Dorothy Parker

 3.9 Sterne bei 96 Bewertungen
Autorin von New Yorker Geschichten, New Yorker Geschichten und weiteren Büchern.
Autorenbild von Dorothy Parker (©kein Urheberrecht mehr)

Lebenslauf von Dorothy Parker

Dorothy Parker wird als Dorothy Rothschild am 22. August 1893 in New Jersey geboren. Ihre Erziehung findet hauptsächlich in Privatschulen in New Jersey und New York statt, da sie bereits in jungen Jahren ihre Familie verliert. Sie beginnt früh mit dem Schreiben und reicht schon mit 21 Jahren erste Manuskripte bei verschiedenen Zeitungen ein. 1916 wird ihr Gedicht „Any Porch“ in der Zeitschrift Vanity Fair veröffentlicht, die Parker zwei Jahre später als Kritikerin anstellt. Bis 1920 macht sich Parker einen Namen als New Yorks einzige weibliche Theaterkritikerin und 1919 ist sie unter den Gründungsmitgliedern des berühmten literarischen Zirkels des Algonquin Hotels. Sie ist bekannt für ihren eigenen Stil, der sich durch Sarkasmus, Ironie und Schlagfertigkeit auszeichnet. 1922 erscheint ihre erste Kurzgeschichte „Such a Pretty Little Picture“, was den Beginn ihrer Schriftstellerkarriere markiert. 1925 erscheint die Premierenausgabe des New Yorkers – und Parker ist eine der ersten Autorinnen, die darin veröffentlicht werden. Kurz darauf fängt sie als Literaturkritikerin für den New Yorker an und bekommt ihre eigene Kolumne. In den dreißiger Jahren arbeitet sie in Hollywood als Drehbuchautorin für MGM und wird für „Ein Stern geht auf“ sogar mit einem Oscar nominiert. Im Laufe ihres Lebens engagiert sie sich zunehmend politisch und ihre Texte sind geprägt von Themen wie dem Geschlechterkampf und der Stellung der Frau. In den 1950ern wird sie als Kommunistin verdächtigt und mehrfach verhört, was ihre Karriere als Drehbuchautorin beendet. Sie lebt ab 1952 abwechselnd in New York und Los Angeles. Am 7. Juni 1967 stirbt Dorothy Parker allein in einem Hotelzimmer in New York an einem Herzinfarkt. Ihr Nachlass wird an Martin Luther King und eine Stiftung für die Rechte Schwarzer (NAACP) übertragen. Dorothy Parker gilt bis heute als eine der bedeutendsten Autorinnen ihrer Zeit.

Alle Bücher von Dorothy Parker

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Cover des Buches New Yorker Geschichten9783036959511

New Yorker Geschichten

 (45)
Erschienen am 30.08.2016
Cover des Buches Morgenstund hat Gift im Mund9783036956169

Morgenstund hat Gift im Mund

 (6)
Erschienen am 01.07.2011
Cover des Buches Du warst ganz prima9783036955896

Du warst ganz prima

 (5)
Erschienen am 27.01.2011
Cover des Buches Eine starke Blondine9783499220401

Eine starke Blondine

 (4)
Erschienen am 01.01.1996
Cover des Buches Das Butterkremherz9783036956473

Das Butterkremherz

 (3)
Erschienen am 29.08.2012
Cover des Buches Dämmerung vor dem Feuerwerk9783499220838

Dämmerung vor dem Feuerwerk

 (2)
Erschienen am 01.01.1996
Cover des Buches Denn mein Herz ist frisch gebrochen9783038209447

Denn mein Herz ist frisch gebrochen

 (1)
Erschienen am 22.05.2017

Neue Rezensionen zu Dorothy Parker

Neu

Rezension zu "Denn mein Herz ist frisch gebrochen" von Dorothy Parker

Ich bin begeistert. Lesenswert!
Julia79vor einem Monat

Zunächst muss ich sagen, dass "Denn mein Herz ist frisch gebrochen" der einer von zwei Gedichtbänden unter meinen hunderten von Büchern ist. Gedichte sind mir oft zu sehnsüchtig, zu verklärt, oft schwülstig, ich stoße mich oft an Formulierungen, Gedichte sind einfach nicht mein Fall. 

