine Mischung zwischen Krimi, Comeing of Age , Spannungsroman und manchmal ein etwas philosophisch angehaucht. Der Schreibstil ist total fesselnd, dicht und faszinierend, jede Seite ist voll Ereignissen, so das ich beim Lesen immer das Gefühl hatte ich komme nur sehr langsam voran. Dies ist auf gar keinen Fall negativ gemeint, vielmehr erinnert er an klassische Romane, wie Charles Dickens. Die Ich-Perspektive und die düstere Stimmung lies mich noch mehr in die Geschichte versinken.
    Ich bin immer noch davon beeindruckt, wie Donna Tart es geschafft hat eine Welt zu erschaffen, die eher den Eindruck von einem Amerika der 20er Jahre hat, als einem Amerika der 90er Jahre. Selbst wenn sich Richard einmal in der „Gegenwart“ befindet ist immer ein Schatten einer längst vergangenen Zeit vorhanden.
    Ich hatte das Problem die vier Figuren Henry, Charles, Camilla, Francis und Bunny auseinander zu halten, aber auch dies lies nach einer gewissen Eingewöhnungszeit nach. Auch wenn ich beim Lesen oft nicht ganz wusste, wo der direkte Weg hinführt, lies ich mich doch gerne überraschen wie Donna Tart, die Fäden nach und nach zusammenführt und welche Ideen und Themen angesprochen werden. Unter anderem werden Themen wie Freundschaft, mehr Schein als Sein, Verrat und Vertrauen. Dieses Buch ist so vielfältig, das es viele Leser anspricht. Man muss mit einem etwas anspruchsvolleren Schreibstil rechnen, der sich trotz allem sehr gut lesen lässt.
    Ein paar Kleinigkeiten habe ich aber dann doch anzumerken. So ganz sind mir alle Protagonisten nicht ans Herz gewachsen, ein kleines Stück Distanz zwischen mir und Richard, sowie seinen Freunden blieb das ganze Buch über erhalten. Ein anderer Punkt der mir mehr auffiel und störte sind Anspielungen auf das typisch amerikanische, ein Beispiel dafür, es gibt eine Szene mit Truckfahrern in einer Kneipe, diese Szene enthält alle Klischees die ich aus so manchen Filmen kenne. Zum Glück kommt es bei dieser Seitenzahl nur selten zu solchen Ausrutschern und ich konnte die Geschichte trotzallem genießen.

    ‚Die geheime Geschichte‘ ist ein Muss für alle die es lieben verwickelte Geschichten erzählt zu bekommen und dabei sich in die Handlung hineinziehen zu lassen. Genau das richtige Buch für stürmische und regnerische Herbsttage.

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    S
    storiesonpapervor 2 Jahren
    Rezension zu "Die geheime Geschichte"

    Was macht einen guten Krimi aus? Im Fall von “Die geheime Geschichte” ist es besonders die Spur von Mystery, die immer zwischen den Zeilen mitschwingt, die permanente Bedrohung, vor der man am liebsten flüchten würde, indem man das Buch zuklappt. Donna Tartt hat mit ihrem Roman eine Erzählung geschaffen, die von der ersten Seite an fesselt. Hatten mich die 600, wirklich eng beschriebenen Seiten anfangs noch abgeschreckt, bin ich so schnell in die Geschichte gefallen, dass sich das Buch wie von selbst gelesen hat. Warum hebt sich “Die geheime Geschichte” von anderen Geschichten ab? Die Erzählung aus der Ich-Perspektive schafft eine ganz besondere Atmosphäre – vom Setting in der windigen und kalten Umgebung von Vermont bis hin zur eingeschweißten Griechisch-Clique, die alle irgendwie sonderbar sind – man spürt die Spannung am eigenen Leib. Ähnlich einer griechischen Tragödie zieht das Buch den Leser in den Strudel von Geheimnissen, Verbrechen und Verrat – eigentlich eine Welt, die man nur zu gerne verlassen würde, dennoch hatte ich nach der letzten Seite das Bedürfnis, noch länger am fiktiven Hampden College zu verweilen. “Die geheime Geschichte” war sicherlich nicht das letzte Buch von Donna Tartt, das ich lesen werde!

