Dorothea Brande

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Schriftsteller werden

Schriftsteller werden

 (19)
Erschienen am 28.08.2009

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Rezension zu "Schriftsteller werden" von Dorothea Brande

Wenige hilfreiche Tipps
ScriptumFelicisvor 10 Monaten

Inhalt:

Das Buch ist in 17 einzelne Kapitel aufgeteilt und jedes davon behandelt ein gewisses Thema, die ich zur Veranschaulichung kurz beleuchten werde.

Vorwort: Die Autorin berichtet von ihrer eigenen Tätigkeit in dieser Branche und ihren Erfahrungen mit anderen Schriftstellern. Zum umstrittenen Thema „Genie/Talent kann nicht gelehrt werden“ nimmt sie klar Stellung und glaubt sehr wohl daran, dass man Schreiben lernen kann. Die Zauberformel, wie Brande es in ihrem Buch nennt, möchte sie dem Schüler gerne näher bringen und ihm lehren diese Formel zu entdecken und für sich zu nutzen.

Kapitel 1: Behandelt die meistgefürchtete und meistgehasste Blockade aller Schriftsteller – Die Schreibblockade. Anhand Brandes Ausführungen gibt es insgesamt 4 davon, zum einen „Die Schwierigkeit überhaupt zu schreiben“, „Der Einzelbuchautor“, „Der Gelegenheitsschreiber“ und „Der uneinheitliche Schreiber“.

Kapitel 2: Handelt vom Schriftsteller und seinem Charakter. Es wird zwischen echten und unechten Künstlern unterschieden und beleuchtet die beiden Seelen in der Brust eines Schriftstellers.

Kapitel 3: Nennt die Vorteile zweier Seelen in einem Körper und gibt Ratschläge, wie man am besten damit umgeht. Zum Beispiel werden folgende Fragen beleuchtet: In welcher Situation ist der Künstler am Werk und wann das Alltags-Ich und in welchem Augenblick soll man wen vorschicken? Am Ende dieses Kapitels gibt es eine Übung, welche einem dabei hilft sich selbst und andere objektiv zu betrachten.

Kapitel 4: Gibt Ratschläge zum Thema Kräfte sparen, Vorstellungskraft und der richtigen Grundhaltung. Auch das Thema Gewohnheiten wird kurz angeschnitten, aber erst im nächsten Kapitel ausführlicher behandelt. Das letzte Unterkapitel wendet sich an Lehrende und macht darauf aufmerksam das, wenn Schüler ihre Werke vorlesen müssen, es eher schadet, als hilft.

Kapitel 5: Beleuchtet das Unbewusste und wie man es anhand einiger Übungen bewusst steuert. Zudem kann man anhand einer Übung lernen flüssig und leicht zu schreiben.

Kapitel 6: Zeigt einem wie man das Schreiben mithilfe fester Schreibzeiten zur Gewohnheit macht.

Kapitel 7 und 8: Dreht es sich um die eigenen Texte, welche man kritisch betrachten und seine eigenen Stärken und Schwächen analysieren soll. Brande rät zusätzlich, weitere Dinge zu finden, die einem guttun und beim Schreiben unterstützend wirken.

Kapitel 10: Beinhaltet das Thema Nachahmung anderer Autoren und was man nachahmen kann oder NIEMALS nachahmen soll.

Kapitel 11: Anhand vorgeschlagenen Übungen, lernt man wieder richtig zu sehen und alles als „Neu und noch nie da gewesen“ aufzunehmen.

Kapitel 12: Hilft die eigene Sprache und Überzeugung zu finden.

Kapitel 13: Thematisiert die Freizeitgestaltung.

Mithilfe von Kapitel 14 wird schließlich eine Übungsgeschichte erstellt und in Kapitel 15-17 wird das „große Geheimnis“ der Schriftsteller aufgedeckt.

Meinung:

Dieser Schreibratgeber behandelt nicht das Thema „Wie schreibt man“ sondern „Wie wird man Schriftsteller“. Es stützt sich daher mehr auf das Innenleben eines Schriftstellers, als auf Schreibtechniken. Eigentlich sehr spannend, doch trotzdem konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen.

