Douglas Murray Bosie: Biography of Lord Alfred Douglas

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Inhaltsangabe zu „Bosie: Biography of Lord Alfred Douglas“ von Douglas Murray

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  • Rezension zu "Bosie: Biography of Lord Alfred Douglas" von Douglas Murray

    Bosie: Biography of Lord Alfred Douglas
    metalmel

    metalmel

    14. May 2009 um 11:34

    Ich bin ein großer Fan von Oscar Wilde, besonders fasziniert hat mich sein Leben. Und da natürlich Lord Alfred Douglas, seine ganz persönliche Nemesis. Schön wie ein Engel, talentiert, reich und vor allen Dingen jung. Aber dazu auch verzogen, jähzornig, beleidigt, überheblich, zerstörerisch. Dies ist bei weitem die beste und auch ausführlichste Biographie, die ich je über ihn gelesen habe und ich habe mittlerweile bestimmt mehr als 10 Bücher über ihn und auch von ihm. In 3 Werken beschreibt er sein Leben, was sehr spannend ist, denn er ist niemals objektiv, er stellt sich dar, so wie er es gerne möchte, in einem leugnet er sogar seine Beziehung zu Oscar. Was wohl als erwiesen gilt, ist, dass er zwar eine homosexuelle Beziehung zu Wilde hatte, die aber nur von relativ kurzer Dauer war. Und dennoch blieben die beiden ein Leben lang mehr oder weniger verbunden. Oscar liebte Bosie abgöttisch und ruinierte damit sein Leben. Bosie wächst auf in dem Wissen, dass dem Adel alle Türen offenstehen. Sein Vater ist ein brutaler Schläger, der züchtigt wo es geht, seine Mutter duckt sich weg und unternimmt nichts dagegen. Sie wird ja selber geschlagen. Bosie ist nicht besonders klug in der Schule, wozu sich anstrengen, wenn man Geld hat. Er will dichten und schreiben. Schon im Magdalen College unterhält er homosexuelle Beziehungen und als er auf einer Party erstmals auf Wilde trifft, nimmt das Schicksal eine Wendung. Um Wilde ist es sofort geschehen und Bosie weiß das geschickt für sich zu nutzen. Er will glänzen, er will das Gespräch der Stadt sein, was auch gelingt. Er hegt einen jahrelang gepflegten Hass gegen seinen Vater und als sich die Gelegenheit bietet ihn zu verklagen, setzt er alles daran. So landet Wilde vor Gericht, verliert den Prozess und wird zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt. Danach ist er ein gebrochener Mann und will von Bosie nichts mehr wissen. Doch nach drei Monaten sind die beiden wieder zusammen. Als Wilde stirbt ändert Bosie sein Leben radikal. Es gibt einen immensen Bruch und er wird Katholik und heiratet, bekommt sogar ein Kind. Relativ lange kann er sein jugendliches Aussehen behalten, doch viele Prozesse, die er anstrengt und seine große Verbitterung lassen ihn schließlich rapide altern. Auch nach Wildes Tod bleibt sein Leben turbulent und es gibt als Konstante eigentlich nur seine Mutter, die er sehr verehrt. Er stirbt 1945 als verbitterter Mann und wird in Crawley neben seiner geliebten Mutter beigesetzt. Murray beleuchtet jeden Aspekt seines Lebens, man erfährt sehr viel und lernt einen Menschen kennen, getrieben von einer Sehnsucht geliebt zu werden, der doch nur alle vor den Kopf stößt und sich immer wieder falsch verstanden fühlte, mit viel Wut und Hass, die es ihm nicht möglich machen Frieden zu schließen mit sich und der Welt. Ein unheimlich spannendes Leben!

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