Dorothy L. Sayers

 4.2 Sterne bei 403 Bewertungen
Autorin von Aufruhr in Oxford, Ein Toter zu wenig und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Dorothy L. Sayers

Dorothy L. Sayers, 1893 - 1957, legte als eine der ersten Frauen an der Universität ihres Geburtsortes Oxford ihr Examen ab. Mit ihren mehr als zwanzig Detektivromanen schrieb sie Literaturgeschichte, und sie gehört neben Agatha Christie und P.D. James zur Trias der großen englischen «Ladies of Crime». Schon in ihrem 1923 erschienenen Erstling «Ein Toter zu wenig» führte sie die Figur des eleganten, finanziell unabhängigen Lord Peter Wimsey ein, der aus moralischen Motiven Verbrechen aufklärt. Dieser äußerst scharfsinnige Amateurdetektiv avancierte zu einem der populärsten Krimihelden des Jahrhunderts.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Ein Toter zu wenig (Neuausgabe)

 (3)
Neu erschienen am 10.03.2020 als Hardcover bei ROWOHLT Wunderlich. Es ist der 1. Band der Reihe "Ein Fall für Lord Peter Wimsey".

Alle Bücher von Dorothy L. Sayers

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Buchformat:
Cover des Buches Aufruhr in Oxford9783644218819

Aufruhr in Oxford

 (28)
Erschienen am 22.07.2016
Cover des Buches Ein Toter zu wenig9783644222014

Ein Toter zu wenig

 (28)
Erschienen am 22.01.2016
Cover des Buches Mord braucht Reklame9783644219113

Mord braucht Reklame

 (25)
Erschienen am 22.04.2016
Cover des Buches Hochzeit kommt vor dem Fall9783644219014

Hochzeit kommt vor dem Fall

 (21)
Erschienen am 22.07.2016
Cover des Buches Der Glocken Schlag9783644221819

Der Glocken Schlag

 (21)
Erschienen am 01.12.2015
Cover des Buches Starkes Gift9783644223219

Starkes Gift

 (22)
Erschienen am 22.04.2016
Cover des Buches Der Mann mit den Kupferfingern9783644221918

Der Mann mit den Kupferfingern

 (19)
Erschienen am 22.01.2016
Cover des Buches Diskrete Zeugen9783644555914

Diskrete Zeugen

 (18)
Erschienen am 22.01.2016

Neue Rezensionen zu Dorothy L. Sayers

Neu

Rezension zu "Ein Toter zu wenig (Neuausgabe)" von Dorothy L. Sayers

...durchaus kurzweilige Krimi-Unterhaltung von einer der „British Crime Ladies“!
AndreasKueckvor 25 Tagen

Dorothy Leigh Sayers (* 13. Juni 1893/ † 17. Dezember 1957) war nicht nur beinah gleichaltrig mit Agatha Christie, sie galt – wie Christie – als eine der herausragenden „British Crime Ladies“. Diesen Ruf begründete sie anhand ihrer scharfsinnigen Kriminalromane rund um den gediegenen Amateurdetektiv Lord Peter Wimsey. Gemeinsam mit Christie und einigen weiteren Autoren gründete Sayers 1932 den „Detection Club“, eine Vereinigung zur Förderung des klassischen Kriminalromans. Von 1949 bis 1957 war sie zudem Präsidentin dieses Clubs, dessen Mitglieder sich zur Einhaltung bestimmter Regeln verpflichteten, die vor allem der Fairness gegenüber dem Leser dienen sollten.

Schon im Jahre 1919 beschäftigte sie sich erstmals mit der Idee, einen Kriminalroman zu schreiben. Doch erst im Sommer des Jahres 1921 sollte sie ihn auch beenden. Dabei führte sie bis zum Schluss an ihrem Erstlingsroman Änderungen durch. So schrieb sie noch im Januar 1921 an ihre Mutter: „Mein Kriminalroman beginnt heiter mit dem Fund einer toten korpulenten Dame, die in einer Badewanne liegt und nichts trägt außer ihrem Kneifer.“ Gegenüber dieser Beschreibung gab es in der Endfassung des Romans eine entscheidende Veränderung…

