Die Außerirdischen

von Doron Rabinovici 
4,1 Sterne bei17 Bewertungen
Die Außerirdischen
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Unerwartend und aufrüttelnd

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Vielleicht braucht es Außerirdische - um die volle Gewaltätigkeit der Menschheit zu beschreiben. Ein schockierendes und aufrüttelndes Buch!

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Inhaltsangabe zu "Die Außerirdischen"

Eines Morgens wird von sämtlichen Sendern gemeldet: Eine extraterrestrische Macht hat über Nacht die Erde erobert. Nach der ersten allgemeinen Panik sickern Neuigkeiten durch: Die Außerirdischen sind sanftmütig; sie meiden scheu jeden Kontakt; sie bringen Aufschwung und Frieden. Da ist nur ein kleiner Haken – sie bitten um Menschenopfer auf freiwilliger Basis.
Überall werden Spiele ausgerichtet, um die Auserwählten zu bestimmen. Wer mitmacht, dem winken enorme finanzielle Vorteile. Sol, Mitbegründer eines Online-Magazins, ist mit einer rasch etablierten Talkshow dicht dran an den Ereignissen. Als sich aber sein junger Nachbar Elliot als Kandidat für die Spiele meldet, stellt das Sol und seine Frau Astrid auf die Probe: Wer ist mitschuldig, wer profitiert, wer begehrt auf?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518469354
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:255 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:14.01.2019

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    Linker_Mopss avatar
    Linker_Mopsvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Unerwartend und aufrüttelnd
    Mein Buchhighlight 2018

    Der Roman "Die Außerirdischen" von Rabinovici ist mein bisheriges Buch-Highlight 2018. Angekündigt wird im Klappentext die Ankunft von Außeriridischen. Doch diese sind in diesem Buch nur eine Randnotiz. Hauptaugenmerk ist das zwischenmenschliche Zusammenspiel in Krisensituation. Und da zeigt Rabinovici gut, welches Monster der Mensch sein kann.

    Ich will hier nicht spoilern, aber das letzte Drittel des Buches war überraschend, grausam und aufrüttelnd. Der Autor macht dies zudem mit einer klaren Sprache - unverschnörkelt und direkt. Die Charaktere sind nicht immer Symphatieträger. Sol - als Hauptfigur - kommt manchmal sogar dröge daher. Aber das tut dem Buch keinen Abbruch.

    Mein Fazit: Unbedingt lesen. Eigentlich gehört es in jeden Lesekanon. Vertane Zeit ist auf jeden Fall nicht.

    Kommentare: 2
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    A
    Anna_Resslervor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Schockierend und grausam.
    Die Außerirdischen


    Was passiert, wenn plötzlich alle Radios die Meldung von einer Landung der Außerirdischen verkünden? Darauf folgend ein Strom- und Funkausfall.
    Mit dieser ungünstigen Konstellation von Zufällen beginnt die interessante Geschichte um den Journalist Sol und seine Frau Astrid. 
    Schnell bricht Chaos in der Stadt aus und die Menschen drehen durch. 
    Es braucht eine Weile bis sich die Panik wieder legt.
    Mit Berichten über die Außerirdischen wird Sols Show erfolgreich. 
    Irgendwann fordern die Fremden Mächte freiwillige Opfer - und die Menschheit fügt sich.
    Natürlich artet das ganze in eine schreckliche Abscheulichkeit aus. 
    An deren Ende die Insel (der neue Name für KZ) steht und das gegenseitige Versprechen der Menschen so etwas nie wieder geschehen zu lassen.
    Interessant fand ich die Tatsache, dass man die Außerirdischen eigentlich nie richtig zu "Gesicht" bekommt. Sie melden sich auch nicht wirklich... Es bleibt also dem Leser überlassen an zu entscheiden, ob die Grausamkeiten durch eine fremde Zivilisation ausgelöst oder doch nur Menschen gemacht waren. Vor allem die Vorstellung von Variante zwei lässt mich immer noch frösteln.
     

