Dorit Linke

 4.5 Sterne bei 50 Bewertungen

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Dorit LinkeJenseits der blauen Grenze
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Jenseits der blauen Grenze
Jenseits der blauen Grenze
 (44)
Erschienen am 25.07.2016
Dorit LinkeFett Kohle
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Fett Kohle
Fett Kohle
 (6)
Erschienen am 17.07.2018

Neue Rezensionen zu Dorit Linke

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Esme--s avatar

Rezension zu "Fett Kohle" von Dorit Linke

Fett Kohle
Esme--vor 3 Monaten


Inhalt:

Niklas sitzt in seinem Zimmer und versucht den Streit mit seinem Stiefvater und seiner Mutter zu vergessen, als vor dem Fenster ein lautes Hupen ertönt. Genervt und neugierig schaut er hinaus auf den Hinterhof und entdeckt gerade noch so einen Lieferwagen, dessen Fahrer das Fenster herunterkurbelt und eine Tasche in einen Container wirft.

In dieser Tasche, so stellt Niklas kurz darauf fest, befindet sich ein riesen Haufen Geld. Niklas hat sofort einige Ideen, was er mit dem Geld machen könnte. Doch erstmal muss er die Beute verstecken, denn die Gangster sind ihm bereits auf der Spur. Niklas bester Freund Felix steht sofort mit Rat und Tat zur Seite. Gemeinsam überlegen sie sich ein Versteck. Nun heißt es nur noch die Verfolger abzulenken. Denn nicht nur die Gangster, auch die Polizei und die Gang aus der Schule haben die beiden Jungs im Visier. Ein Abenteuer der besonderen Art beginnt.



Schreibstil:

Niklas lebt in einem Berliner Kiez. Zu Hause auf dem familiären Sofa findet er morgens seine Mutter und seinen Stiefvater Kaminski vor. Beide beziehen Hartz IV und schimpfen des Öfteren lautstark. Viel zu oft ist es Niklas, der die Wut, gerade von Kaminski auf sich zieht. Nie macht er etwas richtig. Dabei lastet einiges an Verantwortung auf den Schultern des Jungen. Morgens bringt er die kleineren Geschwister in den Kindergarten, nachmittags geht er für die Familie in dem Supermarkt um die Ecke einkaufen.

Die Verkäuferin mit den kaputten Brillengläsern reagiert gelassen, wenn Niklas mal wieder Bier aufs Fließband stellt und die Bitte äußert, dass sie beim Verkauf doch eine Ausnahme machen soll, da Kaminski durchdrehen wird, wenn er ohne den Alkohol zurückkommt.

Dass dann plötzlich durch einen Zufall eine Tasche mit Geld direkt in den Container vor Niklas Fenster geworfen wird, ist ein glücklicher Zufall. Das Geld eröffnet Möglichkeiten. Niklas könnte seinen richtigen Vater auf Mallorca besuchen, er könnte den Geschwistern ein schönes Geschenk mitbringen. Doch dazu müssen erstmal die Verfolger abgeschüttelt werden.

Der Plot dieser Geschichte bietet eine Menge Potential für eine spannende und actiongeladene Geschichte. Dorit Linke gelingt es, diese Möglichkeiten auszuschöpfen. Nur manchmal ist der Fortgang der Geschichte zu unrealistisch , und die Protagonisten sind ein wenig zu selbstsicher. Ein kleiner Junge würde vielleicht so mutig sein wie Niklas, doch wenn er es mit richtigen „Gangstern“ zu tun bekommen würde, würde alles gewiss nicht ganz so glimpflich ausgehen. Von diesem Gedanken machte ich mich aber frei, da dieser Roman sich an Leser/innen der Altersstufe zwischen 10 und 12 Jahren richtet. Diese Zielgruppe wird hier, da bin ich mir ziemlich sicher, absolut auf ihre Kosten kommen.

Niklas und Felix Schule wird hauptsächlich von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund besucht. Auf der Straße hat Murat das Sagen. Jeder wünscht sich eine Freundschaftsanfrage von ihm auf Facebook und jeder hat Respekt vor seiner Gang. Die Autorin passt ihre Dialoge und auch die Geschichte einem gängigen Klischee an. Niklas, Felix und Murat wollen cool sein. Sie wollen als Helden aus dieser Geschichte hervorgehen und passen auch ihre Wortwahl dementsprechend an. Gerade diese Dialoge prägen den temperament- und humorvoll erzählten Roman.



