Dorothea Müller , Frank Mueller TOM - eine Knastgeschichte

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Inhaltsangabe zu „TOM - eine Knastgeschichte“ von Dorothea Müller

Tom sitzt im Knast, ohne Schulabschluss, ohne Außenkontakt und ohne Hoffnung auf eine Zukunftsperspektive. In der Isolation und Einsamkeit seiner Zelle beginnt er, über sein Leben nachzudenken. Die Akzeptanz zweier ausländischer Knastkumpel und die Zuwendung eines älteren Vollzugsbeamten lassen sein verkümmertes Selbstbewusstsein, das er zeitlebens hinter einer großen Klappe und Macho-Verhalten verborgen hat, langsam erwachen. Die Hilfe eines ehrenamtlichen Betreuers von "draußen", gegen den er sich zunächst mit aller Macht sträubt, gibt ihm das Selbstvertrauen, einen Schulabschluss zu versuchen. Die Begegnung mit dem Ehrenamtlichen gestaltet sich nicht konfliktfrei. Doch Schulte, lebenserfahren und beharrlich, lässt sich von Tom nicht provozieren und gewinnt nach und nach sein Vertrauen. Hierbei ist nicht zuletzt Schultes Hund Falco in Mittler, durch den Tom mehr versteht, als im Worte hätten begreiflich machen können. Neben Toms innerer Entwicklung wird die Härte und Unerbittlichkeit des Gefängnisalltags beschrieben, der aber, trotz allem, von einem Teil alltäglicher Verpflichtungen entbindet - und somit lebensuntüchtig, und, nach einer langen Haftstrafe, lebensunfähig machen kann. Nicht verschwiegen werden auch die Schwierigkeiten, denen sich die Vollzugsbeamten ausgesetzt sehen. Sie unterliegen den Haftbedingungen is zur Pensionierung. Es gibt keine Lösungen, kein Happy-End. Doch dank der Unterstützung von "drinnen und draussen" gelingt es Tom zu erkennen, dass er allein es ist, der für sein leben Verantwortung trägt. Auch wenn die Ausgangsbedingungen nicht leicht sind und waren. Aus dieser Erkenntnis heraus, kann er eine mögliche Perspektive erkennen und sich auf den Weg machen.

Ein packendes Thema, intensiv und realistisch geschrieben. Leicht zu lesen und trotzdem mit viel Stoff zum Nachdenken.

— Igelmanu66
Igelmanu66

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    TOM - eine Knastgeschichte
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    »Im Vollzug der Freiheitsstrafe soll der Gefangene fähig werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. (§2 StVollzG)« Tom sitzt im Gefängnis. Wofür er verurteilt wurde, wird nicht thematisiert, aber es wird schon deutlich, dass es sich um eine mehrjährige Haftstrafe handelt, die er absitzen muss. In der Einsamkeit seiner Zelle und dem streng geregelten Alltag kann er den Gedanken, die ihn bestürmen, nicht entkommen. Toms ganzes Sein besteht aus Wut, Enttäuschung und Erinnerungen, die er tief in sich begräbt. Ganz sicher gibt es für ihn nichts in der Zukunft, auf das er hoffen oder auf das er hinarbeiten kann! Zwei Mithäftlinge und ein ehrenamtlicher Betreuer schaffen es, zu ihm durchzudringen und plötzlich erkennt Tom, dass es da doch noch etwas für ihn geben könnte – aber er muss auch seinen Anteil dazu beitragen. Ein schwerer und völlig neuer Weg liegt vor ihm… Als ich dieses Buch entdeckte, reizte es mich sofort, weil es einen Einblick in die ganz besondere Welt „Gefängnis“ versprach, von der man – wenn im Leben alles „normal“ verläuft, gewöhnlich keine Ahnung hat. Die Autorin aber weiß, wovon sie schreibt, denn sie hat in zehn Jahren als ehrenamtliche Betreuerin im Strafvollzug, als Schöffin am Jugendgericht und nach drei Jahrzehnten als Lehrerin in einer Schule für Kinder mit Lernbehinderung ausreichend Einblicke gesammelt und viele „Karrieren“ straffällig gewordener Jugendlicher miterlebt. Die Schilderungen wirken realistisch und ungeschönt. Auch sind sie in keiner Weise einseitig, im Gegenteil. Es gibt geradezu bösartige Schließer, die ihre Machtposition auszunutzen scheinen – im Gegensatz dazu aber wirklich nette Vollzugsbeamte (hier zum Beispiel „Papa Witt“). Es gibt Mithäftlinge, denen man tunlichst aus dem Weg gehen sollte und solche, die sozial umgänglich sind und zu Freunden werden können. Es gibt Einsamkeit, Zwang und Unfreiheit, aber auch Bildungsangebote, Betreuung und Halt durch Regeln. Tom steht vor diversen Schwierigkeiten. Er kommt aus einem bildungsfernen Umfeld, er hat keinen Schulabschluss, kann kaum lesen und schreiben. Für ziemlich viele Dinge im Gefängnis müssen die Häftlinge aber Anträge schreiben, eine gewaltige Hürde für Tom. Und die Bildungsangebote? Die Betreuung? Die angebotenen Gruppen? Tom hat in seinem Leben nicht gelernt, zu jemandem Vertrauen zu haben und seine Probleme hat er gewöhnlich entweder durch Weglaufen oder durch Gewalt gelöst. »Wie soll jemand resozialisiert werden, wenn er doch schon vorher nie sozialisiert war?« Das Buch stellt kritische Fragen, hält sich aber weder mit Schuldzuweisungen auf noch damit, jemanden zu bedauern. Weder soll mit dem erhobenen Zeigefinger das Bild des Strafgefangenen als Mahnung präsentiert werden, noch soll der Leser vor Mitleid mit Tom und seiner schweren Kindheit zerfließen. Es geht letztlich darum zu zeigen, dass man selbst für sich und sein Schicksal die Verantwortung übernehmen muss – und das ist eine Wahrheit, die für jeden gilt, nicht nur für straffällig gewordene Menschen. Die Schilderung ist lebendig, immer ganz nah dran an Tom, seinen Gedanken und Gefühlen. Wenn in seinem Kopf alles durcheinander geht, weil er selber noch nicht versteht, was in ihm vorgeht, dann kann man das als Leser genau nachempfinden. Für Begriffe, die der „Nicht-Knacki“ vielleicht nicht versteht, gibt es im Anhang das „Knacki-Wörterbuch“, außerdem Auszüge aus dem Strafvollzuggesetz, das in Gefängnissen gilt. Durch Querverweise im Text wird immer wieder darauf Bezug genommen. Fazit: Ein packendes Thema, intensiv und realistisch geschrieben. Leicht zu lesen und trotzdem mit viel Stoff zum Nachdenken. Ein Jugendbuch, das auch den erwachsenen Leser anspricht. »Es hat lange gedauert, bis er wirklich begriffen hat, dass er für sich und seine Sachen mit verantwortlich ist. Und zwar egal, wie die Bedingungen sind oder waren.«

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    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    18. January 2016 um 09:24