Douglas Coupland JPod

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Inhaltsangabe zu „JPod“ von Douglas Coupland

Ethan Jarlewski und fünf popkulturversehrte Kollegen, deren Nachnamen
ebenfalls mit »J« anfangen, hocken Tag für in Tag in JPod, einer hermetisch
abgeriegelten architektonischen Vorhölle, die Teil einer riesigen
Spieldesignfirma ist.
Die JPodder liegen mit ihrem Marketingteam im Clinch, das
sie Tag für Tag mit der Forderung nach idiotischen Änderungen an ohnehin schon
idiotischen Spielen quält. Privat wird Ethan derweil durch so unterschiedliche
Phänomene wie mordende Mütter, Menschenschmuggel und chinesische Illegale, die
seine Wohnung besetzen, auf Trab gehalten. Douglas Coupland zeigt sich einmal
mehr als satirisch souveräner Exeget unserer heutigen Massenkultur.

witzig und amüsant - für ein paar interessante Stunden mit einer verrückten Familie :D

— Kleines91

Geniales Buch!!!! Ich brauche mehr Bücher von Coupland!

— Ayanea

Stöbern in Romane

Vom Ende an

Schreibstil gewöhnungsbedürftig. Mochte ihn schlussendlich zwar doch recht gerne aber d Geschichte selbst = imho leider ziemliches Larifari.

bugfishly

Kleine Stadt der großen Träume

Ganz anders, als anfangs erwartet, aber wieder ein sehr lesenswerter Backman, der sehr berührt.

Suska

Kleine große Schritte

Pflichtlektüre

buchstabensammlerin

Winterengel

Ein stilles und ruhiges Weihnachtsmärchen, dass aber gerade deshalb einfach nur wunderschön ist. <3 <3 <3

YumikoChan28

Die Stille zwischen Himmel und Meer

Schon nach kurzer Zeit ist man in dieses tiefsinnige und poetische Werk eingetaucht und mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen

Hexchen123

Engelsfunkeln

Wundervoll, weihnachtkich

Nichmeinschuld

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    JPod

    RobertPreis

    02. April 2014 um 14:33

    Der Titel dieser kurzen Zusammenfassung soll das Gefühl zum Ausdruck bringen, das ich beim Lesen hatte. Ich habe fast alle Coupland-Bücher gelesen und wenn es eine Kritik an seinen Büchern gibt, dann die, dass er eigentlich keine Geschichten erzählt. Es sind Personenbeschreibungen, Gesellschafts-Kritiken, Werbeslogans und inspirierende Gedankengänge, denen man gerne folgt und die man auch durchs Hirn kreisen lässt wie Vanilleeis auf der Zunge. Aber als ich das Buch zuschlug, wusste ich nicht mehr, worum es bei JPod eigentlich ging. Schade.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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  • Rezension zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    Dubhe

    17. February 2012 um 20:00

    Nicht dass es genug wäre, dass Ethan bei der Arbeit schon ein cooles Skaterspiel mit einer Schildkröte verunstalten muss. Nein, sein Privatleben ist genauso schlimm, denn seine Mutter bringt einen Rocker um, nachdem dieser ihre Cannabis-Plantage gesehen hat und ein kleiner Unfall passiert ist. Sein Vater hingegen lacht sich eine neue Freundin an, die auch noch fast die Liebste Cannabispflanze seiner Mutter umbringt und raucht. Und dann wäre da noch sein Bruder Greg, der groß in der Maklerszene tätig ist. Doch Greg ist nicht so unschuldig, wie er auf den ersten Blick zu sein scheint, um seine Lizenz nicht zu verlieren, schmuggelt er Chinesen durch das Land und sie müssen ausgerechnet in Ethans Wohnung einen Zwischenstop machen. Und dann wäre da noch der JPod, eine kleine "Wabe" in der Firma, in der Ethan arbeitet und wo die schrillsten Personen versammelt sind. Doch niemand entkommt mehr dem JPod und das möchte eine neue Kollegin nicht wahrhaben... . Ein äußerst schrilles und skuriles Buch. Es ist etwas unrealistisch, doch recht locker und leicht zu lesen. Wenn ich ehrlich bin, ist dies das skurileste Buch, das ich jemals in den Händen gehalten habe. Ethan scheint eine recht normale Person zu sein, so normal wie es eben in solchen Situationen möglich ist, doch alle um ihn herum sind etwas verrückt, wenn ich ehrlich bin. Auf jeden Fall lesenswert, und für alle die einen etwas angeschwärzten Humor haben.

