„Ja, nein, vielleicht“ von Doris Knecht hat eine unglaublich starke, symphytische Protagonistin. Ich mochte sie sofort!
Eine Schriftstellerin, die schon länger als Single in einem ländlich gelegenen Haus in der Nähe von Wien lebt. Die Kinder sind aus dem Haus, sie genießt die Ruhe und die tiefen Freundschaften in ihrem Leben.
Eines Tages taucht auch Friedrich auf, den sie schon von früher kennt. Plötzlich muss sich die Protagonistin fragen, ob er es wert ist, die lieb gewonnene Freiheit und Unabhängigkeit wieder aufs Spiel zu setzen.
Das Buch ist wie ein Gespräch mit einer Freundin. Herzlich, ehrlich, ohne Umschweife. Ich mochte die feinen, präzisen Beobachtungen, das Gefühl des Miteinanders, das Nachdenken übers Älterwerden, Liebe, Beziehungen und Selbstbestimmung. Doris Knecht kann so wunderbar entspannt erzählen und ihre Geschichten mit ganz feinem Humor und einer Prise Ironie würzen. Dieses Buch war ein Vergnügen.
Doris Knecht

Lebenslauf
Charmante Kolumnistin: Doris Knecht ist 1966 in Rankweil, Österreich, in der Nähe zu Schweiz und Liechtenstein geboren. Seit 1985 lebt sie in Wien, wo sie verschiedene Studienfächer begann, darunter Politikwissenschaften, Germanistik und Architektur. Nach verschiedenen Jobs begann Sie 1989 ihre journalistische Karriere beim Wiener Stadtmagazin »Falter«. Dort war sie zunächst Mitarbeiterin und dann von 1994-1998 stellvertretende Chefredakteurin. 1998 wechselte sie zum Nachrichtenmagazin »Profil« und war dort Kulturredakteurin.
Nach zwei Jahren wechselte sie erneut zum Schweizer Tagesanzeiger, bei dem sie sechs Jahre lang eine wöchentliche Kolumne veröffentlichte. Die Kolumnen veröffentlicht sie gesammelt im Czernin-Verlag. Seit 2011 schreibt Knecht Romane und schaffte es mit ihrem Roman „Gruber“ noch im selben Jahr auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Im Jahr 2015 wurde das Buch verfilmt und kam in Österreich in die Kinos. Sie erhielt den Literaturpreis der Stiftung Ravensburger und den Buchpreis der Wiener Wirtschaft. Die Verfilmung ihres im Jahr 2015 erschienenen Roman "Wald" kommt im Herbst 2023 in die Kinos.
Zusammen mit ihrem Lebenspartner, dem Musikredakteur Christian Schachinger, hat sie Zwillingstöchter, lebt in Wien und im Waldviertel und tritt gelegentlich auch als DJane auf.
Alle Bücher von Doris Knecht
Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe
Ja, nein, vielleicht
Die Nachricht
Gruber geht
Wald
Besser
Alles über Beziehungen
weg
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Neue Rezensionen zu Doris Knecht
Rezension zu "Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe" von Doris Knecht
HaerzlechDie Kinder ziehen aus, und die Protagonistin muss ihren Wohnraum verkleinern. Dabei erinnert sie sich an ihr bisheriges Leben, mistet die Wohnung aus und reflektiert was bisher so geschah.
Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, es war meist kurzweilig, ruhig und teilweise auch ganz witzig. Leider konnte ich mich allerdings nur bedingt für die Protagonistin erwärmen, die sich für mich teilweise etwas zu sehr in ihrem Selbstmitleid suhlt und einen für mich zu hohen Lebensstandard als selbstverständlich sieht. Daher habe ich sie für die Veränderung ihrer Lebensumstände teilweise nur bedingt bemitleiden können: Während ich zunächst viel Verständnis für den Fakt hatte, dass sie die geräumige Wohnung, in der die Kinder aufwuchsen und in der sie schon fast 20 Jahre lang ein zuhause hatte, aufgeben muss, hat sich dann herausgestellt, dass sie auch noch eine kleine Einzimmerwohnung UND ein Haus auf dem Land besitzt. Ersteres war zunächst ein Atelier für sie als Autorin, später dann vermietet. Das Haus steht meist leer, da unsere Protagonistin nicht in einem kleinen Dorf leben möchte, zur Naherholung aber gleich ein ganzes Haus besitzen möchte. Da war es dann vorbei mit dem Mitleid und auch mit dem richtigen Interesse am Buch. Diese selbstmitleidigen Kapitel waren auch die, die sich für mich in die Länge gezogen haben (obwohl textmässig alle Kapitel relativ kurz gehalten sind) und die ich teilweise auch nur überflogen habe.
Zugegeben: Als Studentin Mitte 20 sind mir die finanziellen und räumlichen Sorgen von Hausbesitzerinnen natürlich ohnehin fremd, dennoch kann ich über Menschen, die darüber jammern, kein Geld zu haben, die dann aber für den Sohn eine schöne Wohnung für seine 2er-WG mieten und eine Umzugsfirma engagieren um die paar Möbel herumzutragen, nur den Kopf schütteln.
