Douglas Smith Der letzte Tanz

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Inhaltsangabe zu „Der letzte Tanz“ von Douglas Smith

Der Untergang des russischen Adels nach der russischen Revolution 1917 – eine Tragödie um Terror und Tod in einer entfesselten Welt. Erstmals erzählt der renommierte Historiker Douglas Smith die ganze Geschichte. 1917 wird die russische Aristokratie im Mahlstrom der Oktoberrevolution der Bolschwisten vernichtet. Douglas Smith beschreibt die berührenden Schicksale und menschlichen Dramen, die sich dahinter verbergen. Er erzählt von nächtlichen Fluchten adliger Gutsherren, aber auch ihrer Diener, von plündernden Bauern und brennenden Herrenhäusern. Im Mittelpunkt stehen zwei der mächtigsten Adelsfamilien des Zarenreiches, die Scheremetews und die Golizyns, deren Mitglieder ermordet wurden, in sibirischen Lagern hungerten oder ins Exil gingen. Das brutale Ende einer glanzvollen Epoche Russlands und der Untergang einer prachtvollen Welt im Gefolge der Revolution – packend erzählt, mit zahlreichen historischen Fotos von Menschen und Ereignissen.

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  • Leserunde zu "Die Affäre Schiwago" von Petra Couvée

    Die Affäre Schiwago
    TheissVerlag

    TheissVerlag

    Liebe Bücherfreunde, ihr kennt sicher ›Doktor Schiwago‹, den berühmten Roman von Boris Pasternak, in dem die Liebe zwischen dem Arzt und Dichter Juri Andrejewitsch Schiwago und seiner Geliebten Lara Guichard im Mittelpunkt steht. Doch wisst ihr auch, welche spannende Geschichte dahinter steht? Mitten im Kalten Krieg schmuggelt ein italienischer Verlagsagent das vom Kreml auf die Schwarze Liste gesetzte Buch heimlich außer Landes. Im Westen wird es in kurzer Zeit zum Welterfolg. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Die CIA veröffentlicht eine russische Version von ›Doktor Schiwago‹ und schmuggelt sie nach Moskau, um das Sowjetregime zu schwächen… Leseprobe Neugierig geworden? Petra Couvée und Peter Finn haben die dramatische Geschichte von Pasternaks Roman zusammengefasst und dafür sogar erstmals Zugang zu den Geheimakten der CIA erhalten. Wenn ihr an unserer Leserunde zu »Die Affäre Schiwago. Der Kreml, die CIA und der Kampf um ein verbotenes Buch« teilnehmen möchtet, dann bewerbt Euch bis zum 9. März 2016 und erzählt uns, was ihr mit Dr. Schiwago verbindet! Zu gewinnen gibt es 10 Leseexemplare – wir sind gespannt auf Eure Antworten! Wir freuen uns auf eine spannende Leserunde! Wie immer sind natürlich auch alle Leser und Leserinnen mit eigenem Exemplar herzlich eingeladen! Liebe Grüße Euer Team vom Theiss Verlag

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  • Ausgelöscht doch unvergessen