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  • Leserunde zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    Daniliesing

    Nachdem der Autor Douglas Coupland direkt mit seinem Erstling "Generation X" berühmt wurde, konnte er auch danach immer wieder mit seinen außergewöhnlichen, originellen und gesellschaftskritischen Romanen begeistern. Endlich ist mit "JPod" ein neues Buch des Autors im Tropen Verlag bei Klett-Cotta erschienen, das durch einen sagenhaften Humor und einen wunderbar schrägen Plot begeistert. Wir suchen 25 Testleser, die sich dem Roman widmen möchten, der auf ganz besondere Art und Weise einen Blick auf unsere Zeit wirft. Wenn du dich mit den anderen Lesern über das Buch austauschen möchtest & abschließend eine Rezension dazu schreibst, dann unbedingt jetzt bewerben :-) *** Worum geht's? *** Ethan Jarlewski und fünf popkulturversehrte Kollegen, deren Nachnamen ebenfalls mit »J« anfangen, hocken Tag für in Tag in JPod, einer hermetisch abgeriegelten architektonischen Vorhölle, die Teil einer riesigen Spieldesignfirma ist. Die JPodder liegen mit ihrem Marketingteam im Clinch, das sie Tag für Tag mit der Forderung nach idiotischen Änderungen an ohnehin schon idiotischen Spielen quält. Privat wird Ethan derweil durch so unterschiedliche Phänomene wie mordende Mütter, Menschenschmuggel und chinesische Illegale, die seine Wohnung besetzen, auf Trab gehalten. Douglas Coupland zeigt sich einmal mehr als satirisch souveräner Exeget unserer heutigen Massenkultur. Leseprobe: http://www.klett-cotta.de/fm/14/9783608501032.pdf *** Leserunde: So könnt ihr euch bewerben *** Bis Dienstag, 30.8., könnt ihr euch hier unter "Bewerbung & Bekanntgabe der Gewinner" für eines der 25 Testleseexemplare bewerben. Verrate uns dazu, wieso du "JPod" unbedingt lesen möchtest - was reizt dich vorab schon ganz besonders am Buch? Ein paar Exemplare sind für Buch-Blogger reserviert, es kann sich aber selbstverständlich jeder bewerben. Wenn ihr einen Blog habt und ihn hier verlinkt, sind die Chancen auf ein Testleseexemplar etwas größer! Du hast das Buch nicht gewonnen oder vielleicht sogar schon gelesen? Diskutiere doch trotzdem mit uns! Jeder Leser ist herzlich zum Austausch hier in der Leserunde eingeladen! Die Leserunde startet am 07.09.2011. PS: Der Autor ist übrigens gerade auf Lesereise, wenn ihr ganz fix seid, könnt ihr ihn heute oder morgen noch sehen - die Termine findet ihr hier: http://www.klett-cotta.de/nachricht/Douglas_Coupland_mit_%C2%BBJPod%C2%AB_im_August_auf_Lesereise/17598

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  • Rezension zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. November 2011 um 19:33

