Doro May

 4.3 Sterne bei 8 Bewertungen
Doro May

Lebenslauf von Doro May

Doro May ... ist kein Pseudonym. Von dem thee hinter Doro einmal abgesehen, heißt sie wirklich so. Und ihr Großvater stammt gleich aus einem Nachbarkaff von Ernstthal, wo weiland ihr mutmaßlicher Ur(ur)großonkel Karl unter demselben Sternzeichen der kreativ-verträumten Fische geboren wurde. Gleich nach dem Abi verließ sie die Ruhrmetropole Essen, um in Köln und Aachen unter anderem Germanistik und Musik zu studieren. Die Autorin hat bisher mit dem Sankt-Ulrich-Verlag, dem Südwestbuchverlag Stuttgart und School-Scout, einer Firma für Unterrichtsmaterial, zusammengearbeitet. Doro May arbeitet im Vorstand des Literaturbüros Euregio Maas-Rhein mit. Ihr neustes Buch „Lioba wechselt die Saite“ gibt es als Ebook und als Taschenbuch. Wer mehr über Doro May, ihre Romane, Sach- und Jahrbücher erfahren möchte, stöbert am besten auf ihrer Homepage - www.doromay.de - oder bei Facebook - www.facebook.com/doro.may.92

Alle Bücher von Doro May

Salomes Tanz

Salomes Tanz

 (4)
Erschienen am 15.09.2017
Die Heckenreiterin

Die Heckenreiterin

 (1)
Erschienen am 06.06.2016
Sein Spiel

Sein Spiel

 (1)
Erschienen am 31.01.2011
Lioba wechselt die Saite

Lioba wechselt die Saite

 (0)
Erschienen am 02.11.2014

Neue Rezensionen zu Doro May

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EvelynMs avatar

Rezension zu "Salomes Tanz" von Doro May

Familiengeschichte - spannend und ironisch verpackt
EvelynMvor 9 Monaten

Mit „Salomes Tanz“ ist Doro May eine außergewöhnliche, skurrile, spannende, wahnwitzige und tragische Familiengeschichte gelungen. Wie sehr doch die Wahrnehmung eines Kindes von der des Erwachsenen abweicht!

Als 3jähriges Mädchen kommt Marianne zu ihrer Großmutter ins Haus. Dort wächst sie bald in den Nachkriegsjahren nicht nur inmitten der Trümmer Essens auf, sondern auch in einer bunten Familie, die keine gemeinsame Blutlinie vereint. Mit Hilfe der Gelddepots ihres verstorbenen Großvaters – in jeder Ritze der geerbten Villa steckt ein Vermögen – leben Oma, Marianne, das traumatisierte Kindermädchen Edith, die Putzfrau Tante Scheffler, Onkel Hermann, Onkel Otto und schließlich die kleinwüchsigen Emil und Margit unter einem Dach. Bald gesellt sich noch der vermeintliche Amerikaner Uncle Billy zu der Truppe, die nur ein Ziel verfolgt: Rache! Rache an einem Mann, der sie während der Nazizeit verraten hat und nun dafür büßen soll. Dazu stellen sie ein Varieté auf die Beine, zu dem sich auch die bekannte Tänzerin Hetty/Paula aus den USA gesellt. Salomes Tanz soll das Highlight des Varietés bilden. Inmitten dieser Zeit wächst also Marianne auf und für sie sind alle Begebenheiten dieser Tage ein einziges Abenteuer – auch wenn sie oft nicht versteht, was die Erwachsenen vor ihren Augen und Ohren treiben.

Die Rahmenhandlung dieser Familiengeschichte spielt in der Gegenwart. Mariannes Enkel Lukas liegt nach einem selbstverschuldeten, schweren Unfall im Krankenhaus und bittet seine Großmutter, ihm ihre Geschichte zu erzählen. Da er und seine Freundin Pia die Erzählung so spannend finden, ist für beide klar, dass Oma Marianne alles aufschreiben muss.

