Die Memoiren einer Überlebenden

von Doris Lessing 
3,8 Sterne bei35 Bewertungen
Die Memoiren einer Überlebenden
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (26):
Tatsus avatar

Auf eine ganz eigene Art fesselnd, auch wenn es eher ruhig geschrieben ist. Ein interessantes Buch!

Kritisch (5):
Beusts avatar

ermüdend.

Alle 35 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Die Memoiren einer Überlebenden"

Nobelpreis für Literatur 2007

In ihrem Roman 'Die Memoiren einer Überlebenden' beschwört Doris Lessing eine unbestimmte Zukunft: Das Leben in der Stadt ist zusammengebrochen, die Menschen sind ständig unterwegs und auf der Suche nach Überlebensmöglichkeiten. Jugendliche und Erwachsene besetzen leerstehende Häuser, plündern Geschäfte, und Horden von Kindern machen die Straßen unsicher. Das Chaos der Straße beobachtet die Hauptfigur, eine ältere alleinstehende Frau, vom Fenster ihrer Wohnung aus. Eines Tages steht ein junges Mädchen, Emily, samt ihrem Haustier Hugo, bei ihr im Wohnzimmer und verlangt unvermittelt nach Unterkunft. Während draußen alle Formen öffentlicher Ordnung aufgehört haben zu existieren, richten sich die beiden in ihrem neuen Leben zu zweit ein…

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596252022
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.10.1981

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,8 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne9
  • 4 Sterne17
  • 3 Sterne4
  • 2 Sterne4
  • 1 Stern1
  • Sortieren:
    AnnBees avatar
    AnnBeevor 2 Monaten
    Teilweise spannend

    Lessings Roman schildert aus der Perspektive einer alten Frau den Verfall einer Gesellschaft, deren Infrastruktur und damit zunehmend auch soziale Regeln zusammenbrechen. Die Protagonistin nimmt zudem ein junges Mädchen (Emily) und ihren Hund (Hugo) bei sich auf und kümmert sich um sie, wobei sie sich allerdings nur langsam näherkommen.
    Emily unternimmt Streifzüge in die Umgebung, verliebt sich, gründet mit ihrem Freund eine Art Kommune, findet und verliert Freundinnen - während die alte Frau das Leben hauptsächlich durch ihr Fenster beobachtet. Gleichzeitig tut sich in ihrer Wohnung eine Art Parallelwelt auf, die sie immer häufiger besucht.
    Die Schilderungen dieser Parallelwelt fand ich eher langatmig, auch, weil ich damit nichts anfangen konnte. Vielleicht ist es eine Metapher für eine innere Flucht, oder für das Leben nach dem Tod, oder doch eine alternative Realität? Wie auch immer, mir ist nicht klargeworden, wozu diese Ebene gut ist. Das Buch ist andererseits an vielen Stellen spannend und enthält kluge Beobachtungen des Lebens und der Menschen. Gut gefallen hat mir die empathische Einbindung des Hundes in die Geschichte, der letztlich für den Zusammenhalt der Frau und Emily entscheidend ist.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    iseman_namesis avatar
    iseman_namesivor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Memoiren einer Überlebenden" von Doris Lessing

    Während „1984“ zeigt, wie eine Zivilisation untergeht, indem sie in einer Überwachungsgesellschaft erstarrt, beschreibt Doris Lessing in den „Memoiren einer Überlebenden“ anhand der Straße einer Großstadt wie eine Gesellschaft im Chaos versinkt. Nichts funktioniert mehr. Rechtssystem, Verkehr, Energieversorgung, Lebensmittelversorgung, Geldwirtschaft sind zusammengebrochen. Aus dem Chaos heraus entwickeln sich jedoch Keimzellen einer neuen Gesellschaft. Eine besondere Rolle beim „Neuanfang“ schreibt die Autorin dabei Jugendlichen und Kindern zu, die ohne Familienbindung auf der Straße leben und ohne die Moralvorstellungen der alten Welt aufwachsen. Aus Kinder- und Jugendbanden werden „ideologieballastfreie“ Stämme, die irgendwann in neue Gegenden aufbrechen. Am Ende erscheint aber auch ein Marsch in die Ferne sinnlos, weil auch dort nichts zu erwarten ist. Die Überlebende (eine ältere Frau), eine bei ihr wohnende Jugendliche und deren Geliebter bleiben in der Straße zurück. Sie sind umgeben von einer Kinderbande, die vor Kannibalismus nicht halt macht. Ein Funken Hoffnung bleibt jedoch. Das Buch ist dramatisch aufgebaut und lässt sich flüssig lesen. Es ist im Übrigen gar nicht so dick.

