Doris Lessing Ein süßer Traum

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Inhaltsangabe zu „Ein süßer Traum“ von Doris Lessing

Eine weibliche Familiensaga um drei Generationen von Frauen. Frances ist tief verletzt von ihrem Ex-Mann Johnny. Dennoch lebt sie mit seiner strengen und distanzierten Mutter in einem Haus. Als plötzlich Sylvia bei ihnen auftaucht, entwickeln sich völlig neue, zarte und ganz besondere Familienbande zwischen den drei Frauen.

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  • Rezension zu "Ein süßer Traum" von Doris Lessing

    Ein süßer Traum
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    12. September 2012 um 11:52

    Ein großer, immer gedeckter Tisch ... Doris Lessings nun in der Gesamtausgabe neu aufgelegter Roman "Ein süßer Traum" ist einer der späteren Romane aus der Werkstatt der Nobelpreisträgerin. Ambitioniert werden in dem Roman die Lebensgeschichten von drei Generationen der Lennox-Familie verbunden. Da ist zuerst Julia Lennox, deutscher Abstammung, die ihrer Jugendliebe nach England gefolgt ist. Seit dem Tod ihres Mannes fühlt sie sich als Fremdkörper in dieser Welt der verwahrlosten und freien Sitten. Ihre Verbindung zur (Ex)Schwiegertochter ist sehr distanziert und bessert sich nur sehr langsam im Verlauf des Romans. Hauptfigur des Romans ist die von ihrem Mann Johnny Lennox verlassene Frances Lennox. Johnny, der Ex-Mann, ist politisch engagiert und auf dem besten Weg, eine Art Ikone für seine Anhänger zu werden. Dass er dabei keine Zeit für lästigen Familienkram hat, ist schnell offensichtlich. Die Partei zählt auf ihn und seine demagogische Politideologie. Da er keine andere Möglichkeit hat, seiner Exfrau und den Söhnen Unterhalt zu zahlen, organisiert er ihren Wohnort im Haus seiner Mutter. Weil Frances Lennox ein überdurchschnittlich großes Herz und einen stets gedeckten großen Küchentisch hat, verwundert es nicht, dass sich Frances Lennox nicht nur um den eigenen Nachwuchs kümmern muss, sondern auch um die Freunde ihrer Sprösslinge. Johnny, der mit jedem Erscheinen unsympathischer wird, erscheint immer zufällig bei gedecktem Tisch, schwingt große Reden und verzieht sich, sobald die Stimmung zu kippen beginnt. Doris Lessing hat sehr viel in diesen Roman gepackt, möglicherweise etwas zu viel. Obwohl flüssig geschrieben, gibt es immer wieder Leerläufe, die den Lesefluss trüben. Etwas zu sehr werden auch Klischees bedient, zu starr, zu klar sind die Grenzen zwischen Gut und Böse abgesteckt, so übergenau, dass man irgendwie bald fast nicht mehr an die Großherzigkeit von Frances glauben mag. Andauernd hofft man auf einen Ausbruch, auf eine Auflehnung, auf ein Aufbrechen der festgefahrenen Missstände. Das Interesse der Autorin scheint überhaupt den schwachen Charakteren, den Gutmütigen, den Sanften und den Stillen zu gelten, die sehr eindeutig das Gute verkörpern, während die lauten und jovialen Menschen mit dem demagogischen Drang zur Selbstdarstellung verbunden werden. Irgendwo im Roman sinniert Frances darüber, dass "es Menschen gibt, die dem Leben gegenüber eine gewisse Passivität an den Tag legen und abwarten, was ihnen geschenkt, ihnen aufgetischt wird. Oder was sie bedrängt." In diesen Sätzen meint man das Motto des Romans zu erkennen. Und so ist "Ein süßer Traum" dann auch ein Entwicklungsroman und eine vermeintlich kritische Auseinandersetzung mit den Politideologien der 1960er- und 1970er-Jahre, die allerdings an einer ernsten Kritik eindeutig vorbeischrammt, da Johnny als Figur zu schwach ist, um Kritik notwendig zu haben. Er ist quasi von Anfang an eine narzisstische Karikatur eines absolut demagogischen Schwätzers und keine ernstzunehmende Figur. Johnnys magersüchtige Stieftochter Sylvia, der Liebling der Großmutter Julia, wird zur Vertrauten von Frances und ist die Protagonistin im dritten Teil des Romans, der in einem Fantasiestaat in Afrika handelt, der allerdings unschwer als Rhodesien/Zimbabwe zu erkennen ist. "Ein süßer Traum" ist ein vor verschiedenen Themen und Ansatzpunkten überquellender Roman, der allerdings einige Schwachstellen in der Figurenzeichnung und im allzu klischeehaften Benehmen einiger Akteure hat, der sehr viel will, der höchstwahrscheinlich auch viele autobiografische Momente verarbeitet, der sich meist sehr spannend liest, obschon er auch einige wirkliche Leerläufe hat. Am Ende bleibt jedoch das versöhnliche Gefühl zurück, eine große Strecke mit diesen teilweise unbeschreiblich schwachen oder auch egoistischen Persönlichkeiten gegangen zu sein. Persönlichkeiten, die bei all ihren Schwächen doch sehr menschlich sind. "Ein süßer Traum" ist nicht Doris Lessings stärkster Roman, aber trotzdem sehr empfehlenswert. (Roland Freisitzer; 11/2011)

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