Doris Tropper Hätte ich doch ...: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 4 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(2)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Hätte ich doch ...: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt“ von Doris Tropper

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Hätte ich doch ...: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt" von Doris Tropper

    Hätte ich doch ...: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt
    Hasewue

    Hasewue

    26. February 2013 um 20:12

    „Hätte ich doch ...“ von Doris Tropper ist ein Buch, das einen sicher nicht unberührt zurücklässt. Es erzählt 7 Geschichten von Menschen, die bald sterben werden und die versuchen den Rest ihres Lebens zu genießen, sinnvoll zu nutzen und die Vergangenheit aufzuarbeiten. Nach jeder Geschichte gibt es von Tropper ein Fazit was man von diesen Menschen lernen kann, was man sich über sein eigenes Leben bewusst machen sollte und wie man es am besten lebt. Mit dem „Carpe Diem“-Gedanken kann ich mich trotzdem nicht so sehr anfreunden, vielleicht bin ich dafür noch zu jung, aber den Tag so zu leben, als sei es der Letzte scheint mir mit Anfang 20 etwas schwierig, da es einfach zu viel gibt was ich gerne noch sehen oder machen möchte. Dennoch hat mir das Buch sehr geholfen über mein eigenes Leben nachzudenken, dinge bewusster zu machen und zu erleben und sich an Kleinigkeiten zu erfreuen. Es gibt in „Hätte ich doch ...“ viele gute Ansätze, die ich nun auf mein Leben übertragen möchte und die Geschichten der Menschen haben mich oft zu Tränen gerührt, sodass ich nun wirklich versuche achtsamer mit meinem Leben und meinen Mitmenschen umzugehen. Ansonsten fällt es mir bei diesem buch sehr schwer etwas darüber zu schreiben, da es doch sehr persönlich ist und auch darauf ankommt welchen Zugang man selbst zu solchen Büchern gewinnen kann. Für mich war es aber definitiv eine große Bereicherung und ich kann es jedem Menschen nur sehr ans Herz legen, da man vor lauter Zwängen durch die Außenwelt doch schnell das eigene Leben und Glück vergisst und durch dieses Buch die wichtigen Dinge wieder sehr in den Mittelpunkt rücken. 5 von 5 Sternen!

    Mehr
  • Rezension zu "Hätte ich doch ...: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt" von Doris Tropper

    Hätte ich doch ...: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt
    rumble-bee

