Fett Kohle

von Dorit Linke 
4,3 Sterne bei6 Bewertungen
Fett Kohle
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Esme--s avatar

Ein Actionroman mit coolen Charakteren für jüngere Leser/innen

So ist die Jugend von heute

Alle 6 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Fett Kohle"

Niklas kann sein Glück kaum fassen: Da landet doch tatsächlich eine Tasche voller Geld direkt vor seinen Füßen! Wenn das mal nicht die Antwort auf alle seine Probleme ist. Aber noch während er überlegt, was er mit der Kohle machen soll, stellt sich heraus, dass Niklas die Beute aus einem Banküberfall in die Hände gefallen ist – und plötzlich sind ihm die Gangster, die Polizei und sein eigenes schlechtes Gewissen auf den Fersen …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783734854033
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:Magellan
Erscheinungsdatum:17.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,3 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne2
  • 4 Sterne4
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Esme--s avatar
    Esme--vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Actionroman mit coolen Charakteren für jüngere Leser/innen
    Fett Kohle


    Inhalt:

    Niklas sitzt in seinem Zimmer und versucht den Streit mit seinem Stiefvater und seiner Mutter zu vergessen, als vor dem Fenster ein lautes Hupen ertönt. Genervt und neugierig schaut er hinaus auf den Hinterhof und entdeckt gerade noch so einen Lieferwagen, dessen Fahrer das Fenster herunterkurbelt und eine Tasche in einen Container wirft.

    In dieser Tasche, so stellt Niklas kurz darauf fest, befindet sich ein riesen Haufen Geld. Niklas hat sofort einige Ideen, was er mit dem Geld machen könnte. Doch erstmal muss er die Beute verstecken, denn die Gangster sind ihm bereits auf der Spur. Niklas bester Freund Felix steht sofort mit Rat und Tat zur Seite. Gemeinsam überlegen sie sich ein Versteck. Nun heißt es nur noch die Verfolger abzulenken. Denn nicht nur die Gangster, auch die Polizei und die Gang aus der Schule haben die beiden Jungs im Visier. Ein Abenteuer der besonderen Art beginnt.



    Schreibstil:

    Niklas lebt in einem Berliner Kiez. Zu Hause auf dem familiären Sofa findet er morgens seine Mutter und seinen Stiefvater Kaminski vor. Beide beziehen Hartz IV und schimpfen des Öfteren lautstark. Viel zu oft ist es Niklas, der die Wut, gerade von Kaminski auf sich zieht. Nie macht er etwas richtig. Dabei lastet einiges an Verantwortung auf den Schultern des Jungen. Morgens bringt er die kleineren Geschwister in den Kindergarten, nachmittags geht er für die Familie in dem Supermarkt um die Ecke einkaufen.

    Die Verkäuferin mit den kaputten Brillengläsern reagiert gelassen, wenn Niklas mal wieder Bier aufs Fließband stellt und die Bitte äußert, dass sie beim Verkauf doch eine Ausnahme machen soll, da Kaminski durchdrehen wird, wenn er ohne den Alkohol zurückkommt.

    Dass dann plötzlich durch einen Zufall eine Tasche mit Geld direkt in den Container vor Niklas Fenster geworfen wird, ist ein glücklicher Zufall. Das Geld eröffnet Möglichkeiten. Niklas könnte seinen richtigen Vater auf Mallorca besuchen, er könnte den Geschwistern ein schönes Geschenk mitbringen. Doch dazu müssen erstmal die Verfolger abgeschüttelt werden.

    Der Plot dieser Geschichte bietet eine Menge Potential für eine spannende und actiongeladene Geschichte. Dorit Linke gelingt es, diese Möglichkeiten auszuschöpfen. Nur manchmal ist der Fortgang der Geschichte zu unrealistisch , und die Protagonisten sind ein wenig zu selbstsicher. Ein kleiner Junge würde vielleicht so mutig sein wie Niklas, doch wenn er es mit richtigen „Gangstern“ zu tun bekommen würde, würde alles gewiss nicht ganz so glimpflich ausgehen. Von diesem Gedanken machte ich mich aber frei, da dieser Roman sich an Leser/innen der Altersstufe zwischen 10 und 12 Jahren richtet. Diese Zielgruppe wird hier, da bin ich mir ziemlich sicher, absolut auf ihre Kosten kommen.