    Der letzte Tanz
    SiCollier

    SiCollier

    23. October 2015 um 09:02

    „Mir fällt ein, wie traurig ich wurde, als der liebe Dmitri Gudowitsch plötzlich am Tisch aufsprang und den Zigeunerrefrain sang: „Wir werden trinken, wir werden zechen, und wenn der Tod kommt, werden wir sterben.“ Innerhalb von zehn Jahren sollten fast alle von ihnen tot sein. (Seite 324) Meine Meinung Ehemalige Leute. Wer oder was sind „ehemalige Leute“? Wenn „Leute“ hier mit „Menschen“ gleich zu setzen ist, was bedeutet es dann, wenn sie „ehemalig“ sind? Sind sie keine Menschen mehr? Aber wenn sie keine Menschen mehr sind, was sind sie aber dann? Oder sind sie gestorben und deswegen „ehemalig“? Was also sind „ehemalige Leute“? Als „ehemalige Leute“ wurden von den Bolschewiki, die sich späterhin Kommunisten nannten, die Angehörigen des russischen Adels bezeichnet. Damit waren selbige ausgegrenzt, rechtlos - Freiwild. Jahrzehntelang wurde die Geschichte einer ausgelöschten Gesellschaftsschicht verschwiegen, denn die Kommunisten wollten sie liquidieren, vernichten, so daß es während der Zeit ihrer Herrschaft gefährlich bis unmöglich war, mit ihnen und über sie zu reden bzw. schreiben. Dieses Buch ist anscheinend die erste Arbeit weltweit, die sich mit dieser Thematik befaßt. Es ist ein überaus harter Stoff, den der Autor minutiös aufbereitet vor dem Leser ausbreitet. Das Buch enthält mehr Schmerz und Leid, als ein Mensch in einem Leben aushalten und ertragen kann. Wenn man sich also daran macht, es zu lesen, sollte man sich innerlich wappnen. Denn obwohl ähnlich einem historischen Roman geschrieben (und flüssiger zu lesen als mancher Roman), ist es eben gerade kein solcher, sind es keine fiktiven Geschehnisse, von denen der Autor berichtet. Sondern er erzählt von Menschen, die tatsächlich gelebt, die all das, was sich im Buch findet, erlebt und durchlitten haben. Smith hat einen anschaulichen Erzählstil, der sachlich bleibt, aber nie trocken ist. Gefesselt folgt man seinen nüchternen Worten, die ein Grauen beschreiben, wie ich es mir in kühnsten Träumen nicht hätte ausmalen können. 1918 gab es in Krasnodar einen Erlaß, daß die Frauen zwischen 16 und 25 Jahren zu „vergesellschaften“ seien, lies man hat sie - meist Angehörige der Oberschicht - auf der Straße aufgegriffen, verschleppt und vergewaltigt. Oder das Mädchen einer fünften Gymnasialklasse, das über zwölf Stunden lang mißbraucht wurde, bevor man es an einen Baum band, die Kleider in Brand steckte und dann erschoß. Smith erzählt von einer Zeit, in der es einem Todesurteil gleich kam, wenn man ... Foxtrott tanzte. Puschkin schrieb in der „Hauptmannstochter“: Bewahre uns Gott vor einem russischen Aufstand, sinnlos und erbarmungslos. Wie recht er vor allem mit dem „erbarmungslos“ hatte, macht dieses Buch schonungslos deutlich. Smith erzählt nicht abstrakt von „dem Volk“ oder „den Leuten“, sondern ganz konkret am Beispiel zweier in der Zarenzeit reicher und mächtiger Familien: den Grafen Scheremetjew und den Fürsten Golizyn. Es ist mehr als erstaunlich, mit welcher Gelassenheit und Gottergebenheit die Familien über Jahrzehnte hinweg Leid und Schmerz ertragen haben. Von heute auf morgen wurde ihnen praktisch alles genommen, ihre Leben und seine bisherigen Grundlagen völlig zerstört, sie zu Ausgestoßenen und Entrechteten, die man beleidigte, auf die Straße setzte, buchstäblich mit Füßen trat. „Während ich dies schreibe, ist es Mitternacht. Zu spät für eine Durchsuchung oder Verhaftung,“ heißt es in einem Tagebucheintrag (sinngemäß aus dem Gedächtnis zitiert). Man