    Programmierer sind eine ganz spezielle Spezies: in sich gekehrt, weltfremd und mit möglichst wenig sozialen Kontakten. Zumindest ist das das gängige Bild, was man von Programmierern im Allgemeinen hat. Douglas Coupland entführt uns in seinem Roman "JPod" mitten hinein in die Welt der Computerspielprogrammierer, speziell sogar in den JPod, einen Zusammenschluss aller Programmierer, deren Nachnamen mit J beginnen - daher dann auch der Name des Romans :) Und was wir hier erleben schweift dann doch in weiten Teilen von den Klischee ab, welches wir gerne von Programmierern haben - aber keine Angst, das ein oder andere Klischee bleibt natürlich erhalten :D Ethan Jarlewski nimmt uns mit auf eine Reise durch seine Welt. Mit möglichst wenig Motivation und Arbeitseifer und einem erstaunlichen Maß an Überstunden - wobei man sich oft genug fragt, warum denn da überhaupt überstunden anfallen, aber ganz klar: Alibi - programmieren er und seine Kollegen nun eine Schildkröte (!) in das eigentlich schon fertige Skaterspiel hinein. Aber wenn der Sohn des Chefs nunmal auf Schildkröten abfährt... Viel spannender als der Büroalltag ist jedoch Ethans Leben neben dem Büro: Seine Mutter baut im Keller des Elternhauses Hanf an und muss schonmal zum Geldeintreiben große böse Rocker mit Pistolen bedrohen, und wenn dann noch ein kleines Hundchen seine Zähne in ihre Wade rammt, dann muss auch dieses kleine Lebewesen daran glauben. Ethans Vater lebt seine Midlifecrisis vor der Kamera aus. Doch die erste Sprechrolle lässt ewig auf sich warten, dafür hat er aber nach kürzester Zeit eine Stalkerin an den Fersen, die er so schnell nicht mehr los wird und die zu allem Überfluss den Dude, die Lieblingspflanze von Ethans Mutter, zerstört. Ethans Bruder weicht auch ein wenig von der Norm ab. Als Immobilienmakler hilft er nebenbei noch einen Menschenschmugglerring und quartiert mal eben eine ganze LKW-Ladung Flüchtlinge in Ethans Wohnung ein. Der Chef des Menschenschmugglerrings Kam-Fong zeigt sich hierfür erkenntlich und schleust sich gleich mit in Ethans Freundeskreis ein. Alle lieben ihn - und das nicht nur, weil er eine ganze Ladung Kokain in die JPod-Cola mischt. Und natürlich darf auch Doglas Coupland selbst nicht fehlen. Wird er zunächst nur nebenbei erwähnt und sein schriftstellerisches Können belächelt, so sitzt er nachher Leibhaftig mit Ethan zusammen im Flieger nach China und bleibt bis zum bitteren Ende Element des Romans. Was sich bereits bei der Zusammenfassung etwas konfus und turbulent anhört, entpuppt sich auch wirklich als rasante, abstruse und wirklich komische Geschichte mit vielen vielen besonderen Charakteren, die alle auf ihre Art liebenswert sind. Viele Leser mögen sich an den Einschüben stören, so liest man beispielsweise seitenlang Primzahlen oder bekommt Pi bis auf die 1.000. Stelle aufgeführt, doch für mich persönlich passte dies perfekt in die Geschichte. Erinnerte es mich doch in weiten Teilen an meinen Arbeitsalltag. Wobei wir unsere Zeit nicht mit lustigen Spielchen verbringen, sonder tatsächlich sehr konzentriert arbeiten. Aber auch wir haben mal unsere verrückten 5 Minuten.

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  • Rezension zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    Queenelyza

    16. October 2011 um 18:28

    JPod erinnert mich an eine Tüte Haribo Colorado. Ja, ich weiß, das ist Product Placement, aber auch das passt hervorragend zum Buch. Wie in der Süßigkeitentüte steckt jede Menge Vielfalt drin, vielleicht gefällt einem nicht alles, aber man kann trotzdem irgendwie nicht damit aufhören. Und wenn man zuviel davon erwischt, schwirrt einem irgendwann der Kopf von dem ganzen Zucker... Der JPod, das ist ein Teil einer Spieledesignfirma, und zwar derjenige, in dem die Personen arbeiten, deren Nachname mit J beginnt. Um zu zeigen, wie austauschbar diese Programmierer sind, befindet sich in diesem Segment auch der amerikanische Durchschnittsbürger John Doe. Der berufliche Alltag dieser "J"s ist seltsam, aber kein Vergleich zu ihrem Privatleben. Müssen sie beruflich versuchen, eine Schildkröte in ein Skateboardspiel zu integrieren, weil der Chef das eben so will, (den Rest der Zeit dümpeln sie so vor sich hin, essen Süßigkeiten und erfinden imaginäre EBay-Anzeigen, um sich selbst zu verkaufen), ist ihr Alltag an Kuriosität teilweise kaum zu überbieten. Vor allem Ethan hat nicht nur ein Päckchen zu tragen - seine Mutter baut Drogen an und bringt Rocker um, in seiner Wohnung nistet eine Kolonie chinesischer Illegaler, sein Kleidungsstil gibt Anlaß zur Sorge und auch die Gefühle schlagen Kapriolen. In Nebenrollen treten Ronald McDonald und der Autor Douglas Coupland selbst auf, was ich zumindest im Falle von Coupland sehr gelungen finde. Ronald dagegen ist nicht so mein Fall, auch wenn es sehr lustig ist zu lesen, wie sie versuchen, ihn ins Spiel einzubauen. Wer Spaß hat an Sozialkritik, einem teilweise sehr bissigen Exkurs durch unsere Welt und die damit verbundene Massenkultur, wer gerne in ein Feuerwerk der Ideen abtaucht, der ist bei JPod an der richtigen Adresse. Dieses Buch ist ein Abenteuer, ein Ausflug in die Fantasie, eine Achterbahnfahrt mit einer Runde zusätzlich - ja, ein Feuerwerk, in dem alle nur erdenklichen Farben und noch mehr vorkommen. Ich habe noch kein Buch in der Hand gehabt, das so vielschichtig blödsinnig und gleichzeitig kritisch und auf den Punkt formuliert ist. Echter Wahnsinn, und das im positiven Sinne. Wo nimmt der Autor nur diese Ideen her? Teilweise verarbeitet er auf einer Seite mehr Ideen und skurrile Gedanken als manch anderer in einem ganzen Buch! Dazu passend sind auch ganze Seiten, auf denen scheinbar nur Blödsinn oder willkürliche Zahlenkombinationen und wirre Texte zu lesen sind. Alles hat aber irgendwie einen Bezug zum Medienzeitalter, zur IT-Kultur, zur Programmierbranche und zum Phänomen, dass wir Menschen alle immer ähnlicher und stumpfer werden, weil wir alle nur noch mit Hilfe unserer kleinen Gadgets funktionieren können. Für mich ist dieses Buch schlicht und einfach ein geniales Stück Lektüre, das zwar nicht einfach zu lesen ist, aber auf jeder Seite Spaß macht. Meinen Humor trifft es uneingeschränkt, aber ich kann auch verstehen, dass jemand dazu überhaupt keinen Zugang findet. Es ist schon sehr speziell, aber ich habe jede Sekunde davon genossen und werde es garantiert noch einmal lesen. Aus diesem Grund erhält dieses satirisch-kritische Meisterwerk von mir fünf Gummibärchen, äh Lakritzschnecken!