    Niklas und Felix Schule wird hauptsächlich von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund besucht. Auf der Straße hat Murat das Sagen. Jeder wünscht sich eine Freundschaftsanfrage von ihm auf Facebook und jeder hat Respekt vor seiner Gang. Die Autorin passt ihre Dialoge und auch die Geschichte einem gängigen Klischee an. Niklas, Felix und Murat wollen cool sein. Sie wollen als Helden aus dieser Geschichte hervorgehen und passen auch ihre Wortwahl dementsprechend an. Gerade diese Dialoge prägen den temperament- und humorvoll erzählten Roman.



    Fazit:

    In „Fett Kohle“ geht es um Niklas, einem Jungen aus einem Berliner Kiez. Als plötzlich eine Tasche mit Geld in seinem Vorgarten landet, beginnt für Niklas ein großes Abenteuer. Doch Gangster, die Polizei und Murats Gang sind ihm bereits auf den Fersen.

    Die Autorin geizt nicht gerade mit klischeehaften Charakterisierungen. Kreative Figuren, Prekarianer, Multikulti, Kiez -Milieu und humorvolle Dialoge sorgen aber für ein Abenteuer der besonderen Art. In diesem Buch kommen jüngere Leser voll auf ihre Kosten.



    Buchzitate:

    „Du sagst mir jetzt sofort, was los ist. Was hast du ausgefressen?“ „Überhaupt nichts“, rief ich und schob den Teller von mir weg. So war das immer. Sogar wenn ich verprügelt wurde, war ich daran schuld!

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: So ist die Jugend von heute
    Geldfund und nun?

    Niklas hasst sein aktuelles Leben, und möchte am Liebsten zu seinem Vater, der auf Mallorca lebt. Sein Stiefvater säuft und ist Hartz IV Empfänger, der außer Bier nichts richtig schreiben kann. Seine Mutter lässt sich von Kaminski unterdrücken und ist nur für die Zwillinge da. In der Schule ist er abgerutscht und seit er versucht hat in Murats Gang zu kommen, ist auch noch das Jugendamt auf sie aufmerksam geworden. Beschissener kann es nicht kommen. Doch dann beobachtet Niklas, wie ein Lieferwagen bei ihm vorm Fenster vorbeifährt, die Polizei im Nacken und etwas in den Mülleimer vor seinem Haus wirft. Die Neugierde ist geweckt und als die Luft rein ist, schleicht er sich hin. Er findet eine Ledertasche, die er mitnimmt. Zwar wird er dabei beobachtet, aber denkt sich noch nichts bei. Erst als er zu Hause entdeckt, dass gut 50.000€ in der Tasche sind, ahnt er etwas. Von seinem besten Freund Felix, den er einweiht, erfährt er, dass die Bank einige Straßen weiter überfallen wurde und so verstecken sie das Geld. Schon am nächsten Tag stehen jedoch die Bankräuber vor der Tür, denn einer von ihnen hat Felix tatsächlich mit der Tasche gesehen. Sie verfolgen ihn und bedrängen ihn regelmäßig. Doch damit nicht genug. Auch Murats Gang, die ihn und Felix im Park gesehen haben, wollen wissen, warum er von diesen Typen bedroht wird. Niklas ist klar, dass etwas passieren muss und so heckt er mir Felix einen total verrückten Plan aus, der schon damit schief geht, dass Niklas zusammen mit Murat von den Bankräubern entführt wird.


    == MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==

    „Fett Kohle“ ist das neueste Werk von Dorit Linke und spielt im Brennpunkt Neukölln. Damit ist schon klar, dass sich das Buch von der Masse abhebt.