Nachdem ich mich aber mit dem "Bücherkanon" von Denis Scheck auseinandergesetzt habe, von dem ich ein großer Fan bin, und er wiederholt Gedichte von Dorothy Parker vorgelesen hat, habe ich mich schon direkt in diesen Titel verliebt. "Denn mein Herz ist frisch gebrochen", das hörte sich für mich unheimlich interessant an und auch kämpferisch, wie eine Rechtfertigung. 

Der Preis, das muss man sagen, ist nicht ohne. Aber das Buch ist es wirklich wert! Man bekommt nicht nur einen zweisprachigen Gedichtband, im ausführlichen Nachwort und zuletzt in den biografischen Daten erfährt man Wissenswertes wie Erschütterndes über Dorothy Parkers Leben, ihre Arbeit und ihren Einfluß. 

Die Gedichte sind teils hakelig übersetzt, da fand ich es sehr schön, sie mit dem englischen Original zu vergleichen. Vor Ullrich Blumenbach hat sich allerdings auch niemand an eine Übersetzung ins Deutsche herangetraut und ich bin ihm sehr dankbar! 

Ich liebe diese Gedichte. Den Inhalt, die Wendungen. Die Art, wie sie über die Liebe und das Leben schreibt, mit Zynismus und Ironie über Geschlechterrollen und Abhängigkeiten schreibt. Wie sie die Wahrheit sagt, aber nicht leise und behutsam, sondern mit einem Knall, einer Pointe im letzten Satz. 

So macht Lyrik Spaß, sogar einem Gedichtmuffel wie mir! 

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Rezension zu "New Yorker Geschichten" von Dorothy Parker

Feminismus in vollendeter Boshaftigkeit
NiWavor einem Jahr

Schonungslos und messerscharf geht Dorothy Parker die Frauen an. Sie erzählt in zahlreichen Kurzgeschichten wie es der holden Weiblichkeit in der Großstadt der 1920er und 30er ergeht.

Es ist immer schwierig, eine Rezension zu einer Kurzgeschichtensammlung zu schreiben. In diesem Fall ist es unmöglich jeder Geschichte an sich gerecht zu werden. Insgesamt werden in "New Yorker Geschichten" dreißig Kurzgeschichten von Dorothy Parker zusammengefasst. Verbindende Thematik dieser Geschichten ist die holde Weiblichkeit, die in vielen Facetten zu tragen kommt.

In erster Linie hat es Dorothy Parker auf die verwöhnten Damen abgesehen. Mit äußerst spitzer Zunge rechnet sie mit den Frauen der New Yorker Gesellschaft ab, die sich mit dem Chamagnerglas in der rechten Hand von einem Herren zum nächsten schwingen, um dem Zwang einer Berufstätigkeit zu entgehen.

Oberflächlich betrachtet könnte man die Autorin fast boshaft nennen, so wie sie das Leben dieser Frauen beschreibt. Allerdings prangert sie die Abhängigkeit der Frauen vom männlichen Geschlecht an. Sie zeigt, wie eingesperrt - egal ob in der Ehe oder in der vom Geliebten finanzierten Wohnung - viele Damen sind.

"Wenn das nicht die Musterfrau gibt! Immer tun, was irgendwer anders will, ob's dir passt oder nicht. Und nie fähig, mal eine eigene Idee auch nur zu murmeln." (S. 155)

Es sind dreißig Geschichten über Geliebte, Ehefrauen und solche, die es werden wollen, schöne Mädchen und gediegene Damen - die von einer Abendveranstaltung zur nächsten hetzen.

Mir haben Dorothy Parkers "New Yorker Geschichten" gut gefallen. Manche Geschichten haben mich mehr inspiriert als andre, was bei diesem Umfang bestimmt der Regel entspricht.

Berührt hat mich, dass die Autorin zeigt, wie sehr Frauen für ihre Unabhängigkeit kämpfen müssen, wie rasch aus einer sanften Liebe Abhängigkeit wird, und wie boshaft das weibliche Geschlecht oft gegenseitig zueinander ist.

Parkers Schreibstil empfinde ich als wohlgeformt, auf elegante Art provokant und manchmal ein bisschen anzüglich. Sie überzeugt durch einen klaren Blick, ihre schneidende Zunge und eine faszinierende Boshaftigkeit, die sie meist durch das Ende der einzelnen Geschichten entschärft.

Meiner Meinung nach hat Dorothy Parker eine Sammlung vollendeter Boshaftigkeit geschaffen, die mit den Frauen abrechnet und den Männern die Rechnung präsentiert.

