Doron Rabinovici Andernorts

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Inhaltsangabe zu „Andernorts“ von Doron Rabinovici

Weshalb polemisiert der israelische Kulturwissenschaftler Ethan Rosen gegen einen Artikel, den er selbst verfaßt hat? Erkennt er seinen eigenen Text nicht wieder? Oder ist er seinem Kollegen Klausinger in die Falle gegangen, mit dem er um eine Professur an der Wiener Universität konkurriert? Ethan Rosen und Rudi Klausinger: Beide sind sie Koryphäen auf demselben Forschungsgebiet, und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein: Rosen ist überall zu Hause und nirgends daheim. Selbst der Frau, die er liebt, stellt er sich unter falschem Namen vor. Klausinger wiederum ist Liebkind und Bastard zugleich. Er weiß sich jedem Ort anzupassen und ist trotzdem ruhelos: Was ihn treibt, ist die Suche nach seinem leiblichen Vater; sie führt ihn schließlich nach Israel und zu Ethan Rosen. Dessen Vater, ein alter Wiener Jude, der Auschwitz überlebte, braucht dringend eine neue Niere. Bald wird die Suche nach einem geeigneten Spenderorgan für die Angehörigen zur Obsession. Und selbst der obskure Rabbiner Berkowitsch hat plötzliches Interesse an den Rosens. Herkunft, Identität, Zugehörigkeit – um und um wirbelt Doron Rabinovici in seinem neuen Roman "Andernorts" die Verhältnisse in einer jüdischen Familie, deckt ihre alten Geheimnisse auf und beobachtet sie bei neuen Heimlichkeiten. Am Ende dieser packend erzählten Geschichte sind alle Gewißheiten beseitigt. Nur eines scheint sicher: Heimat ist jener Ort, wo einem am fremdesten zumute ist. »Rabinovici gelingt das Kunststück, seine Prosa unterhaltsam, elegant und leicht, zugleich aber auch ausgesprochen artifiziell, genial und mehrdeutig darzubieten.« Tages-Anzeiger

Die aussergewöhnlich Geschichte eines Suchenden, intensiv, eindringlich aber auch leicht...

— Alanda_Vera
Alanda_Vera

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  • Rezension zu "Andernorts" von Doron Rabinovici

    Andernorts
    Birgit_M

    Birgit_M

    12. April 2011 um 21:34

    Die Geschichte beginnt damit, dass Ethan Rosen, ein angesehener Wissenschafter und Mitarbeiter an der Wiener sowie der Tel Aviver Universität einer Erwiderung auf den in einer österreichischen Tageszeitung erschienenen Nachruf auf einen alten Freund seiner Familie verfasst. Der Nachruf zitiert einen nicht namentlich genannten israelischen Intellektuellen, dessen Thesen sowie den Verfasser des Nachrufs Ethan Rosen scharf kritisiert. Wie sich wenig später herausstellt, ist er selbst dieser israelische Intellektuelle und den betreffenden Artikel, aus welchem das Zitat stammt, wurde einige Zeit zuvor in einer israelischen Zeitschrift veröffentlicht. Dies ist der Ausgangspunkt für eine Geschichte, die Ethan nicht nur zurück nach Tel Aviv, sondern auch auf die Spur eines Familiengeheimnisses führt. Als es in der Folge zwischen dem Verfasser des Nachrufes, Rudi Klausinger und Ethan Rosen nicht nur zu einer medialen Auseinandersetzung rund um diesen Nachruf, sondern auch um einen Konkurrenzkampf um den eigens für Ethan an der Wiener Uni geschaffenen Lehrstuhl kommt, beschliesst Ethan, des Konkurrenzkampfes überdrüssig und aufgrund der Erkrankung seines Vaters, nach Tel Aviv zurückzukehren. Doch wenn er geglaubt hatte, somit seinem Konkurrenten auszukommen hat er sich getäuscht, mit einem Mal scheint Rudi Klausingen in seinem Leben omnipräsent zu sein, sogar am Krankenbett seiner nierenkranken Vaters trifft er auf ihn. Immer mehr fühlt er sich vom anderen verfolgt, umso mehr deshalb als dieser gleichsam sein Gegenpart zu sein scheint. Während Ethan als Einzelkind in einer liebevollen, harmonischen Familie aufgewachsen ist, war es Rudi als „Bastard“, als Kind einer ledigen Mutter, die in ihm das grösste Unglück ihres Lebens sah, schon von klein auf gewöhnt sich anzupassen. Anhand der beiden Personen Ethan und Rudi, demonstriert Doron Rabinovici, zwei unterschiedliche Ausprägung von „Andernorts“, der eine, der zu viele Heimaten hat und sich stets am einen nach dem anderen Ort sehnt und den anderen der in jedem anderen Ort, in Ermangelung einer solchen, eine Heimat sehen möchte. So spielt er einerseits mit Ethans ambivalenten Gefühlen je nach dem in welcher seiner Heimatstädte, Wien oder Tel Aviv, er sich gerade aufhält und andererseits mit der Fähigkeit seines Gegenparts, Rudi Klausinger, sich überall auf der Welt, nicht zuletzt auch sprachlich anpassen zu können, sich an jedwedem Ort heimisch fühlen zu können. Als dieser eröffnet, dass er glaube, der uneheliche Sohn von Ethans Vater, Felix Rosen, zu sein und sich mit Leichtigkeit einen Platz im Leben der Rosens zu schaffen und Ethan auch noch fürchtet, seine Freundin Noa an Rudi zu verlieren, schaukelt sich die Situation immer weiter hoch, bis die Geschichte urplötzlich eine überraschende, unerwartete Wendung nimmt. Auf tragikomische Weise beschreibt Doron Rabinovici, die Suche nach Identität und Heimat seines Protagonisten, die dieser kaum in einem zu Hause angekommen, bereits wieder andernorts vermutet. Und wie sein Umkehrpart, der Widersacher, der, ebenfalls auf der Suche, Andernorts nur allzu leicht fände, was er sucht. Ein einfach geschriebenes Buch, voll subtiler Wahrheiten, das gerne mit Gegensätzen spielt. Ein durchaus gelungener Roman, der zu Recht auf der Shortlist des deutschen Buchpreises 2010 war. http://me-book-bm.blogspot.com

