Es gibt eine unabänderliche Wahrheit in der Welt der Comic-Superhelden(und Bösewichte). Niemand bleibt für immer tot. Und das gilt auch für Hugo Strange, der am Ende von "Beute" in sein vermeintliches Ende in den dreckigen Fluten des Gotham River stürzte. Unbemerkt von der Justiz - und auch zu Beginn von Batman - kehrt er nun wieder zurück. Mehr denn je davon besessen, den Dunklen Ritter bloßzustellen (als Mörder im Batman-Kostüm) und anschließend an seinem Peiniger blutige Rache zu nehmen. Um dabei so lange wie möglich im Verborgenen zu bleiben, bedient er sich diesmal jedoch eines ungewöhnlichen "Partners": Jonathan Crane, the Scarecrow.
In der Verkleidung eines renommierten Psychiaters manipuliert er Crane für seine Zwecke und hilft ihm beim Ausbruch aus Arkham. um an dessen Angstgas zu kommen, mit dem er wiederum Batman in die Knie zwingen will. Doch er hat seinen Einfluss auf Scarecrow unterschätzt, der sich bald seines Manipulators entledigt und seinerseits einen Feldzug gegen all diejenigen startet, die ihn seit Kindestagen an erniedrigt haben - mit dem Dunklen Ritter als krönendem Abschluss.
Knapp zehn Jahre nach "Beute" (engl. "Prey") lieferten Doug Moench und Paul Gulacy mit "Wer Furcht sät ..." (engl. "Terror") die inhaltliche Fortsetzung zu der Geschichte rund um Batman und Hugo Strange ab, welche ich zeitlich dennoch nach "Das lange Halloween" eingeordnet habe, da hier bereits im Laufe des Comics von einem gewissen Two-Face die Rede ist. Strange muss in dieser Erzählung jedoch relativ schnell Scarecrow weichen, dessen Motivation als armes Mobbing-Opfer zwar einmal mehr nicht den Wahnsinn erklärt, den er verbreiten will, aber der hier zumindest einen durchaus ebenbürtigen Gegner für den noch jungen Batman darstellt.
Der ist weiterhin anfällig, zumindest was die Reize einer gewissen Catwoman angeht, welche in "Terror" ungewollt als Köder herhalten muss, um Batman in eine Falle zu locken. Das liest sich alles durchweg kurzweilig, was vor allem an den pointierten, sehr schwarzhumorigen Dialogen liegt, welche im Kontrast zu den Bildern stehen, die diesmal noch mehr das Grusel-Element der Antagonisten, allen voran Scarecrow, betonen. Die Zeichnungen wirken dabei, logischerweise, etwas moderner bzw. zeitgemäßer, setzen aber dennoch konsequent den Stil von "Beute" fort.
"Wer Furcht sät..." ist vielleicht am Ende kein Highlight des Batman-Kanons, aber doch eins der sehr lesenswerten Comics aus der Anfangszeit des Dunklen Ritters von Gotham. Wer hofft, dass den einzelnen Figuren hier neuen Facetten abgerungen werden, der sollte aber eher die Finger davon lassen. Die Unterhaltung steht in dieser Fortsetzung weitestgehend im Vordergrund - auch auf Kosten inhaltlicher Komplexität, was sich besonders im Schicksal von Hugo Strange widerspiegelt.
88/100
Original: Batman: Legends of the Dark Knight # 137-141, 2001
Doug Moench
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Neue Rezensionen zu Doug Moench
Nachdem ihm Hugo Strange noch kürzlich seine genmanipulierten Kannibalen (siehe "Batman und die Monster-Männer") auf den Hals gejagt und dabei aber letztlich versagt hatte, manipuliert er jetzt als Psychologie-Experte im Fernsehen die öffentliche Meinung und blast zur Hetzjagd auf den Vigilanten Batman. Mit Erfolg. Der ohnehin fragile Rückhalt bei der Polizei und in der Bevölkerung bröckelt, weswegen Captain James Gordon von oben nun die glasklare Order bekommt, den Dunklen Rächer endgültig aus dem Verkehr zu ziehen. Dafür wird ihm sogar ein eigenes Sonderkommando zur Verfügung gestellt. Gordon, der insgeheim weiterhin loyal zu Batman steht, zieht sämtliche Fäden, damit die Truppe keinen Erfolg bei ihrem Vorhaben hat, unterschätzt aber die Besessenheit von Sergeant Cort, der, ähnlich wie einstmals Branden, notfalls selbst das Gesetz bricht, um Batman zur Strecke zu bringen.