Mr. Thipps ist entsetzt: In seinem Badezimmer liegt ein toter Mann in der Wanne. Und wäre dieser Umstand nicht schon skandalös genug, so ist der Tote mit nichts als einem Kneifer „bekleidet“. Lord Peter Wimsey ist entzückt: Im Badezimmer des kleinen, unbedeutenden Architekten Mr. Thipps befindet sich ein toter Mann. Und wäre dieser Umstand nicht schon pikant genug, so ist der Tote mit nichts als einem Kneifer „bekleidet“. In welcher Art und Weise eine Situation wahrgenommen wird, ist somit davon abhängig, aus welcher Perspektive sie betrachtet wird. Mr. Thipps Perspektive ist denkbar ungünstig: Für den ermittelnden Inspektor Sugg ist Thipps der Hauptverdächtige und gehört in Untersuchungshaft. Aus Lord Peter Wimseys Perspektive betrachtet, ist Inspektor Sugg ein inkompetenter Vollidiot, dem es möglichst auszuweichen gilt. Vielmehr hält er sich an seinen alten Bekannten Charles Parker vom Scotland Yard, der sich gerade mit dem mysteriösen Verschwinden eines wohlhabenden Geschäftsmannes beschäftigt. Beide beschließen, ihre Kompetenzen zu bündeln. Zusammen mit Wimseys Diener Bunter und dessen Talent für Forensik, versuchen sie so gemeinsam beide Fälle zu lösen. Aber sind es denn auch wirklich zwei ganz und gar unterschiedliche Fälle?

Wenn ich mir einen Vergleich erlauben darf (Und wir Leser*innen lieben doch Vergleiche, oder?), dann würde ich diesen Kriminalroman als „Agatha Christie trifft P.G. Wodehouse“ beschreiben. Sayers Stil ist eindeutig britisch-klassisch und erinnert so zwangsläufig an ihre Wegbegleiterin Agatha Christie. Dies scheint wenig verwunderlich, da die beiden Damen sich sicherlich gegenseitig beraten, ausgetauscht, wenn nicht sogar inspiriert haben. Neu sind hierbei das galante Fabulieren und die scharfzüngigen Kommentare zwischen Wimsey und seinem Diener, was Wodehouse mit seinen „Jeeves“-Geschichten bis zur Perfektion trieb. Leider nimmt das humoristische Geplänkel hierbei anfangs etwas überhand und lenkt somit vom eigentlichen Kriminalfall ab. Auch wirken einige Personen in ihrer Charakterisierung beinah wie Karikaturen: Da gibt es den tumben Inspektor, den plietsche Diener, und für den affektierten Hauptdarsteller scheint das Kriminalisieren nur eine nette Zerstreuung, um die Zeit zwischen Pferderennen und Lunch im Club zu überbrücken. Bis dahin erschien mir diese Art der Porträtierung des Handlungspersonals für einen Krimi auf Dauer zu oberflächlich.

Ich war kurz davor, das Buch unbeendet aus der Hand zu legen, als die Handlung plötzlich an Fahrt aufnahm und die Atmosphäre sich veränderte. Zeigte sich der Hauptdarsteller bisher mit durchaus unterhaltsamen aber auch trivial anmutenden Allüren, wandelte er sich nun zum mitfühlenden Wesen, dem bewusst wird, welche Verantwortung er für die Betroffenen bei der Auflösung des Falls trägt. Zudem lässt Sayers Situationen in die Handlung einfließen, die das Verhältnis zwischen Wimsey und seinem Diener Bunter in einem gänzlich neuen Licht erscheinen lässt. So wird aus dem aristokratischen Schnösel zu meiner Überraschung ein vielschichtiger Charakter mit Tiefe, bei dem ich gerne mehr von seinen verborgenen Seiten erspähen möchte. Auch die Dialoge zwischen Wimsey und Parker gestaltete die Autorin äußerst raffiniert und informativ: Hier begegnen sich zwei Spürnasen auf Augenhöhe unabhängig von Klassenunterschiede.

Schon ab der Mitte des Romans zeichnet sich ab, wer der Täter ist, und dieser Verdacht wird am Ende auch bestätigt. Im Vordergrund dieses Romans steht somit nicht das Vergnügen des Lesers, gemeinsam mit den Kriminologen dem Täter auf die Spur zu kommen und ihn in einem großen Showdown zu überführen. Vielmehr taucht der Leser in die Psychologie des Mörders ein, um so seine Beweggründe für die Tat nachzuvollziehen, und begleitet die Ermittler in ihrem Bemühen, dem Täter eben diese Tat nachzuweisen.

Dank der von mir soeben beschriebenen Wendung in der Handlung bin ich gerne bereit, dem ehrwürdigen Lord Peter Wimsey eine weitere Chance zu gewähren.

Im Jahre 2009 nahm die Zeitung „The Guardian“ diesen Kriminalromane in ihre „Liste der tausend Romane, die jeder gelesen haben sollte“ auf.