    Es fängt schon bei den Figuren an. Ist normalerweise die Hauptfigur eher der intelligente Part, der gemobbt wird, ist Niklas zwar ein Opfertyp, aber authentisch aus dem Leben gegriffen. Getrennte Eltern, der Stiefvater ein Bilderbuch Hartz IV Empfänger, die Klasse besteht zum größten Teil aus Namen, die nicht im Deutschen vorkommen und wo man sich fragt, wie sie ausgesprochen werden. Das Niklas ebenfalls kein Musterschüler ist, viel Mist baut um anerkannt zu werden, könnte nicht authentischer sein. Wer selbst Kinder in dem Alter hat, der weiß, dass die heutige Generation der Beschreibung zumindest in vielen Brennpunkten sehr nahe kommt. Vom Opfertyp, Schulschwänzer bis zur beliebten Gang ist alles vertreten, womit sich die heutige Generation zum größten Teil identifizieren kann. Auch wenn es hart klingt.


    Inhaltlich möchte die Autorin dies jedoch nur am Rande einfließen lassen, denn sonst würde das Buch ja kaum einer lesen. Wer möchte seinen Alltag lesen? Um es spannender und nicht nur alltäglich rüberkommen zu lassen, setzt sie auf Bankräuber und das Thema Fundsachen. Wie verhält man sich richtig, wenn man etwas findet, das einem nicht gehört. In diesem Fall viel Geld, aber auch im Allgemeinen, also eine Geldbörse oder ein Handy. Hier lässt sich die Autorin viel einfallen, damit das Buch wirklich spannend ist. Manchmal fand ich es etwas zu übertrieben, aber die jüngeren Leser wird dies wohl kaum stören.


    Die wichtigste Frage, was ist das richtige und werden sich diese Kinder dafür entscheiden, wird auf jeden Fall gut gelöst. Bis dahin passiert aber eine Menge, wie zum Beispiel eine Entführung. Es kommen dementsprechend viele spannende Momente hinzu, die durch Weisheiten aus dem Leben untermalt wurden. Zum Beispiel „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“. Solche Dinge, lässt die Autorin sehr gut einfließen. Es zeigt aber auch, dass Kinder und Jugendliche manche Tragweite gar nicht einschätzen können, und es so schnell vorkommen kann, dass sie ungewollt in Gefahr geraten.


    Die Autorin baut auf jeden Fall eine Menge ein und macht sich viele Gedanken zum Inhalt. Deswegen eignet sich das Buch in meinen Augen für den Unterricht in Schulen. Sei es in Brennpunkten, weil den Kindern die Augen minimal geöffnet werden können, oder in anderen Schulen, um zu zeigen, wie es anderen Kindern geht, und wie man vielleicht helfen kann.


    Sprachlich ist das Buch nicht unbedingt gut für den Lehrplan. Es ist sehr jugendlich und umgangssprachlich gehalten. Aber verschließen wir nicht die Augen, setzt euch einmal in Hamburg oder auch Berlin in eine U-Bahn, wo viele Schüler sind, und ihr werdet genau diese Sprache vorfinden. In meinen Augen hätte die Autorin daher gar keinen anderen Stil für ihr Buch verwenden dürfen. Er ist manchmal unter der Gürtellinie, aber eben Realität.


    Was mir nur bedingt gefällt ist der Schluss. Nachdem alles sehr realistisch umgesetzt wurde, passiert im Zeitraffer einer Menge. Das ist an sich sehr gut, denn wer kennt es nicht. Nach einer Geschichte fragt man sich oft, was passiert mit den Figuren im Anschluss. Die Fragen werden sehr gut beantwortet und sind gut überlegt. Allerdings wirkt es in meinen Augen sehr künstlich. Zum Beispiel die Art wie Georges Problem gelöst wird oder warum Niklas Vater nicht schon vorher in den Popo getreten wurde. Das hätte die Autorin, nach der Vorgeschichte besser gekonnt.


    Mein Fazit: Spannendes Kinder / Jugendbuch, das ich zwar nicht unbedingt noch einmal lesen muss, aber jedem empfehlen kann.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Pippo121s avatar
    Pippo121vor 6 Monaten
    J
    JulaiWoltersvor 2 Jahren
    Buecherheldts avatar
    Buecherheldtvor 3 Jahren
    niklas1804s avatar
    niklas1804vor 3 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks