Doris Lessing

 3.8 Sterne bei 638 Bewertungen
Autorin von Das fünfte Kind, Das goldene Notizbuch und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Doris Lessing

Die starke und unabhängige Frau: Doris Lessing, geboren am 22. Oktober 1919 als Doris May Taylor im Iran, ist eine britische Schriftstellerin und seit 2007 Nobellpreisträgerin für Literatur. Aufgewachsen ist sie im heutigen Simbabwe und lebte dort mit ihrer Familie, ihre Mutter war Krankenschwester und ihr Vater britischer Kolonial Offizier, auf dem Land. Von 1939 bis 1943 war sie verheiratet und bekam zwei Kinder. 1945 heiratete sie erneut, diesmal mit dem deutschen Emigranten Gottfried Lessing, dem sie ihren Nachnamen verdankt. In dieser Ehe bekam sie einen Sohn, welcher auch nach der Scheidung bei ihr blieb. Schriftstellerisch in Erscheinung getreten ist sie 1959 das erste Mal, als in London kurze Zeit nach ihrer Rückkehr aus Simbabwe, "The Grass is Singing" (Afrikanische Tragödie) erschien. Mittlerweile sind zahlreiche weitere Romane erschienen, wofür sie mehrfach ausgezeichnet wurde und die allgemein in drei Perioden eingeteilt werden: 1944 -1956 schrieb sie über kommunistische Fragestellungen, 1956 - 1969 über psychologische Fragestellungen und danach widmete sie sich islamischer Mystik bzw. schrieb zu allen drei Themen. 1962 erschien dann, nach heutiger Sicht, ihr Hauptwerk über die Emanzipation der Frau "das goldene Notizbuch". Die Autorin starb schließlich am 17.11.2013 in London.

Alle Bücher von Doris Lessing

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Cover des Buches Das fünfte Kind9783455400687

Das fünfte Kind

 (220)
Erschienen am 19.08.2010
Cover des Buches Das goldene Notizbuch9783596522330

Das goldene Notizbuch

 (53)
Erschienen am 28.08.2019
Cover des Buches Die Memoiren einer Überlebenden9783596252022

Die Memoiren einer Überlebenden

 (36)
Erschienen am 01.10.1981
Cover des Buches Afrikanische Tragödie9783596522347

Afrikanische Tragödie

 (29)
Erschienen am 28.08.2019
Cover des Buches Ben in der Welt9783442727414

Ben in der Welt

 (34)
Erschienen am 01.01.2002
Cover des Buches Das Tagebuch der Jane Somers9783442721566

Das Tagebuch der Jane Somers

 (19)
Erschienen am 01.08.1997
Cover des Buches Mara und Dann9783442731411

Mara und Dann

 (18)
Erschienen am 01.03.2004

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Neue Rezensionen zu Doris Lessing

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Rezension zu "Das Tagebuch der Jane Somers" von Doris Lessing

Das Tagebuch der Jane Somers
Story-of-Drovor 3 Monaten

"Bis vor ein paar Wochen hatte ich alte Leute überhaupt nicht wahrgenommen. Meine Augen waren auf junge, attraktive, gutgekleidete Menschen eingestellt, und nur sie bemerkte ich. Und jetzt ist es, als hätte man über dieses Bild eine Transparentfolie gelegt, und plötzlich sind die Alten und Behinderten mit darauf!" ~Janna Somers

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Janna Somers ist Herausgeberin einer Modezeitschrift und lebt als Angehörige der Oberschicht allein in London. Maudie Fowler ist eine vom Leben gezeichnete, gesundheitlich angeschlagene, verschrobene alte Frau, welche in der gleichen Stadt in einer feuchten Kellerwohnung vor sich hin vegetiert. Die beiden treffen in einer Apotheke aufeinander, was die Lebensumstände beider Frauen von Grund auf umkrempelt. 

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Das Buch war leicht zu lesen, da es einen wunderschönen und flüssigen Schreibstil hat, aber auch, weil man einfach von der Ersten bis zur Letzten Seite mit den verschiedenen Charakteren mitfiebert. Schön fand ich auch, dass das Buch mit seiner Geschichte über ein eigentlich vollkommen altägliches Thema zum Nachdenken anregt. Das Einzige, was mich ein klein wenig gestört hat, war, dass man vor allem im mittleren Teil die verschiedenen Ereignisse nur schwer zeitlich zuordnen konnte.

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Ein wunderschönes Buch welches ich jedem von euch empfelen kann!

4 von 5 Sternen ✔✔✔✔✖ 

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Rezension zu "Das fünfte Kind" von Doris Lessing

Wenn der Traum zum Alptraum wird
biscoteria85vor 4 Monaten

Wir lesen die Geschichte von zwei Menschen, welche den Traum einer großen Familie haben. Es kann nicht genügend Kinder geben, dass Haus nicht groß genug, die Familienfeier nicht ausschweifend genug. Aber alles hat seinen Preis. Wir erfahren von dem einen Kind, was nicht das geworden ist, was es sein soll und wie dies die nächsten zwanzig Jahre das Leben des Paares verändern soll…

Harriet und David haben sich beide in den 60ern bei einer Betriebsfeier kennen gelernt. Ihre für die damalige Zeit außergewöhnliche Einstellung zu Sex verbindet die beiden und führt dazu das sie ein Paar wurden.

