Doug Johnstone

 4 Sterne bei 32 Bewertungen
Autor von Wer einmal verschwindet, Eingeäschert und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Doug Johnstone

Doug Johnstone ist Journalist, Sänger, Songwriter, Schriftsteller und – wie die wenigsten wissen – promovierter Atomphysiker. Mit seiner Frau und zwei Kindern lebt und arbeitet er in Edinburgh. Mit seinen Büchern hat er sich nicht nur in Großbritannien eine große eingeschworene Fangemeinde erobert, zu der auch bekannte Autoren wie Ian Rankin und Irvine Welsh gehören. Bereits auf Deutsch erschienen sind seine Thriller Smokeheads und Wer einmal verschwindet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Doug Johnstone

Cover des Buches Wer einmal verschwindet (ISBN: 9783442748372)

Wer einmal verschwindet

 (9)
Erschienen am 12.01.2015
Cover des Buches Der Bruch (ISBN: 9783948392208)

Der Bruch

 (6)
Erschienen am 01.03.2021
Cover des Buches Eingeäschert (ISBN: 9783948392420)

Eingeäschert

 (8)
Erschienen am 11.03.2022
Cover des Buches Smokeheads (ISBN: 9783442744053)

Smokeheads

 (6)
Erschienen am 09.07.2012
Cover des Buches Hit & Run (ISBN: 9783442749317)

Hit & Run

 (2)
Erschienen am 10.08.2015
Cover des Buches Hit & Run (ISBN: 9783641158200)

Hit & Run

 (0)
Erschienen am 10.08.2015
Cover des Buches Gone Again (ISBN: 9780571296613)

Gone Again

 (1)
Erschienen am 01.08.2013

Neue Rezensionen zu Doug Johnstone

Cover des Buches Eingeäschert (ISBN: 9783948392420)Julia79s avatar

Rezension zu "Eingeäschert" von Doug Johnstone

Gelungene Gesellschaftskritik
Julia79vor 2 Monaten

Als Jim Skelf, seines Zeichens Bestatter, überraschend stirbt, stehen Ehefrau, Tochter und Enkelin in ihrer Trauer vor der Aufgabe, das Familienunternehmen weiterzuführen. Gestorben wird immer und während Jims Asche noch nicht ganz erkaltet ist, kommen bereits die nächsten Aufträge auf die Frauen zu. Doch nicht nur die Organisation von Beerdigungen will bewältigt werden, seit einigen Jahren führte Jim zusätzlich eine Privatdetektei. Ehe sie sich versehen, stecken Dorothy, Jenny und Hannah bis zum Hals in Ermittlungen, die sie auch persönlich betreffen. Denn nicht jeder Todesfall ist natürlichen Ursprungs.

Doug Johnstone zu lesen war eine gute Wahl. Ich bin keine passionierte Krimi-Leserin, ich kann spritzendem Blut und Nervenkitzel nichts abgewinnen. Meine Ansprüche sind hoch, raffiniert und glaubhaft muss ein Krimi sein, die Figuren sollen lebendig wirken. Von der ersten Seite an lässt einen der schottische Autor dabei sein, angefangen mit den Geschehnissen um die Einäscherung von Jim. Man wandelt unter den Figuren, lernt sie kennen, ihre Gefühle, Sorgen und Unzulänglichkeiten offenbaren sich wie nebenbei, während die Handlung mit kontinuierlich steigender Spannung ihren Weg geht. Zu einschneidenden Geschehnissen beleuchtet, seziert und reflektiert er ihr Fühlen und Handeln sehr plastisch. Unterstützt wird dies durch die kurzen Kapitel, in denen der personale Erzähler immer einer der drei Skelf-Frauen folgt. 

