Dorothea S. Baltenstein , Michael Schmid Vier Tage währt die Nacht.

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Inhaltsangabe zu „Vier Tage währt die Nacht.“ von Dorothea S. Baltenstein

Schottland, im Jahre des Herrn 1817. Jonathan Lloyd erhält von seinem alten Freund Sir Mortimer Pope eine Einladung nach Boroughmore Castle. Ein literarischer Wettstreit ist geplant; man will sich treffen wie einst die Shelleys sich mit Lord Byron in der Schweiz trafen, wo Mary Shelley die Inspiration zu Frankenstein hatte. Aber bereits in der ersten Nacht stürzt die Zugbrücke des Schlosses ein, was ein Todesopfer fordert. Unvermittelt eingesperrt müssen die Literaten erkennen, dass ein Mörder unter ihnen weilt, der einen nach dem anderen von ihnen tötet. Und plötzlich geht es nicht länger um die schönen Künste, sondern um das nackte Überleben...
Laut der arg kurzen Information des Klappentextes ist dieser Roman das einzige Werk der Autorin, die mit 30 starb, und muss irgendwann in den 20er-Jahren entstanden sein. Des Weiteren verspricht der Klappentext einen romantischen Schauerroman. Das ist nicht gelogen. Es fehlt kein einziges Element dieser Literaturgattung, die die Fundamente für den fantastischen Roman legte. Also heult der Sturm, während unsere aufrechten Helden in einer alten Burg nach Geheimgängen und einem Mörder suchen, der in einer so gebildeten Runde eigentlich undenkbar ist. Und damit keine Missverständnisse aufkommen, das ist durchaus mit dem gebührenden Ernst erzählt.
In einer Zeit, in der Thriller und Horrorromane noch immer größtenteils von Serienkillern und Realismus pur dominiert werden, sollte man annehmen, dass eine solche Geschichte hoffnungslos antiquiert, wenn nicht sogar albern wirkt. Aber das tut sie nicht. Zugegeben, der Leser sollte hier schon einen gewissen Sinn für derartige Hommagen mitbringen, um nicht enttäuscht zu werden. Doch die Autorin hat einen gelungenen Roman geschrieben, der anders als der übliche Historienkrimi ist und gerade durch seine altmodische Erzählweise gefällt und Spaß macht. --Andreas Decker
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  • Vier Tage währt die Nacht

    Vier Tage währt die Nacht.

    Gegen_den_Strom_lesen

    06. April 2017 um 14:25

    Die Entstehung des Buches ist selbst schon eine spannende Geschichte und Wert hier kurz beschrieben zu werden: Dorothea S. Baltenstein ist ein Sammelpseudonym einer Gruppe von vier Berliner Schülerinnen und deren früherer Lehrer. Im Rahmen eines dreijährigen Projektes wurde der Roman gemeinschaftlich geschrieben. Anschließend sollte ein Verlag gesucht werden, der auch gefunden wurde.Die Veröffentlichung war jedoch an mehrere Bedingungen geknüpft. Das Buch durfte nur unter einem Pseudonym, ohne Andeutung auf das Schülerprojekt veröffentlicht werden. Zusätzlich wurde die fiktive Person Dorothea S. Baltenstein erfunden, die um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert gelebt haben soll und selbst ein tragisches Ende mit 30 Jahren erfahren hat. Ihr einziges Manuskript sei nie veröffentlicht worden und der Herausgeber Michael Schmid habe es im 21. Jahrhundert  zufällig auf einem Dachboden gefunden und veröffentlicht.Soviel zur fiktiven Autorin. Der Stern kam nach einem halben Jahr der Veröffentlichung hinter das Geheimnis der Dorothea S. Baltenstein und enthüllte das Schülerprojekt.Wer mehr darüber erfahren will, klickt hier. Nun zum Inhalt des Buches. Obwohl der Roman ein zeitgenössischer ist, liest er sich wie ein klassischer Schauerroman des 19. Jahrhunderts. Die Kulisse ist ein düsteres Schloss in den schottischen Highlands. Der Schlossherr lädt Freunde zu einem literarischen Wettstreit in das Gemäuer sein. Bereits in der ersten Nacht stürzt die Zugbrücke ein, was ein Todesopfer fordert. Der Weg nach draußen ist abgeschnitten… Die Literaten müssen erkennen, dass ein Mörder unter ihnen weilt, der einen nach dem anderen von ihnen tötet. Anscheinend ist der Mörder ein Märchenliebhaber, er gibt Rätsel auf, die mit den Gebrüdern Grimm zusammen hängen. Auf der Suche nach dem literarischen Muster für die Ungeheuerlichkeiten wird der Kreis der Verdächtigen schließlich immer kleiner…   Ein spannender Schauer-Kriminalroman, mysteriös, märchenhaft, gruselig, absolut empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Vier Tage währt die Nacht." von Dorothea S. Baltenstein

    Vier Tage währt die Nacht.