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  • Rezension zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    Rukhi

    16. October 2011 um 11:39

    "Und plötzlich kam alles aus mir herausgesprudelt - alle und alles... Coupland wirkte ziemlich angetan, während ich redete - er machte sich sogar Notizen! Und dann, ganz am Schluss, fragte ich, ... ob er nicht eine kleine Geschichte über mich und mein Leben schreiben wolle." Und so sollte es sein. "jPod" von Douglas Coupland erzählt Geschichten aus dem Alltag von Ethan Jarlewski, dessen Familie und Freunde und seinen Mitarbeitern aus dem jPod. Und seien wir mal ehrlich? Eine Geschichte, die mit einer Schildkröte anfängt, kann doch gar nicht schlecht sein. Ethan ist der Ich-Erzähler des Buches. Dabei ist er sehr sympathisch, jedoch voller Sarkasmus und hat eine eigenartige Art das Leben zu sehen. Doch genau diese Art zieht sich durch die gesamte Erzählung und zieht den Leser in seinen Bann, ohne dass er oder sie es merkt. Am Ende ertappt ihr euch vielleicht sogar dabei, die ersten 10.000 Ziffern von Pi nach eurer Telefonnummer abzusuchen. Aus meiner Sicht, ist jPod einfach nur genial! Aber das könnte auch daran liegen, dass ich mich als Programmierer in der Ausbildung fast zu sehr in das Leben der Hauptfiguren hineinversetzen kann, zumindest der Teil bei dem es um ihre Arbeit geht. Wenn es um Ethans Leben geht, hoffe ich dass sich da keiner auch nur hineinversetzen will, denn was der Arme durchmachen muss, ist schon ziemlich skurril, aber als Außenstehender richtig witzig zu lesen. "Ich vergesse immer, dass deine Familie mit Software von Microsoft läuft." Ich würde jPod jedem empfehlen, nicht nur den Programmierern unter euch, sondern jedem, der nach ein bisschen Unterhaltung im Alltag sucht. Dadurch, dass sich die Geschichte relativ flüssig lesen lässt und in viele kleine Abschnitte unterteilt ist, ist es auch die gerade richtige Lektüre für die, die nicht viel lesen oder zwischendurch nur mal 10 Minuten Zeit haben für ein Buch. Einen Punkt Abzug gibt es trotzdem von mir, da es kein "Must-Read"-Buch ist, sondern ein schöner Happen für zwischendurch.