    Kommentieren0
    8
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Memoiren einer Überlebenden" von Doris Lessing

    Eine Dystopie, die aufzeigt, wie der Mensch nach Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung zum Teil wieder zu alten Stammesordnungen zurückfindet, zum Teil aber auch am Tier vorbei ins Bodenslose fällt (Raub, Mord, Kannibalismus).
    Mich hat das Buch zwiegespalten zurückgelassen.
    Die Ich-Erzählerin beobachtet die Vorgänge auf der Straße überwiegend aus ihrem Fenster. Ein nicht näher benanntes "es" hat zum Zusammenbruch geführt, Menschen verlassen die Stadt, ziehen in Horden aufs Land, in der Hoffnung, dort noch besser Umstände anzutreffen.
    Eine eigentliche Handlung findet nicht statt, eher einzelne Episoden, die durch viel Erläuterungen und Erklärungen zusammengehalten werden. Zu viel Erklärungen für meinen Geschmack.
    Gut nachvollziehbar und sehr plastisch fand ich die Beschreibungen der Vorgänge hinter der Wand (im Wohnzimmer der Ich-Erzählerin tut sich eine andere Welt auf), in der der Leser - möglicherweise - die Kindheit Emilys sieht, eventuell aber auch die der Ich-Erzählerin. Hier wird eine lieblose Kindheit spürbar, in der Sterilität und Sauberkeit wichtig sind, Liebe und Zuneigung zum Kind aber völlig fehlen. Die haben mich ganz in ihren Bann gezogen.
    Aber auch diese Welt hinter der Wand befindet sich in dauernder Veränderung und wird nach und nach wieder zur Natur.

    Mit dem Ende hat sich Doris Lessing es sich für mein Empfinden zu leicht gemacht, das war etwas zu Deus-ex-Machina-mäßig.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    DieBuchkolumnistins avatar
    DieBuchkolumnistinvor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Memoiren einer Überlebenden" von Doris Lessing

    Der Hauptperson wird ein Kind übergeben, mitten im Niedergang der Stadt soll sie sich ab jetzt um die kleine Emily und deren Haustier Hugo kümmern, ohne weitere Information, ohne Bezug zur neuen ungerufenen Tochter. Doch so wie die Willkür der Regierung und die Zerstörung der Heimat akzeptiert wurde, so gilt auch dieses junge Mädchen ab jetzt ohne weitere Worte als Familie und das Aufwachsen als Ablenkung und gleichzeitig Begleitung zur Gesellschaftsentwicklung. Während die eine nun daheim bleibt und sich um Hugo und den Haushalt kümmert und versucht der Vergangenheit des Mädchens auf die Spur zu kommen, da erobert Emily mit der Zeit die Umgebung, wächst mit den zumeist negativen Erfahrungen und versucht wie jedes andere Wesen in der Stadt ihren Weg mit und durch den Verfall zu finden.
    Ein Roman, der in der westlichen Welt wohl als utopisch gilt und dennoch mancherorts Wirklichkeit ist. Ein Grund mehr mit den Hauptfiguren auf 230 Seiten zu lernen, zu wachsen und am Ende eine eigene Lösung zu zu suchen. Wer spannende Fiktion sucht, der ist hier fehl am Platze. Wer in einem Buch mehr sucht als Ablenkung vom Alltag - der sollte mit Doris Lessing (Nobelpreis für Literatur 2007) eine befriedigende Autorin gefunden haben.