„New Yorker Geschichten“ ist für Leser, die sich für Frauen der gehobeneren Gesellschaft der 1920er- und 30er-Jahre interessieren und Feminismus auf boshaft-elegantem Niveau erlesen wollen.

Kommentare: 4
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Rezension zu "New Yorker Geschichten" von Dorothy Parker

Dorothy Parker: New Yorker Geschichten
littleowlvor einem Jahr

Worum geht's?

Dorothy Parker, geboren 1893 in New Jersey, zählte zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit und war für allem für ihre Schlagfertigkeit und ihren beißenden Spott berühmt-berüchtigt. Wie im Vorwort von Elke Heidenreich geschildert traute sich bei den Zusammenkünften des Literatenzirkels Algonquin in ihrer Anwesenheit niemand auf die Toilette - denn wer gerade nicht im Raum war, den machte sie kurzerhand mit messerscharfen Bemerkungen einen Kopf kürzer. Parker arbeitete als Theater- und Literaturkritikerin und verfasste unter anderem zahlreiche Kurzgeschichten. Die Stadt New York hatte in ihrem Leben eine besondere Bedeutung, in ihren Geschichten hat sie ihr ein bleibendes literarisches Denkmal gesetzt.

Meine Meinung

Ich habe schon viel Gutes über Dorothy Parker gehört, daher habe ich im Buchladen kurzerhand zugegriffen, als mir dieser Kurzgeschichtenband in die Hände gefallen ist. Die Geschichten darin stellen nur einen kleinen Auszug von Parkers Werk da und doch haben sie mir einen Eindruck davon vermittelt, warum die Autorin bis heute so verehrt wird.

Die Stories kreisen meist um die Stadt New York, das Personal ist jedoch sehr unterschiedlich. Da gibt es sehnsüchtige, naive Arbeiterfrauen, die sich ausmalen was sie mit einer Million Dollar machen würden. Ihnen gegenüber stehen verwöhnte, heuchlerische Damen der Oberschicht, über die sich Parker beispielsweise mit einem fiktiven Tagebuch herrlich lustig macht. Männer kommen in vielen Geschichten noch schlechter weg als Frauen, da reicht die Bandbreite von nichtsnutzigen Hallodris bis hin zu schamlosen Playboys. Mit scharfer Beobachtungsgabe nimmt Dorothy Parker Beziehungen zwischen Frau und Mann unter die Lupe und nutzt dazu vor allem Dialoge. Die Figuren reden aneinander vorbei, lügen sich an, scheitern an der Gleichgültigkeit des anderen, streiten über nichts, versuchen sich gegenseitig eifersüchtig zu machen oder sitzen einfach nur in qualvollem Schweigen beim zweitausendsten gemeinsamen Abendessen. Die Geschichten sind zwar schon mehr als 50 Jahre alt, doch viele von Dorothy Parkers Beobachtungen haben an Aktualität nichts verloren.

Dorothy Parker war engagierte Linke und hat sich zeitlebens ins politische Geschehen eingemischt, das merkt man auch ihren Geschichten an. In einer Kurzgeschichte kritisiert sie beispielsweise mit schneidendem Sarkasmus den Umgang von weißen Oberschichtlern mit einem schwarzen Künstler. "Soldaten der Republik", eine Reportage aus dem Spanischen Bürgerkrieg, fügt sich nicht so recht in das Gesamtbild der Kurzgeschichtensammlung ein, trotzdem fand ich es interessant, auch diese andere Seite von Parkers Werk einmal zu Gesicht zu bekommen.

Ich bereue es rückblickend ein wenig, die deutsche Ausgabe gekauft zu haben. Dorothy Parker war eine Sprachkünstlerin, soviel wird auf den etwas über 400 Seiten deutlich, und durch die Übersetzung ist wohl zwangsläufig etwas Wortwitz verloren gegangen. Auch so war die Sammlung jedoch ein großes Lesevergnügen. Besonders spannend fand ich die Geschichten, in dem Parker mit der Form experimentiert, beispielsweise nur eine Seite eines Gesprächs niederschreibt oder in Tagebuchform erzählt.

Fazit

Über ein halbes Jahrhundert nach ihrem Erscheinen sind Dorothy Parkers Kurzgeschichten immer noch äußerst lesenswert. Ihre Beobachtungen darüber, wie Paarbeziehungen und die Kommunikation in ihnen scheitern sind heute noch so brillant und unterhaltsam zu lesen wie damals.

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Zusätzliche Informationen

Dorothy Parker wurde am 22. August 1893 in Long Branch (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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