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  • Rezension zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    Solifera

    14. October 2011 um 11:24

    Ethan Jarlewski und seine 5 Kollegen (deren Nachnamen auch mit “J” beginnen) arbeiten als Softwareentwickler bei einer Spieldesignfirma im sogenannten JPod, das ist ihr Bereich. Dabei werden sie immer wieder von der Marketing-Abteilung durch oft seltsame Verbesserungsvorschläge genervt. So kommt es, dass eine kleine putzige Schildkröte in ein Skateboardspiel integriert werden soll. Kling komisch? Ist aber beim Sohn vom Cheffe gerade besonders hip und Sohnemann ist die Zielgruppe, die auch bekommen soll, was sie will. Neben dem Arbeitsalltag lernen wir auch Ethans Eltern kennen, die beide ihren Sohn für Vertuschungen ihrer Affären zu Rate ziehen. Mutter Jarlewski bittet ihn gar um Beihilfe, bei einem “versehentlichen” Mord die Leichen verschwinden zu lassen, ganz zu schweigen von der heimlichen Marihuana –Zucht. Oder illegale Einwanderer in der Wohnung verstecken, oder Menschenschmuggler, und vieles mehr. Dieses Buch ist bei weiten nicht gewöhnlich, allein die „Zwischenseiten“, bei denen irre Spammails, witzige nicht ernst zunehmende fiktive Ebay-Angebote, und die unendliche Stellenvielfalt der Zahl Pi für Erheiterung sorgen, machen das Buch zu einem Leseerlebnis der besonderen Art.

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  • Rezension zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    Krinkelkroken

    13. October 2011 um 17:30

    Je älter die Kultur, desto weiniger putzige Sprüche wie: "Du bist ein Gewinner, weil du dein Bestes gegeben hast." Könnten Sie sich das aus dem Mund eines Chinesen vorstellen? Der würde Sie einfach als Loser abtun und Ihre gesamten Lagerbestände billig aufkaufen, wenn sie Konkurs machen. ********** Inhalt: In JPod geht es um den Alltag Ethan Jarlewskis und seiner fünf Kollegen, deren Nachnamen ebenfalls mit »J« anfangen. Sie alle arbeiten in der titelgebenden Spieledesignfirma. Der Arbeitsalltag, der sich vor allem durch Quälereien des Marketingteams auszeichnet, wird im Wechsel mit dem privaten Alltag des Protagonisten beschrieben. Unter die tagtäglichen Erlebnisse fallen eine hochgradig gefährliche Mutter, Menschenschmuggel und Wohnungsbesetzungen. ********** Bewertung: Couplands skurriler Roman liest sich anfangs ganz wunderbar: der Leser ist überwältigt von einem unkonventionellen Schreibstil, rasantem Tempo und dem Wissen um die umschriebene Subkultur. Man fühlt sich dabei an Sequenzen aus dem Film Requiem for a dream erinnert. Themenbezogene Assoziationsketten füllen ganze Seiten und absurde Listen werden wiederholt eingeworfen. Die Großzügigkeit, mit der der Autor das Papier mit Ideen befüllt ist eine wahre Freude. Auch optisch vermittelt das Buch einen tollen Eindruck und die Haptik ist klasse, wie beispielsweise der (inzwischen wieder trendige) "verzierte Rand". Nach einigen Kapiteln jedoch wird klar, dass das, was zuvor noch souverän und unkonventionell erschien eigentlich inhaltsleer und irgendwann dann leider auch nervig ist. Es gelingt Coupland nicht die besondere Form mit Leben zu füllen und an die Handlung anzuknüpfen um ihr so einen tieferen Sinn zu verleihen. Man gewinnt den Eindruck, dass die -sagen wir mal Gimmicks- über den fehlenden Inhalt hinweg täuschen sollen. Es ist bereits nach der Hälfte einfach nur noch eine Qual, wenn man fortlaufend auf die sich über viele Seiten hinwegziehenden, sinnlosen Zeichenketten trifft. Zudem drängt sich der Eindruck auf, dass Coupland zwanghaft versucht an einen inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angelangten Mythos -dem des Berufsprogrammierers- anzuknüpfen- einfach weil das gerade so schön hip ist. Dabei erhält der Leser leider keine neuen Erkenntnisse oder Einblicke (sofern man mit der Materie ein klein wenig vertraut ist). Stattdessen winkt man irgendwann nur noch gelangweilt ab, wenn ein Klischee dem nächsten hinterherjagt. Zum krönenden Abschluss wird das Ganze dann schließlich noch ins Absurde gezogen (à la Scheibenwelt-Romane) nur bedauerlicherweise OHNE geistreichen Witz. Ich denke das Buch macht eine hervoragende Figur auf dem Schreibtisch eines Apple-Jüngers- zum Beispiel um bei Menschen, die den Roman noch nicht gelesen haben unter Beweis zu stellen wie hip man doch ist. ********** Angaben zum Buch: Gebundene Ausgabe: 528 Seiten Verlag: Tropen Bei Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl (August 2011) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3608501037 ISBN-13: 978-3608501032 Größe: 21,4 x 14,4 x 3,8 cm

