Dorit Gesa Engelhardt

Lebenslauf

Dorit Gesa Engelhardt, 1976 geboren, lebt als Lektorin und Übersetzerin in München und Berlin. 2002 erhielt sie den Stefan-George-Preis für junge Übersetzer französischer Literatur.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Dorit Gesa Engelhardt

Cover des Buches Ziemlich beste Freunde (ISBN: 9783596513178)
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Rezension zu "Ziemlich beste Freunde" von Philippe Pozzo di Borgo

eumel8
Ziemlich krass

Vermutlich kennt jeder den Film "Ziemlich beste Freunde", mindestens das französische Original und nicht die seichte Hollywood-Kopie. Das Buch ist mir nun in die Hände gerutscht, nachdem ich die Filme vor etlichen Jahren gesehen habe. Es fängt auch ganz anders an als der Film. Die ganze Vorgeschichte wird erzählt. Das Adelsgeschlecht der Pozzos, ihre Landgüter, Schlösser und das berphmte Stadthaus in Paris, was im Film auch die Hauptrolle spielt. Im Buch wird aber auch die gesamte Kindheit des Philippe Pozzo erzählt, mit allerlei frivolen Anekdoten und Geschichten, die dann in die Liebe seines Lebens mündet, die tragisch ums Leben kommt. Apropos tragisch: Die Behinderung wird durch einen Sportunfall verursacht, bei dem Mut mit Leichtsinn verwechselt wurde. Da sieht man mal, das Geld alleine auch nicht glücklich macht und auch blaues Blut manchmal blöd ist. Interessant auch die Tatsache, dass Philippe Geschäftsführer von Champagnes Pommery.  ist, die Marke hat wohl auch jeder schon mal gehört. Und so gibt es viele andere Details, die nicht im Film vorkommen, das Buch ist auch nur 98 Seiten lang, streckt such aber dennoch am Ende etwas, da ja quasi ausser Erinnerungen nichts Neues zu erwarten ist. Der Pfleger hingegen ist genauso wie im Film, nur eine Nuance härter, verprügelt auch schon mal andere Verkehrsteilnehmer. Hat man im Film auch wohlweisslich drauf verzichtet.

Und so lohnt sich das Lesen dieses Buches als schneller Zeitvertreib. Eventuell lernt man auch etwas aus der Perspektive eines Rollstuhlfahrers, was in der heutigen Zeit der Pseudo-Diversität total verloren geht.

Cover des Buches Ziemlich beste Freunde (ISBN: 9783596513178)
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Rezension zu "Ziemlich beste Freunde" von Philippe Pozzo di Borgo

Featherstone
„Einen Marathon läuft man niemals allein.“ (S. 123)

Inhalt:

In dieser Biografie erzählt Philippe Pozzo di Borgo von seinem Leben und insbesondere davon wie er sich nach seinem Gleitschirmunfall zurück ins Leben kämpfen musste und welch wichtige Rolle dabei seiner Ehefrau Béatrice zukam.

Ohne Béatrice hätte ich nicht so gekämpft. (S. 126/127)

Meine Meinung:

Da ich die gleichnamige Verfilmung sehr gerne mag, hatte ich großes Interesse, die wahre Geschichte kennenzulernen. Das Buch ist ebenso wie der Film sehr berührend und nachdenklich machend, hat jedoch insgesamt weniger fröhliche und hoffnungsvolle Momente zu bieten als der Film. Außerdem ist das Buch dramatischer und bedrückender und die Freundschaft zwischen Philippe und Abdel wird eher am Rande thematisiert und steht nicht im Mittelpunkt.

Es erfordert Mut mit so viel Offenheit von den schlimmsten Momenten des eigenen Lebens zu erzählen wie es Philippe Pozzo di Borgo in diesem Buch tut und allein dafür gebührt ihm großer Respekt. Er verharmlost nicht wie schwer die Zeit nach dem Unfall für ihn gewesen ist. Er hatte nicht nur unter der Lähmung zu leiden, sondern konnte zunächst auch nicht mehr sprechen. Außerdem litt er – wie ein Drittel aller Querschnittsgelähmten – unter Nervenschmerzen, die sich wie ein starkes Brennen anfühlen. Bei Philippe waren diese Nervenschmerzen unglücklicher Weise so stark ausgeprägt, dass er sie manchmal kaum noch ertragen konnte. Man erfährt wie sehr Philippe befürchtete nichts als eine Last für seine Familie zu sein und dass er schließlich einen Selbstmordversuch unternahm. Nur langsam gelang es ihm sich ins Leben zurück zu kämpfen. Richtig traurig fand ich auch Philippes Erzählungen über seinen Aufenthalt in einer Krankenhausabteilung für Menschen mit Lähmungen und Schädeltraumata. Er berichtet unter anderem, dass viele Patienten früher oder später von ihren Ehepartnern verlassen wurden, weil diese mit der Situation überfordert waren.