kann sich kaum vorstellen, was es heißt, täglich, stündlich damit rechnen zu müssen, aus fadenscheinigen Gründen verhaftet, deportiert oder gleich erschossen zu werden. Überhaupt taucht dieses „wurde erschossen“ so oft im Buch auf, daß ich mich irgendwann gefragt habe, ob denn überhaupt noch jemand am Leben ist, den man erschießen kann. Alleine während der Zeit des großen Terrors (Stalin, August 1937 bis November 1938) lag die Tötungsrate bei täglich rund 1.500 Ermordeten (vgl. S. 416). Und bis der Große Terror begann, waren schon seit rund zwanzig Jahre Mord und Totschlag und immer wieder Erschießungen an der Tagesordnung, mit wenigen ruhigen Jahren dazwischen. „Nie hat eine moderne Gesellschaft Menschen so bereitwillig getötet,“ bemerkte der Historiker W. Bruce Lincoln über den Roten Terror. (S. 189, zitiert nach „The Red Victory“. A History of The Russian Civil War, 1918 - 1921. New York 1989). Wenn ich über so manche Hinrichtung lese (etwa über das „Abschlachten“ der Zarenfamilie durch die Bolschewiki), gewinnt auch eine Stelle aus dem „Stillen Don“ eine ganz andere Bedeutung. Ich hielt es dort für fiktiv, daß die Mörder nicht wußten, wie man einen Menschen „richtig“ umbringt. So muß dort in einer Szene das Opfer seinem Henker erst erklären, wie man einen Menschen so hängt, daß er auch stirbt. Aber so war es wohl. Wenn, wie man im „Letzten Tanz“ lesen kann, des Abends eine größere Anzahl von „Konterrevolutionären“ mit Gewehren und Bajonetten umgebracht wurde, konnte es passieren, daß - wenn am nächsten Tag das Massengrab zugeschaufelt werden sollte - etliche noch am Leben waren. Immer wieder mußte ich an Pasternaks „Doktor Schiwago“ denken, wenn sich Parallelen zum dort Gelesenen zeigten, wenngleich die hier geschilderte Realität drastisch härter war als die Erzählung des Romans. Pasternak hat die wesentlichen Geschehnisse gut in seinem Buch verarbeitet; kein Wunder, daß die Kommunisten Schwierigkeiten damit hatten. Irgendwann habe ich dann den Überblick verloren. Über die Anzahl der Getöteten, über die weit verzweigten Familien, deren Schicksalen in dem Buch nachgegangen wird. Immer wieder zog ich die beiden Stammbäume, die - neben Landkarten - dankenswerter Weise vorne im Buch enthalten sind, zu rate. Im Buch ist solch eine Fülle von Informationen versammelt, daß man es vermutlich mehrfach lesen müßte, um alle zu erfassen. Wenn man denn in der Lage ist, sich mehrfach mit diesem harten Stoff zu befassen. „Der letzte Tanz“ hat mich aufgewühlt, erschüttert, verstört. Die Gewalt und Unterdrückung waren von einer Beliebigkeit, die vom widersprüchlichen Charakter des russischen Lebens im 20. Jahrhundert zeugt - wenn nicht gar vom widersprüchlichen Charakter des Lebens selbst, wie sehr dies unseren üblichen Vorstellungen auch widerstrebt. (Seite 448) „Der widersprüchliche Charakter des Lebens selbst“ - eine gute Umschreibung dessen, was man - neben den historischen Fakten - auch aus diesem Buch lernen kann. Kurzfassung „Letztlich ist Der letzte Tanz ein Zeugnis für die bemerkenswerte Fähigkeit der Menschen, sogar unter den erschütterndsten Umständen Momente des Glücks zu finden.“ (S. 35) Beeindruckend - erschütternd - absolut lesenswert. „Der letzte Tag des Jahres 1917! Wohl kaum wird in der Geschichte auch nur eines Landes ein Jahr zu finden sein, das mit diesem zu vergleichen wäre ... Gab es das jemals, daß ein Volk selbst, mit eigenen Händen, seine Heimat zerstört und ins Verderben geführt hat?“ (S. 168, Prinzessin Katherina zu Sayn-Wittgenstein in Mogiljow, 31. Dezember 1917 in ihrem Tagebuch)