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    Leuchtturmwaerterins avatar
    Leuchtturmwaerterinvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Menschliche Abgründe tun sich auf ... und daraus entsteht eine Geschichte, grandios erzählt!
    Aus den menschlichen Abgründen heraus entsteht eine Geschichte ...


    Inhalt:

    Richard Papen stammt aus einfachen Verhältnissen. Als er durch ein Stipendium das College besuchen kann, ist er gleich fasziniert von der ihm fremden Welt. Besonders zieht ihn eine Gruppe junger Studenten in den Bann, mit denen er nicht nur Griechisch lernt, sondern auch dem täglichen Alkohol huldigt. Doch bald spürt er, dass unter der Oberfläche unerschütterlicher Freundschaft Spannungen lauern und dass ein furchtbares Geheimnis seine Freunde belastet – ein Geheimnis, das auch ihn mehr und mehr in seinen dunklen, mörderischen Sog zieht.


    Meine Meinung zum Buch:

    Ich habe eine sehr alte Ausgabe von 1993, erschienen bei Goldmann, gelesen. Hier und da hatten sich wohl ein paar kleine Übersetzungsfehler eingeschlichen, was mich jedoch nicht weiter gestört hat.
    Wer an dieses Buch herangeht, wie an einen ganz normalen Krimi, der wird sich vielleicht ab und zu fragen, warum das Ganze. In diesem Buch steckt so viel mehr! Die tiefsten menschlichen Abgründe werden hier aufgezeigt und besprochen. Und das auf eine spannende und zum Teil beängstigende Art und Weise. Es geht um Manipulation, Abhängigkeit und absolutes Vertrauen, um Freundschaft und um Liebe. Und genauso geht es um Hass und um Intrigen!
    Dieser Roman ist nicht nur eine gute Unterhaltung, sondern bringt Stoff zum Nachdenken mit.
    Für mich einer der besten Romane, die ich dieses Jahr gelesen habe.
    Einen kleinen Minusstern gibt es trotzdem, denn mir waren die zwischenmenschlichen Passagen teilweise zu langatmig beschrieben und so verlor die Geschichte hie und da an Spannung.

    Fazit:

    Kein klassischer Krimi, aber ein spannendes Buch zum mitfiebern und beängstigend echt!

    Bewertung: 4 von 5 Sterne

    Kommentare: 9
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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 3 Jahren
    Aufgepasst in Vermont

    Donna Tartt kann einfach wunderbar komplexe, atmosphärisch dichte Romane schreiben, wirklich bewundernswert.
    Fünf Griechischstudenten ziehen Richard Papen magisch an. Er kommt aus einfachen Verhältnissen, flieht aus seinem Elternhaus und landet mitten in Vermont an der Universität. Schon bald ist aus der 5er-Gruppe eine 6-er Gruppe geworden, die die Nächte durchmachen, trinken, wochenlang in einem Haus wohnen und in den Tag hineinleben. Doch jeder hat so seine Geheimnisse und nach und nach erkennt Richard die dunklen Machenschaften der Gruppe.
    Eine gute Geschichte, die den Leser in die Welt der Studenten entführt, nach Amerika, wo vieles möglich ist und zu einem exzentrischen Lehrer. Vermont scheint mörderisch zu sein.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    L
    Hallo, ich habe vor einigen Jahren mal das Buch "Die geheime Geschichte" von Donna Tart gelesen. Das Buch ist mir heute wieder in die Hände gefallen und ich würde gerne ein ähnliches Buch lesen. Kennt Ihr noch andere Bücher der Autorin, die empfehlenswert sind?
    Zum Thema

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