Dieses Buch ist vor allem auch eine Liebeserklärung von Philippe an seine Ehefrau Béatrice, die er (wie man bereits zu Beginn des Buches erfährt) etwa zwei Jahre nach seinem Unfall auf tragische Weise verloren hat. Es ist sehr erschütternd, dass Philippe neben den katastrophalen Folgen seines Unfalls auch noch einen so großen Verlust verkraften musste. Béatrice hatte jahrelang tapfer gegen den Krebs gekämpfte. Obwohl es ihr selbst furchtbar schlecht ging brachte sie die Kraft auf ihrem Mann Philippe nach dessen Unfall beizustehen und holte ihn aus dem Krankenhaus nach Hause. Es wird in dem Buch deutlich, dass er es ohne sie und ihre Liebe nicht geschafft hätte durchzuhalten. Der Verlust von Béatrice stürzte Philippe verständlicherweise in tiefste Verzweiflung und sie hinterließ eine große Lücke in seinem Leben:

Beinahe fünfundzwanzig Jahre unseres Lebens haben wir zusammen verbracht, ein unglaubliches, unverschämtes Glück, das wir unschuldig und strahlend genossen. Und nun ist davon nichts mehr übrig […]. (S. 134)

Das Buch hat mich oftmals sehr traurig gestimmt. Neben den physischen Einschränkungen und Schmerzen wird auch Umgang mit Ängsten, Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit behandelt und es geht darum wie schwierig es ist sich nach einem solchen Schicksalsschlag ins Leben zurück zu kämpfen. Außerdem erzählt Philippe wie er und Béatrice Jahre vor dem Unfall zahlreiche Fehlgeburten verkraften mussten, wie sehr Béatrice unter ihrer Krebserkrankung zu leiden hatte und wie furchtbar hart ihr Tod für ihn gewesen ist.

Das Buch lässt einem jedoch nicht völlig hoffnungslos zurück: Philippe erzählt wie sehr er das Gleitschirmfliegen geliebt hat und wie er sogar nach seinem Unfall nochmal einen Flug unternahm. Außerdem verliebt er sich nach dem Tod seiner Frau noch einmal und man erfährt von einigen lustigen Begebenheiten mit Abdel (z.B. das Austricksen des Streifenpolizisten). Das Buch schließt mit seiner Erkenntnis, dass er dem Leben schließlich trotz allem Schlechten noch Gutes abgewinnen konnte.

Neben der berührenden Erzählung tragen auch der flüssige Schreibstil, die kurzen Kapitel und die relativ geringe Seitenzahl tragen dazu bei, dass man das Buch schnell gelesen hat. Philippe erzählt sein Leben nicht streng chronologisch, sondern schweift zuweilen auch ein wenig ab oder springt zwischen verschiedenen Episoden seines Lebens. Man kann seinen Ausführungen aber dennoch gut folgen.

Mein größter Kritikpunkt:

Es gibt einen Aspekt, der mir das Lesen erheblich verleidet hat und der der Hauptgrund dafür ist, dass das Buch trotz all der lesenswerten Passagen nur 3 Sterne bekommen hat: Philippes Freund und Pfleger Abdel hat einige zutiefst erschreckende Charakterzüge. Bereits in seiner Schulzeit hat er einige Lehrer zusammengeschlagen. Seine Frustrationstoleranz ist sehr gering und er ist sehr aggressiv und gewalttätig. Schon bei Kleinigkeiten fühlt er sich provoziert und reagiert mit körperlicher Gewalt. Einmal hatte er einem Mann Zähne ausgeschlagen und sich darüber amüsiert, dass ihm einer von dessen Zähnen in der Faust steckengeblieben ist. Hier ein paar Auszüge aus dem Buch, die von Abdel handeln:

Er ist so kurz wie möglich zur Schule gegangen, gerade lang genug, um ein paar Lehrer zusammenzuschlagen und bei der Gruppenvergew***** eines anderen dabei zu sein, an der er sich, so versichert er mir, aber nicht beteiligt hat. (S. 114)
Ich glaube, er fühlt sich nur wohl, wenn er sein Tageskontingent an Schlägen ausgeteilt hat. (S. 114)
Abdel packt ihn am Kragen: „Na, was hast du für ein Problem?“ […] Erste Kopfnuss. Der Amerikaner blutet aus dem Mund. […] Abdel […] setzt noch zwei saftige Ohrfeigen drauf. (S. 114)
Sein Gesicht ist blutüberströmt, Abdel hat ihm mehrere Zähne ausgeschlagen. „Einer“, lacht Abdel, „Ist in meiner Fast steckengeblieben.“ (S. 233)

Hinzu kommt noch, dass Abdel sich auch sehr unverantwortlich verhält, denn er schläft beim Autofahren ständig am Steuer ein und verursacht viele Unfälle: 

