Dorothea Böhme Sauhaxn

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Inhaltsangabe zu „Sauhaxn“ von Dorothea Böhme

Johann Mühlbauer ist Kochlehrling in Lendnitz, einem idyllischen Dorf in Kärnten. Sein Leben könnte viel einfacher sein, wenn er nur ein bisschen so wäre wie sein großes Vorbild Bruce Willis. Doch leider meint es das Schicksal nicht gut mit ihm. Johann stolpert über Leichen wie andere über Steine. Erst findet er seinen enthaupteten Chef, dann folgt eine Leiche auf die andere. Eigentlich kann ihm jetzt nur noch Bruce Willis helfen.

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  • 1. Band der Fritz-Reichel-Reihe

    Sauhaxn

    Kerry

    26. July 2015 um 19:32

    Lendnitz, eine Kleinstadt in Österreich. Dort ist nicht wirklich was los, der Altersdurchschnitt beträgt 53,3 Jahre, von daher kann man sich vorstellen, dass die Jugendlichen nur eines wollen - weg. Eine der Attraktionen des Dorfes ist das Schlosshotel Lendnitz, liebevoll "Schmuckkästchen" von der Bevölkerung genannt. Der 19-jährige Johann Mühlbauer macht in eben jenem Schmuckkästchen seine Ausbildung zum Koch. Wirklich glücklich ist er mit dieser Ausbildung nicht, ist doch sein Ausbilder, Chefkoch Karl Bachmaier, ein ausgesprochener Unmensch, der, wie später herauskommt, mit Drogen dealt und auch noch Gammelfleisch verwendet. Auch Souschef Harald Moschik macht dem Jungen das Leben unnötig schwer, hat er es doch regelrecht auf den armen Johann abgesehen. Wäre Johann doch nur ein bisschen mehr wie Bruce Willis, dann wäre es so viel einfacher, sich zu behaupten. Mit der Ruhe im Schmuckkästchen ist es allerdings vorbei, als Wilfried Seligmann in die Küche stürmt und mit einer Waffe Chefkoch Bachmaier bedroht. Durch einen unglücklichen Zufall kommt Seligmann durch seine eigene Waffe zu Tode. Natürlich ruft dieser tragische Unfall die Polizei in Form von Hauptkommissar Fritz Reichel und seinem Assistenten Huber auf den Plan. Reichel ist so gar nicht begeistert von dem tödlichen Unfall, hat er doch nur noch 138 Tage bis zur Pensionierung und die wollte er in Ruhe absitzen. Nicht zu vergessen sein Assistent Huber, der sich voller Elan in die Ermittlungen stürzt und damit Reichel fast in den Wahnsinn treibt. An sich sind die Ermittlungen recht schnell abgeschlossen, es war ja ein Unfall, wenn nicht ausgerechnet Harald Moschik einen weiteren Mord melden würde. Er ist im Tiefkühlraum auf Johann und die zerteilte Leiche von Chefkoch Bachmaier gestoßen. Durch widrige Umstände stößt er sich unmittelbar nach dem Leichenfund an der Tür zum Kühlraum den Kopf an und verliert das Bewusstsein, doch gleich nach seinem Erwachen informiert wer die Polizei. Merkwürdigerweise ist von einer Leiche oder gar Spuren einer Leiche  nichts mehr zu finden, als die Polizei vor Ort ist. Hat sich Moschik das alles nur auf Grund seiner Kopfverletzung eingebildet? Tatsächlich ist es so, dass Johann, der sich selbst zum Teil eine Mitschuld am Unfalltod von Seligmann gibt, die Leiche hat verschwinden lassen, will er doch nicht weiter unter Verdacht geraten. Doch damit nicht genug - innerhalb kürzester Zeit stolpert Johann über immer mehr Leichen, die er schon fast routiniert entsorgt - in der Hoffnung, dass ihm niemand auf die Schliche kommt. Reichel hingegen ist sich nicht sicher, was er glauben soll. Sicherlich scheint Chefkoch Bachmaier wie vom Erdboden verschluckt, aber nachdem Reichel und Huber dessen Angetraute kennengelernt haben, können sie durchaus verstehen warum. Hat er sich vielleicht nur abgesetzt und warum zum Himmeldonnergeier meldet Souschef Moschik einen Leichenfund nach dem anderen, wenn doch nie eine Leiche auffindbar ist? 1. Band der Fritz-Reichel-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Ich muss gestehen, es erschien mir durchaus plausibel, dass der arme Johann eine Leiche nach der anderen verschwinden lassen musste und ganz ehrlich, zugetraut hätte ich es ihm nicht, aber er hat das fast problemlos hinbekommen. In diesem Fall kann man wohl eindeutig sagen: Stille Wasser sind tief. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet, wobei hier mein Herz eindeutig für Protagonist Johann schlug, denn eigentlich, eigentlich will der unscheinbare junge Mann nur eines: wie Bruce Willis sein, aber beweisen tut er sich auf ganz eigene Art und Weise und ehrlich, wenn ihr mal eine Leiche beseitigt haben wollt, wendet euch vertrauensvoll an ihn. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und kurzweilig zu lesen, sodass ich meinen Reader gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und das Buch in einem Rutsch lesen musste, weil ich unbedingt wissen wollte, wie sich alles auflöst.

