Doris Hochstrasser-Koch

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Die Bestatterinnen

Die Bestatterinnen

 (1)
Erschienen am 30.09.2015

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Rezension zu "Die Bestatterinnen" von Doris Hochstrasser-Koch

Für mich keine leichte Kost
peedeevor 3 Jahren

In diesem Buch erzählen die beiden Schwestern Doris Hochstrasser-Koch, geb. 1955, und Karin Koch Sager, geb. 1966, die Geschichte ihres Familienunternehmens; aufgezeichnet von Franziska K. Müller, Journalistin und freie Autorin. Doris und Karin betreiben in dritter Generation ein Bestattungsunternehmen in Wohlen (Aargau). Wie ist das Leben, wenn sich im Alltag alles um den Tod und Trauer dreht? Wieso wählt jemand freiwillig einen so negativ besetzten Beruf?

Erster Eindruck: Zwei sympathische Frauen mit einem Sarg am Rande eines Feldes; der Titel ist schlicht und der Untertitel „Gestorben wird immer“ ist leider absolut stimmig.

Warum lese ich ein Buch über Bestatterinnen? 1. Weil ich Bücher aus dem Wörterseh-Verlag sehr mag und 2. weil ich über die Schwestern bereits in den nationalen Medien gelesen habe. Die Autorin Franziska K. Müller ist mir bereits bekannt durch das Buch „Mutanfall – Mein Leben ohne Ernst“, ebenfalls aus dem Wörterseh-Verlag. Ich mag ihren Schreibstil sehr.

Es ist interessant, den Wandel des Familienunternehmens zu lesen: Vom einfachen Pferdegespann des Grossvaters über den ersten Leichenwagen der Eltern bis zu weiteren Modernisierungen durch die dritte Generation, den beiden Schwestern. Es stehen sogar schon die vierte und fünfte Generation für das Fortführen des Familienunternehmens parat: Ein Sohn von Doris ist Bestatter und eine Enkeltochter interessiert sich ebenfalls für diesen Beruf.

Die Liebe der beiden Schwestern ist sehr gut spürbar, denn Doris war für die kleine Karin quasi Mutterersatz – sie sorgte für Liebe und Zuwendung. Das Verhältnis zu der Mutter, die eine sehr strenge Frau zu sein scheint, wirkt ziemlich angespannt. Wie ist es für eine Bestatterin, wenn sie selbst vom Tod betroffen ist? Doris verliert ihren Mann Sepp – zuerst handelt sie wie die Berufsfrau und ordnet gewisse Abläufe an, aber dann ist sie einfach die Witwe, die um ihren Mann und Vater ihrer Kinder trauert.

Interessant fand ich die Vergleiche, wie Beerdigungen z.B. in den USA oder Westafrika ablaufen. Es gibt z.B. in den USA doch tatsächlich die 3-Minuten-Abdankung – im Auto!! Oder auch wie sich die schwarzen Schafe der Bestatter-Branche verhalten, z.B. abhören des Polizeifunks, um als erster vor Ort zu sein. Es werden auch wirklich tragische Geschichten aus dem Firmenalltag erzählt, wo es z.B. manche Hinterbliebenen nicht schaffen, weiterzuleben. Weiter wird der Beruf des Thanatologen vorgestellt: Dieser richtet extrem verunstaltete Tote wieder her, so dass die Hinterbliebenen den Verstorbenen doch noch anschauen und so Abschied nehmen können.

Die Schwestern haben für mich einen sehr lebenslustigen Eindruck gemacht und ich finde es sehr schön, dass sie die Verstorbenen auf dem letzten Weg begleiten und natürlich auch deren Familien begleiten und versuchen, ihnen von der Trauer zurück ins Leben zu helfen. Das Buch hat mir sehr gefallen, auch wenn es für mich ganz und gar keine leichte Kost war. Es war häufig beklemmend. Ich wäre sicherlich nicht geeignet, um den Beruf eines Bestatters auszuüben. Bei Krankheit und Tod fühle ich mich hilflos. Hochachtung für all die, die diesen Beruf ausüben!

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