Es wird sehr viel um den „heißen Brei“ herumgeredet, sprich, die Autorin kommt nicht zum Punkt. Einige Kapitel sind sehr oberflächlich und vage gehalten, was mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Ein gutes Beispiel ist das Kapitel mit den Schreibblockaden. Diese 4 Arten werden zwar kurz beleuchtet aber nirgends steht geschrieben, wie man am besten damit umgeht. Es steht zwar geschrieben das man diese Blockaden bzw. innere Hemmung überwinden muss, aber wo bleibt das Wie?

Zudem findet man im Buch einige Stellen, in denen man sich wiedererkennt und mit dem Kopf nickt, wobei sich dies durch die fehlende Tiefe eher ernüchternd auswirkt.

Die Arbeit zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein, welches im Buch eingehend thematisiert wird, ist hingegen sehr spannend und aufschlussreich. Zudem macht Brande dem angehenden Schriftsteller Mut, sagt auch klipp und klar, wann man seinen Traum begraben sollte.

Die Untertitel finde ich, zumindest zum Teil, sehr schlecht gewählt. Beispiel: „Wie Sie sich zum Schriftsteller entwickeln“. Wenn ich den Titel lese, erwarte ich, dass man mir auch sagt, wie ich mich am besten zum Schriftsteller entwickle und nicht nur „In erster Linie geht es darum, das Temperament eines Schriftstellers in sich zu entwickeln.“. Ja, was ist denn damit genau gemeint? Die Liebe zum Schreiben? Die Fantasie? Die Impulse zu Schreiben? Was genau ist mit Temperament gemeint?

Die Übungen, die einem im Buch zur Verfügung gestellt werden sind sehr hilfreich, aber auch hier fehlt zum Teil eine genaue Anleitung wie man etwas am besten bewerkstelligt.

Was ich hingegen toll finde, ist die Tatsache, dass Brande dem Schüler zeigen will, dass man mit einer positiven Grundhaltung mehr erreichen kann, als wenn man ständig behauptet „das kann ich nicht“.

Die Übungsgeschichte ist das Highlight im Buch, weswegen ich jedem, der sich das Buch zulegen will, rate, diese Übung mit bestem Wissen und Gewissen auszuführen.

Fazit:

Es hat einige gute Ansätze und trotzdem bleibt es oft oberflächlich und schwammig. Ich hätte mir da mehr Tiefgang gewünscht.

Das Highlight ist ganz klar Kapitel 14 (Eine Übungsgeschichte). Wie schon erwähnt: Ich empfehle jedem, der sich das Buch anschafft, diese Übung gewissenhaft durchzuführen.

Ich empfehle dieses Buch wirklich nur blutigen Anfängern und niemandem, der sich bereits intensiver mit dem Thema „Schreiben“ auseinandergesetzt hat. Dorothea Brande sagt selbst, dass es sich an Anfänger richtet und es deshalb vor dem eigentlichen Schreibprozess gelesen werden soll.

Klar können auch Fortgeschrittene einen Nutzen aus dem Buch ziehen, besonders bei den Übungen. Aber der Nutzen ist dann wohl eher gering, weil man vieles schon weiss oder zumindest schon einmal gehört hat.

Alles in allem, konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen, denn ich bin kaum vorwärtsgekommen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich mich seit Jahren mit dem Thema beschäftige. Für Anfänger ist das Buch sehr gut geeignet aber Ich behaupte, dass es bessere Schreibratgeber für Anfänger gibt.

Deswegen ist es für mich keinesfalls ein „Das-muss-unbedingt-in-jedem- Bücherregal-eines-Schriftstellers- stehen“- Buch.

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Rezension zu "Schriftsteller werden" von Dorothea Brande

Rezension zu "Schriftsteller werden" von Dorothea Brande
Mario_Veraguthvor 4 Jahren

Grundsätzlich wird ein erfrischend anderer und leider allzu seltener Zugang zu der Materie gewählt, indem nicht primär vermittelt wird, wie man zu schreiben, charakterisieren und Umgebungen und Stimmungen glaubwürdig darzustellen hat, sondern erklärt wird, was auf dem Weg zum angehenden Künstler für vermeintlich wohlgesinnte Wegesgefährten und Schlaglöcher lauern.