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  • Rezension zu "Sauhaxn" von Dorothea Böhme

    Sauhaxn

    4angel

    31. January 2013 um 16:59

    ja wenn mal wer eine leiche zu beseitigen hat, dann fährt er am besten nach lendnitz (was es im übrigen gar net gibt) und fragt nach dem johann mühlbauer ;-)

  • Rezension zu "Sauhaxn" von Dorothea Böhme

    Sauhaxn

    Hasewue

    19. October 2012 um 21:54

    Johann Mühlbauer ist Kochlehrling im Schlosshotel im beschaulichen österreichischen Dorf Lendnitz. Sein Leben könnte so einfach sein, wenn er nur ein bisschen von seinem großen Vorbild Bruce Willis hätte, den er aber bemüht nacheifert. Doch bald gerät sein eher überschaubares Leben aus den Fugen und Johann stolpert über Leichen wie andere über Kieselsteine. Alles beginnt mit seinem Chef und dann folgt eine Leiche auf die andere und als wenn Johann nicht schon alle Hände voll zu tun hätte begegnet er auch noch seiner Traumfrau. Die ist aber leider verheiratet. Da kann ihm nun eigentlich nur noch Bruce Willis helfen. Wer bei „Sauhaxn“ von Dorothea Böhme einen Regionalkrimi à la die Kluftingerreihe und Co. erwartet, den muss ich gleich vorweg enttäuschen. Mit einem ernstzunehmenden Krimi hat man es hier nicht wirklich zu tun, wenn auch „Sauhaxn“ blutiger und vollgepackter mit Leichen ist wie kein amerikanischer Thriller den ich bisher gelesen habe. Dennoch handelt es sich hier um keinen Krimi im eigentlichen Sinn, da der (schwarze) Humor doch sehr im Vordergrund steht. Ich habe, wenn überhaupt, schon seit sehr langer Zeit nicht mehr bei einem Buch so sehr lachen müssen, dass ich Bauchschmerzen hatte und mir die Tränen kamen. Johann ist ein ganz spezieller Charakter, dessen Schüchternheit und Unfähigkeit mich manchmal regelrecht zur Weisglut trieben. Dennoch hat er großen Unterhaltungswert und wird im Verlauf der Handlung auch immer waghalsiger. Die restlichen Figuren sind eher wie auch die ganze Handlung Karikaturen, so überspitzt werden sie dargestellt. Wenn man sie aufs wirkliche Leben überträgt, hat man es mit einem Haufen Irrer und Paranoider zu tun, die hinter jeder Kleinigkeit die Mafia wittern. Auch die Polizeibeamten sind alles andere als professionell. Mehr aber als diese einfältigen Charaktere hat mich dann aber das ständige Erwähnen von Bruce Willis à la „Was-hätte-Bruce-jetzt-getan?“ gestört, da ich zum einen kein Fan des Schauspielers bin und zum anderen es irgendwann zu viel wurde. Dennoch hat mir „Sauhaxn“ richtig Spaß bereitet. Es gibt eine Auflösung, die zufrieden stellt, ein Ende, das nicht wirklich vorhersehbar ist und die fehlende (Krimi)Spannung wird einfach durch einen tollen und unterhaltsamen Erzählstil ausgeglichen. Für Krimifans, die einen hochspannenden Plot erwarten ist „Sauhaxn“ eher nichts, wer aber gerne lacht, mal etwas anderes will als 0815 Krimis und ausreichend schwarzen Humor besitzt, der wird mit „Sauhaxn“ seine wahre Freude haben. 4 von 5 Sternen!

