Dorothea Hahn

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Autor von Hillary.

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Hillary
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 (3)
Erschienen am 20.10.2016

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Rezension zu "Hillary" von Dorothea Hahn

Die Kandidatin
GernotUhlvor 7 Monaten

Aus: https://www.eulengezwitscher.com/single-post/rezension/clinton-hillary

 

Diese Wahl wird keinen Sieger hervorbringen, höchstens eine neue US-Präsidentin. Sollte Hillary das Rennen machen, muss sie erst einmal Scherben beseitigen. Der schmutzige Wahlkampf hat sie beschädigt: Donald Trump hat Zweifel an ihrer persönlichen und die politischen Eignung für das höchste Staatsamt gesät: Krank sei sie - und korrupt. Ist sie stark genug, Präsidentin aller Amerikaner zu werden? Eine neue Biografie lässt Antworten erahnen.

 

Hillary Clinton wird es schwer haben im Weißen Haus. Viele Amerikaner wollen sie lieber im Gefängnis sehen als im Oval Office - das haben sie im Wahlkampf immer wieder skandiert. Clinton weiß um den Hass, der ihr entgegen schlägt. Sie kennt auch die Vorwürfe: Zu unecht sei sie in ihrem einstudierten Auftreten, zu schwach (vor allem gesundheitlich), zu unprofessionell (mit Blick auf die E-Mail-Affären), zu verbissen und eine Kandidatin von gestern. Möglicherweise stimmt das alles, aber vielleicht auch nichts: Hillary Clinton ist vor allem eine berechnende und ehrgeizige Politmanagerin. Was ihr Glaubwürdigkeit und Authentizität zu fehlen scheint, macht sie durch politische Verlässlichkeit und Berechenbarkeit wett. Und so schwach kann sie auch nicht sein, wenn man bedenkt, wie souverän sie erst in Schatten ihres Übermannes Bill Clinton getreten ist - und wieder heraus. Bill hat es ihr nicht eben leicht gemacht: Er war ein erfolgreicher Präsident, ein lausiger Ehemann und ein charismatischer Entertainer (mit Saxophon). Hillary dagegen setzt auf staatstragende Seriosität, auf Konsequenz und Beharrlichkeit. Seit vielen Jahrzehnten arbeitet sie sich unermüdlich die Karriereleiter hinauf. Sie ist eine umtriebige Unternehmertochter, die Jura studiert und als Anwältin gearbeitet hat, an der Seite ihres Mannes ins Weiße Haus gezogen ist und seine erniedrigenden Seitensprünge ausgehalten hat, die danach als Senatorin und Außenministerin selbst in die Politik gegangen ist und die parteiinterne Niederlage gegen Barack Obama erhobenen Hauptes verkraftet hat. So manche Zwangspause im beruflichen Aufstieg hat sie genutzt, um frischen Atem zu schöpfen. Dabei hat sie sich immer wieder selbst neu erfunden. Ja, sie ist eine Kandidatin von gestern gewesen - aber eine, die sich ins Heute weiterentwickelt hat. Übrigens hat sie auch in der Vergangenheit schon kräftig daran mitgearbeitet, Männer wie Trump vom Weißen Haus fernzuhalten: Sie war als Anwältin an der Amtsenthebungsklage gegen den Skandal-Präsidenten Richard Nixon beteiligt...

 

Die druckfrische Biografie von Dorothea Hahn zeichnet Hillary Clintons Lebensweg aus der gebotenen Distanz und angenehm nüchtern nach. Die Biografin spielt mit offenen Karten und berichtet, dass ihre Interview-Anfragen vom Clinton-Team nicht beantwortet worden sind. Das macht nichts. Clinton ist seit Jahren immer wieder von Kritikern und Bewunderern befragt worden, so dass ohnehin nur Sprechblasen hätten erwartet werden dürfen. Dorothea Hahn gibt ihrem zeitgemäß schlanken Buch eine ganz andere und spannende Wendung. Diese Biografie ist aus deutscher Perspektive geschrieben. Wer dieses Buch liest, muss nicht befürchten, abgehängt zu werden: Denn Dorothea Hahn liefert alle zum Verständnis von Hillary Clinton nötigen Hintergründe und Fakten mit. Das schafft sie gewissermaßen nebenbei und ohne Schwung aus der Lebensgeschichte zu nehmen. Wer schon eines der zahllosen Bücher von und über Hillary gelesen hat, wird wenig Neues entdecken. Wer sich aber einen fundierten Eindruck von ihr machen will, der über Zeitungswissen und Vorurteile hinausreicht, der wird viel Freude an diesem Buch finden, das zudem locker geschrieben ist.

 

Eulengezwitscher. Bücher, Biografien und Blog von Gernot Uhl

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M

Rezension zu "Hillary" von Dorothea Hahn

Resümee
michael_lehmann-papevor 2 Jahren

Resümee

Sicher war der Gedanke zu Zeiten, als Dorothea Hahn ihre übersichtliche Biographie zu Hillary Clinton verfasst hat noch der, hier wohl fast mit Sicherheit die neue Präsidentin der USA zu portraitieren. Und zudem im Vorfeld der Wahl einen Einblick für ein „näheres Kennenlernen“ der Kandidatin und ihres Programmes zu geben

Aber gerade weil es anders gekommen ist, lohnt die Lektüre dieses Werkes.

Von den frühen Ambitionen bis hinein in den nun abgeschlossenen, aktuellen Wahlkampf reicht die Zeitspanne, die Hahn sehr flüssig und verständlich in Sprache und Stil vorlegt.