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    Jaris avatar
    Jarivor 10 Monaten
    Kurzmeinung: "Die Ausserirdischen" ist ein spitzes Portrait unserer heutigen Gesellschaft.
    Doron Rabinovici - Die Ausserirdischen

    An dieses Buch ging ich heran, ohne den Hintergrund des Autoren zu kennen. Ich las den Rückentext und dachte, "Das wär doch was!". Schlussendlich entwickelte sich die Handlung in eine ganz andere Richtung, als dass ich zu Beginn gedacht hatte, doch fand ich genau das richtig faszinierend und begeisternd.

    Interessant war auch, dass mir Sol eigentlich eher unsympathisch ist, zumindest seit dem Gespräch mit dem Tierrechtler war er bei mir unten durch. Trotzdem ging er mir nicht auf die Nerven und nur das ist es, was mich an Figuren stört. Ja, Hauptfiguren dürfen unsympathisch sein, ob nun vom Autoren gewollt oder aufgrund von persönlichen Neigungen (wie hier bei mir). Als lesenswert erachte ich das Buch dennoch.

    "Die Ausserirdischen" ist ein spitzes Portrait unserer heutigen Gesellschaft. Angeblich sind Ausserirdische gelandet - was tun wir? Machen wir eine Talkshow draus! Dafür gibt es eigentlich keinen handfesten Beweis, dass die Aliens tatsächlich existieren. Die Art und Weise wie dies von allen Menschen einfach angenommen wird, lässt an Schwarmbewusstsein denken. Auch am Ende wissen wir nicht, ob es die titelgebenden Ausserirdischen und ihre Forderung wirklich gegeben hat oder nicht.

    Der Mensch wird zur Schlachtbank geführt - aber freiwillig und human. Es soll Spiele geben, in denen die freiwilligen Märtyrer gegeneinander antreten. Der Gewinner wird belohnt, die Verlierer von den Aliens verzehrt. Natürlich tritt die uns bekannte Maschinerie sofort in Gang: alles wird vermarktet, verkauft, verfilmt.

    Dann erst, im letzten Drittel, merkt man, worauf Rabinovici hinauswill: wir fühlen uns mehr und mehr an die Zeit des Dritten Reiches erinnert. Es sind von Deportationen die Rede, von Lagern. In diesem Moment war dieses Buch ein Schlag ins Gesicht für mich: so eindrücklich hievt der Autor die Geschehnisse der Vergangenheit in die Gegenwart und zeigt uns, wie ein allfälliger Dritter Weltkrieg aussehen könnte oder wie die Machenschaften Hitlers heutzutage aussehen könnten.

    Ist "Die Ausserirdischen" zu Beginn bis in die Mitte noch ein sehr polarisierendes Buch, so nimmt der Autor doch zum Enge hin mehr und mehr Stellung und öffnet dem Leser die Augen. Auf diese Weise ist mir das Buch ziemlich eingefahren. Es ist kein Titel, der enorm spannend oder ausserordentlich gefühlsduselig ist, Rabinovici ist ein ruhiger und distanzierter Beobachter, aber genau das gefiel mir.

    Schlussendlich bleibt es dem Leser überlassen, seine eigene Position in dieser neuen und doch so bekannten Welt zu finden. Wo wirst du sein, wenn die Ausserirdischen kommen?

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    miro76s avatar
    miro76vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein äußerst kritischer Blick auf unsere Gesellschaft. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite!
    Schmecken wir?

    Stell dir vor, du stellst morgens das Radio an und auf allen Sendern hörst du die selbe Nachricht: Außerirdische haben die Erde erobert.Sofort beginnen die ersten mit Hamsterkäufe und als das Stromnetz zusammenbricht, was rein menschenverschuldet ist, kommt es momentan zu Plünderungen und Straßenkämpfen.

    Alles im Rahmen das Möglichen. Und dann wird es haarig:Erst hörte man tagelang nichts von den Extraterrestriern und dann heißt es, sie kommen in friedlicher Absicht, bringen wirtschaftlichen Aufschwung und Heilung sämtlicher Krankheiten, sie fordern nur ein kleines Opfer - gelegentlich etwas Menschenfleisch. Es soll natürlich absolut freiwillig geschehen. Nur wer sich opfert, kann auch genossen werden. Sonst könnten sie ja auch Tiere essen.

