Doris Mayer 365

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Inhaltsangabe zu „365“ von Doris Mayer

Ein junger Mann hat überlebt. Die große Klimakatastrophe? Die Apokalypse? Einen Atomkrieg? Er weiß es selbst nicht so genau. Eines Tages erwacht er jedenfalls, und alle Menschen um ihn herum sind starr und still wie Puppen. Der Strom funktioniert nicht, die Telefonleitungen sind tot. Er beginnt, sich in der erstarrten Welt zurechtzufinden, und entdeckt nach und nach Anzeichen dafür, dass er nicht der einzige Überlebende ist. Da gibt es etwa Nachbars Hund, den er nie leiden konnte, der ihm nun aber nicht mehr von der Seite weicht. Und da ist das rothaarige Mädchen aus dem Supermarkt, das er immer aus der Ferne bewundert hat. Doch auch sie ist wie versteinert. Er bringt dennoch ihren paralysierten Körper in Sicherheit, nachdem ein bärtiger, jähzorniger Mann immer wieder seinen Weg gekreuzt hat – mit der eindeutigen Absicht, ihn nicht nur des Mädchens, sondern auch seines Lebens zu berauben …Doris Mayer zeichnet ein verstörendes Bild einer leb- und lieblosen Welt. Sie lässt uns miterleben, wie Menschen, durch den Stillstand der Welt mit sich selbst konfrontiert, ihrem eigenen Ich, ihren Ängsten und Bedürfnissen, die das lärmerfüllte Leben davor überdeckte, begegnen. Eine beeindruckende Auseinandersetzung mit dem Menschsein in all seinen Facetten, mit dem Guten wie dem Bösen.

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  • Rezension zu "365" von Doris Mayer

    365
    emeraldeye

    emeraldeye

    21. December 2010 um 17:02

    Ein junger Mann hat überlebt. Einen Atomkrieg? Die große Klimakatastrophe? Die Apokalypse? Er weiß es nicht. Alle Menschen um ihn herum sind starr und still wie Puppen. Der Strom funktioniert nicht, die Mobiltelefone sind tot. Er versucht, sich in der erstarrten Welt zurecht zu finden und entdeckt nach und nach Anzeichen dafür, dass er nicht der einzige Überlebende ist. Da gibt es Nachbars Hund, den er nie leiden konnte und der ihm nun nicht mehr von der Seite weicht. Der junge Mann hat Sehnsucht nach dem rothaarigen Mädchen aus dem Supermarkt. Die Hoffnung, dass sie lebt. Doch auch sie ist wie versteinert. er bringt ihren paralysierten Körper in Sicherheit, während ein bärtiger, jähzorniger Mann immer wieder seinen Weg kreuzt- ihn nicht nur des Mädchens, sondern auch seines Lebens zu berauben. Eine namenlose Stadt, namenlose Menschen geraten in eine alptraumhafte, katastrophale Situation. Nur Randbemerkungen lassen erahnen, dass die von Doris Mayer beschriebene, schockartig veränderte Welt unsere gegenwärtige ist. Nur wenige Menschen und Tiere sind von der plötzlichen Starre, die ihre Stadt überfällt, nicht betroffen. Doch für einen Moment sind auch sie wie erstarrt, bevor sie begreifen, welche Möglichkeiten und Grenzen ihnen der absolute Stillstand des Lebens aufzeigt. Und sie probieren sich aus. Ein Junge hat endlich den Mut, sich dem Mädchen seiner Träume zu nähern, sie zu berühren, für sich zu gewinnen. Eine ältere Frau, enttäuscht und desillusioniert von sich selbst und anderen, entwickelt ungeahnte Kraft, als sie einen kranken kleinen Jungen findet. Und dann ist da noch der Bärtige, der jegliche Hemmung ablegt und seiner lange unterdrückten Wut und Rachsucht freien Lauf läßt. Doch schnell verfliegt die Lust an der Freiheit, alles tun zu können, ohne Rechenschaft ablegen und auf andere Menschen Rücksicht nehmen zu müssen. Alle Protagonisten beginnen irgendwann damit, sich auf die Suche nach anderen "Wachen" zu begeben. Es ist fast zwangsläufig, dass sie sich irgendwann begegnen... Formal streng und sehr nüchtern, mit kurzen klaren Sätzen schildert Doris Mayer eine Extremsituation aus den wechselnden Perspektiven ihrer Hauptpersonen. Damit und auch mit der Vermeidung jedweder vertrauter Zuordnungen unterstreicht sie die Fremdartigkeit des Lebens, dem sich ihre Protagonisten stellen müssen und das sie auf unterschiedlichste Weise meistern. Doch alle werden von der Hoffnung angetrieben, dass alles irgendwann wieder so sein wird wie vorher. Sie alle fühlen das zutiefst menschliche Bedürfnis nach Sicherheit, Wärme und Bestätigung, das nur andere Menschen erfüllen könnne. Doch es ist klar, dass nichts mehr so sein wird wie vor 365 Tagen. Interessante Idee und fast ein Science-Fiction-Roman.

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