Wobei die Kapitel über die Niederlage 2008 in den Vorwahlen gegen Barack Obama mit die interessantesten im Buch sind, was die Persönlichkeit und den Umgang mit Druck und Niederlagen bei Hillary Clinton angeht. Genauso fassungslos wie damals, als Obama „aus dem nichts“ und „aus dem Stand heraus“ sie auf den hinteren Rang verwies, ergeht es Hillary Clinton in den gegenwärtigen Tagen.

Warum das so ist, wie Stimmungen kippen können, vor allem aber, warum genau diese Hillary Clinton es „in sich trägt“ (und das lässt sich nicht wegleugnen“, das „man“ sie „nicht will“, das lässt sich aus dieser Biographie herauslesen, an manchen Stellen zwar eher als Ahnung, ansonsten aber durchaus klar und präzise geschildert („Schock in Iowa).

Und ein Zweites liest sich mit bei dieser Biographie. Wie ein „Establishment“ entsteht, wie ein Netzwerk ans Laufe gebracht und am Laufen gehalten wird und wie dann dennoch das Leben eben nicht kontrolliert werden kann. Ein Establishment, die Analysen der aktuellen Wahl berichten es, von dem viele Wahlberechtigte „die Nase voll haben“, das gerade bei Hillary Clinton (viel im Blick auf die Eskapaden und Affären ihres Mannes hin) „Mauscheleien“, Strippen ziehen, unter den Tisch werfen, in Vergleiche gehen fast schon als eigenes politisches Programm anzusehen ist.

Wobei es schwierig ist, auch für Dorothea Hahn, „hinter die Fassade“ zu blicken und tatsächlich einen Blick auf die „echte Person“ werfen zu können. Im Lauf der Lektüre schleicht sich eher die Ahnung beim Leser ein, dass eben (fast) alles sorgsam aufgebautes, immer präsentes „Image“ ist.

„Erneut erwies sich Hillary als gute Verliererin“.

Ob dem wirklich so war und ist, das wird auch in dieser Biographie nicht unbedingt klarer, auch wenn Hahn sorgsam chronologisch die äußeren Fakten und Stationen dieses „Politikerinnen-Lebens“ abschreitet. Ebenso besteht am Ende der biographischen Darlegungen die politischen Vorstellungen Clintons eher aus indiziengestützten Vermutungen von Dorothea Hahn.

Was alles nun nicht mehr an der Realität geprüft werden kann.

Eine Lektüre, die viel Faktenwissen und viel äußere Beschreibung des Lebensweges darstellt, aber nicht wirklich hinter die Fassade der öffentlichen Person dringt.

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K

Rezension zu "Hillary" von Dorothea Hahn

„Im Kopf konservativ, im Herzen links“ (S. 30)
kvelvor 2 Jahren

Inhalt – gemäß Umschlaginnenseite:
Seit über einem Vierteljahrhundert ist Hillary Rodham Clinton an den Entscheidungen ihres Landes beteiligt. Wenige sind so erfahren im politischen Geschäft, und ihre überragende Intelligenz ziehen selbst die Gegner nicht in Zweifel. Doch das Leben im Zentrum der Macht hat Spuren hinterlassen: Die Nähe zum großen Geld, die Befürwortung einer interventionistischen Außenpolitik und die zahlreichen Skandale, die die Karriere der Clintons begleitet haben, kratzen an ihrer Glaubwürdigkeit. Kann diese Frau in dem derzeit in den USA herrschenden aufgewühlten Klima für gesellschaftliche Versöhnung und politische Lösungen sorgen? Was ist von ihr als Präsidentin zu erwarten?


Zuerst ein Anmerkung meinerseits:
Ich habe bisher keine Biographie und auch keine Autobiographie zu Hillary Clinton gelesen, daher kann ich dieses Buch nicht in Relation zu anderen Werken einordnen.


Meine Intension zu diesem Buch war, mich vor der Wahlentscheidung in den USA über Hillary zu informieren, auch um sie besser einschätzen zu können.
Dazu überzeugte mich die Buchbeschreibung mit folgenden Aussagen:
„in dieser politischen Biographie ein ebenso differenziertes wie fesselndes Porträt“ und „Was ist von ihr als Präsidentin zu erwarten?“.


Meine Meinung:
Leider muss ich sagen, dass beide Versprechungen meine Erwartungen in meinen Augen nicht erfüllen konnten.


Hillary wird in diesem Buch überwiegend positiv dargestellt.
Gut, dies mag nicht unbedingt ein Kritikpunkt gegen dieses Buch sein, aber insgesamt hatte ich während des Lesens ehr den Eindruck eine Nacherzählung einer Autobiographie zu lesen.
Ok, auch dies mag nicht unbedingt als Kritikpunkt gegen dieses Buch gelten, aber verstärkte meinen Eindruck, dass das „differenzierte“ Porträt für meinen Geschmack etwas zu kurz kam.


Auch die Aussicht, was von Hillary als Präsidentin zu erwarten wäre, war für meinen Geschmack zu kurz und zu oberflächlich.


In der Abhandlung wird zwar u.a. auch das Hillary's-Mail-Server-Thema angesprochen, aber es wurde leider nicht weiter vertieft.
Es fehlte mir die weitergehende Recherche darüber, was diese für Auswirkungen hatte oder haben würde.
Dies war mir leider zu wenig.


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