Dora Zwickau

 3,8 Sterne bei 95 Bewertungen
Autor*in von Gesellschaftsspiel, Gesellschaftsspiel und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Dora Zwickau studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Werbetexten in Mannheim und Hamburg. Seit 2011 lebt sie in London und arbeitet als Content Strategist für kleine Start-ups und globale Konzerne. »Gesellschaftsspiel« ist ihr erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Dora Zwickau

Neue Rezensionen zu Dora Zwickau

Cover des Buches Gesellschaftsspiel (ISBN: 9783492073868)
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Rezension zu "Gesellschaftsspiel" von Dora Zwickau

KerstinnI
Gesellschaftsspiel

 Isabell muss ihre Schwester Anika in den USA und ihrer Tante Dagmar übermitteln dass ihre Mutter im Sterben liegt. Natürlich eilen alle zusammen um den letzten Weg zu begleiten. Dies alles findet in Weimar statt. Die Stadt in der Techmilliardär Double Z eine neue Gesellschaftsform umsetzen möchte. Mit Hilfe von Apps können die Weimarer in Syndiacte Vorschläge machen, abstimmen, wofür die Wahnsinnsumme die Double Z freigibt genutzt wird. Alle Welt schaut auf Weimar. Und Isabelle (Politiklehrerin), Anika (irgendwas wichtiges im Sunny Valley) und Dagmar (Sozilologin) müssen nicht nur die letzten Entscheidungen für ihr Familienmitglied treffen. Sie müssen sich mit sich, ihrer Familie, der Vergangenheit sowie  eigenen Meinungen zur dieser neu entstehenden Gesellschaftsform auseinandersetzen. 

Ich war etwas skeptisch. Utopien, Dystopien, neue Gesellschaftsformen mit Ideen von Techmilliardären- kann schief gehen. Aber: Für mich stand die Geschichte um Isabell, Dagmar und Anika im Vordergrund- Syndicate kommt dazu- alle drei haben eine Verbindung zu dem Thema, eine Expertise- dies ist wirklich schön herausgearbeitet und macht Spaß zu lesen. Die Protagonistinnen sind sehr gelungen- alle drei sind mir ein wenig ans Herz gewachsen, denn jede der drei Frauen bringt ihre Geschichte mit, kleine Geheimnisse und eine Tiefe, die erst nach und nach zum Vorschein kommt. Das hat mir gut gefallen. Der Tod der Mutter gerät eher in den Hintergrund- dass tat mir für die Mutter fast ein wenig Leid- aber auch das war nachvollziehbar dargestellt. 

Der Schreibstil ist flüssig, kurze Kapitel laden zu „ach eins geht noch“ ein. 

Die Idee der neuen Gesellschaftsform geht gar nicht so tief, wie ich es erwartet hatte- wir sind nicht mittendrin, sondern in der Entstehung, so dass es  diesbezüglich nicht zu komplex oder verrückt wird. Eher erschreckend realistisch. 

Ich ziehe einen Stern ab da die kurzen Inputs aus Chats oder Social Media für mich nicht immer ganz passend waren. 



Cover des Buches Gesellschaftsspiel (ISBN: 9783492073868)

Rezension zu "Gesellschaftsspiel" von Dora Zwickau

Ein LovelyBooks-Nutzer
Gute Grundidee, starker Anfang, insgesamt aber nur solide Umsetzung

Die Grundidee fand ich sehr spannend: Ein Tech-Milliardär will in Weimar eine Art neue Gesellschaft aufbauen, und die Bürger sollen sich mit ihren Vorschlägen und Abstimmungen daran beteiligen. Verknüpft wird der Geschichte der Schwestern Isabelle und Annika, deren Mutter im Krankenhaus im Sterben liegt. Dort begegnen sie auch ihrer Tante Dagmar. Innerhalb der Familie gibt es Kommunikationsprobleme und auch das eine oder andere Geheimnis. 

Leider konnte mich diese Nebenhandlung nur selten packen, insbesondere da sie nur teilweise mit der Geschichte rund um den Tech-Milliardär "Double Z" und dessen Vision einer anderen Gesellschaft verknüpft waren. Wenn eine der drei Frauen mit ihren Schülern über die Ereignisse diskutiert, ist das spannend, ansonsten empfand ich die Familiengeschichte aber als wenig interessant, was besonders daran liegt, dass ich kaum eine Verbindung zu den Protaginistinnen aufbauen konnte. 

Gut gemacht fand ich dafür die Einschübe mit Online-Diskussionen, die sich mit dem Aufbau von "Syndicate" befassten, mal begeistert, mal kritisch. Auch fand ich sehr interessant, welche Auswirkungen das Experiment auf die Gesellschaft entfaltete. Leider endet das Ganze aber ziemlich offen, und zwar auf eine Weise, die mich tatsächlich eher unbefriedigt zurückließ. Dabei habe ich nicht einmal grundsätzlich was gegen offene Enden, wenn sie gut gemacht sind und quasi auf einer Note enden, die das Ganze sofort in meinem Kopf weiterklingen lässt. Das hat hier für mich nicht wirklich funktioniert. Ich habe schon ab etwas der Hälfte gemerkt, dass ich zunehmend Teile nur noch überfliege, weil sie mich nicht reizen, aber ich wollte noch wissen, wohin die Geschichte führt. Es wurden viele interessante Ideen angeschnitten, diese hätten für meinen Geschmack aber gerne noch etwas mehr in die Tiefe ausgearbeitet werden dürfen.

Cover des Buches Gesellschaftsspiel (ISBN: 9783492073868)
B

Rezension zu "Gesellschaftsspiel" von Dora Zwickau

Buecherwurm
In welcher Gesellschaft willst Du leben?

Dieser Debütroman ist mal etwas ganz anderes. Erwartet man doch von diesem Titel nicht so eine Story. Gut, dass ich zu diesem Buch gegriffen habe. Es hat mich doch überrascht und auch zum Nachdenken gebracht.
Drei Frauen in einer Familie, die durch einen Schicksalsschlag wieder zusammengeführt werden. Da kommt eine Eilmeldung, eine App mit der die ganze Gesellschaft mitbestimmen kann und die drei Frauen sind die Versuchskanninchen....

Fazit: Ein Roman der ein immer wichtigeres und aktuelleres Thema aufgreift. Wie öffentlich wollen bzw. werden wir in Zukunft sein? Können wir uns zum Beispiel mit unserem Verhalten Bonuspunkte verdienen oder sogar Minuspunkte? Der Autorin gelingt der Spagat zwischen einer Familiengeschichte und einer visionären (hoffentlich ist das noch weiter weg, als ich glaube) Geschichte sehr gut.
Mir hat auch gut gefallen, dass alle drei mit ihren Gedanken und Gefühlen zu Wort kamen. Auch die Blogeinträge, Kommentare etc. haben das ganze Buch viel realistischer gemacht und ab und zu auch ein Schmunzeln hervorgerufen.
Auf jeden Fall ein Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde. Die Frage stellt sich mir nun um so mehr. In welcher Gesellschaft will ich zukünftig leben?

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