Fazit:

In „Fett Kohle“ geht es um Niklas, einem Jungen aus einem Berliner Kiez. Als plötzlich eine Tasche mit Geld in seinem Vorgarten landet, beginnt für Niklas ein großes Abenteuer. Doch Gangster, die Polizei und Murats Gang sind ihm bereits auf den Fersen.

Die Autorin geizt nicht gerade mit klischeehaften Charakterisierungen. Kreative Figuren, Prekarianer, Multikulti, Kiez -Milieu und humorvolle Dialoge sorgen aber für ein Abenteuer der besonderen Art. In diesem Buch kommen jüngere Leser voll auf ihre Kosten.



Buchzitate:

„Du sagst mir jetzt sofort, was los ist. Was hast du ausgefressen?“ „Überhaupt nichts“, rief ich und schob den Teller von mir weg. So war das immer. Sogar wenn ich verprügelt wurde, war ich daran schuld!

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Lilli33s avatar

Rezension zu "Jenseits der blauen Grenze" von Dorit Linke

Beklemmend und fesselnd erzählt
Lilli33vor 8 Monaten

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten

Verlag: Magellan (21. Juli 2014)

ISBN-13: 978-3734856020

empfohlenes Alter: ab 15 Jahren

Preis: 16,95€

auch als Taschenbuch erhältlich


Beklemmend und fesselnd erzählt


Inhalt:

Hanna und Andreas leben in Rostock. Die unterdrückenden Maßnahmen des DDR-Regimes werden für sie immer unerträglicher, sodass sie schließlich ihre Flucht in den Westen planen. Im August 1989 wollen sie über die Ostsee nach Fehmarn schwimmen, ein gefährliches Unterfangen …


Meine Meinung:

„Jenseits der blauen Grenze“ ist Dorit Linkes Debütroman und wirklich lesenswert. Der Roman ist nicht in Kapitel unterteilt; die einzelnen Szenen sind lediglich durch die Andeutung einer Wellenzeichnung voneinander abgetrennt. Dies ist erst mal gewöhnungsbedürftig, aber nicht unbedingt schlecht, denn es passt ganz gut zur Handlung.


Hanna erzählt in der Ich-Form. Sie beschreibt die Flucht fast minutiös, jeden Beinschwung, jeden Armzug, jedes Ein- und Ausatmen. Okay, nicht wirklich jedes ;-) Aber doch so viel, dass man genau fühlt, wie scheinbar unendlich lang die beiden schwimmen und dem kalten, salzigen Wasser ausgesetzt sind, wie ihre Muskeln schmerzen und erlahmen oder krampfen, wie viel Angst sie vor der Küstenwache haben oder davor, dass wegen ihrer Flucht ihre Angehörigen bestraft werden könnten. 


Die aktuellen „Ereignisse“ sind zwar nicht besonders abwechslungsreich, aber trotzdem spannend erzählt. Sie werden immer wieder unterbrochen durch Rückblicke in die Vergangenheit, die Kindheit und Jugend von Hanna und Andreas und ihrem Freund Jens, genannt Sachsen-Jensi. In diesen Rückblicken wird klar, wie die drei Freunde immer wieder an ihre Grenzen stießen, warum sie in Konflikt mit dem Regime kamen - teilweise ganz ohne eigenes Verschulden. Dies war mir zum Teil etwas zu schwarz-weiß gemalt, aber doch sehr überzeugend dargestellt. Schön, dass es in den Rückblicken auch immer wieder ein paar witzige Szenen gibt, die diese beklemmende Geschichte ein wenig auflockern.


Ich kann nun gar nicht sagen, ob mich die Flucht oder die Vergangenheit, die zur Flucht geführt hat, mehr mitgenommen hat. Beides hat mich berührt und gefesselt und ergibt zusammen ein rundes Ganzes. Besonders gut gefiel mir auch der Schluss, den ich so nicht erwartet hätte. 