Harriet ist eine Frau mit einer starken Persönlichkeit und hat Graphik studiert. Sie wusste aber schon immer das Familie für sie das wichtigste ist und hat somit kein Problem ihre Karriere an die zweite Stelle zu setzten. David kommt selbst aus einem guten Elternhaus und wünscht sich wie Harriet eine eigene Familie. So haben sie beide recht früh entschieden, dass sie mindestens sechs Kinder bekommen wollen. Da Kinder aber auch Geld kosten, ist die Planung sich Zeit damit zu lassen. Erstmal wurde ein sehr großes Haus gekauft mit zehn Zimmern. Wirklich leisten können sie es sich nicht, aber Davids Vater James ist vermögend und hilft den beiden.

Beide schlafen miteinander ohne zu Verhüten und falls es nun gerade passiert ist, so soll es sein. Obwohl Harriet erstmal geschockt ist von Davids Zielstrebigkeit. Da sie beide der Pille nicht trauen, sie wäre zu suspekt, verhüten sie eher „spontan“. Wie es nicht anders sein kann, wir Harriet nun schwanger. Die Eltern von David sind alles andere als begeistert, da diese nun noch mehr Geld bereitstellen müssen und die beiden gehofft haben, dass das Haus erstmal fertig wird und Harriet noch arbeiten geht bevor der erste Enkel kommt.

Da die beiden wirklich zu dumm zum Verhüten sind, es zieht sich durch das ganze Buch, ist sie kaum drei Monate nach der ersten Schwangerschaft wieder schwanger. Man liest durch die Zeilen das hier nur nach dem „ungefähren“ Zyklus verhütet wird, in dem man in dem Augenblick entweder keinen Sex hat oder es mit sehr zweifelhaften Versuchen der Verhütung gearbeitet wird.

Die Familie und Freunde sind geschockt und es kommt allmählich der Gedanke des „asozialen“ und unmenschlichen Gedanken auf, dass die beiden einfach nur unverantwortlich sind. David arbeitet sich zu Tode und Harriet ist dauerschwanger. Das Geld muss von Opa reingebracht werden und schon bald muss Oma das Kindermädchen spielen.

Kaum ist das zweite Kind zwei Jahre alt, kommt Kind Nummer drei auf die Welt. 1973 folgt Paul als der vierte in der Runde. In der Familie gilt Harriet bereits als die Geburtenmaschiene die kein Verantwortungsgefühl hat. Da sie nun, wie sie selbst sagt, als „Kriminelle“ in der Verwandtschaft gilt, beschließt sie, dass nun Kind fünf mindestens drei Jahre warten muss. Sie ist der Meinung jeder würde nur Neid für sie empfinden, denn alle wollen doch vier Kinder und mehr und sie würde sich einfach diesen Wunsch erfüllen. Das dies auf Kosten ihres Mannes und anderer Leute Geldbeutel passiert, scheint ihr zu entgehen. Zudem natürlich nicht jeder Kinder oder wenn so viele haben möchte.

Weil Harriet vieles kann, aber nicht vernünftig verhüten, wird sie nun auch mit der Pille, welche sie nun nimmt, wieder schwanger. Doch diese Schwangerschaft und das daraus entstehende Kind wird sie vor Schwierigkeiten stellen, welche sie nicht ahnt.  

Keine Sorge, dass ist nicht das ganze Buch, sondern gerade mal die ersten 15 % des Buches.

Denn das Kind, Ben, ist anders als normale Kinder. Der Ärger wächst, die Sorgen steigen und die beiden kommen an einen Punkt in ihrem Leben wo sie entscheiden müssen ob sie sich dieser Verantwortung stellen können.  Denn ihr Sohn scheint nicht von dieser Welt zu sein. Seine Gefühle, sein Körper und sein Verhalten stellen die beiden und seine Geschwister vor ungeahnten Schwierigkeiten.

Das Buch mit seinen 160 Seiten ist sehr schnell gelesen und wenn man erstmal denken sollte, dass es wenig Seiten sind, so sind sie aber in der Anzahl passend. Wir lernen die beiden zukünftigen Eltern kennen, die Kinder, die Verwandtschaft und vor allem Ben.

Harriet ist mir sowas von unsympathisch. Sie meint sie müsse unbedingt gelobt werden dafür, dass sie Kinder gebärt und sich für so viele entschieden hat. Sie fühlt sich schnell angegriffen und glaubt jeder will ihr das Glück nehmen und verbieten. Was sie nicht beachtet ist das Kinder Geld kosten und auch gemanagt werden müssen. So verzweifelt sie, dass sich kein Kindermädchen findet und bringt Davids Mutter dazu sich um alles zu kümmern. Dies dankt sie nicht, sondern veranlasst immens große Feiern, um zu zeigen wie toll ihr Haus und ihre Kinder sind. Die Arbeit macht sie natürlich nicht alleine.  Dass sie nicht in der Lage ist vernünftig zu verhüten und dann mit der Kritik nicht klarkommt, macht es auch nicht besser.