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  • Rezension zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    aaronmueller

    12. October 2011 um 21:15

    Als Teil der Subkultur "Nerd" (ich bin Programmierer) hat man es in seinem Umfeld in der Tat nicht leicht, normale Kollegen von der Stange zu bekommen. Ich glaube, das hat der Beruf so an sich, dass Programmierer vom Typ her einfach ein bisschen mehr Richtung Kunst, Kreativität und der Tendenz zum "anders sein" gehen. So skurril das Buch auch geschrieben ist, vieles davon (wenn auch nicht ganz so krass) hat mich an meine Kollegen (und natürlich auch an mich) erinnert. Dieses Buch gibt einen Einblick in das Innenleben einer Nerd-Clique; was sie begeistert, beschäftigt und zusammenhält. Das von außen betrachtete Gekicher von ein paar Typen mit Brille und langen Haaren über die Mehrzahl von "Inbus" ist nach Lesen dieses Buches vielleicht nicht mehr ganz so unverständlich :) Ich hab das Buch gerne gelesen und fand auch die Aufmachung und Formatierung recht mutig. Muss ja nicht immer der Einheitsbrei sein -- passend zum Thema. Die Geschichte(n) sind nicht wie bei Herr Der Ringe mit mächtigem Spannungsbogen ausgestattet, es geht mehr plätschernd voran. Das störte mich beim Lesen allerdings nicht, ich empfand es stellenweise eher angenehm. Für alle, die die Pflichtlektüre aller Admins "BOFH" lieben oder Spaß an "Das Leben der Besseren" hatten, ist dieses Buch sicher ein richtiger Leckerbissen.

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  • Rezension zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    Readandbeyourself

    12. October 2011 um 15:32

    Ethan Jarlewski arbeitet im sogannten JPod bei einer Spieleentwicklunsgfirma. Für den neuen Boss Steve sollen sie in das Skaterspiel, jetzt heißt es "BoardX" eine Schildkröte einbauen. Eine Schildkröte in einem Skaterspiel? Steve hält das für eine brilliante Idee, weil sein Sohn gerade total auf Schildkröten steht. Und sein Sohn fällt in die Zielgruppe... Unterdessen tötet Ethans Mutter Caroll ausversehen einen potentiellen Käufer für ihr selbstgezüchtetes Gras. Ethan soll ihr helfen, die Leiche zu beseitigen. Jim, Ethans Vater, lernt unterdessen den Geschäftsmann Kam Fong kennen, der auch noch Flüchtlinge in Ethans Wohnung unterbringt, und Ethans deswegen einen Gefallen schuldet. Das Ethan dabei kaum noch zum Arbeiten kommt, gefällt seiner Fastfreundin Kaitling gar nicht... denn scheinbar ist sie die einzige, die ihren Job überhaupt ernst nimmt. Und die Podster bekommen auch raus, warum ... Mit "JPod" las ich mein erstes Buch von Douglas Coupland im Rahmen der Leserunde von Lovelybooks. Gleich zu Beginn wurden einige Stimmen laut, dass es bessere Bücher von Coupland gibt, und auch die Amazon-Bewertungen ließen keine Wünsche zur negativen Kritik offen. Unbefangen durch andere Bücher kann ich sagen, dass mir das Buch doch ganz gut gefallen hat. Es spiegelt meiner Meinung nach sehr gut die Sinnlosigkeit in eigenen Ideen wieder, den Überfall an Eindrücken im Internet und dass man mit blöden Ideen tatsächlich Geld machen kann... Im Verlauf der Handlung passieren eine Menge verrückter Sachen, die im krassen Kontrast zu den banalen Gesprächen und Aktionen stehen, mit denen sich die Jpodler von ihrer Arbeit ablenken. Immer wieder überraschte mich Couplands vielfältiges (und vor allem technisches) Wissen. Die Figuren waren sehr sauber ausformuliert. Als jedoch Douglas Coupland selbst (bzw. eine Figur mit diesem Namen) auftauchte, und aus Ethans Geschichte ein Buch schreiben wollte, wurde mir das Buch doch etwas zu abgedreht. Coupland witzelte also nicht nur im ersten Satz (siehe zweites Foto rechts) über sich selbst, sondern parodiert sich vielleicht sogar komplett. Die Sprache an sich war sehr eingehend, wenn der Lesefluss nicht durch die komischen Internetseiten unterbrochen wurde. Ständig wollte ich mir Sätze herausschreiben und hier zitieren. Ich vergebe 4 von 5 Sternen für eine skurille Idee, skurillen Aufbau und eine abgedrehte Geschichte.