    Im menschlichen Übereifer werden Spiele veranstaltet. Es gibt ansehnliche Gewinne, die den Hinterbliebenen übergeben werden. Wer ausscheidet und geopfert wird, darf seine letzten Tage auf einer Trauminsel verbringen, wo er dann freiwillig zur Schlachtbank schlendert. Ein kleines Opfer für die Menschheit. Der Tod zum Wohle der restlichen Gesellschaft.

    Doron Rabinovici hat hier ein sehr schräges Szenario erschaffen. Er schreibt wenige Konkretes über diese Lebensform, lässt uns aber doch deutlich erkennen, dass die Außerirdischen so überlegen sind, dass es besser ist, nicht gegen sie zu kämpfen. Wenn man sich das vorstellt, ist es nicht mehr weit, dass man sich auch das Opfer einzelner für das Wohl aller vorstellen kann.

    Natürlich gerät alles außer Kontrolle und ich befürchte, der Autor hat Recht mit seiner Annahme, dass wir aus der Geschichte nichts gelernt haben. Sehr schnell sind hier die Menschen bereit, die Schlachtungen zu übernehmen und es dauert nicht lange, bis alle Gegner der Spiele ebenfalls auf die Insel gebracht werden, die so gar nichts von einer Südseeinsel hat. 

    Große Fragen wirft der Autor mit seinem Buch auf! Lernen wir aus der Geschichte? Was ist mit der Schuld? Tragen alle ihren Teil daran, auch jene, die einfach nicht hingeschaut haben? Wieso suchen wir eine Schuld bei den Überlebenden?

    „Vielleicht ist es nur logisch, wenn Außerirdische meinen, wir wären die Richtigen für sie. Sind wir nicht Meister, wenn es darum geht, zu töten und zu sterben, nicht ohne zu beteuern, wie süß und fein das aus diesem oder jenem Grund, für die eine oder andere Sache ist? Ich gestehe, mittlerweile ist in mir der Verdacht gereift: Was, wenn die Idee zur Massenschlachtung, zu den Spielen mit ihren Champs und ihren Märtyrern, mit ihren Siegern und den Ausgeschiedenen, wenn all das gar kein Einfall aus dem All war, sondern von hier unten stammt? Kann es nicht sein, dass unsere Kultur - wie das klingt in diesem Zusammenhang, unsere Kultur? - es erst war, die sie auf die Idee brachte?“         (S. 230)

    Ein großartiges Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat und mir stellenweise echte Gänsehaut beschert hat. Eine absolute Leseempfehlung!

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    J
    jamal_tuschickvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine aufwühlende Beschreibung von Spielarten der Selektion, Deportation und Konzentration.
    Bioinvasiv