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  • Akribisch und plastisch geschilderte, lebendige Geschichte

    Der letzte Tanz
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    16. December 2014 um 12:42

    Akribisch und plastisch geschilderte, lebendige Geschichte „Der letzte Tanz“, das ist jener exorbitante Ball aus dem Jahre 1903 bereits, in dem Zar Nikolaus einen prächtigen Kostümball an zwei Abenden im Winterpalais abhielt. Unter dem Motto: “Die Herrschaft des Zaren Michailowitsch“ wurden von der Aristokratie für Millionen von Rubel Roben erworben und jener Vater Peter des Großen gefeiert. Ein wichtiges Symbol, welches Nikloaus II. damit setzte. Obwohl der Ball am 200. Jahrestag der Gründung St. Petersburg stattfand, galten die Festlichkeiten eben nicht dem reformorientierten, westoffenen, seine Verantwortlichen zur Bildung treibenden Peter dem Großen. Festgefügt war der Alleinherrscheranspruch des Zaren, Reformen seiner Vorgänger wurden rigoros wieder eingeschränkt, das Verhältnis von Bauern (80 Prozent der Bevölkerung) zum Adel (eine verschwindende Prozentzahl der über 100 Millionen Russen jener Zeit) zum Bersten gespannt. Der Krieg gegen Japan (in den Augen des Volkes schmählich verloren) tat sein Übriges, um die Stimmung anzuheizen und Gutshof um Gutshof durch das empörte (und ebenso schrankenlose wie tatsächlich teils rohe) Volk niederbrennen und plündern zu lassen. Die massiven Verluste dann zu Beginn des ersten Weltkrieges, die Kampferfahrung und Desillusionierung der Millionen zum Kriegsdienst ausgehobener Bauern war dann nur noch der kleine Funke, der die letzten Schranken reißen lies. Wie Smith zu Beginn erwähnt, in diesem Werk geht der Historiker einem in der Weltgeschichte einmaligen Vorgang nach, der Ausrottung einer ganzen gesellschaftlichen Schicht, gegen welche die französische Revolution harmlos anmutet. Vor allem im Blick auf die spätere Restauration unter Napoleon I., aber auch in der Gesamtzahl forderte diese Revolution nur einen Bruchteil der Opfer real und prozentual, als es in Russland geschah. Und iIn Russland kam keine Restauration, sondern Stalin. Bei allen nachvollziehbaren Entwicklungen gerade im Blick auf das feudale, harte Regime in Russland, den unermesslichen Reichtum weniger und die bittere Armut und Rechtlosigkeit eines ganzen Volkes, viele an den (sorgsam aus Quellen) zusammengetragenen (sehr lebendigen) Schilderungen im Buch zeigen die „Bestie Mensch“ mit ihrer verzerrten Fratze in brutalster Form. Wenn da abgeschlagene Köpfe den Schweinen vorgeworfen werden, Verfolgung, Folter, Vergewaltigung an der Tagesordnung waren, dann braucht es hier und da schon gute Nerven bei der Lektüre. Eine „Geschichte der Verlierer“ schreibt Smith. Das die Geschichte „von Gewinnern“ geschrieben wird und meist „von den Gewinnern“ auch nur handelt, das ist Fakt. Dass aber zu allen Gewinnern auch die Verlierer gehören (die einige Zeit zuvor ja noch „Gewinner“ waren“), das stellt Smith nicht nur als These vor, sondern das erzählt er sehr dicht anhand sehr konkreter Personen zweier alteingesessener Adelsfamilien. Der Familien Scheremetjew und Golizyn mit ihren vielfachen Verzweigungen über zwei Generationen hinweg. Wobei besonders die Mühe des Autors hoch zu schätzen ist, einer Adelsgeschichte nachzugehen, über die Jahrzehnte nicht gesprochen wurde, in der es gefährlich war, an die Altvorderen zu laut zu denken und in der auch die schriftliche Quellenlage, was das persönliche Ergehen und die privaten Archive angeht, nur schwierig zugänglich war und ist. Stand und Entwicklung nach 1900, der erste Weltkrieg, die Oktoberrevolution, Lenin, Stalin, das „Fressen der eigenen Kinder“ durch die Revolution und die Vernichtung des Adels (sobald er nicht mehr in führenden Stellungen benötigt wurde) bis zum Ende des zweiten Weltkrieges hin verankert Smith an diesem zwar großen, aber doch letztlich noch überschaubaren und damit dem Leser persönlich nahe kommenden Personenkreis. In Teilen flüssig und griffig wie ein historischer Roman verfasst, immer sorgfältig, teils auch kleinteilig einzelnen Ereignissen und Personen nachgehend, zeichnet Smith so ein plastisches, dichtes Portrait einer Zeit und einer radikalen, gesellschaftlichen Veränderung mit hoher Grausamkeit und ebenso hohem Blutzoll. Eine sehr empfehlenswerte, sehr intensive und sehr informative Lektüre.

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