Von David erfahren wir weniger, da er ständig auf der Arbeit ist und man merkt das er zwar die Kinder will und liebt aber es ihm einfach zu viel wird. Er versucht Harriet zu helfen, merkt aber dass er nicht an sie ran kommt und es läuft einfach darauf hinaus das es nicht mehr so ist wie am Anfang und er nur noch der Geldbesorger ist.

Ben ist der Mittelpunkt der Familie kaum ist er da. Leider ist er nicht das „klassische“ Kind und wird die Geschichte und die Familie so richtig in Unruhe bringen.

Die Geschichte spielt mit verschiedenen Aspekten. Der Wunsch nach vielen Kindern in einer Gesellschaft wo es untypisch ist. Der Versuch selbstständig und unabhängig zu sein. Akzeptanz zu erhalten und auch Lob zu bekommen. Die Familie, welche an der ersten Stelle steht und versucht allen Hindernissen her zu werden und immer neuen Herausforderungen begegnet. Die Erschöpfung, welche wächst, die Familie, die zerbricht und die Frage am Ende, was davonbleibt.

Ein Buch welches berührt, mitreißt und wo man sich fragt wie man selbst in dieser Situation reagieren würde.


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Rezension zu "Hunger nach dem großen Leben" von Doris Lessing

Jabavu
Giselle74vor 6 Monaten

Mit "Hunger nach dem großen Leben" hat Doris Lessing eine ebenso alltägliche wie verstörende Geschichte geschrieben, die zwar inhaltlich im Afrika der Kolonialzeit verhaftet ist, aber so ähnlich auch heute noch ablaufen könnte.
Jabavu lebt mit seiner Familie in einer Dorfgemeinschaft. Sein Vater und sein Bruder sorgen für die Familie, bearbeiten jeden Tag die Felder. Jabavu möchte so nicht leben. Er träumt von der großen Stadt, von Reichtum und einem anderen Leben. Er verweigert die Feldarbeit, bringt sich selbst das Lesen bei und ist unzufrieden mit sich und der Welt. Eines Tages nimmt er seinen Mut zusammen und macht sich auf den Weg in die Stadt der Weißen. Die Gefahren sind groß, schon unterwegs wird er fast für die Arbeit in den Minen gepresst, angekommen, fällt es ihm schwer, sich zurechtzufinden. Zumal ein farbiger "Herumtreiber" mit äußerstem Misstrauen betrachtet wird. Jabavu stellt fest, dass es fast unmöglich ist, Arbeit zu bekommen, dass er andere Kleidung braucht und Geld. So gerät er in die Fänge einer Diebesbande, die zunächst vorgibt, ihm helfen zu wollen. Seine Geschichte endet im Gefängnis, wo ihm die Hoffnung bleibt, irgendwann als "besserer " Mensch neu anzufangen.
Doris Lessing versucht sich in die Denkweise der vielen jungen Menschen hineinzuversetzen, die die Versprechungen der Stadt dem einfachen Leben auf dem Lande vorziehen, die genauso sein wollen, wie die so sehr bewunderten reichen (und meist auch hellhäutigen) Stadtmenschen. Die dabei aber übersehen, dass Hautfarbe und Gesellschaftsstand unüberbrückbare Grenzen schaffen, gerade in Kolonialgesellschaften, die von der Ausbeutung angeblich minderwertigerer Menschen leben. Die kleine Handvoll gebildeter Farbiger wird mißtrauisch beobachtet, besonders, wenn sie versucht, denen zu Bildung und einem lebenswerten Leben zu verhelfen, die doch dumm und arm viel besser zu beherrschen sind.
Die Erzählung, die heutzutage nur allzu Bekanntes beschreibt, dürfte in den 50iger Jahren des letzten Jahrhunderts deutlich explosiver gewirkt haben. Die 50iger Jahre waren auch die Zeit Martin Luther Kings, die Zeit des Kampfes gegen Rassentrennung in den USA, die Zeit der ersten Unabhängigkeitsbestrebungen afrikanischer Staaten, aber auch die Zeit der Apartheit, eine Zeit des Umbruchs also. Proafrikanische Texte einer weißen in Simbabwe aufgewachsenen Frau dürften nur bei den wenigsten der zunächst hauptsächlich britischen Leser zu Freudentaumel geführt haben.
Ich persönlich finde den Ansatz schwierig, als weiße Frau die Erfahrungen und Denkweise eines aus dem Familienbund gerissenen Jugendlichen zu beschreiben und zwar ausschließlich aus Jabavus Sicht. So trifft Naturvolk auf europäische Zivilisation - und vieles was im Text schlicht naiv wirkt, entspringt einem völlig anderen Denk- und Handlungsansatz. Daher hat mich der zu seiner Zeit wichtige und kritische Beitrag aus heutiger Sicht nicht völlig überzeugt.
Schlußendlich haben Lessings kritische Texte ihr aber den, wenn auch umstrittenen, Nobelpreis eingebracht.

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Doris Lessing wurde am 21. Oktober 1919 in Kirmashan geboren.

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