Doron Rabinovici

 4 Sterne bei 65 Bewertungen
Autor von Andernorts, Die Außerirdischen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Doron Rabinovici (©Lukas Becker / Quelle: Suhrkamp Verlag)

Lebenslauf von Doron Rabinovici

Doron Rabinovici wurde am 2. Dezember 1961 als Sohn rumänischer Eltern in Tel Aviv geboren. Als er drei Jahre alt war, zog seine Familie nach Wien. Er studierte an der dortigen Universität und promovierte als Historiker. Aufgrund der Geschichte seiner Eltern, die vor den Nazis aus Rumänien nach Israel flohen, ist er sehr engagiert in Vereinen gegen Antisemitismus und Rassismus. Heute lebt er nach wie vor in Wien.

Alle Bücher von Doron Rabinovici

Cover des Buches Andernorts (ISBN: 9783518463109)

Andernorts

 (28)
Erschienen am 23.01.2012
Cover des Buches Die Außerirdischen (ISBN: 9783518469354)

Die Außerirdischen

 (21)
Erschienen am 14.01.2019
Cover des Buches Ohnehin (ISBN: 9783518457368)

Ohnehin

 (7)
Erschienen am 29.08.2005
Cover des Buches Suche nach M (ISBN: 9783518394410)

Suche nach M

 (5)
Erschienen am 21.12.1998
Cover des Buches Die Rückkehr (ISBN: 9783552058873)

Die Rückkehr

 (2)
Erschienen am 29.01.2018
Cover des Buches Außenseiter (ISBN: 9783518419021)

Außenseiter

 (2)
Erschienen am 14.03.2007
Cover des Buches Herzl reloaded (ISBN: 9783633542765)

Herzl reloaded

 (1)
Erschienen am 10.01.2016
Cover des Buches "Alles kann passieren!" (ISBN: 9783552059436)

"Alles kann passieren!"

 (0)
Erschienen am 21.11.2018

Neue Rezensionen zu Doron Rabinovici

Cover des Buches Die Außerirdischen (ISBN: 9783518469354)wandablues avatar

Rezension zu "Die Außerirdischen" von Doron Rabinovici

Homo homini lupus!
wandabluevor einem Jahr

Es war mir eigentlich von vorne herein klar, dass ich bei Doron Rabinovici nicht die „normale“ Dystopie antreffe. Dafür ist er ein zu guter Schriftsteller. Sorry, Dystopieschreibler, ich lese Dystopien echt gern, aber sie gehören nun einmal selten zur gehobenen Literatur. Mit Ausnahme von Margaret Atwoods Werken natürlich. Verneigung vor der großen, geistreichen Dame Atwood. 

Was ich erwartet habe, wenn nicht die „normale“ Dystopie, weiß ich nicht, ich habe es vergessen von der ersten Zeile an, denn Doron Rabinovici holt seine Leser vom ersten Satz an ab („Sie kamen über Nacht“) und mit in seine Geschichte. Das ist spannend! Spannend, sage ich euch! „Sie kamen über Nacht“ ist jetzt nicht besonders geistreich, nicht wahr, aber man ist sofort drin. Das Nägelkauen wird man auch eine geraume Zeit lang nicht los. 

 Beklemmend ist es, was der Autor uns schildert. Was die Ankunft der Außerirdischen mit der Menschheit macht. Dabei sind die Informationen über die Außerirdischen spärlich, man weiß nicht einmal, wo sie gelandet sind, obwohl vom Kanzerlamt die Rede ist und ich deshalb denke, dass die Außerirdischen bei Angie Tee trinken und üben, die Raute zu falten.

Scherz beiseite. Doron Rabinovici spitzt Lage und Atmosphäre mehr und mehr zu bis man da landet, wo man nie mehr zu landen glaubte. Und wo das ist, das darf ich euch nicht sagen, weil ich sonst den Clou des Buches verrate. 

Nur so viel, wo man landet, wenn die Menschheit losgelassen wird und die Panik regiert und noch so manches andere, darüber müsste man wirklich diskutieren! 

