Doris Tropper

 3.9 Sterne bei 11 Bewertungen

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Rezension zu "Hätte ich doch …" von Doris Tropper

"Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich so vieles anders machen." Wirklich?
R_Mantheyvor 3 Jahren

Wenn Menschen sich darüber im Klaren sind, dass sie bald sterben werden, es keine Umkehr mehr geben wird, dann herrscht Gewissheit wie nie zuvor im Leben. Man kann nichts mehr ändern, eine Zukunft gibt es nicht. Alles ist bestimmt, und damit ist auch alles einfach.

Wenn die Ungewissheit jedoch unser Leben noch beherrscht, wenn vermeintliche Zwänge uns herumstoßen, dann fällt es uns schwer, den einfachen Wahrheiten zu folgen, die sich auch in diesem Buch finden. Wir müssten unser Leben nämlich in den meisten Fällen grundlegend ändern. Und genau an diesem Punkt schlägt die Ungewissheit hart zu. Sie macht uns Angst, und alles wird wahrscheinlich so bleiben wie es ist.

Leider kommt die Autorin gar nicht bis an diese bittere, aber realistische Weggabelung vieler Leben. Vielleicht war das auch nicht ihre Absicht. Sie begleitet Menschen beim Sterben und berichtet darüber. Wenn sie das beschreibt, berührt das Buch. Manche der geschilderten Schicksale sind ergreifend. Man fühlt sich getroffen und muss vielleicht an sein eigenes Ende denken. Die häufige Konfrontation mit dem Tod verändert Menschen. Man wird bewusster leben, wenn man das Ende immer wieder sieht.

Doch die meisten Menschen kennen diese ständige Ermahnung nicht. Und das ist auch gut so. Mit der Drohung zu leben, alles könnte bald zu Ende sein, macht das Dasein nicht freudvoller.

Am Ende des Buches formuliert Frau Tropper zehn Botschaften, die ihr Sterbende angeblich verraten haben. Abgesehen davon, dass ich den Eindruck hatte, diese Botschaften sind eher Schlussfolgerungen der Autorin aus dem Erlebten und weniger Ratschläge derer, die sie beim Sterben begleitete, kann man natürlich nur schwer etwas gegen diese Art von Anweisungen sagen.

Doch beim näheren Hinsehen oder gar beim Ausprobieren, erscheinen sie oft als unerreichbar, obwohl sie es nicht sind. Aber dazu gehört eine Grundhaltung, die völlig im Widerspruch zu unserer Alltagskultur steht. Will man also alle Gebote der Autorin umsetzen, dann setzt man sich einem großen Gegendruck aus, den kaum einer aushalten wird. Eine Hilfestellung dabei wird man in diesem Buch nicht finden.

"Genieße den Tag, als gäbe es kein Morgen." Das ist die erste Botschaft. Sie enthält eine versteckte Frage. Was nämlich heißt "genießen"? Und bedeutet der fehlende Morgen nun, dass man keine Verantwortung mehr besitzt? Und stellt man sich nicht ins moralische Aus, wenn man so handelt? Wie soll man den Tag genießen, wenn man Druck hat und nicht weiß, wie man seine Arbeit schaffen soll? Fragen über Fragen, die man in dieser Weise bei allen zehn Geboten dieses Buches stellen kann.

Ganz so einfach, wie sich das Frau Tropper mit diesen Ratschlägen macht, ist es dann wohl doch nicht. Denn wenn man sie im Detail hinterfragt, stößt man schnell an Grenzen. Mir ist schon klar, was die Autorin uns mit auf den Weg geben möchte. Und ich verstehe diese Ratschläge sehr wohl, denn sie sind nichts weiter als uralte Konzepte, die man auch in den alten asiatischen Schriften, versteckt in der Bibel und auch bei vielen modernen Weisheitslehrern findet.

Doch gerade da, wo es interessant wird, nämlich bei der täglichen Umsetzung, hört die Autorin auf und bleibt auf dem Niveau pädagogischer Kalendersprüche stehen.