    rumble-bee

    15. December 2012 um 16:09

    Ich war skeptisch, schon bevor ich das Buch überhaupt in Händen hielt. Denn meiner Meinung nach hat Elisabeth Kübler-Ross, die "Grande Dame" der Sterbebegleitung, schon seit Jahren alles zu dem Thema gesagt, was es zu sagen gibt. Wozu dann also noch dieses Buch? Ich wurde angenehm überrascht. Die Autorin Doris Tropper bezieht sich zwar auf ihr berühmtes Vorbild, und wurde erkennbar von ihr inspiriert. Aber sie wählt dennoch einen ganz eigenen Ansatz für ihr Buch. Bei Frau Kübler-Ross waren es eher die allgemeinen Erkenntnisse, und die Sterbephasen, von denen sie ausging. Sie flocht zwar auch hin und wieder Beispiele aus selbst erlebten Fällen ein, doch dienten diese eher als Zutat, als "Würze". Bei Doris Tropper ist es eher umgekehrt. Sie wählt sieben beispielhafte Begleitungen aus, die sie alle selber erlebt hat. Und im Vor- und Nachspann zu jedem "Fall" leitet sie ganz konkret Erkenntnisse ab, die auch für uns Nicht-Sterbende von Bedeutung sein könnten. (Übrigens noch ein Unterschied zu Kübler-Ross: sie schrieb ja eher für diejenigen, die selber in der Sterbebegleitung tätig sind - wohingegen Frau Tropper auch den Normalbürger erreichen möchte.) Ich muss schon sagen, dass Frau Tropper ihre Fälle gut gewählt hat. Sie muss ja in den Jahrzehnten ihrer Tätigkeit schon Hunderte Menschen begleitet haben! Doch ihre sieben ausgewählten Geschichten decken eine bewegende Bandbreite ab, sowohl vom sozialen Hintergrund der Personen, als auch von ihren Krankheitsbildern und -verläufen her. Da ist das leukämiekranke zehnjährige Kind, der aidskranke junge Tänzer mittleren Alters, der 54jährige herzkranke GEschäftsmann, die Nachbarin von Nebenan, die einem wieder ausbrechenden Brustkrebs zum Opfer fällt, da ist auch eine 20jährige, die an Magersucht tatsächlich verstirbt, da ist ein Alzheimer-Patient, und eine hochbetagte Dame mit einem Lebensgeheimnis. Das Kunststück besteht nun darin, dass die Autorin jeden einzelnen dieser Fälle als in sich bedeutend und "wichtig" darstellt - sie zeigt dem Leser auf beeindruckende Weise, was jeweils an ganz unterschiedlichen Menschen für uns lehrreich sein kann. Jedem "Fall" ist eine Art "Meditation" vorangestellt - ich weiß gar nicht, wie ich das anders nennen soll. Es sind kurze, manchmal arg verträumte oder blumige Texte, die in ein Thema einführen, wie z.B. Wünsche, Lebensplanung, oder die Freude an kleinen Dingen. Manchmal gerät die Autorin (aus sprachlicher Sicht) in diesen Texten allerdings gefährlich nahe an seichte Kalendersprüche oder Bildpostkarten. Es folgt jeweils eine Erzählung zu der jeweiligen Begleitung, der jeweiligen Person. Hierbei ist Frau Tropper aus schriftstellerischer Sicht nicht ganz stringent vorgegangen - mal erzählt sie, nach Tagen, "wie" sie begleitet hat, dann driftet sie wieder in die Lebensgeschichte der Person ab, oder sie zieht Parallelen aus dem eigenen Leben, z.B.zu berühmten Künstlern, Filmen oder Büchern. Aber gerade diese Mischung hebt sich wiederum erfreulich von anderen trockenen Sachbüchern zum Thema Sterbebegleitung ab. Alles ist sehr unprätentiös und nachvollziehbar geschrieben - eben eher menschlich, nicht "fachlich". Abgeschlossen werden die "Fälle" von jeweils einem Fazit und einer Nachbetrachtung, wobei sich mir der Unterschied nicht immer ganz erschlossen hat. Überhaupt neigt Frau Tropper ein wenig arg zu allerlei Resümees und Rückblicken. Doch das hält sich innerhalb dieses Buches aus der Gesamtsicht schon noch in einem vertretbaren Rahmen - so gerade eben. Die Autorin sagt ja selber, dass es kein Patentrezept zum Verstehen und Lesen ihres Buches gäbe. Ich habe sie dahingehend so verstanden, dass jeder aus diesem Buch das ziehen darf, was er mag. Und das finde ich auch gut so. Ich habe das Buch wider Erwarten wirklich als erfrischend und nützlich empfunden. Ich bin selber in der Sterbebegleitung tätig, und konnte aus so mancher Geschichte noch eine Anregung mitnehmen. Andere Fälle wiederum, besonders die zu den beiden sehr alten Menschen, haben eher den Charakter einer Studie, sowohl zum Thema "Alter" als auch "Demenz". Alles sehr greifbar und praktisch. Die volle Punktzahl mag ich aus verschiedenen Gründen allerdings nicht geben. Erstens, die Autorin selber kommt mir in diesem Buch einfach zu wenig vor. Sicher, es mag ihre Absicht gewesen sein, sich ganz zurückzuhalten und die Geschichten für sich sprechen zu lassen. Aber hier erfährt man ja fast nur den Namen der Autorin! keinerlei Klappentext zu ihr, zu ihrem Leben, ihrem Werdegang, kein Foto, keine Selbstdarstellung - einfach nichts. Nur aus dem Text selber kann man indirekt schließen, dass sie Österreicherin sein muss. Denn es fallen Begriffe wie "Sachertorte mit Schlagobers", "Burschen", "Matura" und natürlich die Erwähnung der Stadt Graz. Zweitens, so manches Mal ist mir die Blumigkeit des Stils doch ein klein wenig aufgestoßen. Ich möchte damit wohlgemerkt die Tätigkeit der Autorin nicht verunglimpfen! Sie versieht ihren Dienst erkennbar mit Engagement und Hingabe. Allerdings ist sie keine wirkliche "Schriftstellerin", was ich nun wirklich nicht böse meine. Man verstehe mich bitte nicht falsch. Ich erwähnte oben schon den Vergleich "Kalendersprüche". Vielleicht sollte ich abschwächend eher sagen, dass die Autorin manchmal ein wenig idealistisch ist, was die "Übertragbarkeit" der Erkenntnisse für Normalbürger angeht. Und drittens sind mir die Literaturhinweise definitiv zu mager. Bei einem solchen Buch hätte ich eine deutlich längere Liste erwartet. Und ich war höchst erstaunt, dass sie im Text selber zwar Elisabeth Kübler-Ross mehrfach erwähnt, im Literaturverzeichnis jedoch nur einmal (!) - und dann auch noch ein weniger bekanntes Werk über Kinder... Ich habe dieses Buch gerne gelesen, keine Frage. Ich denke allerdings insgesamt eher, dass es solche Leser ansprechen wird, die noch gar keine Erfahrung mit diesen Themen haben. "Alte Hasen" oder Menschen aus Pflegeberufen würde ich das Buch allerdings nur bedingt empfehlen.