Ist es zwangsläufig? Sind wir wirklich so? Sind wir immer wieder so?

 

Fazit: Homo homini lupus. Dieses Wort und seine darin enthaltene Wahrheit hat uns der Autor auch in Dystopieform deutlich vor Augen gemalt. Ich hätte einen anderen Schluß vorgezogen, ganz ehrlich, aber berechtigt diese persönliche Vorliebe zu einem Punkt Abzug? Hm, ich tus einfach mal. Schade, dass ich nicht mit euch darüber disktuieren kann! 

 So oder so: ich spreche eine Leseempfehlung aus. Und die gibt es von mir nicht allzu oft! 

 

Kategorie: Gute Unterhaltung: 5 Punkte.
Belletristik: 3 Punkte. 

 Verlag: Suhrkamp, 2017

 

Kommentare: 7
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Cover des Buches Die Rückkehr (ISBN: 9783552058873)SiColliers avatar

Rezension zu "Die Rückkehr" von Ernst Lothar

Verlorene Träume und Hoffnungen
SiColliervor 2 Jahren

Nichts passte zu nichts. (Seite 210)


Meine Meinung

Nichts passte zu nichts.“ (Seite 210) Besser kann man die Situation, in der sich Felix 1946, als er aus dem amerikanischen Exil ins zerstörte Wien reist, nicht zusammenfassen. Die Stadt zerstört, aber nicht unbedingt durch „feindliche“ Bomben. Die Menschen „befreit“, aber haben sie sich geistig auch „befreit“? Man sollte froh sein, Krieg und Diktatur hinter sich zu haben - aber ist man das auch wirklich?

Unwillkürlich kommen beim Lesen solche Gedanken. „Selten (oder vielleicht noch nie) habe ich ein Buch gelesen, in welchem in so lakonisch-neutraler Erzählweise dermaßen scharfe und gleichermaßen hochemotional aufgeladene Bilder entworfen und beschrieben werden wie hier.“, habe ich in meiner Rezension zum Roman „Der Engel mit der Posaune“ des selben Autors geschrieben, und ein gleiches gilt auch hier. An den Stil Lothars muß man sich vermutlich erst gewöhnen; diese Gewöhnung fand bei mir jedoch durch den „Engel“ statt, so daß ich hier keinerlei Probleme oder „Auffälligkeiten“ hatte. Für mich ist gerade durch diese Erzählweise das Bild des kriegszerstörten Wien fast deutlicher entstanden, als es ein Film hätte zeigen können. Denn Lothar beschreibt nicht nur den Zustand der Gebäude und Straßen, sondern auch den der Menschen. Außen und Innen.

Felix von Geldern reist mir seiner Großmutter Viktoria nach Europa und vor allem Österreich, um Familienangelegenheiten zu klären, um einen Restitutionsantrag zu stellen. Aber es will scheinen, daß der kühle Jurist während der Überfahrt von Emotionen überwältigt und gefangen genommen wurde, denn so naiv und weltfremd wie er ist mir seit langem keine Romanfigur mehr begegnet. Das geht so weit, daß er mir das ganze Buch hindurch überwiegend unsympathisch war - und dennoch vermochte Lothar das so zu schreiben, daß ich zu keinem Zeitpunkt ans Abbrechen gedacht habe. Es ist einer der ganz wenigen Romane, der mir trotz unsympathischer Hauptfigur gefallen hat. Mehr und mehr beschlich mich beim Lesen das Gefühl, daß Felix vom richtigen Leben keine Ahnung hat - und davon ziemlich viel.

Vielleicht ist es dem Autor gerade deshalb so gut gelungen, ein Bild jener Jahre zu entwerfen, das der Realität ziemlich nahe kommen dürfte. Zumal er hier aus eigenen Erfahrungen schöpfen konnte: Exil, amerikanische Staatsbürgerschaft, Rückkehr - all das hat Ernst Lothar selbst erlebt. Und wohl auch, daß die amerikanischen Besatzungstruppen sich von Nazis erklären ließen, wer Nazis gewesen waren...