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  • Rezension zu "Sauhaxn: Kriminalroman" von Dorothea Böhme

    Sauhaxn

    Rennie

    17. August 2012 um 08:52

    Das Cover dieses Kriminalromans hat mich nicht gerade zum Lesen eingeladen, obwohl es dem Buchtitel wohl mehr als gerecht wird. Der Kopf eines toten Schweines, drapiert auf einem Silberteller und über ihm ein schwebendes, blutverschmiertes Hackbeil, ziert das Buchcover. Mein Appetit auf das Lesen war nach dieser Betrachtung erst einmal leicht geschmälert. Der 19jährige Johann, Koch in Ausbildung, lebt mit seiner Mutter in Lendnitz, einem kleinen Dorf in Österreich. Größte Attraktion dieser kleinen Gemeinde, in der der Altersdurchschnitt bei 53,3 Jahren liegt, ist neben dem Pfarrheim, in dem zum wöchentlichen Bingoabend geladen wird, das Schlosshotel. In den Augen der Lendnitzer stellt dieses Hotel, welches sie liebevoll „Schmuckkästchen“ nennen, das zweite „Schloss am Wörthersee“ in Velden dar. Bekannt aus Funk und Fernsehen. Von den hiesigen Zeitungen wird es allerdings eher als billige Alternative tituliert. In diesem Gästehaus geht Johann seiner täglichen Arbeit als Kochlehrling nach und bestreitet Tag für Tag sein, aus eigener Sicht, trostloses und langweiliges Leben. Todlangweilig denkt sich Johann, dessen großes Vorbild der bekannte amerikanische Schauspieler Bruce Willis ist. Johann wünscht sich nichts sehnlicher, als ein Leben zu führen, wie es sein geliebter Action-Star tut. Eines Tages jedoch wendet sich für Johann das Schicksal: In dem beschaulichen Lendnitz kommt es zu mysteriösen Todesfällen. Plötzlich ebnen doch tatsächlich Leichen Johanns Weg und er wird mit dem spurlosen Verschwinden von einigen Personen in Verbindung gebracht. Von heute auf morgen scheint sich Johanns Wunsch nach mehr Action zu erfüllen. Doch plötzlich fühlt sich der junge Mann gar nicht mehr so wohl in seiner Haut … Nach einigen Veröffentlichungen in Anthologien ist dieser Kriminalroman sozusagen das Debüt von Dorothea Böhme als Buchautorin. Sie schreibt mit einer gewissen Art von schwarzem Humor und immer wieder legt sie ihren Figuren auch den österreichischen Dialekt in den Mund. Diese Art der Erzählung hat mir eigentlich ganz gut gefallen, denn dadurch ergaben sich für mich immer wieder witzige Szenen beim Lesen, bei denen ich schmunzeln musste. Ganz amüsant fand ich auch die von Böhme ins Leben gerufenen Figuren. Ihrer Phantasie ließ die Autorin dabei wohl freien Lauf, so dass sich neben kauzigen und liebevollen Charakteren, auch der ein oder andere Widerling in den Roman geschlichen hat. Die witzige Handlung, der schwarze Humor und die sympathischen Figuren haben mir zwar gefallen und mich auch teilweise zum Lachen gebracht, allerdings sind dies nicht gerade die Kriterien, die für mich einen spannenden Kriminalroman ausmachen. Die eigentliche Handlung erwies sich für mich als recht zäh und langatmig, so dass ich mich schon ziemlich schwer tat, das Buch zu Ende zu lesen. Witz allein genügt mir nicht, um mich an einen angeblichen Kriminalroman zu fesseln. Es fehlte diesem Roman leider gänzlich an Spannung. Somit bleibt für mich diese erstmalige Bekanntschaft mit Dorothea Böhme wohl auch die letzte und ich kann diesem Roman, der unter dem Genre Krimi läuft, auf meiner persönlichen Bewertungsskala von maximal fünf Sternen höchstens drei geben. Fazit Ein unterhaltsamer Roman, der aus meiner Sicht aber nicht unbedingt dem Genre Kriminalroman zugeordnet werden sollte.