Doris Knecht erzählt in ihrem neuen Roman von einer Frau Mitte 50, die es geschafft hat: Die Kinder sind erwachsen, beruflich läuft es, sie pendelt zwischen ihrer Wiener Wohnung und einem Haus am Land. Ein gut eingespieltes Leben mit Freundinnen, Routinen und der Gewissheit, dass es auch alleine gehen kann. Doch dann begegnet sie beim Einkaufen Friedrich wieder – einer alten Bekanntschaft. Und schon stellt sich die Frage: Will ich das überhaupt noch, mich auf jemanden einlassen?
Mehr als nur eine Liebesgeschichte
Was auf den ersten Blick wie eine klassische Romanze klingt, entpuppt sich schnell als differenzierte Auseinandersetzung mit dem Älterwerden, weiblicher Autonomie und der Frage, ob eine Partnerschaft wirklich zum Glücklichsein notwendig ist. Die Protagonistin hat sich ihre Unabhängigkeit erkämpft und genießt sie. Muss sie diese jetzt wieder aufgeben?
Knecht lässt ihre Erzählerin ehrlich zweifeln und abwägen. Das ist erfrischend, weil der Roman keine schnellen Antworten liefert. Stattdessen gibt es realistische Szenen aus einem gelebten Leben: Gespräche mit Freundinnen, die Hochzeit der besten Freundin, familiäre Verpflichtungen. Alles eingebettet in eine Erzählung, die sich Zeit nimmt und nicht dramatisiert.
Selbstironisch und lebensklug
Typisch für Doris Knecht ist der Ton: warmherzig, humorvoll und selbstironisch. Sie schreibt über ernste Themen, ohne schwer zu werden. Die Vergänglichkeit wird thematisiert – schon die Eingangsszene beim Zahnarzt macht das deutlich –, aber ohne in Melancholie zu verfallen.
Besonders gelungen sind die Beobachtungen darüber, wie unsere Gesellschaft mit älteren Frauen umgeht und welche Erwartungen immer noch an sie gestellt werden. Knecht hält hier einen Spiegel vor, ohne mit dem Zeigefinger zu wedeln.
Mein Fazit
"Ja, nein, vielleicht" ist ein Roman für alle, die keine kitschigen Liebesgeschichten mögen, sondern lieber über die echten Fragen des Lebens nachdenken wollen. Doris Knecht schreibt über eine Lebensphase, die in der Literatur noch immer zu selten vorkommt – und sie tut das mit Leichtigkeit, Witz und großer Ehrlichkeit.
Ein Buch, das man gemütlich lesen kann und das trotzdem nachhallt. Perfekt für einen entspannten Leseabend, bei dem man sich danach mit Freundinnen über die großen und kleinen Entscheidungen des Lebens austauschen möchte.
Bewertung: 4/5 Sternen – Eine kluge, unterhaltsame Lektüre über das Leben jenseits der 50.
Gespräche aus der Community
Doris Knecht erzählt in ihrem neuen Roman von einer Frau, deren Leben mit dem Auszug der Kinder noch einmal neu beginnt. Beim Ausmisten und Erinnern, beim Planen und Hoffen, beim Suchen und Wiederfinden breitet sich Schicht für Schicht ein ganzes Leben vor uns aus.
„Eine vollständige Liste der Dinge, die ich vergessen habe“ ist ein ehrlicher, nachdenklicher und witziger Roman, unsentimental und doch voller Gefühl.
Nun scheint die Protagonistin in beiden Domizilen zu wohnen und pendelt hin und her. Kleine Wohnung in der Stadt und Haus auf dem Land. Sicher in diesem Fall die richtige Wahl. Mich hat am Anfang dieses wehleidige gestört. diese scheinbare Auswegslosigkeit, weil die Wohnungen alle zu teuer waren (aber mindestens 70qm notwendig sein sollten für eine Person... tja, First-World-Problems). Und dann stellte sich heraus, dass es bereits zwei Immobilien gibt. Beide nicht ganz optimal - aber als Kombination. Im Endeffekt fand ich die Lösung stimmig. Am Anfang hatte ich so meine Probleme mit der Protagonistin, nicht mit dem Buch. Die Sprache fand ich hervorragend.
Hier auch meine Rezension, die ich noch auf Lesejury, WasliestDu und auf Facebook teilen werde. Auf Instagram gibt es später eine eigene, kürzere Rezension auf Literaturkulturauftour.
Habt ihr Lust auf eine Leserunde zum neuen Roman von Doris Knecht? In "Die Nachricht" schreibt die Autorin virtuos über eine Frau, die plötzlich zur Verfolgten wird und erweist sich dabei einmal mehr als schonungslose Skeptikerin zwischenmenschlicher Beziehungen. Ein Buch über familiäre Geheimnisse und die fatalen Folgen von Frauenverachtung und digitaler Gewalt. Seid ihr dabei?
https://www.lovelybooks.de/autor/Doris-Knecht/Die-Nachricht-2927432846-w/rezension/3229420049/
DANKE SCHÖN! Ich fand das Buch wirklich sehr gelungen.
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Wer würde bei euch im Gewinnfall in den Genuss der schönen Hörbücher aus den Booklights-Boxen kommen?
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