Ein Weiteres, auch wenn es inhaltlich keinerlei Verbindungen gibt, hat mich an den „Engel mit der Posaune“ erinnert: Lothar beschreibt in seiner lakonisch-neutralen Erzählweise Szenen, in denen einen das Grauen förmlich aus den Buchseiten heraus ins Gesicht springt, ich denke dabei zum Beispiel an Gertrud und ihre Überlegungen (vgl. S. 263f). Wie schon im „Engel“ hat Lothar die Verworfenheit und Absurdität der Nazi-Ideologie schonungslos entlarvt. Und unwillkürlich steht man vor der bedrückenden Frage, wie man in so einer Situation selbst reagieren würde...

Auch dieser zweite wieder veröffentlichte Roman von Ernst Lothar konnte mich überzeugen, wenngleich er nicht die Qualität und Tiefe des Vorgängers erreicht. Durch die Schilderungen der damaligen Verhältnisse ließ er jedoch eine Zeit lebendig werden, von der ich in meiner Kindheit noch Reste vorgefunden habe: das Schloß meiner Heimatstadt war noch nicht wieder vollständig wiederaufgebaut und zeigte noch deutliche Kriegsschäden. Und der Roman hilft mir so manche eher unverständliche Entwicklung unserer Tage (besser) zu verstehen. Denn offensichtlich war die nationale Ideologie (um einmal diesen Begriff zu gebrauchen) 1945 zwar militärisch besiegt, hat in denn Köpfen (zu) vieler jedoch fortgelebt, um heute wieder zu erstarken. Wenn man hier liest, daß damals in weiten Kreisen bis in die Justiz hinein allerdings kein großes Interesse der Aufarbeitung bestand, ist das eigentlich kein Wunder. Wenn man Unkraut nur oberflächlich beseitigt, wird es bald wieder neu ausschlagen. Und so bleibt eigentlich nur noch, mit dem letzten Satz des Nachwortes von Doron Rabinovici zu schließen: „Wir lesen, wie die Rückkehr eine bittere Enttäuschung und eine unerfüllte Sehnsucht zugleich blieb.“ (S. 428)

 

Mein Fazit

Die Rückkehr aus dem amerikanischen Exil ins kriegszerstörte Wien entwickelt sich für Felix von Geldern vom Traum zum Albtraum. Eine eindrückliche Schilderung der Verhältnisse und Zustände im Wien des Jahres 1946.

 


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Cover des Buches Die Außerirdischen (ISBN: 9783518469354)Readrats avatar

Rezension zu "Die Außerirdischen" von Doron Rabinovici

Wow! Satirisch und erschrecken real...
Readratvor 2 Jahren

Eine Kurz-Rezension/Fazit:

Oh, was für ein böses, satirisches und auch schreckliches Buch:

Außerirdische sind angeblich auf der Erde gelandet. Alle sind in Aufruhr und vieles gerät aus den Fugen. Aber die Ankömmlinge sollen sanftmütig sein und gut. Sie sind scheu und meiden den Kontakt… die Welt beruhigt sich wieder. Tja, da kommt dann nur diese eine Sache: sie bitten um Menschenopfer. Und das auf freiwilliger Basis. Also lasset die Spiele beginnen...!!!

Mit Biss und gesellschaftlichem Fingerzeig wird diese doch arg gruselige Geschichte aus der Sicht des Protagonisten namens Sol erzählt. Wie ihn die absurden Geschehnisse verändern und wie die Menschen um ihn herum zu Ungeheuern werden. 

Zu Beginn fand ich das Buch noch eher bissig-witzig. Dann wurde es mehr und mehr schrecklich ernst gruselig erschütternd realistisch. Und das war genau richtig so!

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Zusätzliche Informationen

Doron Rabinovici wurde am 02. Dezember 1961 in Tel Aviv (Israel) geboren.

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