    Niemand sah sie kommen und niemand kann sie von Irdischen unterscheiden. Sie erscheinen invasiv wie Partisanen. Mehr noch gleicht ihr Verhalten einem unsichtbaren Angriff gebietsfremder Arten auf ein Ökosystem. Die Außerirdischen setzen Infiltration an die Stelle exemplarischer Gewalt. Sie postulieren Freiheit und Selbstbestimmung. Sie versprechen das Ende von Kriegen und Krankheiten. Ihre parasitische Lebensform haben sie äußerster Kultivierung zugeführt. Sie bewirtschaften die Erdlinge, ohne sich zu bekleckern. Sie denken die Erde und das Alte Testament neu als große Farm und Farmerfibel. Das Rindvieh kehrt selbst die Ställe aus.
    Man möchte gar nicht aufhören, Rabinovicis rhapsodisch listiger Erzählmanier nachzugehen. Der Autor treibt jede Floskel der Vermeidung auf eine Spitze und da verendet sie dann.
    Rabinovicis „Außerirdische“ sind über das galaktische Larvenstadium der Spielberg’schen Sternenfähren und Raumkreuzer hinaus. Ihre Energie fluktuiert ungebunden. Ihre Matrix verweigert sich der Materialisierung. Den Usurpierten geben sie deshalb schwere Rätsel auf. Ein Feinschmeckerteam um den Erzähler Sol und seine Frau Astrid kreiert das Fernsehformat der Stunde. „Brandheiß“ ist die Sendung, die alle sehen. Sie verbreitet einen Inselwettbewerb im Dschungelcampingstil mit tödlichem Ausgang. Die Verlierer werden geschlachtet und von den neuen Weltmeistern gegessen. „Die Spiele“ sind ein universeller Wirtschaftsmotor. Die Schlachter verlangen bessere Bezahlung.
    Besser kann man uns nicht erzählen. Rabinovici trifft jeden Nagel der Lächerlichkeit unserer Art auf den Kopf.
    „Kein Hund schlug an“, heißt es am Anfang. Kein Raumschiff zerschellt bei der Landung. Keine extraterrestrische Macht zeigt sich. Trotzdem überziehen Schneisen der Verwüstung den Planeten. Die Menschheit erleidet eine Panikattacke. Sie arrangiert sich und überstimmt ihre eigenen Kritiker und Skeptiker. Ein Hellsichtiger erkennt den Befall der Gattung mit kosmischem Toxoplasma gondii, einem Einzeller, das sich parasitär verhält. Die meisten wollen sich assimilieren, um auf den Trampelpfaden der Unterwerfung bei den Starken aus dem All mitmachen zu dürfen. Sie wollen die Expansion in den Weltraum und die Erschließung neuer Märkte hinter dem Horizont nicht verpassen. Sie unterbreiten Verbesserungsvorschläge zur Menschenfleischversorgung der Galaktiker.
    „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber“. - „Hinter der Trommel her trotten die Kälber. Das Fell für die Trommel liefern sie selber.“ Bertolt Brecht
    Dann verschwindet Astrid. Auf der Suche nach ihr erreicht Sol die Insel. Ihn ereilt die Internierung in der Passform eines ganz und gar irdischen Totalitarismus.

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    M
    michael_lehmann-papevor einem Jahr
    Die dünne Fassade der Zivilisation

    Die dünne Fassade der Zivilisation

    Was vom Klappentext her zunächst wirkt wie ein Science-Fiction Roman, entpuppt sich bereits nach wenigen Seiten als eine Form der Gesellschaftsstudie, die wie ein weltweiter „Herr der Fliegen“ oder eine ausgedehnte Sicht auf das dritte Reich mit all seinen „Ich wusste von Nichts“ Menschen und, auf der andern Seite, einen tiefen Blick auf jene Seiten des menschlichen Seins wirft, die schnell bei der Hand ist, wenn es um das (vermeintlich wichtige und richtige) „Durchsetzen“ einer „neuen Wahrheit“ ist.

    Bis zum Ende im Übrigen wird übrigens offenbleiben, ob es jene „Besucher aus dem All“ wirklich gibt, obwohl zunächst vieles im Roman dafürspricht. Ein geschickter Kniff des Autors, denn damit wird noch deutlicher, wie sehr schon die „Macht der Einbildung“ den Menschen im tiefsten bewegt.

    Denn dass da „friedliche Wesen“ kommen, die Anteil zu geben Gedenken an den „Reichtümern“ des Universums (im Sinne von Wissen, aber auch ganz handfest, was Immobilien angehen wird), die nur eine, wirklich kleine, kaum den Wert dessen, was sie zu geben bereit sind aufwiegende, Kleinigkeit im Gegenzug anfragen.

    Hier und da „menschliches Fleisch“. Ein regelmäßiges Opfer. Müssen ja nicht viele sein, alles im Rahmen, oder?

    Was aber nicht im Rahmen bleibt, ist die im Buch freigesetzte „vorauseilende“ Dynamik, die immer mehr an Fahrt aufnimmt. Spiele werden „eingerichtet“ (ähnlich den „Tributen von Panem“), bei denen jeder Verlierer jeder Runde umgehend „mundgerecht“ übergeben wird. Wobei die „Champs“ natürlich Helden sind. Weltweit. Solange sie eben Helden sind. Was auch eine doppeldeutige Anspielung auf die vielen „Casting-Shows“ unserer Tage darstellt und detailliert aufgreift, was zu solchen „Events“ bewegt und was diese bei Zuschauern (im Buch der Rest der Welt) auslösen.