Es werden die grundlegenden Voraussetzungen genau so angeschnitten wie die potentiellen Stolpersteine identifiziert und als solche möglichst deutlich gekennzeichnet. In einer Hinsicht wird quer durch das Buch rigoros Linie gefahren und zwar wenn es um Disziplin, Konsequenz und die Unabdingbarkeit von regelmäßiger Übung und der Fähigkeit zur konstruktiven Selbstkritik geht. Die Autorin nimmt sich in keiner Zeile ein Blatt vor dem Mund und offenbart eine, durch ihre berufliche Laufbahn gewonnene, tiefe Einsicht in die Wirkmechanismen zur Entstehung verlegbarer Literatur und hat den für sie selbst zum Nachteil gereichenden Schneid, in einem einzigen Buch fast alles darzulegen, was es zum schöpferisch-kreativen Faktor des Schreibhandwerks zu sagen gibt. Keine Option auf weitere Teile wird inkludiert, das Risiko, Leser zu vergraulen oder durch die Ehrlichkeit bedingte negative Reaktionen bewusst in Kauf genommen. Und dieser für die Autorin unpraktische Aufwand nur, um Menschen entweder vor dem Verderb in Form eines hoffnungslosen Unterfangens zu schützen, indem sie drastisch die Realität vor Augen führt oder den disziplinierten und talentierten Anfängern das bestmögliche Rüstzeug mit auf den entbehrungsreichen Weg zu geben. Die Annahme liegt nahe, dass eine derartige Geisteshaltung im Bereich der Literaturtheorie seinesgleichen sucht und dem Werk der Autorin mit Hochachtung zu begegnen ist.

Einzig die wiederholten Einbindungen der Bedeutung von Bewusstem und Unterbewusstem können auf die Dauer enervierend wirken, wenn man beispielsweise von Psychologie nicht sonderlich viel hält oder es als gutgemeintes Motivationsgeplänkel versteht, das im krassen Gegensatz zu den ansonsten wohl fundierten Aussagen des Buches steht. Ein, angesichts der erdrückenden Übermacht derartiger Gedankengebäude zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Buches vor bald über 80 Jahren, allerdings entschuldbarer Fauxpas.

Der Anspruch der vom Buch regelmäßig offerierten Übungen steigert sich von Aufwärmübungen am Anfang über durchaus knifflige Vorlagen im Laufe der Lektüre und animiert somit zur Steigerung der eigenen Leistung.

Von der Bandbreite her wird beinah alles inkludiert, was literaturschaffungstheoretisch Relevanz hat, von der Beschreibung von Schreibblockaden samt Auflösung über Festlegung bestimmter Schreibzeiten, Schreibkonzepte, objektive Beurteilung der eigenen Arbeit und Erläuterungen zu der scheinbar unbedeutendsten Kleinigkeit, die aber für manchen von entscheidender Relevanz sein kann.

Mit weiblicher Sensibilität bringt Brande Verständnis für die Seelenqualen angehender Künstler auf, denen viele auf eher selbstinszenatorische Elemente setzenden männlichen Autoren von Schreibratgebern eher wenig Aufmerksamkeit widmen und stattdessen vermehrt rein nur auf Technik ohne Herz setzen. Trotz dieses besonderen Zugangs zur Materie spart sie nicht mit harten Fakten, die den Motivierten und Willigen vor Augen führen, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen und vor allem nicht gänzlich unbeschadet am Ziel angekommen ist. Schweiß und Rückschläge gehören einfach dazu und es gebührt der Autorin höchster Respekt dafür, keine Plattitüden zu verzapfen, sondern offen und ehrlich auch der Erwartungshaltung selbstkritischer Leser gerecht zu werden und die Tatsache offen auszusprechen, die niemand hörten will und Leute, die Ratgeberbücher schreiben, üblicherweise meiden, um die Kundschaft nicht zu vergraulen. Wenn es nicht geht, dann lass es sein. Ehrlich, gut gemeint und nur allzu wahr.

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Dayaneras avatar

Rezension zu "Schriftsteller werden" von Dorothea Brande

Rezension zu "Schriftsteller werden" von Dorothea Brande
Dayaneravor 9 Jahren

Wenn man sich von diesem Buch Schreibtipps zu Plot und Charaktererschaffung erhofft, hat man weit gefehlt. Vielmehr vermittelt Dorothea Brande Wissen über das "Sein" des Schriftstellers oder des Möchtegern-Autors. Das bewusste und das unbewusste Schreiben. Man lernt wie man sich aufs Schreiben vorbereiten kann und was man unternehmen kann, um endlich den Mut aufzubringen mit der eigenen Erzählung loszulegen.
Für mich ein "must" BEVOR man andere Bücher zu Creative Writing oder ähnliches liest.

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