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  • Rezension zu "Sauhaxn: Kriminalroman" von Dorothea Böhme

    Sauhaxn

    Ani

    04. August 2012 um 08:55

    Johann Mühlbauer ist Kochlehrling im Schlosshotel in Lendnitz. Insgeheim träumt er davon so ein cooler Typ, wie sein Vorbild Bruce Willis zu sein. Doch leider ist Johann davon weit entfernt. Obwohl die verflixte Woche, die vor ihm liegt, wohl selbst den abgebrühten Superhelden an die Grenzen seiner Belastbarkeit bringen würde. Denn der angehende Koch entwickelt das fragwürdige Talent an den seltsamsten Orten über Leichen zu stolpern. Ausgerechnet jetzt trifft er auch noch seine absolute Traumfrau. Sie zu beeindrucken und ganz nebenbei die sterblichen Überreste, die ihn auf Schritt und Tritt zu verfolgen scheinen, unauffällig zu entsorgen, verlangen von Johann einigen Einfallsreichtum..... Meine Meinung Im ersten Moment hat es den Anschein, als ob Lendnitz ein verschlafenes Örtchen wäre, in dem die Bewohner entweder aus Altersschwäche oder aus purer Langeweile das Zeitliche segnen. Kein Wunder also, dass Hauptkommissar Reichel die Tage bis zu seiner Pensionierung zählt und dabei hofft, auch nun nicht mehr mit allzu komplizierten Fällen betraut zu werden. Dass diese Hoffnung trügerisch ist, zeichnet sich schon auf den ersten Seiten dieses rabenschwarzen Kriminalromans ab, denn mit der Idylle in Lendnitz ist es schlagartig vorbei, als im Schlosshotel die erste Leiche gefunden wird. Obwohl diese sicher genug Aufregung und Gesprächsstoff für die nächsten Jahre liefern würde, ist sie doch erst der Auftakt zu einer skurrilen Anhäufung ungewöhnlicher Todesfälle. Und Hauptprotagonist Johann Mühlbauer entwickelt das fragwürdige Talent, stets als erster über die sterblichen Überreste zu stolpern. Aus Angst vor möglichen Konsequenzen lässt er sowohl Leiche, als auch Beweismaterial verschwinden und gerät so immer tiefer in den Strudel der kuriosen Ereignisse. Einen klassischen Krimi, in dem hochmotivierte Ermittler, Detektive oder sonstige Spürnasen den oder die Täter jagen, darf man von Dorothea Böhmes Erzählung allerdings nicht erwarten, denn dann dürfte man wohl etwas enttäuscht sein. Wenn man sich aber darauf einlässt, mal einen rabenschwarzen, humorvollen Roman mit kuriosen Todesfällen, irren Zeugen, unmotivierten Ermittlern und skurrilen Protagonisten zu lesen, dann wird man mit einer rasanten und urkomischen Erzählung belohnt. Der Schreibstil der Autorin ist locker und beschwingt. Dadurch spürt man beim Lesen förmlich das Augenzwinkern, mit dem sie die skurrilen Ereignisse erzählt. Dieser Kriminalroman, der deutlich aus der Art schlägt, zaubert einem beim Lesen ganz unwillkürlich ein Lächeln ins Gesicht. Die Autorin schafft es mühelos ihr rasantes Tempo durchgehend zu halten. Denn eine Verwicklung jagt die nächste und irgendwie scheint alles zusammenzuhängen. Doch warum, das eigentlich so ist, das kann man sich nicht erklären und deshalb bleibt man gerne am Ball, um endlich zu erfahren, welcher Auslöser eigentlich für die Verkettung der mehr als ungewöhnlichen Umstände verantwortlich ist. Die Auflösung überrascht und zeigt einmal mehr, dass man wirklich niemandem trauen kann. Obwohl hochspannende Kriminalromane oder Thriller sonst eher meinen Geschmack treffen, hat mich dieser ungewöhnliche, rabenschwarze Krimi von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Ich empfehle ihn deshalb gerne weiter und freue mich bereits jetzt auf weitere Bücher der Autorin.