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Rezension zu "Ein Toter zu wenig (Neuausgabe)" von Dorothy L. Sayers

Ihr Auftritt Lord Peter Wimsey
aus-erlesenvor 3 Monaten

„In meiner Badewanne in ich Kapitän“. Es ist nicht überliefert, ob Mr. Thipps jemals in selbiger diese Zeilen sang. Wohl eher nicht. Jetzt ist es auch nicht mehr möglich, denn die Badewanne ist besetzt. Wahrscheinlich von einem Reuben Levy. So vermutet es die Polizei. Die Polizei? Wieso kommt die bei Mr. Thipps vorbei, wenn die Badewanne besetzt ist? Das Problem ist, dass der vermeintliche Reuben Levy die Wonnen der Wanne nicht mehr genießen kann. Er ist tot! Und Mr. Thipps ist der Verdächtige Nummer Eins in den Augen Inspector Sugg. 

Über Umwege gelangt die Meldung über die Verhaftung und den Verdächtigungen von Mr. Thipps zu Lord Peter Wimsey. Dieser Peter Wimsey ist von Beruf, ja, was ist er eigentlich? Lord? Im Nebenberuf ist er Detektiv. Und er ist ein Gentleman. Gebildet, Abschluss cumma sum laude, eloquent, ein Sport-Ass, wenn es um Cricket geht. Und er kann seiner Mutter keinen Wunsch abschlagen. Die bittet nun ihren Sohn sich der Sache anzunehmen und den armen Tropf Thipps aus den Klauen der Polizei zu holen. Wenn möglich auch gleich noch den wahren Mörder finden. Aber das ist eh das Gleiche wie Thipps zu helfen. Denn der verhält sich ziemlich tölpelhaft. Verstrickt sich in Widersprüchen, so dass jeder noch so dämliche Ermittler gar keinen anderen Ausweg sieht als ihn mitzunehmen. 

Levy ist tot. Das steht schon mal fest. Doch er ist nicht derjenige, der in Thipps Badewanne liegt. Da passt so einiges nicht zusammen. Der Kneifer zum Beispiel gehört jemand ganz anderem. Der meldet sich auf eine Anzeige. Cleverer Schachzug per Annonce den Besitzer des Kneifers zu suchen. Wimsey sieht sofort, dass Kneifer, Levys Ruf und der Mann in der Wanne niemals eine Symbiose eingehen können. Alles wieder auf Anfang? 

Dorothy L. Sayers erschuf mit dem distinguierten Peter Wimsey einen Ermittler, der viele Nachahmer fand, die ihm und seiner Schöpferin aber nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen konnten. Noblesse oblige, gepaart mit Subtilität und der nötigen Portion Rafinesse - Wimsey ist zwar Engländer, doch bei ihm schlägt der französische Zweig der Familie mehr durch als beim Rest der Sippe – verhelfen ihm immer zum Erfolg. Seinen treuen Buttler Bunter hat er aus Kriegstagen mit in die Wirklichkeit übernommen. Er ist der Ruhepol, der Haus und Hof zusammenhält, seinen eigenen Kopf hat, diesen aber niemals gegen seinen Herren erheben könnte. Die Lösung seines ersten Falles ist kurios und zufällig wie es nur einer Dorothy L. Sayers einfallen kann. An der Oberfläche kratzen, hilft. Das freigelegte Wissen nutzen, gelingt nur wenigen. Es in eine Form bringen, die weltweit süchtig macht, das schafft nur Eine.


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Rezension zu "Glocken in der Neujahrsnacht (Lord Peter Wimsey - Kriminalhörspiel 1)" von Dorothy L. Sayers

Spannung und Atmosphäre ala Dorothy L. Sayers
Luelue83vor 7 Monaten

Es ist Sylvester. Ein Unwetter hindert Lord Peter Wimsey daran weiter zu reisen und zwingt Ihn in einem Pfarrhaus eines kleinen Ortes zuflucht zu suchen. Natürlich wird der Allrounder sofort um einen gefallen gebeten und springt für einen erkrankten Leuter ein. Nichts ahnent rutscht er damit mitten ein einen neuen Fall: auf dem Friedhof wird eine unbekannte Leiche gefunden und alle Puzzelteile führen zu einem Herrenhaus aus dem vor vielen Jahren ein Smagard gestohlen wurde. Oder ist doch nichts so wie es scheint. 

Ich mag den britischen Charme Lord Peter Wimseys was auch dieses Hörspiel zu was besonderem Macht. Der Fall ist spannend und der aufmersame Hörer kann wunderbar mitgrübeln.

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Dorothy L. Sayers wurde am 18. Juni 1893 in Oxford (Großbritannien) geboren.

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