Doris Lessing Das Tagebuch der Jane Somers

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Inhaltsangabe zu „Das Tagebuch der Jane Somers“ von Doris Lessing

"Bis vor ein paar Wochen hatte ich alte Leute überhaupt nicht wahrgenommen. Meine Augen waren auf junge, attraktive, gutgekleidete Menschen eingestellt, und nur sie bemerkte ich. Und jetzt ist es, als hätte man über dieses Bild eine Transparentfolie gelegt, und plötzlich sind die Alten und Behinderten mit darauf!" (Jane Somers) Jane Somers ist eine Karrierefrau. Den Tod ihrer Mutter und ihres Mannes hat sie fast teilnahmslos hingenommen. Nun lernt sie die um vierzig Jahre ältere Maudie kennen - und beginnt Tagebuch über eine außergewöhnlich tiefgründige Beziehung zu führen... "Ein Wachrüttelbuch!"

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  • Rezension zu "Das Tagebuch der Jane Somers" von Doris Lessing

    Das Tagebuch der Jane Somers

    booktypo

    15. November 2008 um 12:38

    Karrierfrau trifft auf alte, bedürftige und widerspenstige Seniorin: die eindrucksvolle und nachdenklich machende Geschichte über die Macht des Mitgefühls.

  • Rezension zu "Das Tagebuch der Jane Somers" von Doris Lessing

    Das Tagebuch der Jane Somers

    Babscha

    11. July 2007 um 18:06

    Jane Somers, 49, verwitwet, kinderlos, ist Herausgeberin eines Modejournals und lebt als Angehörige der Oberschicht allein in London. Maudie Fowler, 91, ist eine vom Leben gezeichnete, ebenfalls allein stehende und gesundheitlich angeschlagene exzentrische und verschrobene alte Dame, die in der gleichen Stadt in einer feuchten Kellerwohnung von der Hand in den Mund vor sich hin vegetiert. Der Zufall will es, dass die beiden in einer schicksalhaften Begegnung in einer Apotheke aufeinander treffen, was die Lebensumstände beider Frauen, vor allem aber die Jane Somers´, von Grund auf umkrempelt (…“ich habe zwei Leben , das davor und das danach“…). Somers fühlt sich, ohne dies irgendwie beeinflussen zu können, magisch zu der alten Frau hin gezogen. Ein behutsames Kennenlernen und Sichannähern entwickelt sich bei beiden Frauen im Laufe der Geschichte unter vielen in den grundverschiedenen Persönlichkeiten zu suchenden Problemen zu einer letztlich tiefen Freundschaft, ja fast schon Liebe. Die ohnehin problematische Situation verkompliziert sich weiter, als Maudie eine Krebsdiagnose erhält…. Lessing legt hier mit ihrem bekannt scharfen und unsentimentalen Blick für die Lebensrealitäten einen ungeschönten, teils drastisch geschriebenen und völlig kitschfreien Roman aus heutiger Sicht über zwei Lebensgeschichten vor, die dem Leser im Laufe der Story weitgehend über Erzählungen und Rückblenden eingehend ausgebreitet werden. Sie beschreibt glaubhaft vor allem die grundlegende Persönlichkeitsveränderung Somers´ von einem egozentrischen, aber isolierten Yuppie zu einem Menschen, der über den tiefen Einblick in die teils erbärmlichen Lebensumstände und ganz eigenen, oft hochkomplizierten Gefühlswelten alter Menschen völlig in der Hilfe für diese Personen aufgeht und damit seine Lebensprioritäten komplett neu setzt. Ein schönes, gut zu lesendes und thematisch interessantes Buch, welches durchaus auch als deutlicher Fingerzeig der Autorin gegen die teils inhumanen Lebensumstände alter abgeschobener Menschen zu verstehen sein dürfte.

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