    Zudem trifft, als zweite Linie, die „Gier der Gegenwart“ auf diese Konstellation. Ganz handfest, wenn Rabinovici, wie an der „echten“ Börse, die Nullnummern sich aufbauen lässt. Ein Run auf Anteile, eine Gier sondergleichen und ein System, dass Seite für Seite auf den Zusammenbruch zusteuert. Aber was dann?

    Wer wird am Ende „den Kopf noch oben“ tragen? In einer Gesellschaft, in der nicht mehr verniedlicht von „Konzentrationslagern“ gesprochen wird, sondern direkt und klar vom „Schlachthof“, der auf einer unzugänglichen Insel liegt und in dem, mehr und mehr und mit wachsender Geschwindigkeit, nicht mehr nur Verlierer einzelner „Spielrunden“ ihr Ende finden, sondern sich, und da fällt sie, die Fassade der Zivilisation, in steigernder Geschwindigkeit ganze Gruppen von unliebsamen Querdenkern auf der Insel wiederfinden.

    Dass alles erlebt der Leser durch die Augen Sol´s, eines „Talkmasters“ der ersten Stunde der „Ankunft“, an dem Rabinovici ganz nebenbei die gesamte, hysterische Welt der Medien und social media mit ihren vielfach niederen Motiven aufrollt, und dessen Frau Astrid. Die beide, wider Willen, eher zufällig mit hineingezogen werden bis in das Zentrum der Ereignisse.

    „Wir schmecken Ihnen nicht mehr“.

    Das könnte, irgendwann, die Lösung der brutalen Vorgänge und des inneren Dilemmas sein. Eine versteckte Botschaft an den Leser, sich nicht zu leicht und zu einfach den „Zähnen der Zeit“ auszusetzen.

    Alle Ereignisse haben doppelte bis dreifache Bedeutungen dabei, bieten einen Blick auf erschreckende Stationen der Geschichte und bringen auf den Punkt, wie wenig wirklich aus alle diesem gelernt wurde. Und wie leicht und schnell es gehen kann, dass all die friedfertigen und „vermeintlich kompromisssuchenden“ Haltungen nur dann etwas wert sind, wenn die „Macht der Vielen“ bereit sind, diese Haltungen zu stützen und zu verteidigen. Wie wenig das alles sich als Kern des menschlichen Lebens auf dem Planeten im Lauf der Jahrhunderte wirklich gesetzt hat, das zeigt die reale Gegenwart ja bereits an vielen „bröckelnden“ Orten und Ordnungen.

    Ein wenig zu gleichförmig ist das alles allerdings erzählt, zudem verheddern sich die vielfachen Stränge und Bedeutungen der Handlungen, so dass hier und Verwirrung sich breit macht beim Leser und wirkliche Spannungskurven, auch was das Finale des Buches angeht, selten bis kaum entstehen.

    Dennoch eine Lektüre, die sich lohnt, da hinter den vordergründigen Ereignissen vielfaches Grundlegendes auf den Punkt herauszulesen ist.

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    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Apokalypse kommt im Gewand greller Überzeichnung — und hinterlässt den Leser ratlos.
    Rezension: Die Außerirdischen