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  • Rezension zu "Sauhaxn: Kriminalroman" von Dorothea Böhme

    Sauhaxn

    Caro1893x

    31. July 2012 um 22:28

    Zum Inhalt: Johann ist Azubi. Er möchte Koch werden und lernt deswegen in der Küche eines Restaurants. Der Chef mag ihn nicht und auch ansonsten ist Johann eher ein Typ, der nicht viel in seinem Leben erlebt. Wohnt noch bei Mama, hat keine Freundin usw. Doch das ändert sich schlagartig, als Johann eines Morgens auf die Leiche seines Chefs stößt. Völlig in Panik lässt er diese verschwinden, wird dabei aber von einem anderen Koch beobachtet. Dieser geht natürlich völlig panisch zur Polizei. Dort nimmt ihn jedoch niemand ernst und er landet im Krankenhaus. Und obwohl Johann dachte, das wäre alles schon schlimm genug, wird sein Leben jeden Tag ein bisschen verrückter. Denn als sollte eine Leiche nicht genug sein, taucht Tag für Tag eine neue auf und Johann gerät immer tiefer in das Schlamassel. Und dann begegnet er auch noch einer Frau, in die er sicht auf den ersten Blick verliebt. Ausgerechnet die ist mit einem äußerst unangenehmen Bauer verheiratet. Johanns Leben scheint einfach nicht besser zu werden. Meine Meinung: Bei "Sauhaxn" handelt es sich um keinen Krimi im klassischen Sinn. Das sollte man schon mal als Erstes für alle potentiellen Leser erwähnen. Da der Verlag nämlich "Kriminalroman" vorne drauf gedruckt hat könnte man das etwas falsch verstehen. "Sauhaxn" ist ein sehr skurriler und böser Krimi, der voller schwarzem Humor ist. Er lebt weniger von der Spannung, als von seinem Humor. Im Prinzip gibt es gar keinen richtigen Fall, obwohl es viele Leichen gibt. Natürlich gibt es zu den Leichen auch meistens einen Mörder, doch steht hier nicht im Vordergrund, dass der Fall gelöst wird, da man als Leser schon längst weiß, wer der Täter ist. Die Autorin hat eine unglaublich gute Schreibweise, die sich total gut lesen lässt. Sie baut immer wieder literarische Finessen ein, die wirklich toll sind. Jeder Abschnitt endet mit einem Satz, der im nächsten Abschnitt in ein bisschen abgewandelter Form wieder aufgegriffen wird, das ist echt klasse. Das trägt sehr gut zu einem tollen Lesefluss und -spaß bei. Zudem schafft es die Autorin, die Personen so raffiniert miteinander zu verwickeln, dass es echt ein Spaß ist. Dazu kommt noch, was die Personen gegenseit voneinander denken. Das stimmt nämlich in aller Regel nicht und ist genau deswegen sehr amüsant zu lesen. Die Protagonisten sind ebenfalls sehr humorvoll und unverwechselbar. Johann ist ein etwas unsicherer junger Mann, der an einigen Stellen auch ein klitzekleines bisschen nervig ist. Vorallem da als er denkt, dass die Polizei ihn auf jeden Fall für den Täter halten muss. Auch sonst ist er ein bisschen naiv und das stört manchmal so ein bisschen. Aber ansonsten sind die Personen herrlich überspitzt dargestellt und gut getroffen. Krimis solcher Art werden sicherlich nicht meine Lieblingskrimis, da ich schon zugeben muss, dass mir die Spannung irgendwie gefehlt hat. Und auch ein bisschen die Ernsthaftigkeit. Denn am Ende werden die Fälle auch nicht wirklich aufgelöst. Der Leser weiß zwar im Prinzip alles, aber die Pollizei geht von komplett anderen Tatvorgängen aus. Das ist zwar schon lustig und passt auch total gut zu der Geschichte aber trotzdem reicht mir das für einen Krimi nicht. Ich denke man sollte vielleicht mit dem Wissen an das Buch gehen, dass es sich um keinen Kriminalroman im klassischen Sinn handelt und nur aufgrund der vielen Leichen in dieses Genre eingeordnet wird. Das ist sicherlich auch ein Fehler des Verlags, denn der Aufdruck vorne auf dem Buch könnte potentielle Leser schon täuschen und beim Lesen dann evtl. auch enttäuschen. Da ich wirklich offen für alles bin und auch jedes Genre zu lesen versuche, war ich nicht enttäuscht sondern eher überrascht, weil ich so einen "Krimi" nicht erwartet hatte, aber anderen könnte es da vielleicht anders gehen. Die Autorin sagt allerdings auch mit Recht, dass aufgrund der vielen Leichen, dass Buch im Prinzip in das Genre "Kriminalroman" eingeordnet werden MUSSTE. Fazit: Ein Krimi, der nicht von der Spannung sondern von seinem schwarzen Humor lebt, der mich stellenweise nicht 100% überzeugt, aber über die komplette Zeit gut unterhalten hat. Die literarischen Feinheiten machen das Buch zu einem Lesevergnügen. Und trotz allem werde ich in Zukunft wohl eher wieder zu Krimis greifen, die richtig spannend sind.