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  • Rezension zu "Andernorts" von Doron Rabinovici

    Andernorts
    Nil

    Nil

    11. April 2011 um 13:41

    Ein schwerfälliger Roman. andernorts war 2010 auf der short list des Deutsche Buchpreises und ich weiß nicht so recht warum. Es ist ein Roman über das "Jüdischsein" in Europa und zugleich im Vergleich zu Israel. Es ist ein Roman über die eigene Identität, die Heimat und die Wahrheiten der Vergangenheit. Ethan, der Protagonist des Romans lebt zunächst in Wien und geht dann zurück nach Israel. Die Geschichte dreht sich um ihn und seine Familie, die Rosens. Durch und durch traurig erscheint einem die gesamte Geschichte und der innere Kampf von Ethan scheint kein Ende zu haben. Der Text liest sich nicht intuitiv und ein wenig mühsam, erst weit nach 150 Seiten kam bei mir ein Lesefluß zustande und die Geschichte hat mich gepackt. Für meinen Geschmack nicht überzeugend genug.

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  • Rezension zu "Andernorts" von Doron Rabinovici

    Andernorts
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. January 2011 um 18:46

    Andernorts beschreibt das Gefühl der Suche nach einer Heimat, nach einer akzeptablen Herkunft und nach Geborgenheit. Es beschreibt aber auch das Sich-Weg-Wünschen aus anheimelnden Situationen und das Nie-Ankommen. Ethan, ein Sohn jüdischer Emigranten, der in zahlreichen Großstädten lebte, zuerst mit den Eltern, dann allein, ist ein Kosmopolit und Nomade des 21. Jahrhunderts. Er selbst begreift sich nicht als Jude im religiösen Sinn, kämpft aber um die Anerkennung des Holocaust und Israels. Er kämpft gegen das Vergessen des Holocausts. – Ein Sujet, das mit dem Sterben der letzten Überlebenden und dem Umgang der folgenden Generationen aktueller denn je ist. In seiner kleinen Studierstube in Wien, wo er an der Universität lehrt und sich um eine Professorenstelle bewirbt, setzt Ethan Rosen sich mit dem Tod eines alten Freundes auseinander, der Kinder und Jugendliche durch das Konzentrationslage Auschwitz führte. Er soll für eine Zeitung einen Nachruf auf den Toten schreiben, sieht sich dazu aber nicht in der Lage. Schließlich schreibt ein anderer, der sich als sein Bruder und wiederum nicht als sein Bruder entpuppt, den Artikel. Als Ethan antwortet und eine Antwort erhält, die ihn um seinen wissenschaftlichen Ruf zu bringen scheint, zieht er die Notbremse und geht mit seiner Freundin Noa nach Tel Aviv. In die Stadt, aus der er sich immer wegsehnte. Er besucht seinen Vater, vernachlässigt seine Karriere und erfährt kurz vor dem Tod des Vaters die Wahrheit über seine Familie, er lernt seinen Bruder kennen, stößt ihn von sich und verbrüdert sich am Ende doch mit ihm, bis dieser um seie Karriere bangen muss. Wie es weiter geht, lässt der Autor offen. Es beginnt mit einer Beerdigung – und endet mit einer Beerdigung. Ein sehr empfehlenswertes Buch, das einem gewissen Witz nicht entbehrt: 5 Sterne! Ein kleiner Tipp: Vielleicht sollte bei einer Neuauflage ein Glossar angefügt werden, das die vielen jüdischen Begriffe und jiddischen Worte kurz erklärt.

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  • Rezension zu "Andernorts" von Doron Rabinovici

    Andernorts
    bogi

    bogi

    10. October 2010 um 01:40

    Ich gebs zu, ich hab mich anregen lassen durch die Aufnahme des Buches auf die Shortlist des Buchpreises und einiger Besprechungen. Mittlerweile hab ichs durchs. Es liest sich durchaus gut und flüssig. Die Story ist auch recht gut verständlich (zwei jüdische Kulturwissenschaftler kommen sich über ihre Arbeit ins Gehege. Man stellt fest, dass sie teils ähnlich denken und handeln. Daraus entwickelt sich eine Familiengeschichte. Interessant, spannend, rührend, skuril, weltläufig). Eigentlich Voraussetzungen für einen gelungenen Roman. Eingenommen hat er mich aber trotzdem nicht. Vielleicht war er mir zu harmlos, möglicherweise hab ich die Botschaft nicht verstanden, unter Umständen war mir die Eingruppierung des Werkes unklar. Einzig die Beschäftigung mit weiteren Präsentationen hat mich etwas beruhigt. Die fallen oftmals höchst unterschiedlich, ja widersprüchlich aus. Ein weiteres Buch des Autors würde mir wohl eher nicht in die Finger kommen.

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