    “Die Außerirdischen” war mein erstes Buch von Doron Rabinovici. Erwartet habe ich alles, nur nicht das, was ich bekommen habe. Ob das gut oder schlecht ist, erfahrt ihr hier in meiner Rezension.  Es geht um Webdesigner Sol, der morgens im Radio davon erfährt, dass die Erde ihren ersten außerirdischen Kontakt hergestellt hat und diese Außerirdischen nun die Erde quasi “übernommen” haben. Sols Frau Astrid glaubt zunächst an einen Scherz, doch als die Nachrichtenerstattung im Fernsehen, online und im Radio nicht mehr länger zu ignorieren ist, schließt sie sich der inzwischen allgemein herrschenden Panik an. Die Menschen rennen angsterfüllt auf den Straßen umher, beginnen Läden auszurauben, und Überfälle auf andere Passanten sind keine Seltenheit mehr. Mitten im Chaos beschließt Sol, Mitgründer eines Online-Magazins für erlesene Köstlichkeiten, von den Außerirdischen und der gesamten Situation in Form eines Talk-Formats zu berichten. Was zunächst von seinem Chefredakteur abgelehnt wird, erscheint doch bereits kurze Zeit später sinnvoll, als auf der ganzen Welt bekannt wird, die Aliens würden die Menschen gerne essen – jedoch auf der Basis eines freiwilligen Opfers. Da bietet sich das Format der Talkshow an, um den Menschen eine Plattform zum Austausch über Für und Wider der Opferung zu bieten, auch wenn man nur vom Sofa aus zuschaut. Um den Menschen das Opfer, das sie bringen sollen, schmackhaft zu machen und um selbst auch nur gesunde, “nahrhafte” Exemplare zu verspeisen, bieten die Außerirdischen die “Spiele” an: ein Wettbewerb mit verschiedensten Disziplinen, aus denen nur die Stärksten und Fittesten hervor gehen. Dem Sieger aus mehreren Runden winkt unermesslicher Reichtum, Exobilien (Immobilien im Weltraum) sowie die Mitreise bei den Außerirdischen. Während des Ablaufs sollen die Teilnehmer auf einer paradiesischen Insel wohnen und im Luxus schwelgen; die Familien der Hinterbliebenen werden finanziell vergütet: Die Verlierer einer jeden Runde werden nämlich verspeist. Was relativ harmlos beginnt, da die Teilnahme absolut freiwillig ist, eskaliert schnell und die Spiele werden zum Desaster. Die Frage stellt sich, was geschehen wird, wenn sich keine Freiwilligen melden oder der Strom an Teilnehmern versiegt…

    Sie kamen über Nacht. Wir schliefen tief. Eng umschlungen. Der Hund des Nachbarn schlug nicht an. Der Säugling aus dem ersten Stock, der uns so oft schon aufgeschreckt hatte, blieb ruhig. […] Als wir aufwachten, war über uns entschieden.

    Rabinovici erzählt in seinem Werk “Die Außerirdischen” von dem still gehegten Traum der Menschen, Kontakt mit einer anderen Spezies aufzunehmen, und was passiert, wenn dies über Nacht geschieht. Mehrere Monate habe ich auf den Erscheinungstermin dieses Buches gewartet und mich auf diese spannend klingende Geschichte gefreut, die so komplett anders als das war, was man aktuell so auf dem Markt findet. Da ich Sci-Fi liebe, musste ich “Die Außerirdischen” einfach sofort lesen, auch wenn dieses Buch an sich kein Sci-Fi ist, sondern ein Roman mit Sci-Fi-Elementen. Die ersten Seiten habe ich voller Aufregung verschlungen und war rasch in der Mitte des Buches, bis ich dann gemerkt habe, dass “Die Außerirdischen” irgendwie doch nicht so gut ist wie es anfangs schien. Die Handlung verstrickt sich immer mehr und der Protagonist hinterfragt das Geschehen nicht einmal ansatzweise. Es wird immer skurriler und gegen Ende habe ich mich doch etwas an die Konzentrationslager unter Hitler erinnert gefühlt.

    Die vollständige Rezension findet ihr auf dem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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    Nespavanjes avatar
    Nespavanjevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Vielleicht braucht es Außerirdische - um die volle Gewaltätigkeit der Menschheit zu beschreiben. Ein schockierendes und aufrüttelndes Buch!
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    smayrhofers avatar
    smayrhofervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Was passiert, wenn eine fremde Macht das Böse im Menschen hervorkehrt...
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    Marina_Nordbrezes avatar
    Marina_Nordbrezevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Was passiert, wenn eine außerirdische Macht den Menschen zu unmenschlichen Taten treibt? Interessantes Gedankenspiel.
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