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  • Rezension zu "Sauhaxn: Kriminalroman" von Dorothea Böhme

    Sauhaxn

    Lauscherin

    22. July 2012 um 21:26

    Lendnitz: ein todlangweiliges Örtchen im Süden Deutschlands, in dem scheinbar nichts Spannendes passiert – scheinbar! Johann Mühlbauer ist Kochlehrling im Schlosshotel, dem ganzen Stolz Lendnitz‘. Sein großes Vorbild ist Bruce Willis, dem er selbst in seinen kühnsten Träumen nicht das Wasser reichen kann. Doch insgeheim hofft er, auch einmal in solch spannende Verwicklungen ähnlich seines Idols hineinzugeraten – und das passiert schneller, als ihm lieb ist. Von einem auf den anderen Tag wird sein Alltag von Leichen gepflastert – egal, ob es sich dabei um seinen Küchenchef oder einen Zuhälter handelt – alle kleben sie scheinbar an Johanns Hosenbein. Der wiederum hat keine Ahnung, wie er damit umgehen soll, zumal sein Souchef stur und steif behauptet, er wäre der Mörder der teilweise unbekannten Toten. Daher sieht Johannes als einzigen Ausweg heil aus dieser Angelegenheit herauszukommen, die Leichen zu entsorgen – und was eignet sich da besser als ein Bauernhof in der Nähe. Während des ganzen Schlamassels lernt er zudem die Traumfrau seines Lebens kennen, die scheinbar unerreichbar für ihn ist. Und auch die Polizei tappt komplett im Dunkeln und geht immer wieder den falschen Fährten nach, die von entlaufenen Schweinen und Drogen-dealenden Hausfrauen zeugen. Bei diesem extrem rasanten Krimi handelt es sich nicht wirklich um einen Regionalroman, da man nur wenig Lokalkolorit darin findet. Eine Tatsache, die mich aber überhaupt nicht gestört hat. Das Buch ist einfach unglaublich einfallsreich, gespickt mit perfekt gesetztem schwarzem Humor und lässt kein Auge trocken. Die unglaublichsten Verknüpfungen treten nach und nach zum Vorschein und geben dem Krimi eine besondere Würze. Es gab nicht eine Seite, die Langeweile erzeugt hätte – und so etwas findet sich meiner Meinung nach extrem selten. Allein vom Cover hätte ich das Buch vermutlich nicht gewählt, da ich es nicht besonders ansprechend fand. Aber der Schein trügt! Was sich hinter dem Einband verbirgt ist einsame Spitze und uneingeschränkt empfehlenswert! Ich hoffe, bald wieder etwas von Dorothea Böhme lesen zu können!

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