    Mehr
  • Rezension zu "Hätte ich doch ...: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt" von Doris Tropper

    Hätte ich doch ...: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    16. November 2012 um 17:38

    Die Vorstellung kennt jeder, der sich einmal selbst kritisch mit seinem Leben und seiner Endlichkeit auseinandergesetzt hat. Dass man an seinem Lebensende (das sich ja jederzeit einstellen kann) das Gefühl haben möchte, ein erfülltes, ein sinnvolles Leben geführt zu haben, gleich, wie lange es nun gewährt hat. Genauso bekannt ist die Erkenntnis, dass auch die wenigen Menschen, die über diese Fragen einmal nachgedacht haben, sie auch schnell wieder vergessen. Die Verdrängung unserer Sterblichkeit und unserer Endlichkeit, die Tabuisierung des Todes aus der Öffentlichkeit unserer Gesellschaft ist nach wie vor ein Fakt. Doch wenn die ARD wie in diesem Jahr um die Woche zwischen Volkstrauertag und Totensonntag in Funk und Fernsehen eine Themenwoche zum Thema Tod und Sterben durchführt, ist das zusammen mit anderen Entwicklungen wie den Hospizen oder einer sich immer mehr verändernden Bestattungskultur ein Zeichen dafür, dass sich in der Betrachtung des Todes etwas verändert. Das vorliegende Buch der seit langem in der Sterbebegleitung tätigen Doris Tropper ist eines von vielen literarischen Zeugnissen dafür. Aus der Begegnung mit vielen Sterbenden, die sie in einer Auswahl in ihrem Buch dokumentiert, hat sie gelernt, dass die meisten Menschen erst im Angesicht des nahen Todes darüber nachdenken, was die Essenz ihres Lebens war, was wirklich wichtig gewesen wäre, welche Irrwege sie zu lange beschritten und was sie sich selbst und anderen gegenüber versäumt haben zu sagen oder zu tun. Doris Tropper hat die zentralen Botschaften, die ihr die Menschen, die sie begleitete, auf dem Sterbebett verraten haben, in zehn Gebote gefasst: 1. Genieße den Tag, als gäbe es kein Morgen. 2. Blicke nicht in Trauer zurück auf das, was nicht möglich war. 3. Gehe mit Gelassenheit in den neuen Tag, denn er wird schön werden. 4. Übe dich in Geduld und verliere nie die Hoffnung und die Zuversicht 5. Suche mitten im Alltag Oasen und genieße die kleinen Freuden des Lebens 6. Bleibe beweglich in Körper und Geist, aber verausgabe dich nicht ganz 7. Dinge, die nicht zu ändern sind, warten darauf, losgelassen, verabschiedet oder ins Leben integriert zu werden 8. Verliere nie die Neugierde und die Freude am Erforschen und Ausprobieren 9. Betreibe regelmäßig „Wurzelpflege“ und definiere deinen eigenen Standort neu 10. Denke nicht immer nur an die anderen, sondern auch an dich selbst Das Buch ist eine freundliche Einladung an alle, die es lesen, sich die oben erwähnten Fragen zu stellen und Gedanken zu machen, solange wir noch mitten im Leben stehen, und uns noch die Zeit geschenkt ist, all die Erkenntnisse und Antworten auch umzusetzen, und sei es nur in Ansätzen.

    Mehr