    Kommentieren0
    65
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Memoiren einer Überlebenden" von Doris Lessing

    Dieses Buch hat mich auf alle Fälle mehr ergreifen können, als "Die Kluft". Vorweg muss ich sagen, dass es sich bei diesem Buch nicht um schnell weglesebare Kost handelt - nicht nur des Themas wegen. Rein sprachlich gesehen kommt der Text einfach rüber, doch die "Nebenwelt", die Erinnerungen, das Leben hinter den Wänden werden teilweise so bizarr und unnahbar beschrieben, dass es mir schwergefallen ist, diese Textpassagen mit dem eigentlichen Inhalt in Verbindung zu bringen. Doris Lessing verfällt von einem Gedanken in den nächsten, alles wird kurz angedacht, Spielraum für eigenes Weiterdenken ist genug - oftmals fragt man sich nach der Intention, dem Sinn hinter plakativ beschriebenen Endzeitgedanken. Dennoch übt das Geschriebene eine unsagbare Faszination aus, auch, wenn sich die eigene Stimmung beim Lesen sichtbar nach unten zieht. Oder auch in dieses Buch, in diese Atmosphäre hinein.
    Es ist Geschmackssache - nicht schlecht, nein - es hat, wie gesagt, seinen Reiz - jedoch für mich nicht wirklich viel Tiefgang.

    Kommentieren0
    17
    Teilen
    Anja_Levs avatar
    Anja_Levvor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Memoiren einer Überlebenden" von Doris Lessing

    Es fällt mir schwer, eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben, versuchen will ich es trotzdem.
    Erzählt wird aus der Perspektive einer Ich-Erzählerin (eben der "Überlebenden") von einer Zeit, in der die staatliche Gewalt nachlässt und die Anarchie einzieht. Ohne dass das Land namentlich genannt wird, entsteht doch der Eindruck, es handele sich um England und um London.
    Nun ziehen Banden durch die Stadt, viele Einwohner flüchten aufs Land (in den Norder oder Westen), die Ich-Erzählerin bleibt und ihr wird von einem ihr unbekannten Mann die Verantwortung für ein etwa 12jähriges Mädchen übertragen. Die Geschichte beschreibt nun, wie die Ich-Erzählerin, das Mädchen und deren katzenähnlicher Hund zusammen und aneinander vorbei leben und sich arrangieren.
    Die Sprache des Buchs ist leicht verständlich, dennoch können die Sätze fesseln und ein eindrückliches Bild des Geschehens vermitteln. Teilweise beunruhigend ist das Buch jedoch auch wegen seines utopistischen Endes nicht deprimierend. Dies wird auch durch die gedanklichen Ausflüchte der Erzählerin erreicht, hier vermischt Lessing fließend Realität und Fiktion. Die Länge von nur ca. 244 Seiten ist dabei völlig ausreichend.

    Kommentieren0
    15
    Teilen
    Eltragalibross avatar
    Eltragalibrosvor 10 Jahren
    Rezension zu "Die Memoiren einer Überlebenden" von Doris Lessing

    Doris Lessings Buch ist faszinierend! Es handelt sich hierbei um einen dystopischen Roman, der Zeit, was geschieht, wenn die Welt am Ende ist.

    Kommentieren0
    14
    Teilen
    Tatsus avatar
    Tatsuvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Auf eine ganz eigene Art fesselnd, auch wenn es eher ruhig geschrieben ist. Ein interessantes Buch!
    Kommentieren0
    Buchhandlung_am_Schaefersees avatar
    Buchhandlung_am_Schaeferseevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Faszinierend. Irgendwo zwischen Zivilisationskritik, Dystopie, Mystik und Selbstfindung angesiedelt, bleibt der Eindruck auch zersplittert.
    Kommentieren0
    Beusts avatar
    Beustvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: ermüdend.
    Kommentieren0

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    AnnBees avatar
    AnnBeevor 3 Monaten
    Ich liebe Doris Lessing.
    Kommentieren

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks