Dr. Bernd F. Schulte Armageddon des Kommunismus

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Inhaltsangabe zu „Armageddon des Kommunismus“ von Dr. Bernd F. Schulte

In particular, Schulte's work illustrates how critical it is for the historian of international conflict to be aware of the industrial-economic potential of the competing powers and to understand how this as a "structure de longue durée" impacts on policy making. Schulte is very interested in the economies of the Soviet bloc countries in general and that of the former GDR in particular. It was crucial that during the East- West conflict these so-called command economies could deliver the necessary means to ensure that their military capacity could approximate that of the West. Schulte's work lays bare the economic realities of the Warsaw pact countries and highlights their underlying dependence on trade with the capitalist West. In all this the renowned economic strength of the Federal Republic of Germany from Adenauer to Kohl was a factor of the highest importance. Ultimately the economy of the rival German Democratic Republic was dependent upon both the formal political and the behind-the scenes economic arrangements made between the leaders of West German industries, particularly automobile concerns, and their communist counterparts. John Moses, University of Brisbane, Austral Prof. Joerg Roesler Schwierige Geburt eines deutsch-deutschen Automobildeals. Der Autor, ein Hamburger Sozial- und Wirtschaftshistoriker, erhielt 1986 das Angebot, einen Film zum Thema "100 Jahre Geschichte der deutschen Automobilindustrie" produzieren. Er versuchte an die in sächsischen Archiven lagerten Akten der Auto Union heranzukommen und scheiterte. Zehn Jahre später beantragte Schulte bei der Gauck-Behörende ein Forschungsprojekt, welches die Beziehungen zwischen der west- und der ostdeutschen Autoindustrie zum Gegenstand hatte. Zwischen 1996 und 2003 hat der Autor intensiv in die Akten der MfS-Hauptabteilung XVIII "Volkswirtschaft" studiert und aus dem Wust von Unterlagen wesentliche Informationen zu den Beziehungen zwischen westdeutschen Konzernen und ostdeutschen Partei- und Regierungsstellen herausgefiltert. Dabei stieß er auch auf die Akten des IM "Stuck", eines Autoenthusiasten und Historikers von der Technischen Universität Dresden, der sich wegen einer zeitweiligen Ausreise in den Westen im Jahre 1957 unter Beobachtung des MfS befand und 1974 wegen unerlaubter Publikation eines Textes zur Automobilgeschichte in einer westdeutschen Zeitschrift (Verletzung von § 100 des Strafgesetzbuches der DDR) „zur informellen Zusammenarbeit mit dem MfS verpflichtet" wurde. "Stucks" Ruf als Automobilhistoriker nutzend, setzte ihn das MfS auf leitende Mitarbeiter des Volkswagenkonzerns an. "Stuck" war in diesem Sinne bis 1989 tätig. Der ganze Vorgang ist bei Schulte ausführlich dokumentiert und kommentiert. Im Mittelpunkt des Buches steht das nach mehrjährigen Verhandlungen 1987 zustande gekommene Motorengeschäft mit der Volkswagen AG. VW lieferte die kompletten Fertigungsanlagen für einen Viertaktmotor mit einer Jahreskapazität von 290.000 Einheiten. (…) "HORCH UND GUCK", Historisch-literarische Zeitschrift des Bürgerkomitees "15. Januar" e.V. Berlin, Heft 4/2007, S. 77f.

Aufschlußreich für die wahre Stärke des Westens (Kapitalismus) und die unübersehbare Schwäche des Ostens (Kommunismus/Sozialismus)

— maxim1
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  • Rezension zu "Armageddon des Kommunismus" von Bernd F Schulte

    Armageddon des Kommunismus
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    Schwierige Geburt eines deutsch-deutschen Automobildeals. Der Autor, ein Hamburger Sozial- und Wirtschaftshistoriker, erhielt 1986 das Angebot, einen Film zum Thema "100 Jahre Geschichte der deutschen Automobilindustrie" produzieren. Er versuchte an die in sächsischen Archiven lagerten Akten der Auto Union heranzukommen und scheiterte. Zehn Jahre später beantragte Schulte bei der Gauck-Behörende ein Forschungsprojekt, welches die Beziehungen zwischen der west- und der ostdeutschen Autoindustrie zum Gegenstand hatte. Zwischen 1996 und 2003 hat der Autor intensiv in die Akten der MfS-Hauptabteilung XVIII "Volkswirtschaft" studiert und aus dem Wust von Unterlagen wesentliche Informationen zu den Beziehungen zwischen westdeutschen Konzernen und ostdeutschen Partei- und Regierungsstellen herausgefiltert. Dabei stieß er auch auf die Akten des IM "Stuck", eines Autoenthusiasten und Historikers von der Technischen Universität Dresden, der sich wegen einer zeitweiligen Ausreise in den Westen im Jahre 1957 unter Beobachtung des MfS befand und 1974 wegen unerlaubter Publikation eines Textes zur Automobilgeschichte in einer westdeutschen Zeitschrift (Verletzung von § 100 des Strafgesetzbuches der DDR) zur informellen Zusammenarbeit mit dem MfS verpflichtet" wurde. "Stucks" Ruf als Automobilhistoriker nutzend, setzte ihn das MfS auf leitende Mitarbeiter des Volkswagenkonzerns an. "Stuck" war in diesem Sinne bis 1989 tätig. Der ganze Vorgang ist bei Schulte ausführlich dokumentiert und kommentiert. Im Mittelpunkt des Buches steht das nach mehrjährigen Verhandlungen 1987 zustande gekommene Motorengeschäft mit der Volkswagen AG. VW lieferte die kompletten Fertigungsanlagen für einen Viertaktmotor mit einer Jahreskapazität von 290.000 Einheiten. Die Lieferungen waren seitens der DDR finanziell mit der Rücklieferung eines Teils der Motoren abzugleichen, die verbleibenden wurden in den" Wartburg" eingebaut. Der erste Motor dieser Bauart lief im Oktober 1988 vom Band. Das Kompensationsgeschäft war die bedeutendste Ost-West-Wirtschaftskooperation in den 80er Jahren und wird in den[r] historischen Literatur auch beachtet. Weniger bekannt ist die von Schulte mitbehandelte Vorgeschichte, sind die Versuche der DDR, in den 70er Jahren ein ambitioniertes Autoprogramm aus eigener Kraft zu Stande zu bringen. Zuweilen erwähnt wird der Politbüro-Beschluß von 1983, die Benzin fressenden Zweitaktmotoren in Wartburg und Trabant durch Viertaktmotoren westlicher Provenienz zu ersetzen. Völlig unterbelichtet sind bisher die daraus resultierenden Kontakte mit verschiedenen bundesdeutschen und französischen Automobilherstellern. Das Motorengeschäft erforderte, aufgrund seines für DDR-Verhältnisse ungewöhnlichen Umfanges, in Zeiten äußerster Investitionsverknappung die betriebliche Arbeitsteilung zwischen dem VEB Sachsenring und seinen Zulieferern weitgehend umzustellen und weitere Betriebe anderer Kombinate zu Zulieferern umzuprofilieren. Die Realisierung dieses Geschäftes offenbarte alle strukturellen Unzulänglichkeiten der DDR-Industrie wie in einem Brennspiegel. Dieser Umstand kommt bei Schulte deutlich und anschaulich zum Ausdruck. Die HA XVIII begleitete" über ein Netz von IM alle Vorgänge, von den geheimen Verhandlungen mit westlichen Firmen, von denen VW schließlich den Zuschlag erhielt, bis hin zu den Klagen wirtschaftlicher Führungskräfte des VEB Sachsenring und der neuernannten Zulieferfirmen über ausbleibendes Material, schlechte Qualität der gelieferten Komponenten, unzureichende Qualifikation der Beschäftigten und deren nachlassende Bereitschaft zur Sonderschichten, um Liefertermine einzuhalten. Die DDR-Autoindustrie und ihre Probleme in den 70er/80er Jahren sind das Hauptfeld ostdeutschen Wirtschaftsgeschehens, das im Buch detailliert behandelt wird. Daneben widmet der Autor noch anderen Bereichen seine Aufmerksamkeit, etwa der Chemischen Industrie der DDR, die in den 80er Jahren de[r]n Weg zurück zur Gewinnung von Mineralöl aus heimischer Braunkohle prüfte. Schulte beschränkt sich aber nicht auf die Ebene der Betriebe und Kombinate. Über die Industrieebenen hinaus beschreibt er auch die höchste" Wirtschaftsebne der DDR, wo Mittag und Schalck-Golodkowski den Ton angaben und während der 80er Jahre innerhalb der SED-Führung bzw. mit Repräsentanten der Bundesrepublik die langfristige Weiterentwicklung bzw. kurzfristige finanzielle Stabilisierung der Volkswirtschaft der DDR diskutiert wurde. Aus der Wiederbelebung der Braunkohlenhydrierung ist nichts mehr geworden. Was die SED-Führung 1988 und 1989 zu Wirtschaftsfragen diskutierte, ist grundsätzlich bekannt. Das zähe Festhalten der Vertreter der Bundesregierung an Beziehungen zur SED-Führung bis in den Herbst 1989 hinein ist, wenn auch nicht so im Detail wie bei Schulte, bereits von Nakath und Stephan (Count-down der deutschen Einheit") dokumentiert worden. So ist vor allem des Autors detailreiche Schilderung der Entwicklung der DDR-Autoindustrie im Ergebnis der Kooperation mit der Bundesrepublik für den Historiker von exemplarischem Interesse. Doch so aufschlussreich diese Informationen auch sind, zuweilen ist Vorsicht beim Umgang mit seinen Wertungen angeraten. Schulte, sichtlich erschrocken über die vielen Probleme, auf die er bei seiner Recherche gestoßen ist, spricht vom Armageddon der DDR-Wirtschaft, davon also, dass diese in den 80er Jahren auf eine Katastrophe zusteuerte. Dabei hat der ehemalige Offizier und spätere Wissenschaftler an der Bundeswehrhochschule in Hamburg offensichtlich nicht in Betracht gezogen, dass sich in den Akten, zumal denen der HA XVIII, vor allem Informationen darüber finden, was in der Wirtschaft nicht funktionierte. Was klappte, bedurfte kaum der Erwähnung. Der Rezensent, der in der zweiten Hälfte der 60er Jahre Akten der Staatlichen Plankommission einsehen konnte, stolperte dabei ebenfalls über eine Behandlungspanne nach der anderen. Ein Weg in die Katastrophe, wie es schien. Allerdings - in dieser Sache sei Schulte in Schutz genommen - hat die DDR-Wirtschaft die 50er Jahre überlebt und sich in den 60er Jahren zu einer ökonomisch stabilen Macht in Mitteleuropa gemausert. Insofern hatte es der Rezensent damals mit einer sachlichen Einschätzung leichter. Pannen bei Großprojekten gab und gibt es sowieso nicht nur im Osten. Aus Schultes Buch geht auch hervor, dass VW mit seinen Entwicklung[s]- und Produktionsterminen für einen neuen VW-Typ mehr als einmal ins Schleudern kam und der Konzern die Kooperanten aus der DDR überzeugen musste, mit der Lieferung der einzubauenden Motoren später zu beginnen, als vertraglich vorgesehen. Das hätte den Autor - einmal ganz abgesehen von den gegenwärtigen Erfahrungen mit den Schwierigkeiten beim Start von toll collect" und bei der Auslieferung der Airbusses A 380 oder der Magnetbahn - in seinem Urteil vorsichtiger machen sollen. Sicherlich funktionierte die DDR-Wirtschaft bei besonderer Beanspruchung schlechter als die bundesdeutsche in gleicher Lage, aber seine Gegenüberstellung einer hochproduktiven, kapitalistisch organisierten Volkswirtschaft" mit einer "maroden DDR-Wirtschaft" (S. 209) lässt sich aus den von ihm gebotenen Informationen nicht unbedingt ableiten. Hier hat der Autor wohl doch dem retrospektiven Determinismus gehuldigt. Würde man Schultes Wertungen folgen, bliebe zudem ungeklärt, warum die DDR-Wirtschaft nicht bereits während der Herbstrevolution zusammenbrach. In Berlin, dem Zentrum der revolutionären Ereignisse, sank die Industrieproduktion zwischen September und Dezember 1989 um ganze drei Prozent, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung herausfand. Ende des Jahres 1989 ließ die Chefin der DIW-Abteilung "Östliche Industrieländer", Doris Cornelsen, verlauten: Der Zustand der DDR-Wirtschaft kann nicht als katastrophal bezeichnet werden,... Industrie und Landwirtschaft produzieren wie zuvor". Nach Schulte war die DDR-Wirtschaft zu diesem Zeitpunkt längst zusammengebrochen" (S. 599-600). Der Zusammenbruch kam dann tatsächlich im Juli/August 1990 - nach der Währungsunion. Ungeachtet dieser Einwände empfiehlt der Rezensent Schultes umfangreiches Werk allen an der Geschichte der DDR Interessierten mit dem Gespür für die Bedeutung des Wirtschaftlichen und Sozialen zur Lektüre - allerdings zu einer kritischen. Prof. Joerg Roesler, Schwierige Geburt eines deutsch-deutschen Automobildeals, in: HORCH und GUCK, (2007) 56/77

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    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    08. February 2011 um 16:03