Das imponiert wiederum Hugo Strange, der sich durch geschickte Beeinflussung des Commissioners stets von der Task Force auf den neuesten Stand bringen lässt - immer mit dem Ziel, endlich die Identität von Batman zu lüften. Cort nutzt er dafür als willfährigen Handlanger, der bald als "Night-Scourge" selbst zum Alptraum der Verbrecher wird und dem eigentlichen Helden Gothams dadurch noch mehr schlechte Presse beschert. Als dann auch die Tochter des Bürgermeisters entführt wird, eskaliert die Situation ...
"Beute" ist ein gut gewählter Name für diese Story, wird hier doch Batman tatsächlich vom Jäger zum Gejagten und durch die allerorten drohende Gefahr erstmals in seiner noch jungen Karriere an den Rand seiner Kräfte getrieben. Wir begegnen hier einem Bruce Wayne, der angesichts zunehmender Ablehnung gegenüber Batman mehr und mehr an seiner maskierten Zweitidentität zweifelt und dank dem sinistren Wirken von Strange und dem brutalen Night Scourge kurz davor steht das Handtuch zu werfen.
Moench jongliert zwar mit einer ganzen Schar von Figuren (auch der Mob bleibt weiterhin äußerst umtriebig in Gotham), macht das aber mit einer derartigen Eleganz, dass die vielen Nebenschauplätze sich immer wieder stimmig verzahnen. Mehr noch: Gegen Ende folgt ein Klimax auf den anderen, was, unterstützt von den düsteren, aber stets filigranen (und oft auch stark erotisierten) Zeichnungen Gulacys, den Leser förmlich an die Seiten fesselt. Batman muss alle Reserven mobilisieren, um seine Gegner zur Strecke zu bringen, wodurch wir zum Schluss beinahe selbst so etwas wie Erschöpfung spüren. Gut möglich, dass Moench "Beute" hier als Blaupause für das spätere Epos "Knightfall" nutzte, in dem der Dunkle Ritter noch weit mehr über sich wird ergehen lassen müssen - und schließlich sogar wortwörtlich daran zerbricht.
Ganz so weit geht "Beute" noch nicht, aber Hugo Stranges psychologische Spielchen zeigen deutliche Wirkung bei diesem noch so verletzlichen Batman, der, von Gordon und Alfred mal abgesehen, vollkommen allein seinen Mann stehen muss. Moench und Gulacy schmieden daraus eine sogkräftige, durchaus komplexe Geschichte, die zwar visuell einmal mehr das Noir-Genre bedient, gleichzeitig aber auch auf den Psychothriller-Hype-Train der frühen 90er Jahre aufspringt. Batman-Fans und solche, die es werden wollen, seien Kauf und Lektüre dringend empfohlen. Und wer wissen will, wann und wieso zum ersten Mal das "Batsignal" am Himmel von Gotham zu sehen war, der wird hier ebenfalls "erleuchtet".
89/100
Original: Batman: Legends of the Dark Knight # 11-15, 1990-1991
Gute Geschichte über eine Seuche die in Gotham freigesetzt wird. Es zeigt einen sehr realistischen Umgang mit der Situation von den Menschen und Medien mit so einer Ausnahmesituation.
Obwohl schon vor einigen Jahren geschrieben passt es hervorragend in unsere heutige Zeit.
Viele Charaktere des Batman-Universums sind mit dabei, gute Zeichnungen, gute Dialoge.
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