Douglas Coupland Spieler Eins

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Inhaltsangabe zu „Spieler Eins“ von Douglas Coupland

Karen hat sich von ihrem Mann getrennt und wartet nun in der Flughafenbar auf ihr Blinddate. Ex-Alkoholiker Rick ist der Barkeeper und nicht gerade vom Glück verfolgt, doch er hat einen Plan: Mit seinem ersparten Geld möchte er zu einem Motivationstrainer gehen. Luke, ein Pfarrer, hat die Kirche hinter sich gelassen, nicht ohne die Spendenkasse mitzunehmen. Jetzt trinkt er Whiskey und denkt über seine Zukunft nach. Rachel, jung und emotionslos, möchte beweisen, dass sie sich ändern kann. Sie beschließt, einen Mann zu finden, der sie schwängert. Doch dann kommt alles anders. Ein Heckenschütze erschießt Karens Blinddate, eine Giftgaswolke breitet sich aus. Ausnahmezustand – und die Bar scheint der einzige Zufluchtsort zu sein.

Die faszinierend-experimentelle Ausgangssituation erstickt mehr und mehr unter einer trockenen Künstlichkeit ...

— Elmar Huber

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  • Spieler Eins – Roman in 5 Stunden

    Spieler Eins

    Elmar Huber

    22. June 2015 um 13:38

    „Ein Flughafen ist nicht mal ein richtiger Ort. Er ist ein Boxenstopp, ein Zwischenreich, ein „Nirgendwo“, eine unangenehme Störung im Traum des nahtlosen transkontinentalen Flugverkehrs. Flughäfen sind Orte, an die man gelangt, gleich nachdem man gestorben ist und ehe es weitergeht nach wohin auch immer man dann kommt. Sie sind das Präsens, zu Aluminium, Beton und schlechter Beleuchtung geronnen.“ STORY In einer Flughafenbar treffen vier Personen aufeinander, die sich plötzlich mit einer Ausnahmesituation konfrontiert sehen. Die geschiedene Enddreißigerin Karen trifft sich hier mit einem Blind Date, Pastor Luke hat die entwendete Kollekte im Gepäck, die empathieunfähige Autistin Rachel sucht hier nach einem Erzeuger für ihr Kind und Barkeeper Rick erwartet einen Motivationstrainer, der sein bisheriges Leben umkrempeln soll. Während der Ölpreis dramatisch schnell steigt und in den Nachrichten von Aufständen berichtet wird, scheint das Leben außerhalb der Bar zusehends zu versiegen. Die latent bedrohliche Situation, die sich durch Explosionen in sichtbarer Entfernung der Bar entwickelt, verschärft sich, als ein Scharfschütze Karens Date niederschießt. Die zufällige Gruppe ist zum Handeln gezwungen. „Was Luke zwischen dem ganzen Trubel und den Drinks am meisten Sorgen machte, war der Paradigmenwechsle in seinem Kopf. Bis gestern hatte er geglaubt, nach dem Tod in die sogenannte ewige Seligkeit einzugehen. Heute hatte er nur noch einen armseligen Ort namens Zukunft vor sich. Die Zukunft ist etwas anderes als die ewige Seligkeit. Ewigkeit ist zugleich alles und nichts. In der Zukunft gehen Dinge, die bereits angelaufen sind, weiter, nur ohne dich.“ MEINUNG Douglas Coupland, Autor des Kultromans GENERATION X, legt von Beginn an ein ordentliches Erzähltempo vor und zieht den Leser schon mit den Figurenvorstellungen in die Handlung hinein, auch wenn noch nicht klar ist, wohin die Reise gehen wird. Schon alleine die stets zwischen den vier Hauptpersonen abwechselnde subjektive Schilderung der Ereignisse gestalten SPIELER EINS formell interessant. „Traumgleich und dennoch hyperreal“ heißt es an einer Stelle und genau so stellt Coupland das Setting und die Ereignisse in SPIELER EINS dar. Für die Traumhaftigkeit ist unter anderem der Handlungsort verantwortlich, denn tatsächlich hat ein Flughafen (und besonders eine dort befindliche Bar) den Charakter eines künstlich geschaffenen Niemandslandes, an dem es leicht fällt, unter Fremden seine gewohnte Hülle abzustreifen. Gewohnte Regeln scheinen hier außer Kraft gesetzt, und tatsächlich treffen sich Karen, Rachel und Luke hier, da sie mit ihrem Alltagstrott mehr oder weniger endgültig gebrochen haben. Formal findet die Handlung innerhalb von fünf Stunden statt. Jede Stunde ist wiederum in fünf Teile gesplittet, von denen vier die abwechselnde subjektive Schilderung der vier Hauptpersonen wiedergeben, Teil fünf aus der „Sicht“ von „Spieler Eins“, als unsichtbarer Beobachter und Kommentator der Ereignisse, geschildert wird. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto schwerer fällt es der Geschichte jedoch, ihren einleitenden Sog aufrecht zu erhalten. Zu abstrakt gestalten sich die weiteren Ereignisse, die auch nicht weiter aufgeklärt werden und damit haltlos im Raum stehen. Das Verhalten der Personen in diesem Mikrokosmos wird immer weniger nachvollziehbar. Der ganze Roman gestaltet sich zunehmend künstlicher und steriler, so dass die zunächst aufgebaute Nähe zu den Figuren sich immer weiter verringert. Auch die anfänglich vergnügliche unterschwellige Spitzzüngigkeit, was die modernen Medien und die damit verbundene Lebensweise angeht, verliert sich mit der Zeit und macht einer aufdringlichen und verächtlichen „Die Welt ist trotz eures eingebildeten Individualismus ohne euch nicht ärmer“-Botschaft Platz. Genauso wie ohne diesen Roman. Als Dreingabe enthält das Buch noch eine 29seitige „Zukunftslegende“, die die Kunstbegriffe aufgreift, die Coupland in dem Roman benutzt und die hier in der Art eines Lexikons erklärt werden. Die Verarbeitung des Buches ist, wie von Klett Cotta/Tropen gewohnt, von ausgesuchter Qualität. Unter dem genial gestalteten Schutzumschlag ist das Buch in dunkelvioletten (wie die auf dem Schutzumschlag abgebildeten Lippen) Karton gebunden, Autorenname, Titel und Tropen-Logo sind dort in schwarzer Prägeschrift aufgedruckt. FAZIT Die faszinierend-experimentelle Ausgangssituation erstickt mehr und mehr unter einer trockenen Künstlichkeit und hängt den Leser damit irgendwann ab.