Familiengeschichte … nichts ist so spannend, aufregend, geheimnisvoll, aber auch oft bitter und verstörend wie die eigene Familiengeschichte. Auch ich bin eine s.g. Kriegsenkelin und weiß nur wenig über das Leben meiner Großeltern und Eltern während des 2. Weltkriegs und danach. Meist ist das Trauma dieser Generation viel zu mächtig, als dass die Menschen darüber reden wollen oder überhaupt können. Es musste ja weitergehen und meiner Großmutter blieb mit 6 Kindern keine Zeit, darüber nachzudenken, was sie alles erlebt hat. Es ging nach dem Tod meines Großvaters ums Überleben! Aus dieser Perspektive und mit dem Wissen, dass Marianne aus einer jüdischen Familie stammt, hatte ich Bedenken, ob ich mit dem skurrilen Humor der Geschichte klar kommen würde. Ich wurde eines Besseren belehrt und konnte das Buch kaum zur Seite legen. Auf ganz spezielle Weise hat mich das Buch berührt, entsetzt, gut unterhalten, zum Lachen und Nachdenken gebracht und manchmal stand mir auch einfach der Mund vor Entsetzen oder Sprachlosigkeit offen. Doro May schafft es, den Leser mit auf eine ganz unwirkliche Reise in die Trümmer des Nachkriegsdeutschlands zu nehmen. Trotz der Gräuel und der ungeheuren Taten vieler Menschen blitzt auch Hoffnung durch die Zeilen. Hoffnung, dass eine kleine Gemeinschaft ein Kind auch in den schlimmsten Zeiten behüten und beschützen kann. Bei allem Humor hatte ich nie das Gefühl, dass hier Menschen der Lächerlichkeit preisgegeben wurden. Ich denke, dass ein gewisser Galgenhumor viele davor bewahrt hat, nach so manchem Trauma nicht völlig durchzudrehen. Der Schreibstil der Autorin ist mal bissig, nachdenklich, oft knallhart  und sie erschafft neue Wörter, die so nicht im Duden zu finden sind. Mariannes Familiengeschichte ist manchmal nur schwer zu verkraften und zeigt, wie eine noch so kleine Entscheidung das Leben vieler Menschen nachhaltig verändern kann. Da „helfen“ oft nur ein, zwei, drei Ouzo oder ein „Metternich“ mit Saft oder ohne.

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Doreen_Klauss avatar

Rezension zu "Salomes Tanz" von Doro May

Tragische Familiengeschichte
Doreen_Klausvor einem Jahr

Was weiß man normalerweise von seiner Familiengeschichte? Das was man selbst erlebt hat und das was einem Verwandte und Freunde erzählen. Gerade als Kind hat man ja eine ganz eigene Sicht auf die Personen und Geschehnisse im Umfeld, nimmt Zusammenhänge anders wahr oder verklärt die Erinnerungen. Und so erzählt Oma Marianne ihrem Enkel am Krankenbett von ihrem fünfjährigen Ich, das im Nachkriegsdeutschland von der Oma in einer stattlichen Villa großgezogen wurde, sich zu der Zeit nichts spannenderes vorstellen konnte als in den Trümmern der zerbombten Häuser zu spielen, begeistert war von den skurrilen Onkels und Tanten die mit im Haus lebten und einzelne Handschuhe sammelte.
Sie erzählt von der bunten Truppe Menschen, die in der Villa zusammen kommt und von den Plan der geschmiedet wird um ein im Krieg begangenes Unrecht zu rächen.


Die Gräueltaten des Krieges, von denen die kleine Marianne in ihrer kindlichen Naivität nichts ahnt, bekommt der Leser in leisen Tönen präsentiert. Judenverfolgung, Zwangssterilisation, Euthanasie, zum Ende des Krieges hin aber auch Flucht und Vertreibung, mit den einhergehenden Vergeltungstaten der vorrückenden Befreier, sind Thema. Der Schreibstil der Autorin ist dabei trotz Humor und Ironie dem Ernst des Themas angepasst, ohne dabei zu schwer zu werden. Anfangs habe ich mich gefragt ob es okay ist mit diesem bissigen Unterton zu schreiben, aber schnell war mir klar, dass gerade dieser Galgenhumor oft die einzige Möglichkeit für die Betroffenen war um die Erlebte zu verarbeiten und hinter sich zu lassen. 


Zusammen mit Marianne erleben wir wie ein Racheakt geplant und ausgeführt wird, und gemeinsam mit Marianne gönnen wir dem einstigen Peiniger seine Qualen. Wir erleben Mariannes Erwachsenwerden, ihre eigene Familiengründung und den Wunsch mehr zu erfahren über die Personen aus der Vergangenheit. Und wir erleben wie dieser Wunsch sich erfüllt und dadurch alles in Mariannes Leben plötzlich in Frage gestellt wird.


Nachdem man als Leser nur so durch die Geschichte geflogen ist, bleibt man nun zurück mit einem undefinierbaren Gefühl in der Brust. Man kommt ins Grübeln, über die Vergangenheit, über Richtig und Falsch, über Schuld, Rache und Vergebung. In meinem Fall auch über die Frage - "Was hätte ich getan?". Wäre ich ein Mitläufer gewesen der Parolen brüllt, hätte ich einfach die Augen verschlossen und verdrängt wohin der Nachbar im grauen Bus abgeholt wurde, hätte ich ihn vielleicht aus Angst sogar verraten? Oder wäre ich mutig gewesen? Ich kann es nicht sagen.
Ein starkes Buch, emotional, witzig, leicht, hintergründig, nachdenklich, sensibel, abenteuerlich, spannend und vor allem berührend.

