Dotschy Reinhardt Everybody's Gypsy

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Inhaltsangabe zu „Everybody's Gypsy“ von Dotschy Reinhardt

Dotschy Reinhardt erzählt von der "Gypsy-Kultur" und von den falschen Bildern, die es davon gibt. Sie erklärt, wie sich Sinti und Roma selbstbewusst gegen Ausgrenzung und die Aneignung ihrer Kultur behaupten. Und sie nimmt uns mit auf einen Roadtrip durch die Zentren der Popkultur mit Geschichten über Musik und Mode, Literatur und Kunst, Film, Fernsehen und Alltag. Der sogenannte Gypsy-Style ist fest in unserem Alltag, vor allem in der Popkultur, verankert. In Musik, Film, Fernsehen, Literatur und Mode bedient man sich gerne bei alten und falschen Klischees, die den "Gypsys" zugeschrieben werden - sie versprechen Freiheit, Sinnlichkeit und Emotionen. "Everybody's Gypsy"? Jedenfalls manchmal. Dabei haben Sinti und Roma seit Jahrhunderten auf ganz unterschiedliche Weise unsere Kultur bereichert. Dotschy Reinhardt widmet sich diesen Phänomenen, hat Musiker, Filmemacher, Autoren und andere Kulturschaffende von Berlin bis New York besucht. Sie zeigt wie gelebte Erinnerung zukunftsweisend ist. Und warum man besser kein "Zigeunerschnitzel" bestellt. 'Dotschy Reinhardt kann nicht nur singen, sondern auch in witzigen Anekdoten über ihre nicht ganz normale Kindheit als Sinteza in Süddeutschland berichten.' WDR 5 'Everybody's Gypsy - ein sehr persönliches Buch, das so manch neuen Blickwinkel eröffnet. Danke dafür!' Puzzle, BR 'Ein bisschen wild, etwas ungeordnet, durchaus auch mal dozierend, vor allem aber impulsiv und mit Herzblut verfasst [.]. Gerade das macht den Charme dieses Buches aus.' Münchner Merkur 'Dotschy Reinhardt [bietet] keine kultursoziologischen Ausführungen über Sinti und Roma, sondern die Selbstbeschreibung einer Sinteza in Deutschland [.]. Durch ihre Augen, streckenweise in tagebuchartiger Intimität, werden sowohl die leidvolle Ausgrenzung als auch das Bedürfnis nach Respekt eindringlich nachvollziehbar.' Deutschlandradio Kultur 'Reinhardt gelingt es also, diskriminierende Strukturen zu benennen und dennoch das Positive hervorzuheben.' Aviva 'Wenn du dich also für die Geschichte der kulturellen Schöpfungen von Sinti und Roman interessierst, dann lass dir dieses Werk nicht entgehen. Es räumt mit falschen Vorurteilen auf und öffnet dir in vielerlei Hinsicht die Augen.' Zuckerkick.de

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  • Die Manouches von New Orleans

    Everybody's Gypsy
    jamal_tuschick

    jamal_tuschick

    03. October 2014 um 12:15

    „Gogol Bordello“ tritt in New Orleans auf. Nach dem Konzert stürmen Roma die Garderobe und erklären, was sie gehört haben, zum „Gypsy Punk“. So wird ein Wort geboren, das synergetisch wirkt. Michaela Dotschy Reinhardt klärt die Quelle seines Ursprungs in einem exzessiven Mix aus Schwarz- Weiß – und Tagebuch. „Everybody's Gypsy: Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt“ lenkt den Blick auf eine internationale Randgruppe. Ihre Diskriminierung gehört zum Selbstverständnis der Mehrheitsgesellschaften. Sinti und Roma bilden weltweit Minderheiten. Es gibt kein Land, in dem sie die Mehrheit sind. Das heißt, die effektiven Zuschreibungen kommen immer von außen, als Urteile, die Andersartigkeit feststellen. Dotschy Reinhardt stellt einfache Fragen: „Warum ist es immer noch politisch korrekt ein „Zigeunerschnitzel“ zu bestellen? Während doch längst kein Demokrat mehr einen „Negerkuss“ oder einen „Mohrenkopf“ annimmt. Die Musikerin und Autorin erkundigt sich beim „Maggi Kochstudio“. Man speist sie ab. In den „vorgegebenen Geschmackswelten“ der Kundschaft ginge die Variabilität im Assoziationsspektrum von „Zigeuner-Hackbraten“ bis „Zigeunersoße“ gegen Null. Man könne sich darauf verlassen, dass unter Verbrauchern Gewissheit herrscht, sobald „Zigeuner“ auf der Packung steht. Dann verspricht die Sache scharf, pikant & paprikalastig zu sein. Der Selbsttest zeigt: Genauso ist es. Das kritische Bewusstsein überschreitet zu der Virtuosität von Django Reinhardt den persönlichen Horizont ohne die Spur eines Gedankens an diese Sorte Alltagsrassismus. Dotschy Reinhardt stammt aus der Dynastie des Berühmten. Sie lebt in Berlin und trifft da interessante Leute. Sie spricht mit Musikern, deren Karrieren von einschlägigen Einflüssen bereichert werden. Interviews führt sie mit Eugene Hütz („Gogol Bordello“) und Goran Bregovic, der Filme von Emir Kusturica musikalisch bewegt. Sie skizziert den Lebenslauf der Sinteza Marianne Rosenberg, die ihre Herkunft lange verleugnete. Sie erinnert an den Ausnahmeboxer Johann Trollmann, der als Sinto in einem KZ umgebracht wurde. In Talkshows kämpft sie gegen Vorurteile gegen Sinti und Roma. Sie sucht Beispiele für ihre Kultur in den Arenen des Kinos, der Literatur, Kunst und Mode. Der ins Gelingen verliebten „Gypsy-Chic“-Ausbeute steht das aus tiefen Bewusstseinsschichten aufsteigende Ressentiment wie eine Wand entgegen. Darin steckt die Furcht der Sesshaften vor (nicht unbedingt freiwillig) nomadischen Lebensformen. Dotschy Reinhardt versammelt Zeugnisse für die Identifikation des „Zigeuners“ mit dem bedrohlich Fremden. Sie zitiert Cervantes, der 1613 schrieb: „Es scheint, als würden Zigeuner nur geboren, um Diebe zu werden. … Die Lust am Stehlen ist ihnen so zur zweiten Natur geworden, dass nur der Tod sie davon abbringt“. In Jahrhunderten ergibt sich keine Entschärfung in den Betrachtungen von Sinti und Roma. In der Romantik blühen „Zigeuner“-Phantasien auf dem Parcours von Erotik bis Exotik. Davon übriggeblieben ist das Schnittmuster „Esmeralda“. Im Weiteren bleibt es bei Devianz und Delinquenz als andauernde Unterstellungen. Die Gleichsetzung von Abweichung und Kriminalität sitzt fest im Verbund homogenisierten Ansichten. Über Strecken gleicht „Everybody's Gypsy: Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt“ einer Plauderei. Dotschy Reinhardt nimmt den Leser mit zu den Stadien ihres aufregenden Lebens. Dotschy Reinhardt, „Everybody's Gypsy“, Metrolit, 224 Seiten, 17,99 €

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