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  • Mal wieder das Ende der Welt

    Spieler Eins

    ju_theTrue

    04. November 2013 um 19:20

    Ein Coupland ist ein Coupland ist ein Coupland. Auch wenn Douglas Coupland seine 15 Minuten mit seinem Kultwerk "Generation X" hinte sich hat, schreibt er kontinuierlich Bücher. Neben "Generation X" waren das sogar ein paar sehr sehr tolle dabei. "Miss Wyoming" oder (mein absoluter Liebling) "Girlfriend in a Koma". DIese Meisterwerke findet man inzwischen leider nur noch auf Grabbeltischen oder für 3 Cent plus Versandkosten im Internet. Dafür bringt Douglas Coupland immer nocn Bücher heraus, die man zu einem normalen Preis erwerben kann. Doch, wie schon gesagt, die besten Zeiten liegen leider hinter ihm. (Auch wenn mich "JPod" zuletzt sehr positiv überrascht hat.) Als echtes Fangirl musste ich "Spieler Eins" natürlich trotzdem kaufen. Auch wenn man den Umschlaggestalter von Tropen eigentlich windelweich hauen müsste, für die mieseste Umschlaggestaltung des Jahrtausends (WAS DENKEN SICH VERLAGE MANCHMAL BEI SOWAS????), muss ich leider sagen, dass Leute, die das book by it´s cover judgen dieses Mal wohl Recht bekommen müssen. Der Plot ist ein typischer Coupland: eine Gruppe von merwürdigen Losern wird zusammen geworfen und teilt ein extremes Erlebnis - in den meisten Fällen (so auch hier) den Weltuntergang.  Desweiteren wird die Erzählperpektive oft gewechselt, was auch ein typisches Stilmittel des Autors ist. Etwas, was die Geschichte spannend und oft auch philosophisch macht. Bis zur Hälfte des Buches ist also auch alles tutti: spannende Charaktere und ein kleiner Weltuntergang. Sowohl die Einleitung, als auch die einzelnen Kapitel werden immer wieder unterbrochen von einem "Spieler Eins", der eine Art allwissender Erzähler ist. (Leider verrät die Geschichte schon vorher die Identität des Spielers. Keine Ahnung ob das gewollt ist.) Aber irgendwie war es das dann auch schon mit Plot. Das Ende des Buches ist einfach nur nervtötendes Gebrabbel. Nichts bleibt mehr übrig von der Weisheit, von der totdeprimierenden Wahrheit, für die ich Coupland so liebe. Ich habe das Buch zugeschlagen und wusste wirklich nicht, was dieser Mann von mir will. Warum er nur noch eine Parodie seiner selbst zu sein scheint, indem er versucht mit immer wieder demselben Plot halbseidene Lösungen für seine Protagonisten zu finden und man oft das Gefühl hat, der Gute hatte nach 200 Seiten einfach keinen Bock mehr und wollte die Geschichte einfach nur schnell beenden. Es ist zwar immer noch ein Coupland, bis zur Mitte ist es immer noch ein gutes Buch, aber irgendwie bleibt immer öfter ein fader Beigeschmack zurück. Schade.

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