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  • Rezension zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    Bernhard

    11. October 2011 um 09:51

    Ein wirklich lustiges Buch. Ich habe selten so gelacht! Eine Empfelung das Leben nicht immer allzu ernst zunehmen. Für jeden mit ein wenig Humor eigentlich Pflicht.

  • Rezension zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    Konsumfrau

    09. October 2011 um 20:18

    In seinem Roman „JPod“ von 2006 nimmt Douglas Coupland einmal mehr eine Gruppe junger Menschen unter die Lupe, die gut stellvertretend für eine ganze Generation stehen könnte, mit der man sich mal mehr, mal weniger, aber eher widersträubend, identifzieren mag. In diesem Fall sind es sechs Kollegen einer Computerspiele-Firma, die durch einen Computerfehler aufgrund ihrer Nachnamen, die alle mit J anfangen, in eine Abteilung gesteckt wurden – den jPod. Sie sind Ende 20, neurotisch, nerdig und für ihr Alter seltsam antriebslos. Resigniert nehmen sie jede von außen kommende Wendung ihres Lebens hin und versuchen sich damit zu arrangieren, so gut es geht. Ihr einziger Protest besteht in der heimlichen Implementierung eines amoklaufenden Ronald McDonald in ihr Skateboard-Spiel, das gegen ihren Willen immer absurdere Änderungen durchmacht. Erzählt wird ihre Geschichte durch die Augen von Ethan Jarlewski, einem der jPodster. Sein Privatleben ist nicht weniger abstrus wie sein Arbeitsleben. Kurz nach Beginn der Handlung wird er von seiner Mutter zu Hilfe gerufen, die in ihrer häuslichen Marihuana-Zucht versehentlich einen Rocker getötet hat, und der er nun helfen muss, die Leiche zu entsorgen. Die Handlung entwickelt sich aber nicht zum Krimi, sondern besteht aus einer Reihe von Episoden aus dem Leben der jPodster und ihres Umfelds, zu dem auch der asiatische Menschenschmuggler Kam Fong gehört, Ethans untreuer Vater (zu seinem Bedauern ein Schauspieler ohne Sprechrollen), der erfolgsverwöhnte Marketingchef Steve (der zwischendurch nach China entführt wird und dort ein Wandlung durchmacht), und immer wieder – Douglas Coupland selbst. Schon im ersten Satz der Haupthandlung ist er indirekt anwesend: „Mein Gott, ich komm mir vor, als wär ich aus einem Douglas-Couplan-Roman ausgebrochen.“ Immer mal wieder wird er von den jPodsters bewundernd erwähnt, und tritt dann in der Mitte des Buches schließlich höchstpersönlich auf, als Ethan nach China reist, um Steve zu befreien. Bis zum Ende des Buches wird Coupland ein Teil im Leben der jPodster und spielt somit selbst eine nicht unwichtige Rolle. Die vielen kleinen, skurrillen Einfälle, wie etwa die Eigencharakterisierung der jPodsters als lebende Trickfiguren oder auch mal als Ebay-Artikel, oder Kaitlins Diagnostizierung eines leichten Autismus bei ihren Kollegen, der sie dazu bringt eine Umarmungsmaschine für sie zu entwickeln, machen den Roman wieder einmal zu einem typischen, liebenswerten Douglas Coupland. Auch die seitenlange Auflistung der Ziffern von Pi und die typografisch aus der Reihe fallenden Wortcollagen zwischendurch sind typisch und unterstützen das geekige Gesamtbild des Romans. Einzig der immer wieder kehrende Gastauftritt des Autors selbst schmeckt mir nicht. Es wirkt in meinen Augen narzistisch und macht ihn so unsympathisch wie die Figur, als die er sich zwischendurch für Ethan darstellt, der ihn daraufhin einen soziopathischen Scheißtyp nennt. Nichtsdestotrotz finde ich den Roman unterhaltsam und empfehlenswert.