In "Eingeäschert" werden die unterschiedlichen Fälle, in denen die Detektei ermittelt, sorgsam aufbereitet, ausgebreitet und analysiert. Moralische Fragen spielen eine große Rolle, Schuld, Verantwortung und Gewissen. Die Verbrechen stehen bei Doug Johnstone dabei nicht im Vordergrund, sondern die darin verwickelten Personen. Ihre Beziehungen zueinander sind lückenlos beschrieben, sie werden menschlich dargestellt, verletzlich, vielseitig, divers. Es sind allesamt keine Stereotypen. Der Seelenort des Romans, das Beerdigungsinstitut, bietet Anlass zur philosophischen Betrachtungsweise, ohne dass diese deplatziert oder aufgesetzt wirkt. 

Insgesamt geht dieses Buch mit seiner Gesellschaftskritik über einen Unterhaltungsroman hinaus und hat mir somit sehr viel mehr geboten, als ich von einem einfachen, spannenden Krimi erwartet habe.

Kommentare: 4
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Cover des Buches Eingeäschert (ISBN: 9783948392420)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Eingeäschert" von Doug Johnstone

Bestattung und Beschattung - ein Familienunternehmen
Gwhynwhyfarvor 5 Monaten

Der erste Satz: «Ihr Vater benötigte viel länger als erwartet, um zu verbrennen.»


Als der Bestattungsunternehmer und Besitzer einer Detektei, Jim Skelf, plötzlich verstirbt, muss sich seine Witwe Dorothy um die Familienunternehmen kümmern. Tochter Jenny, angereist nach Edinburgh, hat gerade ihren Job und die Wohnung verloren, wird ihr zur Seite stehen. Enkelin Hannah studiert zwar noch, wird aber interessehalber eingebunden, weil ihre beste Freundin und Mitbewohnerin spurlos verschwunden ist. Indy, die an der Theke der Unternehmen jobt, wohnt ebenso in Studenten-WG, ist die Lebenspartnerin von Jenny. Beim Durchgang der Konten fällt Dorothy auf, dass Jim regelmäßige Geldzahlungen an eine unbekannte Frau getätigt hat – das seit zehn Jahren, jeden Monat. Und weil diese drei Frauen in ihre Recherchen eingebunden sind, übernimmt Jenny den Fall einer Ehemannüberwachung, um ihn des Fremdgehens zu überführen, ebenso den vom alten Herrn Glasmann, der meint, von seiner Pflegerin bestohlen zu werden. 


«Das Geschäft mit dem Tod hörte nie auf. Menschen werden immer sterben, und wir werden immer trauern, und es wird uns wehtun.» 


Die Eingangsszene beginnt recht makaber mit der illegalen Einäscherung des toten Familienoberhaupts auf dem Scheiterhaufen im Garten – sein letzter Wille. Bereits der erste Satz zieht den Leser hinein. Und wer nun nach ein paar Kapiteln meint, er kenne die Lösungen der vier Fälle, wird im Verlauf mit interessanten Wendungen eines Besseren belehrt. Ersten kommt es anders, zweitens, als man denkt. Und weil immer jemand stirbt, gibt es auch genug für Archie zu tun, den Mitarbeiter, der für die Einbalsamierungen und das Aufhübschen zuständig ist, da in Irland die Toten aufgebahrt werden. Damit wäre das Team fast komplett. Ein wenig Unterstützung gibt es von einem Polizisten, dem besten Kumpel von Dorothy. Viel mehr wird nicht verraten. 


«Sie waren gesetzlich angehalten, Herzschrittmacher zu entfernen, da sie im Ofen des Krematoriums explodieren könnten. Dorothy fragte sich immer, ob jemand verletzt oder gar getötet worden war, als das zum ersten Mal passierte. Eine letzte Rache aus dem Jenseits.»