★★★★☆



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Chiaramauss avatar

Rezension zu "Jenseits der blauen Grenze" von Dorit Linke

Jenseits der blauen Grenze
Chiaramausvor 2 Jahren

Die DDR im August 1989: Hanna und Andreas sind ins Visier der Staatsmacht geraten und müssen ihre Zukunftspläne von Studium und Wunschberuf aufgeben. Stattdessen sehen sie sich Willkür, Misstrauen und Repressalien ausgesetzt. Ihre einzige Chance auf ein selbstbestimmtes Leben liegt in der Flucht über die Ostsee. Fünfzig Kilometer Wasser trennen sie von der Freiheit - und nur ein dünnes Seil, das ihre Handgelenke verbindet, rettet sie vor der absoluten Einsamkeit...
Dieses Buch ist so schön! Ich habe gerade aufgehört zu lesen und kann mich noch immer nicht ganz aus seinem Bann befreien. Dorit Linke schafft es mit ihrem einzigartigen Schreibstil, ihre Leser an die Geschichte von Hanna, Andreas und Jens zu fesseln. Sehr interessant wird das Leben in der DDR beschrieben - mir haben vor allem die Witze sehr gut gefallen ;-) Aber die vielen Nachteile der DDR kommen gut heraus und schließlich bleibt Hanna und Andreas keine andere Wahl, als zu fliehen. Fünfzig Kilometer, meine Güte, das ist wirklich sehr viel. Atemberaubend wird die Flucht beschrieben, sehr detailliert erfährt man alles über die komplizierten Schwimmvorgänge, die Energie einsparen sollen - sonst ist es unmöglich, 25 Stunden durchzuschwimmen. Eine sehr berührende Geschichte über das Leben und die Flucht aus dem Osten. Vor allem im letzten Teil des Buches musste ich mir immer wieder die Tränen wegwischen. Überaus empfehlenswert!

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Gespräche aus der Community

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TinaLiests avatar


Ahoi ihr buchverrückten Leseratten!


Es gibt wieder eine fantastische Neuigkeit aus der wunderbaren Welt der Bücher zu vermelden: Es ist ein neuer Verlag in Sicht! Magellan - der Verlag mit dem Wal - geht mit einem breit gefächerten Programm an den Start und erfreut uns mit herrlichen Kinder- und Jugendbüchern, die nicht nur optisch einiges hermachen.

Mit einer Aktionswoche möchten wir gemeinsam mit dem Magellan-Verlag die Premiere feiern und einen Blick auf die vielen neuen Bücher werfen, die ab Juli erscheinen. Zudem gibt es jeden Tag eine neue Möglichkeit, die Schätze aus dem Hause Magellan zu gewinnen und somit eure Büchersammlung um das ein oder andere Prachtexemplar zu erweitern.


Hier findet ihr alle Aktionen der Woche in der Übersicht:

Montag: Leserunde zu "Glücksdrachenzeit" mit Autorin Katrin Zipse
Dienstag: Die Magellan Kinderbücher: Verlosung eines Bilderbuch-Pakets 
Mittwoch: Leserunde zu "Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte" von Crystal Chan
Donnerstag: Buchverlosung zu "Perfekt ist jetzt" von Tim Tharp
Freitag: Fragerunde mit Katharina Nüßlein vom Magellan Verlag und Verlosung eines großen Magellan-Goodie-Pakets

Mehr über den Verlag mit dem Wal:




"Magellan ist ein konzernunabhängiger Verlag mit den Schwerpunkten Bilder-, Kinder- und Jugendbuch Als innovative „Buchschmiede“ möchten wir unsere Leserinnen und Leser mit einer neuen Art des Büchermachens für uns gewinnen. Mit anspruchsvollen Titeln, die sich sowohl inhaltlich als auch optisch und haptisch vom Mainstream abheben.

Lebensnahe Themen für alle Altersstufen liegen uns am Herzen, wir möchten Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen. Unsere Autoren erzählen Geschichten, die in der Realität verhaftet sind und dennoch immer das Besondere bieten. Wir trauen unseren Lesern mehr zu. Ernstere Themen werden nicht ausgespart. Gleichzeitig bewegen wir uns mit skurrilem Humor, außergewöhnlichen Illustrationen und schrulligen Charakteren weg von eingefahrenen Mustern. "



Zudem achtet der Verlag auch besonders auf umweltverträgliche und nachhaltige Produktion der Titel - ganz nach dem Slogan "Natürlich Magellan"! Es wird auf säurefreien und chlorfrei gebleichten FSC-Papieren aus verantwortungsvollen Quellen gedruckt und Farben auf Pflanzenölbasis, Klebstoffe ohne Lösungsmittel, Lacke auf Wasserbasis und Zellophanierfolie ohne Weichmacher benutzt - produziert wird hauptsächlich in Deutschland.

Mehr Informationen zum Verlag bekommt ihr auf der Website und auf der Facebook-Seite.

Jetzt wünschen wir euch viel Spaß bei der Aktionswoche mit den vielen Leserunden und Gewinnspielen und auch bei der Fragerunde am Freitag! Es gibt viel zu entdecken, viel zu sehen und natürlich viel zu lesen! Leinen los!