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  • Rezension zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    Archibald Pynchon-Light

    08. October 2011 um 09:11

    Das JPod ist eine Abteilung von Spieledesignern bei der die Nachnamen aller sechs Mitarbeiter durch einen Computerfehler mit J beginnt. Eine verschworene Bürogemeinschaft mit ihren eigenen Ritualen und Regeln und im ständigen Kleinkrieg mit der verhassten Marketingabteilung. Der Erzähler Ethan hat sich in die neue Mitarbeiterin verknallt, deren ganze Bestrebungen dem Ziel dienen, aus der Abteilung versetzt zu werden, dem „sibirischen Drecksloch mit einem Haufen durchgeknallter Spinner.“ Es ist ihr nur schwer zu verdenken. So spekuliert das JPod beispielsweise ausführlich über das Privatleben von Ronald McDonald und beschließen, dass der berühmte Werbeclown ein sehr einsamer Mensch sein muss. Also verfasst jeder von ihnen ein Bewerbungsschreiben als dessen neuer Lebensgefährte. Oder sie formulieren Ebay-Artikel, in denen sie sich selbst als Produkt beschreiben. Oder sie erstellen Listen über Bürogegenstände, die man mit flüssigem Stickstoff schockgefrieren kann und die Auswirkungen auf den Gegenstand. Außer diesen zeitraubenden Tätigkeiten beschäftigt sie auch die Aufgabe, dass ihr Chef im nächsten Computerspiel unbedingt eine Schildkröte haben möchte, weil sein kleiner Sohn von diesen Tieren angetan ist. Neben dem beruflichen Stress nehmen Ethans familiäre Sorgen immer mehr Raum ein. Nach einem nervtötenden Meeting erhält er einen Anruf von seiner Mutter, die auf ihrer Hanfplantage im Keller einen Rocker per Stromschlag getötet hat. Ethans Vater, ein Gelegenheitsschauspieler und begeisterter Tänzer, ist gerade bei Dreharbeiten und kann bei der Beseitigung der Leiche nicht helfen. Als Ethan seinen Vater am Drehort besucht, lernt er dessen neue Freundin kennen, ein Mädchen, das an der Highschool zwei Klassen unter Ethan war. Unterdessen hat sein Bruder zwanzig chinesische Flüchtlinge in Ethans Wohnung untergebracht, übergangsweise, bis ihr Schleuser den Weitertransport geregelt hat. Und zu allem Übel freundet sich auch noch seine Mutter mit seinem Chef an. Das Buch macht schon beim Durchblättern Spaß: Riesige Wörter über Doppelseiten, seitenlange Zahlenkolonnen, Listen, E-Mail-Abdrucke und viele grafische Spielereien, wie man sie bereits auf früheren Büchern von Coupland kennt. Ohne diese unsinnigen Spielereien hätte das Buch etwa hundert Seiten weniger, aber sie lockern den Text angenehm auf. Dieses erste Vergnügen wird noch gesteigert, wenn man zu lesen beginnt. Die oben geschilderten Ereignisse und Verwicklungen sind nur das erste Viertel des Buches und genauso irrwitzig geht es bis zum Ende weiter. JPod ist ein episodenhafter Büroroman, näher an Dilbert als an Stromberg. Die exzentrischen Figuren stolpern durch absurde Situationen und das Verblüffende daran: Einige dieser Situationen kommen einem persönlich bekannt vor. Unzählige Anspielungen auf die Simpsons geben die Richtung des Humors von JPod vor. Fans von Serien wie Big Bang Theory oder The IT-Crowd werden ihre helle Freude an dem Buch haben. Kaum einen Autor habe ich in den letzten Jahren mit solch wachsender Begeisterung gelesen wie Douglas Coupland.

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  • Rezension zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    mezzomix

    06. October 2011 um 16:45

    Eine sehr schräge Hommage an die Lebensform des Nerds (Hier in Form einer Gruppe von Computerspielentwicklern). Geschrieben mit viel Witz, Ironie und jeder Menge Popkultureller Anspielungen. Die Geschichte wird immer wieder von skurrilen Einschüben unterbrochen ( abgedruckten SPAM-Mails oder die 23 Seiten lange Aufzählung von Primzahlen...) Empfehlenswert für alle die gerne Geschichten im Stile von Coupland, Pratchett oder Stephenson lesen.

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