Was von diesem Buch bei mir haften geblieben ist, sind die Schicksale, die es schildert. Das erschien mir als die starke Seite dieses Textes. Mehr davon und weniger nachgereichte Auswertungen hätten das Buch viel stärker gemacht.

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gsts avatar

Rezension zu "Hätte ich doch …" von Doris Tropper

Arbeitsbuch
gstvor 6 Jahren

In jedem Leben gibt es Zeiten, in denen man sich fragt, was das alles soll und wie es weitergehen könnte. Der eine hat Probleme in der Arbeit, der andere quält sich aus privaten Gründen durch den Alltag. Oft fühlt sich dann alles sinnlos an. Doch ist es das wirklich? Spätestens an der Schwelle zum endgültigen Abschiednehmen erkennen viele, dass manches anders hätte laufen können, wenn man doch nur …

Doris Tropper begleitet seit Jahren Sterbende und hat aus den vielen stattgefundenen Gesprächen Resümee gezogen: Man sollte leben, bevor es zu spät ist. Doch: was heißt Leben? Sicherlich wird jeder etwas anderes darunter verstehen. Deshalb sagt sie ihren Lesern auch nicht, wie sie leben sollen, sondern stellt ihnen viele Fragen. Fragen, die zum Nachdenken anregen. Während der Eine vielleicht sagt: „So lebe ich doch schon“, werden beim Anderen Wünsche wach. Lassen sich diese Wünsche erfüllen? Antworten muss jeder selbst finden...

Anhand von sieben Sterbebegleitungen zeigt die Autorin auf, was Menschen wichtig sein und was im Leben alles schief laufen kann. Wer sich Zeit für diese Lektüre nimmt und damit arbeitet, könnte so weit kommen, dass er eines Tages nicht sagen wird: „Hätte ich doch ...“ - sondern eventuell zufrieden auf sein Leben zurück blickt.

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Hasewues avatar

Rezension zu "Hätte ich doch ...: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt" von Doris Tropper

Rezension zu "Hätte ich doch ...: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt" von Doris Tropper
Hasewuevor 6 Jahren

„Hätte ich doch ...“ von Doris Tropper ist ein Buch, das einen sicher nicht unberührt zurücklässt.
Es erzählt 7 Geschichten von Menschen, die bald sterben werden und die versuchen den Rest ihres Lebens zu genießen, sinnvoll zu nutzen und die Vergangenheit aufzuarbeiten.
Nach jeder Geschichte gibt es von Tropper ein Fazit was man von diesen Menschen lernen kann, was man sich über sein eigenes Leben bewusst machen sollte und wie man es am besten lebt.
Mit dem „Carpe Diem“-Gedanken kann ich mich trotzdem nicht so sehr anfreunden, vielleicht bin ich dafür noch zu jung, aber den Tag so zu leben, als sei es der Letzte scheint mir mit Anfang 20 etwas schwierig, da es einfach zu viel gibt was ich gerne noch sehen oder machen möchte.
Dennoch hat mir das Buch sehr geholfen über mein eigenes Leben nachzudenken, dinge bewusster zu machen und zu erleben und sich an Kleinigkeiten zu erfreuen.
Es gibt in „Hätte ich doch ...“ viele gute Ansätze, die ich nun auf mein Leben übertragen möchte und die Geschichten der Menschen haben mich oft zu Tränen gerührt, sodass ich nun wirklich versuche achtsamer mit meinem Leben und meinen Mitmenschen umzugehen.
Ansonsten fällt es mir bei diesem buch sehr schwer etwas darüber zu schreiben, da es doch sehr persönlich ist und auch darauf ankommt welchen Zugang man selbst zu solchen Büchern gewinnen kann.
Für mich war es aber definitiv eine große Bereicherung und ich kann es jedem Menschen nur sehr ans Herz legen, da man vor lauter Zwängen durch die Außenwelt doch schnell das eigene Leben und Glück vergisst und durch dieses Buch die wichtigen Dinge wieder sehr in den Mittelpunkt rücken.

5 von 5 Sternen!

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