Doug Johnstone geht geruhsam vor; langsam nimmt die Geschichte Gestalt an, denn er konzentriert sich auf seine Figuren. Letztendlich geht es darum, dass Menschen, die man genau zu kennen scheint, trotzdem Geheimnisse haben, man enttäuscht ist, weil sie sie nicht geteilt haben – oder man deckt Charakterschwächen auf, die sie in einem ganz anderen Licht zeigen. Und es geht um den unvermeidlichen Tod, den Schmerz, mit dem die Überlebenden zurückbleiben. Mit viel Empathie geht der Autor an seine Figuren heran, blättert sie auf, wobei guter irischer Humor unterlegt ist. Über 400 Seiten – und ich habe sie in einem Rutsch gelesen! Die Geschichte ist spannend, zieht immer mehr hinein, weil sich neue Türen während der Recherchen öffnen und man am Ende erstaunt ist, wie die Fälle sich auflösen. Literarisch fein skizziert, eine gute Mischung aus Skurrilität eines Bestattungsinstituts, der Tätigkeit dort, der Empathie gegenüber den Angehörigen; und im nächsten Moment überfällt den Lesenden ein breites Grinsen über die geschilderte Situation. Anfänglich trauern alle Beteiligten für sich auf ihre Art um den Patriarchen, sind gefangen in eigenen Problemen, bis sie zum Ende hin feststellen, wie sie als Team zusammenspielen, gemeinsam überleben können. Ein prima Tartan Noir, nicht nur für Krimifreunde, ein Auftakt für eine interessante Serie.


Doug Johnstone stand 2019 für „Breakers“ (Der Bruch) und 2020 für „Dark Matter“ auf der Short List für den McIlvanney-Preis, nominiert für den besten schottischen Kriminalroman des Jahres. Als Journalist, Songwriter und Atomphysiker lebt er mit seiner Familie in Edinburgh.

https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/eingeaschert-von-doug-johnstone.html

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Cover des Buches Eingeäschert (ISBN: 9783948392420)buecherwurm1310s avatar

Rezension zu "Eingeäschert" von Doug Johnstone

Weiterleben
buecherwurm1310vor 7 Monaten

Das Familienoberhaupt der Skelfs und Chef eines Bestattungsinstituts mit angeschlossener Privatdetektei ist verstorben. Den Hinterbliebenen, das sind seine Frau Dorothy, Tochter Jenny und Enkelin Hannah, bleibt kaum Zeit für die Trauer, denn das Leben geht weiter und es passieren Dinge, die einer Klärung bedürfen. Jim Skelf scheint nicht der Mann gewesen zu sein, für den ihn alle gehalten haben, denn in den Unterlagen tauchen regelmäßige mysteriöse Zahlungen an eine Frau auf. Dann verschwindet auch noch Hannahs Freundin spurlos, was die Polizei nicht sonderlich interessiert. Also müssen die Frauen den Dingen selbst auf den Grund gehen.

Dieses Buch ist ein ganz besonderer Krimi, gleichzeitig düster und humorvoll. Es geht schon damit los, dass die Leiche des lieben Verstorbenen im Garten eingeäschert wird, während die Frauen darum herumstehen und zusehen. Es scheint ihnen nicht einmal so ungewöhnlich. Vielleicht geht man anders mit dem Tod um, wenn tagaus, tagein mit dem Tod zu tun hat. Trotzdem trauern sie, jede auf ihre spezielle Weise.

Dorothy will die Geheimnisse ihres Mannes herausfinden, der ihr plötzlich wie ein Fremder vorkommt. Jenny wollte eigentlich immer nur leben und nichts mit dem Tod zu tun haben, doch die Umstände bringen sie wieder zurück dorthin, von wo sie geflohen ist. Sie trägt einige Probleme mit sich herum. Bei einer Totenwache übernimmt sie einen Fall, bei dem alles anders ist als es scheint. Hannah muss feststellen, dass sie ihre beste Freundin überhaupt nicht kannte.

Während die Frauen sich um die Geschäfte kümmern, ist tief in ihnen Trauer und Schmerz.

Da alle drei Frauen zu Wort kommen, ist man nahe an ihnen dran und kann ihre Gefühle nachempfinden. Sie machen sich alle mit viel Engagement und mit wenig Professionalität an ihre Ermittlungen und verlieren dabei manchmal die notwendige Distanz. Wie schon bemerkt, konnte ich ihre Gefühle nachempfingen, ihre Handlungen nachvollziehen konnte ich eher nicht.

Es ist eine skurrile Geschichte, die so dahinplätschert und nicht unbedingt spannend ist, dafür aber immer mal wieder mit Überraschungen aufwartet. Hat mich nicht ganz überzeugt.

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