    LeseMaus

    24. January 2010 um 10:35

    Anfänglich war es nicht leicht, einen Zugang zum Buch zu finden. Bedingt durch die Sprache, die angelehnt sein soll an die des vorletzten Jahrhunderts, braucht man zumindest einen kleinen Anlauf. Hat man das überwunden, so geschieht erst einmal lange nichts. Bis zum ersten Mord hat man erst einmal etliche Seiten hinter sich zu bringen. Alles dreht sich um das Schloss, auf das verschiedene Literaten eingeladen werden. Daher ist es ganz hilfreich, dass die einzelnen Trakte und Räume des Schlosses auch in einer kleinen Grafik dargestellt werden, damit man sich zurecht findet. Auch die Sitzordnung der sich immer mehr dezimierenden Gesellschaft wird gezeigt, was ebenfalls hilfreich ist, solange man die Charaktere noch nicht so gut kennt. Alles in allem wird das Buch dann doch recht spannend, wenn man die Längen zwischendurch aushält.

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  • Rezension zu "Vier Tage währt die Nacht." von Dorothea S. Baltenstein

    Vier Tage währt die Nacht.

    Miss_Lizzie

    30. May 2009 um 22:15

    Schottland, in einem eisigen Winter des Jahres 1817: Jonathan Lloyd ist unterwegs zu Sir Mortimer Pope, seinem väterlichen Freund und Mentor. Insgesamt zehn Dichter und Schriftsteller treffen sich zu einem literarischen Stelldichein auf dessen Burg, wo ein ein illustrer Wettstreit zwischen den Poeten stattfindet. Ein jeder hat ein Werk im Gepäck, das er den anderen vortragen soll. . Da ist der düstere Engländer Robert Milton, bei dem Jonathan sofort instinktiv auf Abstand geht; da ist der der liebenswert-zerstreute Professor Prescott, ein Gelehrter für Geschichte und Philosophie mit ein paar hinreißenden Angewohnheiten; der schottische Vikar Father Thomas Olivier, ein gütig erscheinender Geistlicher; die dunkle, melancholisch wirkende Alice Stalliot und ihr eher derb erscheinender, dem Alkohol zusprechender Ehemann George; der elegante Vicomte de Marais; der pfiffige Amerikaner Samuel E. Goldsmith sowie nicht zuletzt die junge, wunderschöne Nightingale Dubois, die Mortimer bereits von Kindesbeinen an kennt und zu der sich Jonathan sofort hingezogen fühlt. . Alles ist bereit für das literarische Schaffen - doch dann geschieht ein Unglück. Die Zugbrücke stürzt ein und fordert ein Todesopfer, die restlichen Versammelten sind von der Außenwelt abgeschnitten. Aber war es wirklich ein Unfall? Denn schon bald darauf gibt es den nächsten Todesfall - und noch weitere werden folgen ... . Das Buch hat alles, was eine typische "Gothic Novel" auszeichnet: Eine düstere Burg mit verwinkelten Ecken und geheimen Gängen als Schauplatz, eine Folterkammer, eine unheimliche Legende innerhalb der Geschichte, Naturgewalten und eine Reihe unerklärlicher Vorfälle, die sich sukkssesive zu einem Schreckensszenario ausweiten. Ein weiterer Pluspunkt sind die Charaktere, die ob ihrer Unterschiedlichkeit viel Raum für Konflikte und Verwirrungen bieten. Der Ich-Erzähler Jonathan Lloyd ist eine angenehme Figur, für die der Leser sofort Sympathie empfindet. . Er ist auch der Einzige, von dem man sicher weiß, dass er nicht als Mörder in Frage kommt - alle anderen Beteiligten sind bis zur Auflösung am Schluss verdächtig, wobei sich die Verdachtsmomente mit fortschreitender Handlung immer wieder verlagern. Doch obwohl man - außer Jonathan - niemanden vom Mordverdacht frei sprechen kann, ergreift man als Leser bald Partei für den einen oder anderen Charakter. So verfolgt man vor allem die zart aufkeimende Annäherung zwischen Jonathan und Nightingale Dubois mit Spannung, ohne sich zu einem Zeitpunkt darauf verlassen zu können, ob es am Ende wirklich zu einem Happy-End für die beiden reicht. . Kleine Mängel liegen in der manchmal zu sehr auf altmodischen getrimmten Sprache und den ausufernden Beschreibungen, die vor allem den Einstieg langatmig gestalten. . "Vier Tage währt die Nacht" ist unterm Strich auf jeden Fall solide Krimikost mit schauerromantischem Flair, gespickt mit interessanten Charakteren und einer spannenden Handlung. Für einen Debütroman ist es sogar überdurchschnittlich gut gelungen und bietet sich gerade zur aktuellen Winterzeit als Lektüre vor dem heimischen Kamin an - als Weihnachtsgeschenk für Leseratten also durchaus zu empfehlen.

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