Er nickt ständig am Steuer ein. Das macht mir Angst; ich bin gezwungen, ihn wachzuhalten. Trotz meiner Bemühungen versucht er zahllose Unfälle, wie an dem Tag, als ich hinten im Viehtransporter auf der Antidekubitusmatratze liege. […] Mein Gesicht ist blutüberströmt, ich kann nicht sprechen. (S. 115)
Er fährt weiter, als wäre nichts geschehen, und schimpft dabei auf diese Frau, die ihn angeblich beim Überholen geschnitten hat. In Wirklichkeit ist er am Steuer eingeschlafen. (S. 115)

Außerdem berichtet Philippe, dass Abdel sehr herabsetzend über Frauen spricht und sich ihnen gegenüber respektlos verhält. So hat er z.B. mal die Nacht mit einer Frau verbracht und am nächsten Tag hielt er während einer Autofahrt mit ihr plötzlich an und schickt sie an den Kofferraum, woraufhin er Gas gab und sie einfach stehenließ und sie somit auszusetzte. Abdel fand das extrem lustig und konnte kaum aufhören zu lachen. Laut Philippe hatte Abdel zahlreiche solcher Geschichten auf Lager.

Philippe betont zwar, dass Abdel ihm trotzdem immer ein verlässlicher und guter Freund und Pfleger gewesen ist, aber das lässt einem beim Lesen nicht über Abdels ausgeprägte negative Charakterzüge hinwegsehen. Auch einige lustige Abenteuer von Philippe und Abdel (z.B. das Vortäuschen eines medizinischen Notfalls um einem Strafzettel wegen Fahrens mit erhöhter Geschwindigkeit zu vermeiden) konnten hieran nichts mehr ändern.

Es gibt mir auch zu denken, dass Abdel offensichtlich nichts dagegen hatte, dass Philippe ihn in seinem Buch so schonungslos ehrlich über ihn berichtete. Das legt den Schluss nahe, dass Abdel auch keinerlei Reue wegen seines aggressiven und gewalttätigen Verhaltens empfindet oder er sich dafür schämt. 

Noch ein kleiner Kritikpunkt:

Es gibt ein paar Stellen, die ich etwas merkwürdig fand und die man aus meiner Sicht aus dem Buch hätte streichen können. So werden Philippes Großvater und sein Bruder nur ganz kurz erwähnt und das in beiden Fällen auf etwas merkwürdige Weise:

Ich erinnere mich noch gut an ein Spiel, das darin bestand auf dem eigenen Bett herumzuhüpfen und dabei auf das des anderen zu pinkeln. (S. 36)
Zu meiner Verblüffung entdeckte ich die Hand meines Großvaters auf einem wohlgeformten Hinterteil, das nicht seiner Gatten gehörte. (S. 33)

Außerdem hat mich z.B. auch der sonderbare und befremdliche erotische Traum von Seite 224 hat gestört.

Fazit:

Dieses Buch hat mich sehr berührt und es hat viele lesenswerte Passagen. Es ist bewundernswert wie tapfer Philippe und Béatrice gekämpft haben und wie sie sich gegenseitig Halt gegeben haben.

Es ist wichtig nicht mit falschen Erwartungen an dieses Buch heranzugehen. Anders als im Film wird die Freundschaft mit Abdel nur am Rande behandelt und Abdel ist mir wegen seiner Aggressivität, Gewalttätigkeit, Frauenfeindlichkeit und Verantwortungslosigkeit oftmals sehr unsympathisch gewesen und hat mir das Lesen leider erheblich verleidet.

Zum Schluss noch zwei schöne Zitate aus dem Buch:

Aus der Kluft zwischen meinem gegenwärtigen Leben und dem Glück, das ich noch erwarte, erwächst die Hoffnung. (S. 123)
„Tochter, das Leben ist verrück! … Und so schön!“ (S. 247)

Cover des Buches Ziemlich beste Freunde (ISBN: 9783596196036)
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Rezension zu "Ziemlich beste Freunde" von Philippe Pozzo di Borgo

de_best_from_de_universum
Ziemlich beste Freunde Rezension

Meine Meinung:

Ich finde das Buchcover nicht so gut, denn es ist einfach gemacht.

Das Buch „Ziemlich beste Freunde“ war spannend. Ich habe dieses Buch von der Schule lesen müssen, aber es war bis jetzt das beste von der Schule. Wir sahen dann noch denn Film. Bei dem Film fande ich es nicht so gut, dass manche Teile nicht vor kamen wie im Buch. Manche Schauspieler hatten im Film einen anderen Namen als im Buch. Der Charakter von Abdel finde ich gut, aber manchmal auch nicht, denn er ist manchmal zu frech.

Fazit:

Es ist das beste Buch, das ich in der Schule lesen musste.

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