Kommentare: 3
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secretworldofbookss avatar

Rezension zu "Salomes Tanz" von Doro May

... ein besonderer Tanz...
secretworldofbooksvor einem Jahr

Inhalt: 


Lukas, Mariannes Enkel, provoziert mit seinem alten Auto Unfälle, um durch Schmerzensgeld sein Budget aufzubessern. Eines Tages unterschätzt er das Risiko und verunglückt schwer. Während seiner Genesung erfüllt ihm Marianne seinen Herzenswunsch: Sie erzählt ihm ihre Geschichte: Als jüdischer Säugling in fremde Hände gegeben, überlebt sie den Holocaust, gelangt nach dem Krieg im Zuge der Familienzusammenführung zu ihrer Großmutter. Als Fünfjährige wird sie 1947 Zeugin, wie am Küchentisch in der altehrwürdigen Villa, in der sie mit ihrer Großmutter lebt, ein Racheakt von Menschen ausgetüftelt wird, die Verfolgung, Zwangssterilisation und das Euthanasieprogramm überlebt haben. Ihr Ziel: Rudolf Meinberg. Bei ihm, dem damaligen Schreibtischtäter, wollen sie Gleiches mit Gleichem vergelten. 
Als Erwachsene Frau entdeckt Marianne nicht nur die Wahrheit über ihre Herkunft. Sie stößt auch auf die menschliche Seite des Schreibtischtäters, der im Krieg seine Obsession mit der jüdischen Tänzerin Paula ausgelebt hat ... 
Lukas lässt sich von der Geschichte fesseln. Am Ende überredet er seine Großmutter dazu, sie aufzuschreiben. „Wenn du das nicht tust, wäre es, als hätte deine Geschichte nicht stattgefunden.“



Meinung:


Salomes Tanz von Doro May ist für mich ein ganz besonderer Roman.
Sie versteht es geschickt , diese wirklich schwierige Thematik mit einem gewissen Humor zu versehen. Dies hat mir besonders gefallen.


Der Schreibstil ist locker und dadurch leicht zu lesen. Es wird aus der Sicht von Marianne geschrieben, die ihre Kindheitserlebnisse aus der Nachkriegszeit ihren Enkel Lukas erzählt. Dieser findet das Erzählte so gut, das er Marianne vorschlägt ein Buch darüber zu schreiben.
Dabei kommt Marianne an ihre Grenzen. Manche Erinnerungen sind ziemlich hässlich und heftig. 


Für solche Momente hat Marianne aber immer einen Ouzo parat. An einigen Stellen hätte ich gerne ein Glas mit getrunken. Weil diese mich sehr gefühlsmäßig aufwühlten und berührten.


Ich finde diesen Roman wirklich gut gelungen und kann ihn nur weiter empfehlen!

Kommentare: 3
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Gespräche aus der Community

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D

Furchtlos und rasant erzählt Marianne ihrem Enkel Lukas ihre Geschichte und überlegt, warum noch niemand auf die Idee gekommen ist, über den 2. Weltkrieg „ein zünftiges Trümmermusical vor entsprechender Kulisse aus Pappmaschee zu produzieren. Happy Trümmerfrauen oder Trümmania wären doch durchaus Titel, die das Zeug zum neuen Trend hätten. Frei nach dem Motto Hauptsache kaputt. In der Pause gäbe es statt Döner, Sushi und Alkopops Zünftiges aus der Gulaschkanone. Außerdem pro Person einen Kanten Kommissbrot. Die Akustik bestünde aus einem fernen Brummen, unterbrochen von gedämpften Sirenen und dem Geräusch explodierender Bomben – pianissimo, denn man möchte die Besucher nicht vergraulen. Und zum Bier würde der Marsch geblasen. Alles im Antlitz der Trümmerkulisse. Die Leute sind ganz scharf auf so was. Die Pappmachékulisse nach Sirenengeheule und wuchtigen Detonationen zusammenkrachen lassen, kann doch so schwer nicht sein.“

 Salomes Tanz ist eine Geschichte aus Kindheitserinnerungen, Rachsucht, Mord und Erotik, die bis in unsere Zeit hineinreicht. Der wahrhaft abenteuerliche Roman strotzt vor Spannung. Er hat diesen gewissen ironisch bissigen Unterton, der für May typisch ist.

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